Führt Gott in Versuchung?
ew • 17. Februar 2026
Jak 1, 12–18 Dienstag, 6. Woche
12Selig der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben. 13Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen versuchen, er führt aber auch selbst niemanden in Versuchung. 14Vielmehr wird jeder von seiner eigenen Begierde in Versuchung geführt, die ihn lockt und fängt. 15Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor. 16Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder und Schwestern: 17Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung oder Verfinsterung gibt. 18Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir eine Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien.
13 Keiner … soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt
Steht diese Bibelstelle nicht im Widerspruch zum „Vater unser“, in dem wir beten: Führe uns nicht in Versuchung. Wenn Gott nicht in Versuchung führt, warum sollen wir dann im „Vater unser“ so beten?
13 Keiner … soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt
Gott hält eine Versuchung nicht von uns fern. Gott lässt uns nicht unter einem Schutzschirm leben, an dem jegliche Versuchung abprallt, sondern akzeptiert, dass kleine und große Versuchungen an uns herankommen können. Gott akzeptiert, dass wir Menschen in Situationen geraten, da uns Versuchungen bedrängen. Und Gott weiß, dass wir nicht immer standhalten.
Aber führt Gott auch bewusst in Situationen, in denen wir einer Versuchung ausgesetzt sind? Ich meine: Ja, gut möglich.
13 Keiner … soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt
Ich denke zunächst an die 40 Tage, die Jesus am Beginn seines Wirkens in der Wüste verbracht hat. Im Markusevangelium lesen wir: Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. Jesus blieb 40 Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt (Mk 1,12f).
Der Geist trieb Jesus in die Wüste. Der Heilige Geist muss doch gewusst haben, dass in der Wüste große Versuchungen auf Jesus warten. Das Matthäusevangelium berichtet von dieser Zeit in der Wüste von nichts anderem als den drei bekannten Versuchungen. Der Sinn dieser 40 Tage in der Wüste scheint also nur darin zu liegen, dass Jesus Versuchungen ausgesetzt wurde, um sich ihnen zu stellen und um sie zu bestehen (Mt 4, 1-11). Jesus musste am eigenen Leibe erfahren, welche Kraft in diesen teuflischen Versuchungen lag, um als Mensch besser zu verstehen, warum wir Menschen einer Versuchung oft nicht standhalten, sondern nachgeben. Nach diesen 40 Tagen hat er sicher besser verstanden, warum ihn Petrus später am Lagerfeuer verleugnete oder warum Judas der Versuchung des Reichtums erlag und die 30 Silberlinge nahm.
13 Keiner … soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt
Wenn schon Jesus in die Versuchung hineingetrieben wurde, warum sollte Gott nicht auch uns in bestimmte Versuchungen hineinführen, damit auch wir die Kraft und die Versuchung zur Sünde leibhaftig spüren, um dann aufgrund einer eigenen Erfahrung, besser zu verstehen, warum der Bruder oder die Schwester einer ähnlichen Verlockung erlegen sind.
Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen
versuchen,
Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, aber was ist, wenn Gott in Versuchung führt, um etwas Gutes zu bewirken?
Wenn Gott mich in Versuchung führt und mich fallen lässt in der Versuchung, dann kann es doch auch sein, dass er mir zeigen möchte, wie stark ich wirklich bin. Gott führt mich in Versuchung und er lässt mich scheitern, um mir selbst die Tragfähigkeit meines Glaubens bewusst zu machen.
Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen versuchen,
Gott führt nicht in Versuchung, damit etwas Böses geschieht, aber er führt in Versuchung, damit etwas Gutes geschehen kann. Und wenn ich in der Versuchung scheitere und zu einer größeren und klareren Selbsterkenntnis komme, so ist dieser Weg der Selbsterkenntnis sicher nicht sehr angenehm, aber letztlich doch hilfreich und etwas Gutes. Den Weg mit Gott zu gehen bedeutet auch, dass Gott mich prüfen darf und dass Gott mich in Versuchung führen darf, um meinen Glauben zu läutern.
Gott, lass die Versuchung aber nicht zu groß werden, lass sie nicht über meine Kräfte gehen, sondern mach, dass die Versuchung nur so stark wird, dass ich sie ertragen kann.
Wenn ich bete: „Führe mich nicht in Versuchung“, dann bedeutet dies für mich zweierlei.
- Gott, du darfst mich in die Versuchung hineinführen, damit ich den Bruder und die Schwester besser verstehe, die in der Versuchung gefallen sind.
- Gott, du darfst mich prüfen, du darfst mich in Versuchung führen, damit ich lerne, mein Vertrauen mehr auf dich zu setzen als auf meine eigene Kraft.
Papst Benedikt
Es kann zwei unterschiedliche Gründe geben, warum Gott dem Bösen eine beschränkte Macht erteilt. Es kann geschehen, uns zur Buße, um unseren Hochmut zu dämpfen, damit wir wieder die Armseligkeit unseres Glaubens, Hoffens und Liebens erfahren und uns nicht einbilden, aus Eigenem groß zu sein:
Denken wir an den Pharisäer, der Gott von seinen eigenen Werken erzählt und keiner Gnade bedürftig zu sein meint… Aber sollten wir dabei nicht daran denken, dass Gott den ihm besonders nahen Menschen, den großen Heiligen, von Antonius in der Wüste bis zu Therese von Lisieux in der frommen Welt ihres Karmels, eine besonders schwere Last an Versuchung aufgebürdet hat?
Benedikt XVI. Licht des Glaubens: die Betrachtung zum Vaterunser im Buch Jesus von Nazareth.
Versuchung in der Bibel
- Bereits auf den ersten Seiten der Bibel ist davon die Rede, dass der Mensch im Paradies versucht wurde und dieser Versuchung erlegen ist.
- Gen 22: Abraham opfert Isaak: Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe.
- Hiob 1,6-12: Gott erlaubt dem Satan, Hiob zu prüfen.
- Am Ölberg sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Wachet und betet, damit ihr nicht in (der) Versuchung fallet.“
- Das Lk-Evangelium berichtet: „Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt.“
- Hebr 4,15: Jesus wurde in allem wie wir in Versuchung geführt.
- 1Kor 10,13: Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch mit der Versuchung auch einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt.
Bild: Pexel / Niklas Jeromin
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Schriftbetrachtung

Jak 1, 1–11 Montag, 6. Woche 1Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, grüßt die zwölf Stämme in der Diaspora. 2Nehmt es voll Freude auf, meine Schwestern und Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet! 3Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Geduld bewirkt. 4Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und untadelig seid und es euch an nichts fehlt. 5Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf. 6Wer bittet, soll aber im Glauben bitten und nicht zweifeln; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind hin und her getrieben wird. 7Ein solcher Mensch bilde sich nicht ein, dass er vom Herrn etwas erhalten wird: 8Er ist ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig auf all seinen Wegen. 9Der Bruder, der in niederem Stand lebt, rühme sich seiner hohen Würde, 10der Reiche aber seiner Niedrigkeit; denn er wird dahinschwinden wie die Blume im Gras. 11Denn die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und versengt das Gras; die Blume verwelkt und ihre Pracht vergeht. So wird auch der Reiche vergehen in allem, was er unternimmt. Nehmt es voll Freude auf, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. Jakobus hat gut reden! Ganz locker sagt er in Vers 2: Nehmt es voll Freude auf, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. Versuchungen bringen mich in der Regel durcheinander und rauben mir die innere Ruhe. Wenn ich einer Versuchung nachgebe, dann bleibt oft ein schaler Geschmack zurück Nehmt es voll Freude auf, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. Wenn es mir aber einmal gelingt, einer Versuchung zu widerstehen, dann merke ich, wie Dankbarkeit und Friede langsam wieder in mein Herz zurückströmen. Damit ihr vollkommen und untadelig seid Irgendwie ist es auch ein Geheimnis Gottes, dass er mich durch Versuchungen auf einen Weg zu einem tieferen Glaubensleben führen möchte. Am Ende dieses Weges soll ich dann „vollkommen und untadelig“ sein. Komm, liebe Versuchung. Ich kann es kaum glauben, dass in den Versuchungen – sofern man ihnen in der Kraft des Glaubens widersteht – eine solche Kraft sein soll. So kann ich nur mit Freude auf die nächste Versuchung warten, denn sie kann mich näher in die Gegenwart Gottes hineinbringen. K omm, liebe Versuchung Ich weiß aber auch um meinen wunden Punkt. Ich weiß auch, dass ich mit zitternden Knien auch darum bangen muss, dass ich die Versuchung als solche erkenne und die Kraft finde, ihr zu widerstehen.

1 Kön 12, 26–32; 13, 33–34 Samstag, 5. Woche In jenen Tagen 12, 26 dachte Jeróbeam in seinem Herzen: Das Königtum könnte wieder an das Haus David fallen. 27Wenn dieses Volk hinaufgeht, um im Haus des Herrn in Jerusalem Opfer darzubringen, wird sich sein Herz wieder seinem Herrn, dem König Rehábeam von Juda, zuwenden. Mich werden sie töten und zu Rehábeam, dem König von Juda, zurückkehren. 28So ging er mit sich zu Rate, ließ zwei goldene Kälber anfertigen und sagte: Ihr seid schon zu viel nach Jerusalem hinaufgezogen. Hier sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. 29Er stellte das eine Kalb in Bet-El auf, das andere brachte er nach Dan. 30Dies wurde Anlass zur Sünde. Das Volk zog vor dem einen Kalb her bis nach Dan. 31Auch machte er das Haus der Kulthöhen und Priester, die aus allen Teilen des Volkes stammten und nicht zu den Söhnen Levis gehörten. 32Für den fünfzehnten Tag des achten Monats machte Jeróbeam ein Fest, das dem Fest in Juda entsprach. Er stieg zum Altar hinauf. Das tat er in Bet-El, um den Kälbern zu opfern, die er hatte machen lassen. In Bet-El ließ er auch die Priester auftreten, die er für die Kulthöhen gemacht hatte. 13, 33Jeróbeam kehrte auch nach diesem Ereignis von seinem bösen Weg nicht um. Er machte weiterhin aus allen Teilen des Volkes Priester für die Kulthöhen; jedem, der es wünschte, füllte er die Hand und er wurde ein Höhenpriester. 34Das aber wurde dem Haus Jeróbeam als Sünde angerechnet, sodass es vernichtet und vom Erdboden vertilgt wurde . Kurz zur politischen Lage: Das Volk Israel war in der Reichsteilung in zwei Hälften zerfallen – in ein Nordreich, in dem Jerobeam König war, und in ein Südreich (welches nur aus dem Stamm Juda bestand) mit König Rehabeam. Jerusalem, das kultische Zentrum beider Königreiche, lag im Südreich auf dem Gebiet von König Rehabeam. Zwei goldene Kälber. Die größte Sorge des neuen Königs Jerobeam war, dass die Leute weiterhin zum Heiligtum des Nachbarkönigs Rehabeam nach Jerusalem pilgern. Er war neidisch geworden und fürchtete um seine Machtposition. Durch die gemeinsamen Feste beider Königreiche war die Gefahr groß, dass auch die politische Einheit wieder gesucht würde. Die Leute könnten sich wieder Rehabeam zuwenden und ihn selbst töten. Zwei goldene Kälber. Zum politischen Bruch zwischen Israel und Juda kam der kultische Bruch. Das vereinte Königreich zerbrach politisch und kultisch vollständig in zwei Reiche. Mit dem Ziel der kultischen Selbstständigkeit traf Jerobeam Maßnahmen, die nicht Gottes Zustimmung fanden. Er stellte das Heiligtum in Bethel dem Tempel in Jerusalem gegenüber und erhob für den Tempel in Bethel denselben Anspruch. Zwei goldene Kälber. Die Israeliten fertigten am Fuße des Berges Sinai ein goldenes Kalb an. Jerobeam ließ zwei goldene Kälber anfertigen. Hat Jerobeam denn nach der Erfahrung am Sinai nichts gelernt? Ausdrücklich wird in Exodus 32 die Verehrung des goldenen Kalbes als große Sünde erwähnt. Müsste der König nicht aus der Geschichte genug gelernt haben? Ein Blick in die Geschichte lehrt leider, dass gleiche Fehler immer wieder gemacht werden. Frühere Erfahrungen und Gottes Wort selbst geraten in Vergessenheit. Jede Generation ist neu gefragt nach dem Gehorsam oder Ungehorsam gegenüber Gottes Wort. (Vgl. Hartmut Schmid, Wuppertaler Studenbibel) Bild. Pexel / irençber’ana

1 Kön 11, 29–32; 12, 19 Freitag, 5. Woche 11, 29Als in jener Zeit Jeróbeam einmal aus Jerusalem herauskam, be-gegnete ihm auf dem Weg der Prophet Ahíja aus Schilo. Dieser war mit einem neuen Mantel bekleidet. Während nun beide allein auf freiem Feld waren, 30 fasste Ahíja den neuen Mantel, den er anhatte, zerriss ihn in zwölf Stücke 31und sagte zu Jeróbeam: Nimm dir zehn Stücke; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Ich nehme Sálomo das Königtum weg und gebe dir zehn Stämme. 32Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe. 12, 19So überwarf sich Israel mit dem Haus David bis zum heutigen Tag. Noch bevor Salomon stirbt wird der neue König, Jerobeam vorgestellt. Bei Salomos Bauarbeiten in Jerusalem war er Aufseher über die Fronarbeiter aus dem Haus Josef (1 Kön 11,28). Der zerrissene Mantel Der Prophet Ahija war mit einem neuen Mantel bekleidet, den er in einer symbolischen Handlung in 12 Stücke zerriss – ein Mantelstück für jeden der 12 Stämme Israels. Wenig später deutet der Prophet die Handlung. Jerobeam sollte König über 10 Stämme werden, zu Salomon sollte nur noch ein Stamm (der Stamm Juda) gehören. Der zerrissene Mantel Der Prophet zerreißt einen nagelneuen Mantel und deutet damit an, dass etwas völlig Neues geschehen wird. Israel wird von nun an zerrissen und seine Einheit wird zerstört sein. Israel ist nicht mehr das, was es sein sollte: das eine Volk Gottes. Die Spaltung des Volkes Gottes in ein Nordreich und in ein Südreich dauerte ca. 400 Jahre und hatte katastrophale Folgen. 10+1=11 Der Mantel wurde in zwölf Teile zerrissen, aber die Rede ist dann nur von elf Stämmen. Jerobeam bekommt zehn Stämme und Salomo einen Stamm (Juda). Der Stamm Levi hatte kein eigenes Stammesgebiet (Nu 18,20; Josua 13,33; Hes 44,28) Bild; Pexel / cottonbro studio

1 Kön 11, 4–13 Donnerstag, 5. Woche 4Als Sálomo älter wurde, machten seine Frauen sein Herz anderen Göttern geneigt, sodass sein Herz dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie das Herz seines Vaters David. 5Er verehrte Astárte, die Göttin der Sidónier, und Milkom, den Götzen der Ammoníter. 6Er tat, was böse war in den Augen des Herrn, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David. 7Damals baute Sálomo auf dem Berg östlich von Jerusalem eine Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabíter, und für Milkom, den Götzen der Ammoníter. 8Dasselbe tat er für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten. 9Der Herr aber wurde zornig über Sálomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war 10 und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Sálomo hielt sich nicht an das, was der Herr von ihm verlangt hatte. 11Daher sprach der Herr zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund und meine Satzungen nicht bewahrt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben. 12Nur deines Vaters David wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde ich es entreißen. 13Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; einen Stamm lasse ich deinem Sohn wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, das ich erwählt habe. Sálomo älter wurde. Man sollte meinen, dass mit zunehmendem Alter Weisheit, Umsicht und Klugheit wachsen. Im Alter erlahmen aber auch die Kräfte, man wird milder und gibt eher nach. Salomon war müde geworden, „nein“ zu sagen. Sálomo älter wurde. Mit dem alt gewordenen David beginnt in 1König die Salomon-Überlieferung. Mit dem alt gewordenen Salomo beginnt heute das letzte Kapitel über Salomo. Dem alten David war es schwergefallen, die Nachfolgefrage rechtzeitig in aller Klarheit für Salomon zu regeln. Dem alten Salomo fiel es schwer, gegenüber seinen Frauen eindeutig zu bleiben. Für heute: In manchen Gruppierungen, Gremien, Räte und Teams sind oft noch die Gründungsmitglieder, die vor vielen Jahren oder Jahrzehnten diese Gruppe gegründet und ins Leben gerufen haben, in der Verantwortung und in der Leitungsposition. Sie haben es nicht geschafft, Verantwortung an Jüngere zu übertragen, und merken gar nicht, wie sie mit ihrem Starrsinn eine Entwicklung verhindern. Ich vermute, dass manchen Menschen ein Loslassen sehr schwerfällt. Sie befürchten einen Kontrollverlust. Wenn Menschen Verantwortung abgeben, verlieren sie die direkte Kontrolle. Sie sind dann nicht mehr der Mittelpunkt, von dem alle Entscheidungen ausgehen. Man muss sie nicht mehr fragen, wenn man bestimmte Dinge tun möchte. Ich hoffe nur, dass ich selbst den richtigen Zeitpunkt finde, um in Rente zu gehen und den Nachfolger machen zu lassen. Bild: Pexel / DΛVΞ GΛRCIΛ

1 Kön 10, 1–10 Mittwoch, 5. Woche In jenen Tagen 1 hörte die Königin von Saba vom Ruf Sálomos und kam, um ihn mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen. 2Sie kam nach Jerusalem mit sehr großem Gefolge, mit Kamelen, die Balsam, eine gewaltige Menge Gold und Edelsteine trugen, trat bei Sálomo ein und redete mit ihm über alles, was sie in ihrem Herzen erwogen hatte. 3Sálomo gab ihr Antwort auf alle Fragen. Es gab nichts, was dem König verborgen war und was er ihr nicht hätte sagen können. 4Als nun die Königin von Saba die ganze Weisheit Sálomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, 5die Speisen auf seiner Tafel, die Sitzplätze seiner Beamten, das Aufwarten der Diener und ihre Gewänder, seine Getränke und sein Brandopfer, das er im Haus des Herrn darbrachte, da stockte ihr der Atem. 6Sie sagte zum König: Was ich in meinem Land über dich und deine Weisheit gehört habe, ist wirklich wahr. 7Ich wollte es nicht glauben, bis ich nun selbst gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und wahrlich, nicht einmal die Hälfte hat man mir berichtet; deine Weisheit und deine Vorzüge übertreffen alles, was ich gehört habe. 8Glücklich sind deine Männer, glücklich diese deine Diener, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. 9Gepriesen sei der Herr, dein Gott, der an dir Gefallen fand und dich auf den Thron Israels setzte. Weil der Herr Israel ewig liebt, hat er dich zum König bestellt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst. 10Sie gab dem König hundertzwanzig Talente Gold, dazu eine sehr große Menge Balsam und Edelsteine. Niemals mehr kam so viel Balsam in das Land, wie die Königin von Saba dem König Sálomo schenkte . 1 In jenen Tagen hörte die Königin von Saba vom Ruf Sálomos. Die geografische Lage von Saba ist schwer zu bestimmen. Es könnte das Gebiet eines nordarabischen Stammes oder auch das mächtige Reich der Sabäer im heutigen Jemen gemeint sein. Jesus spricht in Mt 12,42 und in Lk 11,31, von einer Königin des Südens, die von den „Enden der Erde" kam, um Salomos Weisheit zu hören. 1 In jenen Tagen hörte die Königin von Saba vom Ruf Sálomos. Saba lag also nicht gerade „um die Ecke“, und dennoch kam die Königin mit ihrem Gefolge, um Salomon zu sehen. Salomos Weisheit war bekannt geworden bis an die Enden der Erde, und das ohne Handy und soziale Medien. 1 In jenen Tagen hörte die Königin von Saba vom Ruf Sálomos. Wenn wir unsere Gottesdienste, Gebetszeiten und Treffen schön, und ansprechend gestalten, wird sich dies herumsprechen. Wenn wir mit dem, was wir sagen und tun, in die Tiefe gehen und das Evangelium verkünden, anstatt über Klima, Yoga und Atomkraft zu sprechen, dann wird sich das durch die „Flüsterpost“ auch bis an die Enden der Erde verbreiten. 1 In jenen Tagen hörte die Königin von Saba vom Ruf Sálomos. In den sozialen Medien einigermaßen auffindbar zu sein, ist in unseren Tagen wichtig. Aber nur ein Tor würde alle Chips auf Instagram, TikTok und Facebook setzen. Ohne die Bedeutung der sozialen Medien zu schmälern, wage ich doch zu behaupten, dass die persönliche Weitergabe des Evangeliums von Mensch zu Mensch fruchtbringender ist. Bild: Pexel / Omkar Patyane

1 Kön 8, 22–23.27–30 Dienstag, 5. Woche In jenen Tagen 22 trat Sálomo in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des Herrn, breitete seine Hände zum Himmel aus 23und betete: Herr, Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem Herzen vor ihm leben. 27Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. 28Wende dich, Herr, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet! 29Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll! Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet! 30Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten! Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst! Höre sie und verzeih! 23 Herr, es gibt keinen Gott, der so ist wie du. In Israels Nachbarschaft wurde eine Vielzahl von Göttern verehrt. Im Unterschied dazu galt für Israel von Anfang an, dass Jahwe allein Israels Gott ist. Worin aber zeigt sich Jahwes Unvergleichlichkeit? Was unterscheidet ihn von den Göttern, die die Völker ringsum verehrten? 23 Herr, es gibt keinen Gott, der so wie du Bund und Huld bewahrt. Wie oft hatte sich das Volk von Jahwe abgewandt, aber die Erfahrung des Volkes war dann doch so, dass Gott seine Treue und seinen Bund dennoch nicht aufgekündigt hat, sondern wie versprochen weiterführte. Der Bund wurde von Gott nicht nur treu erfüllt, solange Israel den Bund bewahrte, sondern auch dann, wenn Israel auf merkwürdigen Wegen sich von Gott abgewandt hatte. 27 Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Salomon feierte mit der ganzen Gemeinde Israels die Einweihung des Tempels als Ort der Gegenwart. Salomon ist sich aber unsicher, ob Gott wirklich unter ihnen ist, denn er formuliert diesen Satz als Frage. Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Gott wohnt wirklich auf der Erde Ich bin unendlich dankbar über den katholischen Glauben, der sich dazu bekennt, dass Jesus in der Gestalt der Hostie im Tabernakel aufbewahrt wird. Gott wohnt wirklich auf der Erde! Pexel / Pixabay

1 Kön 8, 1–7.9–13 Montag, 5. Woche In jenen Tagen 1 versammelte Sálomo die Ältesten Israels, alle Stammesführer und die Häupter der israelitischen Großfamilien bei sich in Jerusalem, um die Bundeslade des Herrn aus der Stadt Davids, das ist Zion, heraufzuholen. 2Am Fest im Monat Étanim, das ist der siebte Monat, kamen alle Männer Israels bei König Sálomo zusammen. 3Alle Ältesten Israels kamen und die Priester nahmen die Lade 4und brachten sie zugleich mit dem Offenbarungszelt und den heiligen Geräten, die im Zelt waren, hinauf. Die Priester und die Leviten übernahmen den Trägerdienst. 5König Sálomo aber und die ganze Gemeinde Israels, die bei ihm vor der Lade versammelt war, schlachteten Schafe und Rinder, die man wegen ihrer Menge nicht zählen und nicht berechnen konnte. 6Darauf stellten die Priester die Bundeslade des Herrn an ihren Platz, an den hochheiligen Ort des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Kérubim. 7Denn die Kérubim breiteten ihre Flügel über den Ort, wo die Lade stand, und bedeckten sie und ihre Stangen von oben her. 9In der Lade befanden sich nur die zwei steinernen Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit den Israeliten beim Auszug aus Ägypten geschlossen hatte. 10Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn. 11Sie konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn. 12Damals sagte Sálomo: Der Herr hat gesagt, er werde im Wolkendunkel wohnen. 13Erbaut habe ich ein fürstliches Haus für dich, eine Wohnstätte für ewige Zeiten. 1 Um die Bundeslade des Herrn aus der Stadt Davids heraufzuholen Wie sein Vater David, veranlasste auch Salomon, die Bundeslade heraufzubringen. (Dienstag, 3. Woche 2 Sam 6, 12b–15.17–19). David konnte einst die Lade nur in einem Zelt aufstellen, Salomon brachte die Bundeslade nun in den neuen Tempel. 9 In der Lade befanden sich nur die zwei steinernen Tafeln, Vers 9 erwähnt, dass sich „nur“ die zwei steinernen Tafeln in der Lade befanden. Das ist auffallend, denn nach Hebr. 9,34 waren auch ein Krug mit Manna und der Stab Aarons in der Lade. Nach Ex 16, 33 und Num 17,25 ist davon auszugehen, dass der Krug und der Stab allerdings vor der Bundeslade abgelegt waren. 10 Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten Nach der Zeremonie geschieht etwas Unerwartetes. Die Lade wurde durch die Priester an ihren Ort gebracht und die Priester haben das Heiligtum wieder verlassen. Aber jetzt erfüllt plötzlich eine Wolke das Haus des Herrn. 11 Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn Die Wolke steht für die Gegenwart Gottes. Die Gegenwart Gottes erfüllte den Tempel. Mitten in der heiligen Zeremonie, von den Priestern unerwartet, offenbart sich Gott. Die Priester waren davon so gebannt, dass sie ihren Dienst nicht mehr weiter verrichten konnten. Die Zeremonie war noch nicht beendet, denn es ist noch an ein Rauchopfer zu denken. Sie waren ergriffen von der Gegenwart Gottes und konnten nur noch staunen. Eucharistiefeier In der Feier der Eucharistie erlebe ich meine glücklichsten Momente. Ich erfahre, wie eine „Tür nach drüben sich öffnet“ und Gott mich ganz sanft und leise versucht, tiefer in seine Gegenwart zu ziehen. Diese Momente dauern oft nur wenige Augenblicke, sind aber sehr schön und unheimlich intensiv. Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte meine Seele. Eucharistiefeier Wenn ich Eucharistie feiere, dann möchte ich diese heilige Handlung bewusst vollziehen und innerlich damit rechnen, dass Gott mit seiner Herrlichkeit den Altarraum und die ganze Kirche jederzeit erfüllen kann. Bild: Pexel / Wolfgang Weiser

1 Kön 3, 4–13 Samstag, 4. Woche 4 In jenen Tagen ging König Sálomo nach Gíbeon, um dort zu opfern; denn hier war die größte Kulthöhe. Tausend Brandopfer pflegte Sálomo auf jenen Altar zu legen. 5In Gíbeon erschien der Herr dem Sálomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll! 6Sálomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, mei-nem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerech-tigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld be-wahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt. 7So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht aus noch ein. 8Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du er-wählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. 9Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unter-scheiden versteht! Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? 10Es gefiel dem Herrn, dass Sálomo diese Bitte aussprach. 11Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, 12 werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht. 13Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, sodass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir gleicht. Salomon, der Nachfolger Davids auf dem Königsthron, begegnet Gott im Traum. Zwei Dinge fallen mir auf. 9 Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz Sicher weiß Salomon, dass sein Vater David auch Momente in seinem Le-ben hatte, in denen er nicht auf Gott, sondern auf seine eigene Lust hörte. Salomon kennt die furchtbaren Konsequenzen, die manche Entscheidungen und Taten Davids nach sich zogen. 9 Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz … Salomon möchte nicht den gleichen Fehler wie sein Vater machen und bittet gleich am Anfang seines Wirkens um ein hörendes Herz, welches das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht! Salomon ist bereit, Gott an die erste Stelle zu setzen. Er will Israel nicht aus eigener Kraft regieren, sondern ein guter König sein, der auf Gottes Weisung hört. … damit er dein Volk zu regieren versteht. Salomo bittet um ein Herz, das auf Gott hört, um richtig zu handeln. Ich finde interessant, dass Salomon auch gleich betont, wovor er ein hören-des Herz benötigt. Er möchte seine Aufgabe gut erfüllen. Er bat Gott nicht, die Aufgabe an seiner Stelle zu erledigen. Wir sollten Gott nicht bitten, etwas für uns zu tun, das er durch uns tun möchte. Stattdessen sollten wir Gott um Weisheit bitten, damit wir erkennen, was zu tun ist, und um den nötigen Mut, auch nach dieser Erkenntnis zu handeln. Bild: Pexel / Shihab Nymur

Sir 47, 2–11 (2–13) Freitag, 4. Woche 2Wie Fett ausgesondert wird vom Heilsopfer, so war es David von den Söhnen Israels. 3Mit Löwen spielte er wie mit jungen Ziegen, mit Bären wie mit Lämmern der Herden. 4Hat er nicht in seiner Jugend einen Riesen getötet und die Schmach des Volkes beseitigt, indem er die Hand mit der Steinschleuder erhob und die Prahlerei Góliats zunichtemachte? 5Denn er hatte den Herrn, den Höchsten, angerufen und der gab seiner Rechten Kraft, um einen im Krieg geübten Menschen zu beseitigen, um die Macht seines Volkes zu erhöhen. 6So ehrten sie ihn unter Zehntausenden und lobten ihn mit Preisungen auf den Herrn, indem sie ihm eine Ehrenkrone brachten. 7Denn er vernichtete die Feinde ringsum und erniedrigte die gegnerischen Philíster, bis heute hat er ihre Macht gebrochen. 8Bei all seinem Tun legte er ein Bekenntnis ab zum Heiligen, dem Höchsten, mit einem Wort der Verherrlichung; mit seinem ganzen Herzen sang er ein Loblied und er liebte den, der ihn gemacht. 9Er stellte Psalmensänger auf gegenüber dem Opferaltar, um durch ihren Klang die Lieder zu versüßen, und täglich werden sie ihn mit ihren Gesängen loben. 10Er verlieh den Festen Glanz und ordnete die Festzeiten bis zur Vollendung, durch ihr Lob seines heiligen Namens und den Widerhall vom frühen Morgen im Heiligtum. 11Der Herr nahm seine Sünden weg und erhöhte seine Macht für die Ewigkeit. Er gab ihm den Bund der Könige und den Thron der Herrlichkeit in Israel. Für einen Tag verlassen wir die Königsbücher und lesen Verse aus dem Buch Jesus Sirach. Martin Luther ordnete dieses Buch unter die Apokryphen ein und entfernte das Sirachbuch aus dem Alten Testament. Die gute Seite Davids Jesus Sirach lebte um die Wende des 3. zum 2. Jahrhundert v. Chr. und schaut also mit dem Abstand von fast 700 Jahren auf das Leben Davids zurück. Sein Blick auf das Leben Davids ist etwas verklärt. Er lobt den ehemaligen König in den höchsten Tönen. Auch die Apostelgeschichte beschreibt David als einen Mann nach dem Herzen Gottes (Apg 13,22). Die dunkle Seite Davids Aber König David hatte auch eine dunkle Seite. Er hatte Zeiten, die von Schwäche und großer Sünde geprägt waren. Er war auch ein Mann, der gesündigt hat und dessen Übertretungen nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie und sein Land verheerende Folgen hatten. Für heute Unser Leben ist nicht immer so extrem wie das von David, aber jeder von uns hat seine hellen und dunklen Seiten, seine Stärken und seine Schwächen. An den Stärken und an dem, was gelingt, dürfen wir uns freuen. An der Sünde und am Versagen brauchen wir nicht zu verzweifeln und zu verzagen, weil Jesus gekommen ist, um die Sünder zu rufen. Im Sakrament der Beichte schenkt er uns immer einen Neuanfang. Bild: Pexel / Gabriele Natussi

1 Kön 2, 1–4.10–12 Donnerstag, 4. Woche 1Als die Zeit herankam, da David sterben sollte, ermahnte er seinen Sohn Sálomo: 2Ich gehe nun den Weg alles Irdischen. Sei also stark und mannhaft! 3Erfüll deine Pflicht gegen den Herrn, deinen Gott: Geh auf seinen Wegen und bewahre alle seine Satzungen, Gebote, Rechtsentscheide und Bundeszeugnisse, die in der Weisung des Mose niedergeschrieben sind! Dann wirst du Erfolg haben bei allem, was du tust, und überall, wohin du dich wendest. 4Und der Herr wird sein Wort wahr machen, das er mir gegeben hat, als er sagte: Wenn deine Söhne auf ihren Weg achten und aufrichtig mit ganzem Herzen und ganzer Seele vor mir leben, wird es dir nie an Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen. 10David entschlief zu seinen Vätern und wurde in der Davidstadt begraben. 11Die Zeit, in der David über Israel König war, betrug vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben und in Jerusalem dreiunddreißig Jahre. 12Sálomo saß nun auf dem Thron seines Vaters David und seine Herrschaft festigte sich mehr und mehr. 2 Sei also stark und mannhaft! David weiß, dass er sterben wird, und ermutigt seinen Sohn Salomon, auf Gottes Wegen zu gehen und seine Satzungen und Rechtsvorschriften zu bewahren. Der künftige König soll sich ausschließlich an Gottes Gebote binden. Er darf nicht auf die Verlockungen der Welt hören, er darf sich als König auch nicht selbst über Gottes Gesetze stellen. Der künftige König muss stark sein und er muss Manns genug sein und sich eindeutig auf die Seite Gottes stellen. 2 Sei also stark und mannhaft! Sein Sohn Salomon soll die Fehler vermeiden, die David gemacht hat. David hat oft nicht auf Gott gehört und seine Gebote nicht beachtet. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass die Wege Gottes Segen bringen, Entscheidungen ohne Gott jedoch in den Abgrund führen. 10 David entschlief zu seinen Vätern Am Beginn des ersten Königsbuches wird der Tod von König David geschildert. Die Auswahl der Verse ist jedoch so, dass sein Leben in ein positives Licht gerückt wird. Die letzten Worte Davids sehen aber ganz anders aus. Leider hat man die Verse 5-10 bei der Leseordnung ausgespart. Lesen Sie einmal selbst, wie unversöhnt David gestorben ist. Bild: Pexel: Andres Ayrton

