Maleachi

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Mal 3, 1-4.23-24                             23. Dez

Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen. Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren. Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija. Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern, damit ich nicht kommen und das Land dem Untergang weihen muss.



Seht, er kommt!

Das Buch Maleachi ist das letzte Buch im Alten Testament. Vers 24 ist der letzte Vers des Alten Testaments. Wir stehen also genau an der Schnittstelle zwischen dem alten Bund und dem neuen Bund. Der Messias ist noch nicht da. Aber Maleachi kündigt bereits Elias als seinen Vorläufer an


Seht, er kommt!

Vieleicht bin ich selbst auch noch an der Grenze zum Neuen stehengeblieben. Vielleicht habe ich den Schritt in die Nachfolge Jesu noch nicht ganz getan. Vielleicht bin ich im Glauben auch ein Grenzgänger und hänge noch so sehr an alten Gewohnheiten fest.


Seht, er kommt!

Wir brauchen nicht mehr auf den Vorläufer warten, der Messias ist längst angekommen. Nun braucht es etwas Mut, den Schritt vom alten zum neuen Leben zu wagen. Morgen ist die Hl. Nacht. Ich möchte kein Grenzgänger mehr sein und nach beiden Seiten humpeln. Ich möchte das Alte endlich lassen und ganz für Jesus da sein


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Mal 3, 13-20a Donnerstag, 27. Woche

Was ihr über mich sagt, ist kühn, spricht der Herr. Doch ihr fragt: Was sagen wir denn über dich? Ihr sagt: Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen. Was haben wir davon, wenn wir auf seine Anordnungen achten und vor dem Herrn der Heere in Trauergewändern umhergehen? Darum preisen wir die Überheblichen glücklich, denn die Frevler haben Erfolg; sie stellen Gott auf die Probe und kommen doch straflos davon. Darüber redeten die miteinander, die den Herrn fürchten. Der Herr horchte auf und hörte hin, und man schrieb vor ihm ein Buch, das alle in Erinnerung hält, die den Herrn fürchten und seinen Namen achten. Sie werden an dem Tag, den ich herbeiführe - spricht der Herr der Heere -, mein besonderes Eigentum sein. Ich werde gut zu ihnen sein, wie ein Mann gut ist zu seinem Sohn, der ihm dient. Dann werdet ihr wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem, der Unrecht tut, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient. Denn seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen: Da werden alle Überheblichen und Frevler zu Spreu, und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der Herr der Heere. Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen bleiben. Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung.


Heute führt uns die Lesung in das Buch des Propheten Maleachi, von dem wir annehmen, dass er in der Zeit um 400 v. Chr. in Jerusalem gelebt hat. Wir müssen bedenken, dass er zu gläubigen Juden sprach. Die Lesung richtet sich heute also in gleicherweise auch an Christen, die sich für gläubige Christen halten.


Was ihr über mich sagt, ist kühn.

Gott hat eine Anklage gegen die Gläubigen. Er macht sein Volk auf die Worte aufmerksam, die sie gegen ihn geredet haben. Diese Worte haben gezeigt, dass sie Gott gegenüber dreist, hart und frech, ja sogar aggressiv sind.


Der Widerstand gegen Gott nimmt zu.

Die Gläubigen reagieren mit einem unverschämten Einwand. Gott soll doch einmal aufzeigen, was sie untereinander gegen ihn beredet haben. Es fehlt ihnen jegliche Gottesfurcht. Nichts in ihnen ist auf Gott ausgerichtet.


Der Herr sagt ihnen, worin ihr Gerede untereinander besteht.

Ihr sagt: „Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen.“ Gott zu dienen, so meinen sie, bringt nichts, weil sie nicht bekommen, was sie sich wünschen. Deshalb wollen sie besser aufhören, ihm zu dienen. Warum sollen sie diesen Dienst für ihn tun, wenn Gott sie nicht dafür belohnen wird?


Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen.

Vielleicht stecken solche unbewussten Anklagen auch in unserer Brust. Wir sprechen sie nicht laut aus, weil wir ja gläubige Menschen sind. Aber doch denken wir: Beten bringt nichts. Gott ist schuld an den Kriegen und dem Leid auf unserer Welt. Gott ist nicht existent, weil ich ihn nicht spüre.


Darum ist es wichtig, dass wir unsere Zweifel und unsere Anklagen mit anderen gläubigen Christen besprechen und nach Lösungen suchen. Es ist auch wichtig, dass wir uns im Gebet an Gott wenden. Wenn wir keine Antworten auf unsere Fragen suchen, dann werden wir sehr bald feststellen, dass wir nur noch einen äußeren Kult vollziehen, unser Herz aber in einem schleichenden Prozess längst von Gott abgefallen ist.