1 Sam 1, 1-8 Montag, 1. Woche
Einst lebte ein Mann aus Ramatájim, ein Zufíter vom Gebirge Éfraim. Er hieß Elkána und war ein Sohn Jérohams, des Sohnes Elíhus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Efraimíter. Er hatte zwei Frauen. Die eine hieß Hanna, die andere Penínna. Penínna hatte Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder. Dieser Mann zog Jahr für Jahr von seiner Stadt hinauf, um den Herrn der Heerscharen in Schilo anzubeten und ihm zu opfern. Dort waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des Herrn. An dem Tag, an dem Elkána das Opfer darbrachte, gab er seiner Frau Penínna und all ihren Söhnen und Töchtern ihre Anteile. Hanna aber gab er einen doppelten Anteil; denn er hatte Hanna lieb, obwohl der Herr ihren Schoß verschlossen hatte. Ihre Rivalin aber kränkte und demütigte sie sehr, weil der Herr ihren Schoß verschlossen hatte. So machte es Elkána Jahr für Jahr. Sooft sie zum Haus des Herrn hinaufzogen, kränkte Penínna sie; und Hanna weinte und aß nichts. Ihr Mann Elkána fragte sie: Hanna, warum weinst du, warum isst du nichts, warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
Heute beginnt eine neue Lesereihe aus dem Alten Testament. Vier Wochen lang begleiten uns nun die Lesungen aus dem ersten und zweiten Buch Samuel
Einst lebte ein Mann aus Ramatájim
Elkana aus Ramatájim war der Vater von Samuel. Er war mit zwei Frauen verheiratet. Die eine hieß Hanna, die andere Penínna.
Die Vielehe ist im Alten Testament häufig. Sie ist nicht verboten, sondern der Schwäche der Leute wegen geduldet. Aber im Sinne Gottes ist die Vielehe nicht. Von der Schöpfung her sind ein Mann und eine Frau füreinander geschaffen.
Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
Penínna hatte bereits Kinder geboren, Hanna jedoch blieb kinderlos und musste dafür bitteren Spott von Penínna erdulden. Wie liebevoll jedoch geht Elkana mit seiner Frau Hanna um. Er sieht ihre Tränen und tröstet sie.
Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
Elkana ist voller Zuneigung und Mitgefühl gegenüber Hanna. Ihm ist egal, was „man“ über Hanna denkt. Trotz der gesellschaftlichen Schande der Unfruchtbarkeit wird Hanna von Elkanah geliebt und geschätzt.
Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
So sind bereits diese ersten Verse im Samuelbuch für uns eine gute Lehre, dass die Wertschätzung eines Menschen nicht von äußeren Umständen abhängen sollte. Elkanahs Handeln lehrt uns, Menschen in schwierigen Situationen besondere Fürsorge und Anerkennung zu zeigen.
1 Sam 1, 9–20 Dienstag, 1. Woche
In jenen Tagen, nachdem man in Schilo gegessen und getrunken hatte, stand Hanna auf. Der Priester Eli saß an den Türpfosten des Tempels des Herrn auf seinem Stuhl. Hanna war verzweifelt, betete zum Herrn und weinte sehr. Sie machte ein Gelübde und sagte: Herr der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd wirklich ansiehst, wenn du an mich denkst und deine Magd nicht vergisst und deiner Magd einen männlichen Nachkommen schenkst, dann will ich ihn für sein ganzes Leben dem Herrn überlassen; kein Schermesser soll an sein Haupt kommen. So betete sie lange vor dem Herrn. Eli beobachtete ihren Mund; denn Hanna redete in ihrem Herzen, ihre Lippen bewegten sich, doch ihre Stimme war nicht zu hören. Eli hielt sie deshalb für betrunken und sagte zu ihr: Wie lange willst du dich noch wie eine Betrunkene aufführen? Sieh zu, dass du deinen Weinrausch los wirst! Hanna gab zur Antwort: Nein, Herr! Ich bin eine unglückliche Frau. Ich habe weder Wein getrunken noch Bier; ich habe nur dem Herrn mein Herz ausgeschüttet. Halte deine Magd nicht für eine nichtsnutzige Frau; denn nur aus großem Kummer und aus Traurigkeit habe ich so lange geredet. Eli erwiderte und sagte: Geh in Frieden! Der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen, Die du an ihn gerichtet hast. Sie sagte: Möge deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Dann ging sie weg; sie aß wieder und hatte kein trauriges Gesicht mehr. Am nächsten Morgen standen sie früh auf und beteten den Herrn an. Dann machten sie sich auf den Heimweg und kehrten in ihr Haus nach Rama zurück. Elkána erkannte seine Frau Hanna; der Herr dachte an sie und um die Jahreswende wurde Hanna schwanger. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Sámuel – „Gott erhört“, denn sie sagte: Ich habe ihn vom Herrn erbeten.
Der Priester Eli saß an den Türpfosten.
Hanna begibt sich also zum Tempel und sieht Eli am Türpfosten sitzen. Der Türpfosten hatte eine besondere Bedeutung, weil an ihm die Worte aus Dtn 6,4–9 angebracht waren (Höre Israel …). Noch heute wird eine Mesusa, eine kleine Pergamentrolle mit Versen aus Dtn 6,4–9, an den Türrahmen von jüdischen Häusern angebracht.
Hanna war verzweifelt, betete zum Herrn
Hanna bringt zuerst ihre ganze Not, ihre ganze Traurigkeit vor den Herrn. Gebete müssen nicht immer mit Dank und Lobpreis beginnen. Wenn ein Schmerz mein Herz erfüllt, dann darf das Gebet auch mit Klagen und Bitten beginnen. Und erst später, wenn ich mich nach einiger Zeit ausgeklagt habe, mag das Gebet ruhiger werden und in Lobpreis und Dank einmünden.
Ihre Lippen bewegten sich.
Auf Exerzitien habe ich einmal gelernt, dass ich die Psalmen des Stundengebetes nicht nur gedanklich beten, sondern die einzelnen Verse auch mit dem Mund aussprechen soll. Dies war ein guter Rat. Ich stelle nämlich bei mir fest, dass meine Gedanken viel schneller abweichen, wenn ich die Gebetsworte nur denke. Spreche ich sie dagegen aus, dann bete ich irgendwie bewusster.
Eli erwiderte: Geh in Frieden!
Woher wusste Eli, dass Gott die Bitte der Frau erfüllen würde? Wollte er sie nur schnell loswerden, weil sie ihn mit ihrem Geplapper störte? Nein, Eli spürte: Diese Frau meint es ernst, sie vertraut auf Gottes Hilfe. Einer inneren Eingebung folgend, sagte Eli dann: Deine Bitte wird erfüllt.
Plappern oder beten?
Lange Teile des Hochgebetes in jeder Heiligen Messe bete ich alleine. So wie Eli damals Hanna beobachtete, so beobachten auch mich die Leute, wenn ich stellvertretend für alle bete. Auch die Gottesdienstbesucher merken dann schnell, ob ich nur plappere, oder ob ich das, was ich sage, auch verinnerlicht habe und hinter dem stehe, was mein Mund sagt.
Elkána erkannte seine Frau Hanna
Klaus vom Orde schreibt in der Wuppertaler Studienbibel: „Wie zart und tiefsinnig wird hier von dem ehelichen Einswerden gesprochen. Wie technisch kalt ist eine Welt geworden, die das „Erkennen“ Geschlechtsverkehr nennt. Im Einswerden geht es darum, den anderen verstehen zu wollen. Den anderen verstehen kann nur, wer ihn liebt“.
Sie sagte: Ich habe ihn vom Herrn erbeten.
Wie schön, wenn ein Mensch in der Öffentlichkeit bekennt, dass Gott ein Gebet erhört hat.
Sam 3, 1–10.19–20 Mittwoch, 1. Woche
Der junge Sámuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Sámuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Sámuel und Sámuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. 6Der Herr rief noch einmal: Sámuel! Sámuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Sámuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Sámuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Sámuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich ruft, dann antworte: Rede, Herr, denn dein Diener hört. Sámuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat heran und rief wie die vorigen Male: Sámuel, Sámuel! Und Sámuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. Sámuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen. Ganz Israel von Dan bis Beërschéba erkannte, dass Sámuel als Prophet des Herrn beglaubigt war
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Es fehlte alles, was den Glauben stärken und was zum Gehorsam und zur Liebe Gottes helfen sollte. Zeiten, in denen Gott schweigt, gibt es immer wieder. Die Erfahrung, dass Gott schweigt, ist nicht neu. Auch Jesus ruft am Kreuz aus: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? In entscheidenden Momenten scheint Gott zu schweigen.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Große Heilige haben das Schweigen Gottes erlebt. Von Mutter Theresa habe ich gelesen, dass sie über Jahrzehnte eine Zeit der tiefen Abwesenheit Gottes erfahren hat. Sie nannte diese Erfahrung „Die dunkle Nacht der Seele“.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Die Reihe der Heiligen, die das Schweigen Gottes schmerzhaft erlebt haben, kann man beliebig fortsetzen. Sicher haben auch Sie bereits die Erfahrung gemacht, dass Gott unendlich weit entfernt zu sein scheint. Gott schweigt, aber er hört.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Manchmal wollen wir das, was wir uns wünschen, immer sofort bekommen. Wenn etwas irgendwo auf der Welt geschieht, dann erfahren wir es innerhalb von Minuten. Wenn wir bei Amazon etwas bestellen, dann ist es am nächsten Tag schon im Briefkasten.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Oft ist mein Tagesrhythmus so eng getaktet, dass ich kaum Zeit finde für das Stundengebet. Und dann, wenn einmal eine halbe Stunde Zeit ist, dann bin ich müde oder bete eben schnell noch die mir aufgetragenen Psalmen. Ich bringe schnell mein Anliegen vor Gott und mache dann wieder weiter. Es ist wie ein Austausch zwischen Tür und Angel.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Gott hat es auch nicht leicht mit mir. Er möchte keine schnellen Wortwechsel, sondern er will eine tiefere Konversation. Für mich ist es leicht, immer wieder Stoßgebete an Gott zu richten, aber Gott möchte mehr. Gott möchte tiefer gehen. Gott ruft nach einer tiefen Unterhaltung, in der er nicht nur schnell auf meine Bitten reagiert, sondern auch über andere Dinge mit mir spricht.
1 Sam 4, 1–11 Donnerstag, 1. Woche
In jenen Tagen zog Israel gegen die Philíster in den Krieg. Sie schlugen ihr Lager bei Eben-Eser auf und die Philíster hatten ihr Lager in Afek. Die Philíster rückten in Schlachtordnung gegen Israel vor und der Kampf wog-te hin und her. Israel wurde von den Philístern besiegt, die von Israels Heer auf dem Feld etwa viertausend Mann erschlugen. Als das Volk ins Lager zurückkam, sagten die Ältesten Israels: Warum hat der Herr heute die Philíster über uns siegen lassen? Wir wollen die Bundeslade des Herrn aus Schilo zu uns holen; er soll in unsere Mitte kommen und uns aus der Hand unserer Feinde retten. Das Volk schickte also nach Schilo und man holte von dort die Bundeslade des Herrn der Heerscharen, der über den Kéru-bim thront. Dort waren auch die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas. Als die Bundeslade des Herrn ins Lager kam, erhob ganz Israel großen Jubel-schall, sodass die Erde dröhnte. Die Philíster hörten den Jubelschall und sagten: Was ist das für ein großer Jubelschall im Lager der Hebräer? Als sie erfuhren, dass die Lade des Herrn ins Lager gekommen sei, fürchteten sich die Philíster; denn sie sagten: Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen. Und sie riefen: Weh uns! Denn so etwas ist früher nie geschehen. Weh uns! Wer rettet uns aus der Hand dieses mächtigen Gottes? Das ist der Gott, der Ägypten mit allerlei Plagen in der Wüste geschlagen hat. Seid tapfer, Philíster, und seid Männer, damit ihr nicht den Hebräern dienen müsst, wie sie euch gedient haben! Seid Männer und kämpft! Da traten die Philíster zum Kampf an und Israel wurde besiegt, sodass alle zu ihren Zelten flo-hen. Es war eine sehr schwere Niederlage. Von Israel fielen dreißigtausend Mann Fußvolk. Die Lade Gottes wurde erbeutet und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas, fanden den Tod.
Wir wollen die Bundeslade des Herrn aus Schilo zu uns holen …
In Ex 25,10–22 finden wir die Anweisung Gottes für den Bau der Bundeslade. Die Bundeslade wurde ursprünglich als Aufbewahrungsort für die Steintafeln mit den Geboten Gottes verwendet. Nach Heb 9,4-5 enthielt die Bundeslade außerdem auch den goldenen Krug mit dem Manna und den Stab Aarons, der gesprosst hatte. Die Bundeslade galt als sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes.
… er soll in unsere Mitte kommen und … uns retten.
In katholischen Kirchen steht der Tabernakel, in welchem die heilige Eucharistie aufbewahrt wird. Die Eucharistie ist viel mehr als ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Im eucharistischen Brot ist der Herr real und wirklich gegenwärtig. Wenn wir eine katholische Kirche betreten, dann halten wir zuerst Ausschau nach dem roten Licht, das in der Nähe des Tabernakels angebracht ist. Dort ist Gott. Gott ist in unserer Mitte.
Tabernakel
Es tut mir bis in die Knochen weh, wenn ich sehe, wie manche vor dem Ta-bernakel auf und ab gehen, als sei er ein Schrank. Sie gehen an Gott vorbei, ohne eine Kniebeuge, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Der Tabernakel ist nicht nur ein liturgisches Objekt. Im Tabernakel ist das pulsierende Herz des katholischen Glaubens.
Er soll in unsere Mitte kommen und … uns retten.
Jemand hat einmal gefragt: Was macht denn der Herr im Tabernakel den ganzen Tag? Die Antwort lautet: Er wartet auf uns. Gott kommt nicht in unsere Mitte. Gott muss nicht erst in unsere Mitte gebracht werden, er ist bereits in unserer Mitte. Im Tabernakel finden wir ihn.
1 Sam 8, 4–7.10–22a Freitag, 1. Woche
In jenen Tagen versammelten sich alle Ältesten Israels und gingen zu Sámuel nach Rama. Sie sagten zu ihm: Du bist nun alt und deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen. Darum setze jetzt einen König bei uns ein, der uns regieren soll, wie es bei allen Völkern der Fall ist! Aber Sámuel missfiel es, dass sie sagten: Gib uns einen König, der uns regieren soll! Sámuel betete deshalb zum Herrn und der Herr sagte zu Sámuel: Hör auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein. Sámuel teilte dem Volk, das einen König von ihm verlangte, alle Worte des Herrn mit. Er sagte: Das werden die Rechte des Königs sein, der über euch herrschen wird: Er wird eure Söhne holen und sie für sich bei seinen Wagen und seinen Pferden verwenden und sie werden vor seinem Wagen herlaufen. Er wird sie zu Obersten über Tausend und zu Führern über Fünfzig machen. Sie müssen sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen. Sie müssen seine Kriegsgeräte und die Ausrüstung seiner Streitwagen anfertigen. Eure Töchter wird er holen, damit sie ihm Salben zubereiten und kochen und backen. Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er euch wegnehmen und seinen Beamten geben. Von euren Äckern und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Höflingen und Beamten geben. Eure Knechte und Mägde, eure besten jungen Leute und eure Esel wird er holen und für sich arbeiten lassen. Von euren Schafherden wird er den Zehnten erheben. Ihr selber werdet seine Sklaven sein. An jenem Tag werdet ihr wegen des Königs, den ihr euch erwählt habt, um Hilfe schreien, aber der Herr wird euch an jenem Tag nicht antworten. Doch das Volk wollte nicht auf Sámuel hören, sondern sagte: Nein, ein König soll über uns herrschen. Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein. Unser König soll uns Recht sprechen, er soll vor uns herziehen und soll unsere Kriege führen. Sámuel hörte alles an, was das Volk sagte, und trug es dem Herrn vor. Und der Herr sagte zu Sámuel: Hör auf ihre Stimme und setz ihnen einen König ein!
Setze jetzt einen König bei uns ein.
Es ist für mich ein großes Rätsel, warum die Ältesten des Volkes einen König wollten. Bisher hatten charismatisch berufene Richter das Volk geführt. Bisher hatte Gott immer zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Richter berufen und eingesetzt.
Wir stehen also an einer entscheidenden Wegkreuzung in der Geschichte der Israeliten, weg von den von Gott berufenen Richtern zu den von Menschen gewählten Königen.
Setze jetzt einen König bei uns ein.
Mehrere Gründe führen zum Königtum: Das Versagen derer, die von Gott berufen wurden, oder das Amt erben sollten, ist der Auslöser (deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen). Hinzu kommt, dass die Israeliten im Vergleich zu anderen kein Außenseiter mehr sein wollten. Sie wollten wie alle Völker sein. Alle haben einen König, Israel will auch mit der Mode gehen und einen König haben.
Setze jetzt einen König bei uns ein.
Außer Samuel scheint niemand kritisch gegen die Einführung des Königtums gewesen zu sein. Der Zeitgeist sprach für die Monarchie. Wer dagegen war, hatte es schwer.
Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein
Der König der Israeliten ist Jahwe und sie selbst sollten ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Mit ihrer Forderung lehnen sie Gott ab. Der Grund: „Wir wollen wie alle anderen Völker sein“, ist wohl der entscheidende Grund, um sich von Gott abzuwenden und ein Königtum einzufor-dern.
Unser König soll uns Recht sprechen
Sie passen sich der Welt an. Außerdem erhoffen sie sich eine bessere Rechtsprechung. Sie wäre jedoch unnötig, wenn das Volk die Tora hielte. Wird der neue König die ethischen Werte verkünden oder nur die Strafen verbessern?
Er soll vor uns herziehen und soll unsere Kriege führen.
Bisher kämpfte Gott für sein Volk und schützte Israel vor seinen Feinden. Er hatte sie ins verheißene Land gebracht. Nun wollten sie ausgebildete Soldaten statt eines charismatischen Gelegenheitsführers. Oder liegt nicht alles an dem Wörtchen „unsere Kriege“? Sie wollten Kriege führen, und Gott wollte das nicht immer. Auch die Art der Kriegsführung wollen sie bestimmen: Es hatte ihnen missfallen, dass Gott bei Gideon nur einigen Auserwählten (300 Mann) zu kämpfen erlaubt hatte und nur diese als Sieger gefeiert wurden.
Sámuel hörte alles an, was das Volk sagte, und trug es dem Herrn vor
Samuel findet für seine begründeten Warnungen kein Gehör. Darum wendet er sich zu Gott im Gebet. Noch einmal sprach Jahwe zu Samuel: Höre auf ihre Stimme. Das hört sich für mich so an. Mach, was sie wollen, sie sind selber schuld.
1 Sam 9, 1–4.17–19; 10,1 Samstag, 1. Woche
In jenen Tagen, lebte in Bénjamin ein Mann namens Kisch, ein Sohn Ábiëls, des Sohnes Zerors, des Sohnes Béchorats, des Sohnes Afíachs, ein wohlhabender Benjaminíter. Er hatte einen Sohn namens Saul, der jung und schön war; kein anderer unter den Israeliten war so schön wie er; er überragte alle um Haupteslänge. Eines Tages verliefen sich die Eselinnen von Sauls Vater Kisch. Da sagte Kisch zu seinem Sohn Saul: Nimm einen von den Knechten, mach dich mit ihm auf den Weg und such die Eselin-nen! Sie durchquerten das Gebirge Éfraim und durchstreiften das Gebiet von Schalíscha, fanden sie aber nicht. Sie zogen durch das Gebiet von Scháalim – ohne Erfolg; dann durchwanderten sie das Land Jémini, fan-den sie aber wieder nicht. Als Sámuel Saul sah, sagte der Herr zu ihm: Das ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe: Der wird über mein Volk herr-schen. Saul trat mitten im Tor zu Sámuel und fragte: Sag mir doch, wo das Haus des Sehers ist! Sámuel antwortete Saul: Ich bin der Seher. Geh vor mir her zur Kulthöhe hinauf! Ihr sollt heute mit mir essen. Morgen früh will ich dich dann weiterziehen lassen. Ich werde dir Auskunft über alles geben, was du auf dem Herzen hast. Früh am Morgen nahm Sámuel den Ölkrug und goss Saul das Öl auf das Haupt, küsste ihn und sagte: Hiermit hat der Herr dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt.
Saul
zum ersten Mal begegnet uns nun der Name Saul. Seine Geschichte beginnt damit, dass sein Vater Kisch ihn beauftragt, entlaufene Eselinnen zu suchen. Ich stelle mir vor, dass dies öfter geschah, denn es wird genau beschrieben, wo sie nach den Eselinnen suchten. Ein ganz alltäglicher Vorgang führte am Ende jedoch zur Salbung des Sauls zum König von Israel.
Es ist wunderbar, wie Gott selbst gewöhnliche Ereignisse lenken kann, um seine außergewöhnlichen Pläne zu verwirklichen.
Ein gewöhnlicher Tag
Heute wartet eigentlich nichts Ungewöhnliches auf mich. Es ist ein normaler Samstag ohne besondere Termine. Dennoch will ich versuchen, aufmerksam Stunde für Stunde zu genießen, um nicht zu verpassen, wenn Gott mich ruft.
Früh am Morgen nahm Sámuel den Ölkrug und goss Saul das Öl auf das Haupt.
Was mit Sauls Kopf und Körper geschah, war ein Bild dessen, was Gott geistlich in ihm tat. Der Heilige Geist wurde auf ihn ausgegossen und rüstete ihn für die Aufgabe, als König über Israel zu regieren.
Gesalbt
In 1. Joh 2,20 steht: Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es. In der Taufe, Firmung und Priesterweihe wurden wir gesalbt. Der Kranke wird bei der Krankensalbung gesalbt. Gesalbt zu werden bedeutet immer, mit dem Heiligen Geist erfüllt und gesegnet zu werden.
Gesalbt
Wir dürfen staunen darüber, dass Samuel damals durch diese schlichte Geste Saul zum König gesalbt hat. Wir dürfen uns aber auch sehr darüber freuen, dass auch wir gesalbt wurden und noch heute aus der gleichen göttlichen Fülle schöpfen können wie Saul damals.
Einst lebte ein Mann aus Ramatájim, ein Zufíter vom Gebirge Éfraim. Er hieß Elkána und war ein Sohn Jérohams, des Sohnes Elíhus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Efraimíter. Er hatte zwei Frauen. Die eine hieß Hanna, die andere Penínna. Penínna hatte Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder. Dieser Mann zog Jahr für Jahr von seiner Stadt hinauf, um den Herrn der Heerscharen in Schilo anzubeten und ihm zu opfern. Dort waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des Herrn. An dem Tag, an dem Elkána das Opfer darbrachte, gab er seiner Frau Penínna und all ihren Söhnen und Töchtern ihre Anteile. Hanna aber gab er einen doppelten Anteil; denn er hatte Hanna lieb, obwohl der Herr ihren Schoß verschlossen hatte. Ihre Rivalin aber kränkte und demütigte sie sehr, weil der Herr ihren Schoß verschlossen hatte. So machte es Elkána Jahr für Jahr. Sooft sie zum Haus des Herrn hinaufzogen, kränkte Penínna sie; und Hanna weinte und aß nichts. Ihr Mann Elkána fragte sie: Hanna, warum weinst du, warum isst du nichts, warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
Heute beginnt eine neue Lesereihe aus dem Alten Testament. Vier Wochen lang begleiten uns nun die Lesungen aus dem ersten und zweiten Buch Sa-muel
Einst lebte ein Mann aus Ramatájim
Elkana aus Ramatájim war der Vater von Samuel. Er war mit zwei Frauen verheiratet. Die eine hieß Hanna, die andere Penínna.
Die Vielehe ist im Alten Testament häufig. Sie ist nicht verboten, sondern der Schwäche der Leute wegen geduldet. Aber im Sinne Gottes ist die Vielehe nicht. Von der Schöpfung her sind ein Mann und eine Frau füreinander geschaffen.
Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
Penínna hatte bereits Kinder geboren, Hanna jedoch blieb kinderlos und musste dafür bitteren Spott von Penínna erdulden. Wie liebevoll jedoch geht Elkana mit seiner Frau Hanna um. Er sieht ihre Tränen und tröstet sie.
Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
Elkana ist voller Zuneigung und Mitgefühl gegenüber Hanna. Ihm ist egal, was „man“ über Hanna denkt. Trotz der gesellschaftlichen Schande der Unfruchtbarkeit wird Hanna von Elkanah geliebt und geschätzt.
Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?
So sind bereits diese ersten Verse im Samuelbuch für uns eine gute Lehre, dass die Wertschätzung eines Menschen nicht von äußeren Umständen abhängen sollte. Elkanahs Handeln lehrt uns, Menschen in schwierigen Situationen besondere Fürsorge und Anerkennung zu zeigen.
1 Sam 1, 9–20 Dienstag, 1. Woche
In jenen Tagen, nachdem man in Schilo gegessen und getrunken hatte, stand Hanna auf. Der Priester Eli saß an den Türpfosten des Tempels des Herrn auf seinem Stuhl. Hanna war verzweifelt, betete zum Herrn und weinte sehr. Sie machte ein Gelübde und sagte: Herr der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd wirklich ansiehst, wenn du an mich denkst und deine Magd nicht vergisst und deiner Magd einen männlichen Nachkommen schenkst, dann will ich ihn für sein ganzes Leben dem Herrn überlassen; kein Schermesser soll an sein Haupt kommen. So betete sie lange vor dem Herrn. Eli beobachtete ihren Mund; denn Hanna redete in ihrem Herzen, ihre Lippen bewegten sich, doch ihre Stimme war nicht zu hören. Eli hielt sie deshalb für betrunken und sagte zu ihr: Wie lange willst du dich noch wie eine Betrunkene aufführen? Sieh zu, dass du deinen Weinrausch los wirst! Hanna gab zur Antwort: Nein, Herr! Ich bin eine unglückliche Frau. Ich habe weder Wein getrunken noch Bier; ich habe nur dem Herrn mein Herz ausgeschüttet. Halte deine Magd nicht für eine nichtsnutzige Frau; denn nur aus großem Kummer und aus Traurigkeit habe ich so lange geredet. Eli erwiderte und sagte: Geh in Frieden! Der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen, Die du an ihn gerichtet hast. Sie sagte: Möge deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Dann ging sie weg; sie aß wieder und hatte kein trauriges Gesicht mehr. Am nächsten Morgen standen sie früh auf und beteten den Herrn an. Dann machten sie sich auf den Heimweg und kehrten in ihr Haus nach Rama zurück. Elkána erkannte seine Frau Hanna; der Herr dachte an sie und um die Jahreswende wurde Hanna schwanger. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Sámuel – „Gott erhört“, denn sie sagte: Ich habe ihn vom Herrn erbeten.
Der Priester Eli saß an den Türpfosten.
Hanna begibt sich also zum Tempel und sieht Eli am Türpfosten sitzen. Der Türpfosten hatte eine besondere Bedeutung, weil an ihm die Worte aus Dtn 6,4–9 angebracht waren (Höre Israel …). Noch heute wird eine Mesusa, eine kleine Pergamentrolle mit Versen aus Dtn 6,4–9, an den Türrahmen von jüdischen Häusern angebracht.
Hanna war verzweifelt, betete zum Herrn
Hanna bringt zuerst ihre ganze Not, ihre ganze Traurigkeit vor den Herrn. Gebete müssen nicht immer mit Dank und Lobpreis beginnen. Wenn ein Schmerz mein Herz erfüllt, dann darf das Gebet auch mit Klagen und Bitten beginnen. Und erst später, wenn ich mich nach einiger Zeit ausgeklagt habe, mag das Gebet ruhiger werden und in Lobpreis und Dank einmünden.
Ihre Lippen bewegten sich.
Auf Exerzitien habe ich einmal gelernt, dass ich die Psalmen des Stundengebetes nicht nur gedanklich beten, sondern die einzelnen Verse auch mit dem Mund aussprechen soll. Dies war ein guter Rat. Ich stelle nämlich bei mir fest, dass meine Gedanken viel schneller abweichen, wenn ich die Gebetsworte nur denke. Spreche ich sie dagegen aus, dann bete ich irgendwie bewusster.
Eli erwiderte: Geh in Frieden!
Woher wusste Eli, dass Gott die Bitte der Frau erfüllen würde? Wollte er sie nur schnell loswerden, weil sie ihn mit ihrem Geplapper störte? Nein, Eli spürte: Diese Frau meint es ernst, sie vertraut auf Gottes Hilfe. Einer inneren Eingebung folgend, sagte Eli dann: Deine Bitte wird erfüllt..
Plappern oder beten?
Lange Teile des Hochgebetes in jeder Heiligen Messe bete ich alleine. So wie Eli damals Hanna beobachtete, so beobachten auch mich die Leute, wenn ich stellvertretend für alle bete. Auch die Gottesdienstbesucher merken dann schnell, ob ich nur plappere, oder ob ich das, was ich sage, auch verinnerlicht habe und hinter dem stehe, was mein Mund sagt.
Elkána erkannte seine Frau Hanna
Klaus vom Orde schreibt in der Wuppertaler Studienbibel: „Wie zart und tiefsinnig wird hier von dem ehelichen Einswerden gesprochen. Wie technisch kalt ist eine Welt geworden, die das „Erkennen“ Geschlechtsverkehr nennt. Im Einswerden geht es darum, den anderen verstehen zu wollen. Den anderen verstehen kann nur, wer ihn liebt.“
Sie sagte: Ich habe ihn vom Herrn erbeten.
Wie schön, wenn ein Mensch in der Öffentlichkeit bekennt, dass Gott ein Gebet erhört hat.
Sam 3, 1–10.19–20 Mittwoch, 1. Woche
Der junge Sámuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Sámuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Sámuel und Sámuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. 6Der Herr rief noch einmal: Sámuel! Sámuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Sámuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Sámuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Sámuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich ruft, dann antworte: Rede, Herr, denn dein Diener hört. Sámuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat heran und rief wie die vorigen Male: Sámuel, Sámuel! Und Sámuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. Sámuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen. Ganz Israel von Dan bis Beërschéba erkannte, dass Sámuel als Prophet des Herrn beglaubigt war
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Es fehlte alles, was den Glauben stärken und was zum Gehorsam und zur Liebe Gottes helfen sollte. Zeiten, in denen Gott schweigt, gibt es immer wieder. Die Erfahrung, dass Gott schweigt, ist nicht neu. Auch Jesus ruft am Kreuz aus: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? In entscheidenden Momenten scheint Gott zu schweigen.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Große Heilige haben das Schweigen Gottes erlebt. Von Mutter Theresa habe ich gelesen, dass sie über Jahrzehnte eine Zeit der tiefen Abwesenheit Gottes erfahren hat. Sie nannte diese Erfahrung „Die dunkle Nacht der Seele“.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Die Reihe der Heiligen, die das Schweigen Gottes schmerzhaft erlebt haben, kann man beliebig fortsetzen. Sicher haben auch Sie bereits die Erfahrung gemacht, dass Gott unendlich weit entfernt zu sein scheint. Gott schweigt, aber er hört.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Manchmal wollen wir das, was wir uns wünschen, immer sofort bekommen. Wenn etwas irgendwo auf der Welt geschieht, dann erfahren wir es innerhalb von Minuten. Wenn wir bei Amazon etwas bestellen, dann ist es am nächsten Tag schon im Briefkasten.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Oft ist mein Tagesrhythmus so eng getaktet, dass ich kaum Zeit finde für das Stundengebet. Und dann, wenn einmal eine halbe Stunde Zeit ist, dann bin ich müde oder bete eben schnell noch die mir aufgetragenen Psalmen. Ich bringe schnell mein Anliegen vor Gott und mache dann wieder weiter. Es ist wie ein Austausch zwischen Tür und Angel.
Worte des Herrn waren selten; Visionen waren nicht häufig.
Gott hat es auch nicht leicht mit mir. Er möchte keine schnellen Wortwechsel, sondern er will eine tiefere Konversation. Für mich ist es leicht, immer wieder Stoßgebete an Gott zu richten, aber Gott möchte mehr. Gott möchte tiefer gehen. Gott ruft nach einer tiefen Unterhaltung, in der er nicht nur schnell auf meine Bitten reagiert, sondern auch über andere Dinge mit mir spricht.
1 Sam 4, 1–11 Donnerstag, 1. Woche
In jenen Tagen zog Israel gegen die Philíster in den Krieg. Sie schlugen ihr Lager bei Eben-Eser auf und die Philíster hatten ihr Lager in Afek. Die Philíster rückten in Schlachtordnung gegen Israel vor und der Kampf wog-te hin und her. Israel wurde von den Philístern besiegt, die von Israels Heer auf dem Feld etwa viertausend Mann erschlugen. Als das Volk ins Lager zurückkam, sagten die Ältesten Israels: Warum hat der Herr heute die Philíster über uns siegen lassen? Wir wollen die Bundeslade des Herrn aus Schilo zu uns holen; er soll in unsere Mitte kommen und uns aus der Hand unserer Feinde retten. Das Volk schickte also nach Schilo und man holte von dort die Bundeslade des Herrn der Heerscharen, der über den Kéru-bim thront. Dort waren auch die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas. Als die Bundeslade des Herrn ins Lager kam, erhob ganz Israel großen Jubel-schall, sodass die Erde dröhnte. Die Philíster hörten den Jubelschall und sagten: Was ist das für ein großer Jubelschall im Lager der Hebräer? Als sie erfuhren, dass die Lade des Herrn ins Lager gekommen sei, fürchteten sich die Philíster; denn sie sagten: Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen. Und sie riefen: Weh uns! Denn so etwas ist früher nie geschehen. Weh uns! Wer rettet uns aus der Hand dieses mächtigen Gottes? Das ist der Gott, der Ägypten mit allerlei Plagen in der Wüste geschlagen hat. Seid tapfer, Philíster, und seid Männer, damit ihr nicht den Hebräern dienen müsst, wie sie euch gedient haben! Seid Männer und kämpft! Da traten die Philíster zum Kampf an und Israel wurde besiegt, sodass alle zu ihren Zelten flo-hen. Es war eine sehr schwere Niederlage. Von Israel fielen dreißigtausend Mann Fußvolk. Die Lade Gottes wurde erbeutet und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas, fanden den Tod.
Wir wollen die Bundeslade des Herrn aus Schilo zu uns holen …
In Ex 25,10–22 finden wir die Anweisung Gottes für den Bau der Bundesla-de. Die Bundeslade wurde ursprünglich als Aufbewahrungsort für die Stein-tafeln mit den Geboten Gottes verwendet. Nach Heb 9,4-5 enthielt die Bun-deslade außerdem auch den goldenen Krug mit dem Manna und den Stab Aarons, der gesprosst hatte. Die Bundeslade galt als sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes.
… er soll in unsere Mitte kommen und … uns retten.
In katholischen Kirchen steht der Tabernakel, in welchem die heilige Eucha-ristie aufbewahrt wird. Die Eucharistie ist viel mehr als ein Zeichen der Ge-genwart Gottes. Im eucharistischen Brot ist der Herr real und wirklich ge-genwärtig. Wenn wir eine katholische Kirche betreten, dann halten wir zuerst Ausschau nach dem roten Licht, das in der Nähe des Tabernakels ange-bracht ist. Dort ist Gott. Gott ist in unserer Mitte.
Tabernakel
Es tut mir bis in die Knochen weh, wenn ich sehe, wie manche vor dem Ta-bernakel auf und ab gehen, als sei er ein Schrank. Sie gehen an Gott vorbei, ohne eine Kniebeuge, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Der Tabernakel ist nicht nur ein liturgisches Objekt. Im Tabernakel ist das pulsierende Herz des katholischen Glaubens.
Er soll in unsere Mitte kommen und … uns retten.
Jemand hat einmal gefragt: Was macht denn der Herr im Tabernakel den ganzen Tag? Die Antwort lautet: Er wartet auf uns. Gott kommt nicht in unsere Mitte. Gott muss nicht erst in unsere Mitte gebracht werden, er ist bereits in unserer Mitte. Im Tabernakel finden wir ihn.
1 Sam 8, 4–7.10–22a Freitag, 1. Woche
In jenen Tagen versammelten sich alle Ältesten Israels und gingen zu Sámuel nach Rama. Sie sagten zu ihm: Du bist nun alt und deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen. Darum setze jetzt einen König bei uns ein, der uns regieren soll, wie es bei allen Völkern der Fall ist! Aber Sámuel missfiel es, dass sie sagten: Gib uns einen König, der uns regieren soll! Sámuel betete deshalb zum Herrn und der Herr sagte zu Sámuel: Hör auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein. Sámuel teilte dem Volk, das einen König von ihm verlangte, alle Worte des Herrn mit. Er sagte: Das werden die Rechte des Königs sein, der über euch herrschen wird: Er wird eure Söhne holen und sie für sich bei seinen Wagen und seinen Pferden verwenden und sie werden vor seinem Wagen herlaufen. Er wird sie zu Obersten über Tausend und zu Führern über Fünfzig machen. Sie müssen sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen. Sie müssen seine Kriegsgeräte und die Ausrüstung seiner Streitwagen anfertigen. Eure Töchter wird er holen, damit sie ihm Salben zubereiten und kochen und backen. Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er euch wegnehmen und seinen Beamten geben. Von euren Äckern und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Höflingen und Beamten geben. Eure Knechte und Mägde, eure besten jungen Leute und eure Esel wird er holen und für sich arbeiten lassen. Von euren Schafherden wird er den Zehnten erheben. Ihr selber werdet seine Sklaven sein. An jenem Tag werdet ihr wegen des Königs, den ihr euch erwählt habt, um Hilfe schreien, aber der Herr wird euch an jenem Tag nicht antworten. Doch das Volk wollte nicht auf Sámuel hören, sondern sagte: Nein, ein König soll über uns herrschen. Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein. Unser König soll uns Recht sprechen, er soll vor uns herziehen und soll unsere Kriege führen. Sámuel hörte alles an, was das Volk sagte, und trug es dem Herrn vor. Und der Herr sagte zu Sámuel: Hör auf ihre Stimme und setz ihnen einen König ein!
Setze jetzt einen König bei uns ein.
Es ist für mich ein großes Rätsel, warum die Ältesten des Volkes einen König wollten. Bisher hatten charismatisch berufene Richter das Volk geführt. Bisher hatte Gott immer zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Richter berufen und eingesetzt.
Wir stehen also an einer entscheidenden Wegkreuzung in der Geschichte der Israeliten, weg von den von Gott berufenen Richtern zu den von Menschen gewählten Königen.
Setze jetzt einen König bei uns ein.
Mehrere Gründe führen zum Königtum: Das Versagen derer, die von Gott berufen wurden, oder das Amt erben sollten, ist der Auslöser (deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen). Hinzu kommt, dass die Israeliten im Vergleich zu anderen kein Außenseiter mehr sein wollten. Sie wollten wie alle Völker sein. Alle haben einen König, Israel will auch mit der Mode gehen und einen König haben.
Setze jetzt einen König bei uns ein.
Außer Samuel scheint niemand kritisch gegen die Einführung des Königtums gewesen zu sein. Der Zeitgeist sprach für die Monarchie. Wer dagegen war, hatte es schwer.
Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein
Der König der Israeliten ist Jahwe und sie selbst sollten ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Mit ihrer Forderung lehnen sie Gott ab. Der Grund: „Wir wollen wie alle anderen Völker sein“, ist wohl der entscheidende Grund, um sich von Gott abzuwenden und ein Königtum einzufor-dern.
Unser König soll uns Recht sprechen
Sie passen sich der Welt an. Außerdem erhoffen sie sich eine bessere Rechtsprechung. Sie wäre jedoch unnötig, wenn das Volk die Tora hielte. Wird der neue König die ethischen Werte verkünden oder nur die Strafen verbessern?
Er soll vor uns herziehen und soll unsere Kriege führen.
Bisher kämpfte Gott für sein Volk und schützte Israel vor seinen Feinden. Er hatte sie ins verheißene Land gebracht. Nun wollten sie ausgebildete Soldaten statt eines charismatischen Gelegenheitsführers. Oder liegt nicht alles an dem Wörtchen „unsere Kriege“? Sie wollten Kriege führen, und Gott wollte das nicht immer. Auch die Art der Kriegsführung wollen sie bestimmen: Es hatte ihnen missfallen, dass Gott bei Gideon nur einigen Auserwählten (300 Mann) zu kämpfen erlaubt hatte und nur diese als Sieger gefeiert wurden.
Sámuel hörte alles an, was das Volk sagte, und trug es dem Herrn vor
Samuel findet für seine begründeten Warnungen kein Gehör. Darum wendet er sich zu Gott im Gebet. Noch einmal sprach Jahwe zu Samuel: Höre auf ihre Stimme. Das hört sich für mich so an. Mach, was sie wollen, sie sind selber schuld.
1 Sam 9, 1–4.17–19; 10,1 Samstag, 1. Woche
In jenen Tagen, lebte in Bénjamin ein Mann namens Kisch, ein Sohn Ábiëls, des Sohnes Zerors, des Sohnes Béchorats, des Sohnes Afíachs, ein wohlhabender Benjaminíter. Er hatte einen Sohn namens Saul, der jung und schön war; kein anderer unter den Israeliten war so schön wie er; er überragte alle um Haupteslänge. Eines Tages verliefen sich die Eselinnen von Sauls Vater Kisch. Da sagte Kisch zu seinem Sohn Saul: Nimm einen von den Knechten, mach dich mit ihm auf den Weg und such die Eselin-nen! Sie durchquerten das Gebirge Éfraim und durchstreiften das Gebiet von Schalíscha, fanden sie aber nicht. Sie zogen durch das Gebiet von Scháalim – ohne Erfolg; dann durchwanderten sie das Land Jémini, fan-den sie aber wieder nicht. Als Sámuel Saul sah, sagte der Herr zu ihm: Das ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe: Der wird über mein Volk herr-schen. Saul trat mitten im Tor zu Sámuel und fragte: Sag mir doch, wo das Haus des Sehers ist! Sámuel antwortete Saul: Ich bin der Seher. Geh vor mir her zur Kulthöhe hinauf! Ihr sollt heute mit mir essen. Morgen früh will ich dich dann weiterziehen lassen. Ich werde dir Auskunft über alles geben, was du auf dem Herzen hast. Früh am Morgen nahm Sámuel den Ölkrug und goss Saul das Öl auf das Haupt, küsste ihn und sagte: Hiermit hat der Herr dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt.
Saul
zum ersten Mal begegnet uns nun der Name Saul. Seine Geschichte beginnt damit, dass sein Vater Kisch ihn beauftragt, entlaufene Eselinnen zu suchen. Ich stelle mir vor, dass dies öfters geschah, denn es wird genau beschrieben, wo sie nach den Eselinnen suchten. Ein ganz alltäglicher Vorgang führte am Ende jedoch zur Salbung des Sauls zum König von Israel.
Es ist wunderbar, wie Gott selbst gewöhnliche Ereignisse lenken kann, um seine außergewöhnlichen Pläne zu verwirklichen.
Ein gewöhnlicher Tag
Heute wartet eigentlich nichts Ungewöhnliches auf mich. Es ist ein normaler Samstag ohne besondere Termine. Dennoch will ich versuchen, aufmerksam Stunde für Stunde zu genießen, um nicht zu verpassen, wenn Gott mich ruft.
Früh am Morgen nahm Sámuel den Ölkrug und goss Saul das Öl auf das Haupt.
Was mit Sauls Kopf und Körper geschah, war ein Bild dessen, was Gott geistlich in ihm tat. Der Heilige Geist wurde auf ihn ausgegossen und rüstete ihn für die Aufgabe, als König über Israel zu regieren.
Gesalbt
In 1. Joh 2,20 steht: Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es. In der Taufe, Firmung und Priesterweihe wurden wir gesalbt. Der Kranke wird bei der Krankensalbung gesalbt. Gesalbt zu werden bedeutet immer, mit dem Heiligen Geist erfüllt und gesegnet zu werden.
Gesalbt
Wir dürfen staunen darüber, dass Samuel damals durch diese schlichte Geste Saul zum König gesalbt hat. Wir dürfen uns aber auch sehr darüber freuen, dass auch wir gesalbt wurden und noch heute aus der gleichen göttlichen Fülle schöpfen können wie Saul damals.
1 Sam 15, 16-23 Montag, 2. Woche
In jenen Tagen 16 sagte Sámuel zu Saul: Ich will dir verkünden, was der Herr mir heute Nacht gesagt hat. Saul antwortete: Sprich! 17Sámuel sagte: Bist du nicht, obwohl du dir gering vorkommst, das Haupt der Stämme Israels? Der Herr hat dich zum König von Israel gesalbt. 18Dann hat dich der Herr auf den Weg geschickt und gesagt: Geh und vollziehe an den Übeltätern, an den Amalekítern, den Bann; kämpfe gegen sie, bis du sie vernichtet hast! 19Warum hast du nicht auf die Stimme des Herrn gehört, sondern hast dich auf die Beute gestürzt und getan, was dem Herrn missfällt? 20Saul erwiderte Sámuel: Ich habe doch auf die Stimme des Herrn gehört; ich bin den Weg gegangen, auf den der Herr mich geschickt hat; ich habe Ágag, den König von Ámalek, hergebracht und an den Amalekítern den Bann vollzogen. 21Aber das Volk hat von der Beute einige Schafe und Rinder genommen, das Beste vom Banngut, um es dem Herrn, deinem Gott, in Gilgal zu opfern. 22Sámuel aber sagte: Hat der Herr an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des Herrn? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer, Hinhören besser als das Fett von Widdern. 23Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, wie Frevel mit Götzenbildern ist Auflehnung. Weil du das Wort des Herrn verworfen hast, verwirft er dich als König.
Mit großen Sprüngen gehen wir durch das 1. Samuelbuch. Vergangenen Samstag wurde Saul noch in 1 Sam 9 zum König gesalbt, heute, 5 Kapitel weiter, muss er sich eine Rüge von Samuel gefallen lassen. (vgl. im Folgenden: Martin Holland, Wuppertaler Studienbibel)
19 Warum hast du nicht auf die Stimme des Herrn gehört
Samuel bringt es auf den Nenner, was eine Sünde ist. Nicht auf die Stimme des Herrn gehört, … aber sich auf die Beute gestürzt. Saul nahm Gott nicht ernst, suchte aber seinen eigenen Vorteil und sein eigenes Wohlergehen.
19 Warum hast du nicht auf die Stimme des Herrn gehört
Aber: Auf wen von uns trifft das nicht zu? Für mich ist es eine Herausforderung, mein tägliches Handeln mit der Stimme Gottes in Einklang zu bringen.
21 Aber das Volk hat …
Saul schiebt die anderen vor. Das Volk ist schuld. Das Volk hat genommen. Aber Saul hat auch nichts dagegen unternommen. Er ließ das Volk nicht nur gewähren, sondern machte sogar selbst mit. (1 Samuel 15,9)
Wenn wir nur diesen einen Vers betrachten, dann haben wir für das eigene Leben genug zu bedenken.
Für heute
Entschuldige ich mein eigenes Fehlverhalten mit der Sünde anderer? Laufe ich gedankenlos mit der Masse mit, auch dann, wenn es Wege sind, die von Gott wegführen?
23 Weil du das Wort des Herrn verworfen hast, verwirft er dich als König.
Man braucht diesen Satz nicht zu kommentieren, er spricht für sich. Gott fordert Gehorsam, Gott fordert Hingabe und Treue. Gott möchte keine halben Sachen, er möchte Menschen, die sich ihm ganz schenken und ihm bedingungslos folgen. Saul war nicht bereit, sich ganz Gott hinzugeben. Morgen werden wir in der Schriftlesung sehen, dass sich Gott einen neuen König sucht.
1 Sam 16, 1–13 Dienstag, 2. Woche
In jenen Tagen 1 sprach der Herr zu Sámuel: Wie lange willst du noch um Saul trauern? Ich habe ihn doch verworfen; er soll nicht mehr als König über Israel herrschen. Fülle dein Horn mit Öl und mach dich auf den Weg! Ich schicke dich zu dem Betlehemíter Ísai; denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen. 2Sámuel erwiderte: Wie kann ich da hingehen? Saul wird es erfahren und mich umbringen. Der Herr sagte: Nimm ein junges Rind mit und sag: Ich bin gekommen, um dem Herrn ein Schlachtopfer darzubringen. Lade Ísai zum Opfer ein! Ich selbst werde dich dann erkennen lassen, was du tun sollst: Du sollst mir nur den salben, den ich dir nennen werde. 4Sámuel tat, was der Herr befohlen hatte. Als er nach Betlehem kam, gingen ihm die Ältesten der Stadt zitternd entgegen und fragten: Bedeutet dein Kommen Frieden? 5Er antwortete: Frieden Ich bin gekommen, um dem Herrn ein Schlachtopfer darzubringen. Heiligt euch und kommt mit mir zum Opfer! Dann heiligte er Ísai und seine Söhne und lud sie zum Opfer ein. 6Als sie kamen und er den Éliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter. 7Der Herr aber sagte zu Sámuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz. 8Nun rief Ísai den Abinádab und ließ ihn vor Sámuel treten. Dieser sagte: Auch ihn hat der Herr nicht erwählt. 9Ísai ließ Schima kommen. Sámuel sagte: Auch ihn hat der Herr nicht erwählt. 10So ließ Ísai sieben seiner Söhne vor Sámuel treten, aber Sámuel sagte zu Ísai: Diese hat der Herr nicht erwählt. 11Und er fragte Ísai: Sind das alle jungen Männer? Er antwortete: Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Sámuel sagte zu Ísai: Schick jemand hin und lass ihn holen; wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist. 12Ísai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen. David war rötlich, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn! Denn er ist es. 13Sámuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an. Sámuel aber brach auf und kehrte nach Rama zurück.
1 Denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen.
Es bleibt Gottes Geheimnis, nach welchen Gesichtspunkten er sich seine Leute aussucht. Aber wir beobachten immer wieder, dass Gott sich die Kleinen und Geringen erwählt, den Menschen nichts zutrauen. Mit Tüchtigen kann jeder etwas erreichen. Gott aber beruft das Schwache, das Verachtete, um es stark und tüchtig zu machen.
7 Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt
Das Äußere täuscht hin und wieder. Wir meinen gerne, dass in einem kraftvollen, dem Schönheitsideal entsprechenden Körper auch ein gesunder Geist sein müsse. Wie viele haben sich da schon schlimm getäuscht. Der rhetorisch Gebildete scheint oft die Oberhand zu haben, aber oft verstecken sich wahre Werte und Charakterzüge tief im Inneren.
7 Der Herr aber sieht das Herz
Gott sieht ins Herz. Da ist mehr verborgen, als uns lieb ist, mehr als Psychologie herausholen kann. Da ist zwar nicht nur der gute Kern, wie manche meinen, denn auch aus Davids Herz werden arge Gedanken herauskommen. Aber Gott sieht auf den ganzen Menschen, und entscheidet unabhängig von menschlichen Maßstäben.
11 Sind das alle?
Wenn ich die Eucharistie feiere und in die leeren Kirchen hineinschaue, dann ist diese Frage manchmal auch in. Sind das alle? Kommt denn nicht noch einer?
11 Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe.
Wie sehr David doch von seiner Familie unterschätzt wurde. Zu mehr als zum Schafehüten war David wohl nicht zu gebrauchen. Aber später werden wir sehen, dass er Mut genug hatte, um gegen Goliath zu kämpfen und zu siegen. Gott benutzt auch heute noch das Kleine und Unbedeutende, um das Starke zunichte zu machen.
1 Sam 17, 32–33.37.40–51 Mittwoch, 2. Woche
In jenen Tagen 32 sagte David zu Saul: Niemand soll wegen des Philísters den Mut sinken lassen. Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philíster kämpfen. 33Saul erwiderte ihm: Du kannst nicht zu diesem Philíster hingehen, um mit ihm zu kämpfen; du bist zu jung, er aber ist ein Krieger seit seiner Jugend. 37Und David sagte weiter: Der Herr, der mich aus der Gewalt des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch aus der Gewalt dieses Philísters retten. Da antwortete Saul David: Geh, der Herr sei mit dir. 40David nahm seinen Stock in die Hand, suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er bei sich hatte, in den Vorratsbeutel. Die Schleuder in der Hand, ging er auf den Philíster zu. 41Der Philíster kam immer näher an David heran; sein Schildträger schritt vor ihm her. 42Als der Philíster aufblickte und David sah, verachtete er ihn, denn er war jung, rötlich und von schöner Gestalt. 43Der Philíster sagte zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit einem Stock zu mir kommst? Und er verfluchte David bei seinen Göttern. 44Er rief David zu: Komm nur her zu mir, ich werde dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. 45David antwortete dem Philíster: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast. 46Heute wird dich der Herr mir ausliefern. Ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Die Leichen des Heeres der Philíster werde ich noch heute den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. Alle Welt soll erkennen, dass Israel einen Gott hat. 47Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, dass der Herr nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des Herrn und er wird euch in unsere Hand geben. 48Als der Philíster weiter vorrückte und immer näher an David herankam, lief auch David schnell auf die Schlachtreihe zu, dem Philíster entgegen. 49Er griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn ab und traf den Philíster an der Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein und der Philíster fiel mit dem Gesicht zu Boden. 50So besiegte David den Philíster mit einer Schleuder und einem Stein; er traf den Philíster und tötete ihn, ohne ein Schwert in der Hand zu haben. 51Dann lief David hin und trat neben den Philíster. Er ergriff sein Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und schlug ihm den Kopf ab. Als die Philíster sahen, dass ihr starker Mann tot war, flohen sie.
Dein Knecht wird hingehen
Der junge David gefällt mir sehr. Er sagt nicht: Das ist nicht meine Aufgabe, andere sollen das Problem lösen. Er legt nicht die Hände in den Schoß und überlässt den Kampf nicht den Soldaten, die ja dafür bezahlt werden und außerdem bereits vor Ort sind. David wird selbst aktiv und geht hin, um das Problem zu lösen.
Dein Knecht wird hingehen
Bei uns in der Kirche sollte es ähnlich sein. Man sollte nicht warten, bis andere die Hände regen, sondern jeder sollte selbst Gott um einen guten Rat fragen und dann mutig die Hände regen, um für das Reich Gottes zu arbeiten.
Der Herr, der mich aus der Gewalt des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch aus der Gewalt dieses Philisters retten.
Auch in unserer Zeit gibt es viele Löwen und Bären. Sie wollen uns weismachen, dass eine Ehe nicht nur zwischen Mann und Frau besteht. Sie wollen uns davon überzeugen, dass man kleine Kinder im Mutterleib töten darf. Sie beabsichtigen, uns zu überreden, dass man am Ende des Lebens auch die alt gewordenen Menschen „von ihren Leiden“ erlösen sollte. Sie kämpfen dafür, dass jeder Fehltritt der katholischen Kirche zu einem medialen Skandal ausgeweitet wird.
Und er verfluchte David bei seinen Göttern
Eine Frau berichtete mir vor kurzer Zeit etwas Unglaubliches. Bei einer Zugfahrt war sie mit einem jungen Mann ins Gespräch gekommen. Nach einiger Zeit sagte er, dass er Satanist sei und im Moment fasten würde, um dem Teufel zu helfen, die christlichen Familien auseinanderzubringen.
Goliath ahnte vielleicht, dass der Glaube des jungen David für ihn zu einer Gefahr werden könnte. Darum griff er David nicht mit seinem Schwert an (dieses zog ihm David erst nach seinem Tod aus der eigenen Scheide), sondern er griff David auf der geistlichen Ebene an, indem er ihn verfluchte.
Ich komme zu dir im Namen des Herrn.
Die heutigen Probleme unserer Kirche könnten wir viel leichter lösen, indem wir unsere Hoffnung nicht so sehr auf die Erneuerung der Strukturen, sondern auf das Vertrauen in den Namen des Herrn setzen. Und sollte einmal etwas danebengehen, dann hat Gott immer noch einen „Plan B“.
1 Sam 18, 6–9; 19, 1–7 Donnerstag, 2. Woche
In jenen Tagen, 6 als die Israeliten nach Davids Sieg über den Philíster heimkehrten, zogen die Frauen aus allen Städten Israels König Saul singend und tanzend mit Handpauken, Freudenrufen und Zimbeln entgegen. 7Die Frauen spielten und riefen voll Freude: Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend. 8Saul wurde darüber sehr zornig. Das Lied missfiel ihm und er sagte: David geben sie Zehntausend, mir aber geben sie nur Tausend. Jetzt fehlt ihm nur noch die Königswürde. 9Von diesem Tag an war Saul gegen David voll Argwohn. 19, 1Saul redete vor seinem Sohn Jónatan und vor allen seinen Dienern davon, dass er David töten wolle. Sauls Sohn Jónatan aber hatte David sehr gern; 2deshalb berichtete er David davon und sagte: Mein Vater Saul will dich töten. Nimm dich also morgen früh in Acht, verbirg dich in einem Versteck! 3Ich aber will hinausgehen und auf dem Feld gerade dort zu meinem Vater hintreten, wo du bist. Dann werde ich mit meinem Vater über dich reden, und wenn ich etwas erfahre, werde ich dir Bescheid geben. 4Jónatan redete also zugunsten Davids mit seinem Vater und sagte zu ihm: Der König möge sich doch nicht an seinem Knecht David versündigen; denn er hat sich ja auch nicht an dir versündigt und seine Taten sind für dich sehr nützlich gewesen. 5Er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt und den Philíster erschlagen. Der Herr hat ganz Israel eine große Rettung geschenkt. Du hast es selbst gesehen und dich darüber gefreut. Warum willst du dich nun versündigen und unschuldiges Blut vergießen, indem du David ohne jeden Grund tötest? 6Saul hörte auf Jónatan und schwor: So wahr der Herr lebt: David soll nicht umgebracht werden. 7Jónatan rief David und berichtete ihm alles. Dann führte Jónatan David zu Saul und David war wieder in Sauls Dienst wie vorher.
Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend.
In einem gewissen Sinne bin ich über diese Information dankbar, denn sie spricht in großer Ehrlichkeit aus, wie die Menschen ohne Gott in Wirklichkeit sind. Ohne Gott geht es immer in den Tod. Ohne Gott geht es immer in den Untergang. Ohne Gott gibt es immer Kriege, Eroberung, Tod und Verderben.
Damals wie heute.
Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend.
Sind wir Heutigen besser? Putin greift die Ukrainer an und tötet mit seinen Bomben und Drohnen tausende unschuldige Menschen. Trump rasselt mit den Säbeln und versucht es mit Erpressung und Druck: Grönland soll sein eigen werden.
Kim Jong-un Staatschef in Nordkorea unterdrückt sein Volk und spielt mit der Atombombe.
Ohne eine Rückbindung und eine Orientierung an Gott und seinen Geboten pervertiert der Mensch zum Bösen und zeigt, zu welch schrecklichen Taten er imstande ist.
Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend.
Gewalt gab es damals wie heute. Das Alte Testament ist über viele Seiten hinweg ein Buch der Gewalt. Kein anderes Thema wird in der Bibel so ausführlich behandelt. Kein anderes Thema wird so drastisch dargestellt.
Die große Leistung der Bibel besteht darin, dass dieses Buch die Gewalt nicht verheimlicht, sondern offen beim Namen nennt. „Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend". Das Alte Testament verschleiert die Gewalt nicht, sondern legt sie in einem Heiligen Buch der gesamten Menschheit als Warnung vor. Ohne Gott geschehen solche Dinge.
Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend.
Die Bibel tut nicht so, als lebten wir alle in einer schönen heilen Welt. Sie legt den Finger auf die Wunde. Ohne Gott geschehen solche Dinge, wie sie die heutige Lesung schildert und wie wir in unseren Tagen in der Zeitung lesen können.
1 Sam 24, 3–21 Freitag, 2. Woche
In jenen Tagen 3 nahm Saul dreitausend Mann, ausgesuchte Leute aus ganz Israel, und zog aus, um David und seine Männer bei den Steinbock-Felsen zu suchen. 4Auf seinem Weg kam er zu einigen Schafhürden. Dort war eine Höhle. Saul ging hinein, um seine Notdurft zu verrichten. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. 5Da sagten die Männer zu David: Das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: Sieh her, ich gebe deinen Feind in deine Hand und du kannst mit ihm machen, was dir richtig erscheint. Da stand David auf und schnitt heimlich einen Zipfel von Sauls Mantel ab. 6Hinterher aber schlug David das Gewissen, weil er einen Zipfel vom Mantel Sauls abgeschnitten hatte. 7Er sagte zu seinen Männern: Der Herr bewahre mich davor, meinem Gebieter, dem Gesalbten des Herrn, so etwas anzutun und Hand an ihn zu legen; denn er ist der Gesalbte des Herrn. 8Und David fuhr seine Leute mit scharfen Worten an und ließ nicht zu, dass sie sich an Saul vergriffen. Als Saul die Höhle verlassen hatte und seinen Weg fortsetzte, 9 stand auch David auf, verließ die Höhle und rief Saul nach: Mein Herr und König! Als Saul sich umblickte, verneigte sich David bis zur Erde und warf sich nieder. 10Dann sagte David zu Saul: Warum hörst du auf die Worte von Leuten, die sagen: Gib Acht, David will dein Verderben? 11Doch heute kannst du mit eigenen Augen sehen, dass der Herr dich heute in der Höhle in meine Hand gegeben hat. Man hat mir gesagt, ich solle dich töten; aber ich habe dich geschont. Ich sagte: Ich will nicht die Hand an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des Herrn. 12Sieh her, mein Vater! Hier, der Zipfel deines Mantels ist in meiner Hand. Wenn ich einen Zipfel deines Mantels abgeschnitten und dich nicht getötet habe, dann kannst du erkennen und einsehen, dass ich weder Bosheit noch Aufruhr im Sinn habe und dass ich mich nicht gegen dich versündigt habe; du aber stellst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. 13Der Herr soll zwischen mir und dir entscheiden. Der Herr soll mich an dir rächen; aber meine Hand wird dich nicht anrühren, 14wie das alte Sprichwort sagt: Von den Frevlern geht Frevel aus; aber meine Hand soll dich nicht anrühren. 15Hinter wem zieht der König von Israel her? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzigen Floh!16Der Herr soll unser Richter sein und zwischen mir und dir entscheiden. Er blicke her, er soll meinen Rechtsstreit führen und mir dir gegenüber Recht verschaffen. 17Als David das zu Saul gesagt hatte, antwortete Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul begann laut zu weinen 18und sagte zu David: Du bist gerechter als ich; denn du hast mir Gutes erwiesen, während ich böse an dir gehandelt habe. 19Du hast heute bewiesen, dass du gut an mir gehandelt hast; obwohl der Herr mich in deine Hand gegeben hatte, hast du mich nicht getötet. 20Wenn jemand auf seinen Feind trifft, lässt er ihn dann im Guten seinen Weg weiterziehen? Der Herr möge dir mit Gutem vergelten, was du mir heute getan hast! 21Jetzt weiß ich, dass du König werden wirst und dass das Königtum in deiner Hand Bestand haben wird.
6Hinterher aber schlug David das Gewissen, weil er einen Zipfel vom Mantel Sauls abgeschnitten hatte.
David hätte Saul töten können. Aber kurzentschlossen schnitt er nur den Zipfel von Sauls Mantel ab. Es berührt mich, dass David hinterher ein schlechtes Gewissen hatte. Sein sittliches Bewusstsein von Gut und Böse war also noch völlig intakt. Sein innerer Kompass zeigte noch in die richtige Richtung.
Das Gewissen.
Später, als David König über Israel wurde, hatte er jedoch keine Hemmungen, mit Batseba Ehebruch zu begehen und Urija, ihren Ehemann, durch einen perfiden Plan im Kampf ermorden zu lassen.
Das Gewissen.
Das Gewissen als Stimme Gottes in uns Menschen ist für mich ein sehr schönes Bild. Aber es sind viele Stimmen, die auf mich Einfluss nehmen wollen. Wenn aber die Stimme Gottes in mir zum Schweigen gebracht wird, dann tauchen plötzlich andere Stimmen auf, die eine andere Richtung einschlagen möchten.
Das Gewissen.
An der Entwicklung Davids kann man erkennen, dass wir nicht nur vor unserem Gewissen, sondern auch für unser Gewissen verantwortlich sind.
Das Gewissen gehört zum Menschen wie seine Lungen oder seine Leber. So wie Lunge und Leber durch übermäßiges Rauchen oder Alkoholsucht ihre Funktion über die Jahre hinweg langsam und unbemerkt verlieren können, so kann auch die Stimme des Gewissens in mir zum Schweigen gebracht werden.
Das Gewissen.
Das Gewissen ist also etwas, was man automatisch von Geburt an hat und dann nie wieder verliert. Es ist vielmehr etwas, das erlernt und trainiert werden muss, sodass es aktiv und fit bleibt.
Für mich ist der Kompass, nach dem ich mein Gewissen schärfen möchte, die Bibel, das Wort Gottes, die Lehre der katholischen Kirche, das Beispiel der Heiligen, das Vorbild aufrichtiger Christen…

