Willkomen bei

Pfarrer Edgar Wunsch

Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 10. Juli 2026
Hos 14, 2-10 Freitag, 14 Woche So spricht der Herr: 2Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld. 3Nehmt Worte der Reue mit euch, kehrt um zum Herrn und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld hinweg und nimm an, was gut ist: Anstelle von Stieren bringen wir dir unsere Lippen dar. 4Assur kann uns nicht retten, wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet ein Waisenkind Erbarmen. So spricht der Herr: 5Ich will ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt. 6Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es sprosst wie die Lotusblüte und seine Wurzeln schlägt wie der Líbanon. 7Seine Zweige sollen sich ausbreiten, sodass seine Pracht wie die des Ölbaums wird und sein Duft wie der des Líbanon. 8Die in seinem Schatten wohnen, bauen wieder Getreide an und sie sprossen wie der Weinstock, dessen Wein so berühmt ist wie der Wein vom Líbanon. 9Éfraim, was habe ich noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja, ich habe ihm geantwortet und achte auf ihn: Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht. 10Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, Ich habe den Eindruck, als ob Hosea hier einen Menschen beschreibt, der zur Beichte geht. Man erkennt Schritt für Schritt den Weg eines Menschen, der die Versöhnung mit Gott wieder sucht. Vers 2: Denn du bist gestürzt. Der Weg zur Beichte beginnt damit, dass ein Mensch erkennt, dass er gestürzt ist. Der Mensch realisiert: Ich bin gefallen und liege am Boden. Er erforscht sein Gewissen und fragt sich, warum dies gekommen ist. Vers 3: Worte der Reue Der Mensch bereut seine Tat. Wenn wir Reue empfinden, blicken wir zurück und wünschen uns, wir hätten uns in einer bestimmten Situation anders verhalten, Vers 3: sagt zu ihm. Die Sünde flüstert uns oft zu: Mach das mit dir selbst aus. Gott aber fordert uns auf, Worte zu finden und unsere Schuld auch auszusprechen. Vers 3: Nimm alle Schuld weg Wer beichtet, weiß, dass er sich nicht selbst lossprechen kann. Er bittet Gott darum, die Schuld zu vernichten. Vers 4: Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten. Ein gültiges Sakrament verlangt den guten Vorsatz. Wer beichtet, braucht den festen Willen, die Sünde und ihre Gelegenheiten künftig zu meiden. Vers 4: Assur, Pferde und das Machwerk unserer Hände In der Beichte sollten wir uns unserer Hautversuchungen bewusst sein. Assur steht für die fremde Macht, die mich kontrolliert und bestimmt. Flucht in Ablenkungen, Süchte, Abhängigkeiten. Pferde stehen für die militärische/eigene Kraft: Da ist der Stolz und der Irrglaube, man brauche Gott nicht, um gerettet zu werden. Das Werk der Hände steht für den Götzendienst: Karriere, Besitz, Geld … Vers 5: Ich will ihre Untreue heilen. Bei Hosea in der Lesung sagt Gott: Ich will ihre Untreue heilen und sie bereitwillig lieben. In der Beichte spricht Gott durch den Priester zum Beichtenden: "Ich spreche dich los von deinen Sünden". Das Sakrament der Beichte heilt Wunden, die ich mir durch meine Sünden selbst zugefügt habe. Vers 6: Ich werde für Israel da sein wie der Tau Der Tau kommt leise in der Stille der Nacht. Die Gnade, die das Bußsakrament schenkt, entfaltet ihre Wirkung auch oft in der Stille. Nach einer Zeit merke ich, wie die Kraft der Versuchung schwindet und der Heilungsprozess eintritt. Vers 10: Die Wege des Herrn. An die beichte schließt sich der Vorsatz an: Ich will nun auf den Wegen des Herrn gehen. Bild: Edgar Wunsch
von ew 8. Juli 2026
Hos 11, 1-4. 8c-9 Donnerstag, 14 Woche So spricht der Herr: 1Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten. 2Je mehr man sie rief, desto mehr liefen sie vor den Rufen weg: Den Baalen brachten sie Schlachtopfer dar, den Götterbildern Räucheropfer. 3Ich war es, der Éfraim gehen lehrte, der sie nahm auf seine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte. 4Mit menschlichen Fesseln zog ich sie, mit Banden der Liebe. Ich war da für sie wie die, die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen. 8acWie könnte ich dich preisgeben, Éfraim, wie dich ausliefern, Israel? Gegen mich selbst wendet sich mein Herz, heftig entbrannt ist mein Mitleid. 9Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Éfraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns. Ich lese den heutigen Bibeltext als eine Art Familiendrama zwischen Gott und seinem Volk Israel. Israel durchlebt hierbei alle Phasen des Erwachsenwerdens. Es ist wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn in Lk 15: Ein Vater liebt sein Kind, muss aber zusehen, wie es sich von ihm entfernt und eigene Wege geht. Am Ende wartet der Vater voller Sehnsucht auf sein Kind. Vers 1: Die Erwählung "Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb..." Der Vater liebt sein Kind und befreit es aus der Knechtschaft Ägyptens. Vers 2: Die Enttäuschung Je mehr Gott sein Kind ruft, desto weiter läuft es weg – hin zu anderen Göttern. Israel durchlebt das klassische Drama der Pubertät. Es sucht eigene Wege und muss eigene schmerzhafte Erfahrungen machen. Verse 3–4: Die zärtliche Fürsorge Trotz der Abkehr beschreibt Gott, wie er dem Kind das Laufen beibrachte, es auf die Arme nahm und ihm Wunden heilte. Vers 8: Mitleid "Mein Herz wendet sich gegen mich, mein Mitleid lodert auf." Gott will und kann sein Kind nicht einfach aufgeben, er ist voller Mitleid Vers 9: „Ich bin Gott, nicht ein Mensch." Obwohl Israel (wie der verlorene Sohn) die Gaben Gottes missbraucht hat (vgl. Lesung von gestern), ist er nicht nachtragend. Ein Mensch würde vielleicht nachtragend bleiben – Gott nicht. Seine Göttlichkeit zeigt sich genau darin, dass seine Treue menschliches Maß übersteigt. Haben wir nicht einen wunderbaren Gott! Fazit Das Alte und das Neue Testament sprechen im Kern dieselbe Sprache: Gott ist ein Gott der Liebe, der voller Sehnsucht auf seine Kinder wartet. Bild: pexels-photo-9945625 / Alex Urezkov
von ew 7. Juli 2026
Hos 10, 1-3. 7-8. 12 Mittwoch, 14 Woche Israel war ein üppiger Weinstock, der seine Frucht brachte. Je fruchtbarer er war, desto zahlreicher machte man die Altäre. Je schöner sein Land wurde, umso schöner schmückten sie die Steinmale. 2Ihr Herz ist geteilt, jetzt müssen sie büßen: Er selbst wird ihre Altäre zerbrechen, ihre Steinmale verwüsten. 3Dann werden sie sagen: Wir haben keinen König mehr; denn wir haben den Herrn nicht gefürchtet. Aber auch ein König – was könnte er für uns tun? 7Vernichtet ist Samária, sein König – wie ein abgebrochener Zweig auf dem Wasser. 8Verwüstet werden die Kulthöhen von Awen, die Sünde Israels: Dornen und Disteln werden ihre Altäre überwuchern. Dann wird man zu den Bergen sagen: Deckt uns zu! und zu den Hügeln: Fallt auf uns! 12Sät für euch in Gerechtigkeit, erntet in Liebe! Nehmt Neuland unter den Pflug! Es ist Zeit, den Herrn zu suchen; dann wird er kommen Der Prophet Hosea spricht im 8. Jahrhundert v. Chr. in eine Zeit hinein, die unserer heutigen erstaunlich ähnlich ist: Es herrschte wirtschaftlicher Wohlstand, der jedoch von tiefer sozialer Ungerechtigkeit und innerer Entfremdung von Gott begleitet war. Kurz vor dem Untergang des Nordreichs Israel durch die Assyrer (722 v. Chr.) zieht Hosea in Kapitel 10 Bilanz. Die Wohlstandsfalle - Je fruchtbarer er war, desto zahlreicher machte man die Altäre - Wohlstand und Reichtum an sich sind nicht verwerflich. Wohlstand kann aber eine Illusion von Unabhängigkeit und Autonomie schaffen. Das Tragische ist, dass Israel den Segen Gottes nimmt, um damit Götzenaltäre zu bauen. Heute bauen wir keine steinernen Altäre mehr, aber wir vertrauen auf Geld, Gesundheit, Statussymbole. Je mehr wir davon haben, desto lauter flüstert die Stimme in uns: „Ich habe mir das selbst erarbeitet, ich brauche niemanden“. Ihr Herz ist geteilt Man vergisst Gott nicht von einem Augenblick auf den anderen, es ist einschleichender Prozess. Man will beides: Gottes Segen und die Annehmlichkeiten der Welt. Aber ein geteiltes Herz verliert am Ende den Glauben ganz. Dann wird man zu den Bergen sagen: Deckt uns zu! Wenn das Gericht (hier die assyrische Invasion) hereinbricht, wird die Lebenslüge des Volkes sichtbar. Der König schwimmt weg wie ein „abgebrochener Zweig auf dem Wasser“ (Vers 7). Die prunkvollen Altäre werden von Dornen und Disteln überwuchert (Vers 8). In diesem Moment erkennt das Volk den Abgrund der eigenen Gottverlassenheit. Dann wird man zu den Bergen sagen: Deckt uns zu! Wenn die Illusionen des Wohlstands und der falschen Sicherheit zerbrechen, stehen die Menschen plötzlich nackt und ungeschützt vor der Realität ihres Lebens und vor Gott. Die Masken fallen. Der Wunsch, dass die Berge auf sie fallen, ist der Wunsch, sich vor diesem Blick Gottes zu verstecken. Es ist eine tiefe Scham – ähnlich wie bei Adam und Eva, die sich nach dem Sündenfall im Busch versteckten. Man hält die eigene Wahrheit nicht mehr aus. Dann wird man zu den Bergen sagen: Deckt uns zu! Der Satz bedeutet wörtlich: „Es wäre mir lieber, lebendig unter Tonnen von Gestein begraben zu werden, als diesen Moment der Abrechnung und des Zusammenbruchs miterleben zu müssen.“ Die Scham über die eigenen Lebenslügen wird so groß, dass man den eigenen Tod vorzieht. Dann wird man zu den Bergen sagen: Deckt uns zu! Dieses Bild ist so stark, dass es im Neuen Testament zweimal aufgegriffen wird: Lk 23,30: Auf dem Kreuzweg benutzt Jesus dieses Wort aus Hosea als Warnung vor dem kommenden Gericht über Jerusalem. Offb 6,16: Als das sechste Siegel geöffnet wurde, geraten die Menschen in Panik, als sie begreifen, dass sie ihr Leben auf Sand gesetzt haben. Der Ausweg - Es ist Zeit, den Herrn zu suchen; dann wird er kommen. Es ist Zeit, den HERRN zu suchen". Das ist die eigentliche Antwort auf das Problem der vielen Altäre: nicht eine äußere Frömmigkeit, sondern die Rückkehr zu einer einzigen, echten Beziehung zu Jesus. Bild: Edgar Wunsch
von ew 6. Juli 2026
Hos 8, 4-7. 11-13 Dienstag, 14 Woche So spricht der Herr: 4Sie setzen in Israel Könige ein, aber gegen meinen Willen; sie wählen Regierende aus, doch ich erkenne sie nicht an. Sie machen sich Götzen aus ihrem Silber und Gold – damit es vernichtet wird. 5Samária, dein Kalb ist verworfen. Mein Zorn ist entbrannt gegen sie; wie lange noch sind sie unfähig zur Reinheit? 6Denn von Israel kommt es: Ein Handwerker hat es gemacht – ein Gott ist es nicht. Ja, zu Splittern soll es werden, das Kalb von Samária. 7Denn Wind säen sie und ernten Sturm. Ein Halm ohne Ähren bringt kein Mehl. Und wenn er es brächte – verschlingen würden es Fremde. 11Éfraim hat viele Altäre gebaut, um zu sündigen, ja, Altäre zum Sündigen sind sie ihm geworden. 12Wieder und wieder schreibe ich meine Weisung auf für ihn – angesehen wird sie wie die eines Fremden. 13Schlachtopfer, die mir dargebracht werden sollen, schlachten sie und essen das Fleisch selbst. Der Herr hat kein Gefallen an ihnen. Jetzt wird er ihrer Schuld gedenken und sie heimsuchen wegen ihrer Sünden: Denn Wind säen sie und ernten Sturm Vers 7 formuliert ein Gesetz, das fast naturhaft klingt: Was man sät, das erntet man – nur eben verstärkt. Wind wird zu Sturm. Es ist keine willkürliche Strafe von außen, sondern die innere Konsequenz eines Lebens, Denn Wind säen sie und ernten Sturm Das, was wir sagen, und das, was wir tun, hat eine Wirkung. Kleine Entscheidungen bleiben nicht klein. Was wir heute säen – Worte, Gedanken, Gewohnheiten –, wächst. Denn Wind säen sie und ernten Sturm Auch Schweigen hat eine Wirkung. Oft möchten wir den Ball flachhalten um keinen Sturm zu entfesseln. Aber wer gegenüber dem Unrecht schweigt, erntet später den Sturm mit, den er nicht selbst entfacht, aber auch nicht aufgehalten hat. Schweigen ist nie neutral. Denn Wind säen sie und ernten Sturm Jemand hat einmal gesagt: Der Wind der kleinen Kompromisse wird später zum Sturm der Zerstörung: ein bisschen die Wahrheit verbiegen, Konflikten aus dem Weg gehen, ein wenig schmeicheln, um zu gefallen. Das fühlt sich im Moment leicht an wie ein Lüftchen. Aber irgendwann bricht der Sturm los. Bild: pexels-photo-7977145. / Rai Bilcliff

Jesus hat das Sagen

Oktober bis April

täglich

Mai bis September

Senden Sie mir eine Nachricht