von ew
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12. Februar 2026
1 Kön 11, 4–13 Donnerstag, 5. Woche 4Als Sálomo älter wurde, machten seine Frauen sein Herz anderen Göttern geneigt, sodass sein Herz dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie das Herz seines Vaters David. 5Er verehrte Astárte, die Göttin der Sidónier, und Milkom, den Götzen der Ammoníter. 6Er tat, was böse war in den Augen des Herrn, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David. 7Damals baute Sálomo auf dem Berg östlich von Jerusalem eine Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabíter, und für Milkom, den Götzen der Ammoníter. 8Dasselbe tat er für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten. 9Der Herr aber wurde zornig über Sálomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war 10 und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Sálomo hielt sich nicht an das, was der Herr von ihm verlangt hatte. 11Daher sprach der Herr zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund und meine Satzungen nicht bewahrt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben. 12Nur deines Vaters David wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde ich es entreißen. 13Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; einen Stamm lasse ich deinem Sohn wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, das ich erwählt habe. Sálomo älter wurde. Man sollte meinen, dass mit zunehmendem Alter Weisheit, Umsicht und Klugheit wachsen. Im Alter erlahmen aber auch die Kräfte, man wird milder und gibt eher nach. Salomon war müde geworden, „nein“ zu sagen. Sálomo älter wurde. Mit dem alt gewordenen David beginnt in 1König die Salomon-Überlieferung. Mit dem alt gewordenen Salomo beginnt heute das letzte Kapitel über Salomo. Dem alten David war es schwergefallen, die Nachfolgefrage rechtzeitig in aller Klarheit für Salomon zu regeln. Dem alten Salomo fiel es schwer, gegenüber seinen Frauen eindeutig zu bleiben. Für heute: In manchen Gruppierungen, Gremien, Räte und Teams sind oft noch die Gründungsmitglieder, die vor vielen Jahren oder Jahrzehnten diese Gruppe gegründet und ins Leben gerufen haben, in der Verantwortung und in der Leitungsposition. Sie haben es nicht geschafft, Verantwortung an Jüngere zu übertragen, und merken gar nicht, wie sie mit ihrem Starrsinn eine Entwicklung verhindern. Ich vermute, dass manchen Menschen ein Loslassen sehr schwerfällt. Sie befürchten einen Kontrollverlust. Wenn Menschen Verantwortung abgeben, verlieren sie die direkte Kontrolle. Sie sind dann nicht mehr der Mittelpunkt, von dem alle Entscheidungen ausgehen. Man muss sie nicht mehr fragen, wenn man bestimmte Dinge tun möchte. Ich hoffe nur, dass ich selbst den richtigen Zeitpunkt finde, um in Rente zu gehen und den Nachfolger machen zu lassen. Bild: Pexel / DΛVΞ GΛRCIΛ