Willkomen bei

Pfarrer Edgar Wunsch

Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 26. Juli 2026
Jer 13, 1-11 Montag, 17. Woche So hat der Herr zu mir gesagt: Geh, kauf dir einen leinenen Gürtel, und leg ihn dir um die Hüften, aber tauch ihn nicht ins Wasser! Da kaufte ich, wie der Herr mir aufgetragen hatte, den Gürtel und legte ihn mir um die Hüften. Nun erging das Wort des Herrn zum zweiten Mal an mich; er sagte: Nimm den gekauften Gürtel, den du um die Hüften trägst, mach dich auf den Weg an den Eufrat, und verbirg ihn dort in einer Felsspalte! Ich ging hin und verbarg ihn am Eufrat, wie mir der Herr befohlen hatte. Nach längerer Zeit sprach der Herr zu mir: Mach dich auf den Weg an den Eufrat, und hol den Gürtel zurück, den du dort auf meinen Befehl hin verborgen hast. Da ging ich zum Eufrat, suchte den Gürtel und holte ihn von der Stelle, wo ich ihn verborgen hatte. Doch der Gürtel war verdorben, zu nichts mehr zu gebrauchen. Nun erging das Wort des Herrn an mich: So spricht der Herr: Ebenso verderbe ich die stolze Pracht Judas und Jerusalems, wie groß sie auch sei. Dieses böse Volk weigert sich, auf meine Worte zu hören, es folgt dem Trieb seines Herzens und läuft anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; es soll daher wie dieser Gürtel werden, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Denn wie sich der Gürtel den Hüften des Mannes anschmiegt, so wollte ich, dass sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte - Spruch des Herrn -, damit es mein Volk und mein Ruhm, mein Preis und mein Schmuck wäre. Sie aber haben nicht gehorcht. Mach dich auf den Weg an den Eufrat Jeremia musste zweimal von Jerusalem an den Euphrat reisen. Er muss etwas tun, was uns sehr absonderlich vorkommt. Er soll am Euphrat eine Felsspalte suchen und dort den Gürtel, den er trägt, vergraben. Kaum war er von dieser Reise zurück, musste er den mittlerweile verrotteten Gürtel wieder vom Euphrat zurückholen. 2000 km legte Jeremia zurück, ohne zu wissen, warum er das tun soll. Mach dich auf den Weg an den Eufrat Jeremia musste zweimal von Jerusalem an den Euphrat reisen. Er muss etwas tun, was uns sehr absonderlich vorkommt. Er soll am Euphrat eine Felsspalte suchen und dort den Gürtel, den er trägt, vergraben. Kaum war er von dieser Reise zurück, musste er den mittlerweile verrotteten Gürtel wieder vom Euphrat zurückholen. 2000 km legte Jeremia zurück, ohne zu wissen, warum er das tun soll. Wie mir der Herr befohlen hatte Ich bewundere das Gottvertrauen Jeremias, der einen Auftrag kommentarlos ausführte, ohne zu verstehen, ja sogar ohne verstehen zu wollen. Er vertraut Gott blind. Was Gott von ihm fordert, wird schon einen guten Grund haben. Es soll daher wie dieser Gürtel werden So wie Jeremia den Gürtel abgelegt hat, so hat Juda Gott abgelegt. So weit wie Jeremia den Gürtel tragen musste, so weit entfernt hat sich Juda von Gott. So wie der Gürtel verrottet ist, so zerstört ist auch das Verhältnis Judas zu Gott. Ich wollte, dass sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte Es ist nicht das Bild eines rächenden Gottes, das uns hier gezeigt wird, eher die Botschaft von einem liebenden Gott, der es nicht verhindern kann, dass sein Volk sich von ihm löst und in der Ferne zugrunde geht. Sie aber haben nicht gehorcht Hüten wir uns, die Lesung nur auf die Zeit des Jeremias zu beziehen. Denken wir immer daran, dass auch wir gemeint sein könnten. Auch wir können uns schleichend und langsam von Gott entfernen, ohne dass wir es bemerken. Bild: pexels-photo-37097106 / Ayşegül Aytören
von ew 24. Juli 2026
Jer 7, 1-11 Samstag, 16 Woche 1Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging: 2Stell dich an das Tor des Hauses des Herrn! Dort ruf dieses Wort aus und sprich: Hört das Wort des Herrn, ganz Juda, alle, die ihr durch diese Tore kommt, um euch vor dem Herrn niederzuwerfen! 3So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euer Verhalten und euer Tun, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort! 4Vertraut nicht auf die trügerischen Worte: Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist dies! 5Denn nur wenn ihr euer Verhalten und euer Tun von Grund auf bessert, wenn ihr wirklich gerecht entscheidet im Rechtsstreit, 6wenn ihr die Fremden, die Waisen und Witwen nicht unterdrückt, unschuldiges Blut an diesem Ort nicht vergießt und nicht anderen Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, 7dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe von ewig und auf ewig. 8Freilich, ihr vertraut auf die trügerischen Worte, die nichts nützen. 9Was noch? Stehlen, morden, die Ehe brechen, falsch schwören, dem Baal opfern und anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt – 10und ihr kommt und tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, und sagt: Wir sind geborgen!, um dann weiter alle jene Gräuel zu treiben. 11Ist denn dieses Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, in euren Augen eine Räuberhöhle geworden? Auch ich, siehe, ich habe es gesehen –Spruch des Herrn. Bessert euer Leben und euer Tun. Jeremia lebte im 6. Jh. v. Christus und damals schon mussten sich die Menschen die Aufforderung gefallen lassen: Bessert euer Leben und euer Tun. Offensichtlich braucht der Mensch immer wieder eine Ermutigung zum rechten Tun. Zu leicht lässt man sich nämlich dazu verlocken, auch Dinge zu tun, die mir und dem Mitmenschen nicht guttun. Bessert euer Leben und euer Tun. Also: Nimm dir heute doch einmal einen Moment Zeit zum Nachdenken. Gilt diese uralte Ermutigung nicht vielleicht auch dir? Wo gibt es in deinem Leben einen Bereich, der nach Veränderung ruft? Dann will ich bei euch wohnen. Das Schöne ist: Die Frucht der Umkehr und des rechten Tuns folgt auf dem Fuße. Dann wird Gott bei dir wohnen. Ist das nicht wunderbar? Bild: pexels-photo-36363368 / Esra Nu r Kalay
von ew 23. Juli 2026
Jer 3, 14-17 Freitag, 16 Woche 14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne! – Spruch des HERRN –; denn ich bin euer Herr. Und ich will euch nehmen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch nach Zion bringen. 15 Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden mit Erkenntnis und Klugheit. 16 Und es wird geschehen, wenn ihr euch vermehrt und fruchtbar werdet im Land in jenen Tagen – Spruch des HERRN –, wird man nicht mehr sagen: Die Bundeslade des HERRN! Sie wird niemandem mehr in den Sinn kommen, man wird ihrer nicht mehr gedenken, sie nicht vermissen und eine neue wird nicht mehr hergestellt werden. 17 In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen und alle Völker werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem; und sie werden nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens folgen. Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Das ist heute wirklich eine radikale Aussage. Die Bundeslade war doch der Ort der Gegenwart Gottes. Nun soll sie ihre zentrale Rolle verlieren. Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Und doch war die Bundeslade nur ein Gegenstand. Eine Truhe aus Holz, prächtig geschmückt und kostbar verziert. Aber letztlich doch nur ein Objekt. Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Die Bundeslade war an einen bestimmten Ort gebunden (erst im Zelt des Heiligtums, später im Jerusalemer Tempel). Gott kann man aber nicht nur an einem bestimmten Ort über ein bestimmtes Objekt anbeten. Jesus sagt später der Samariterin, dass wahre Anbetung weder an den Garizim noch an Jerusalem gebunden ist, sondern „im Geist und in der Wahrheit" geschieht (Joh 4,21-24) Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Gott möchte, dass sein Volk nicht nur einen Gegenstand anbetet, sondern eine echte Beziehung zu ihm aufbaut. Gott möchte uns begegnen von Herz zu Herz. Sicher gilt: Wenn Gott durch die Taufe in dir wohnt, dann wird dein Herz zum Ort der Begegnung mit Gott. Und dein Herz hast du überall und immer dabei. Bild: pexels-photo-27635485 / Mahmoud Yahyaoui
von ew 22. Juli 2026
Jer 2, 1-3. 7-8. 12-13 Donnerstag, 16 Woche 1Das Wort des Herrn erging an mich: 2Auf! Ruf Jerusalem laut ins Ohr: So spricht der Herr: Ich gedenke deiner Jugendtreue, der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist, im Land ohne Aussaat. 3Heilig war Israel dem Herrn, Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon aß, machte sich schuldig, Unheil kam über ihn – Spruch des Herrn. 7Ich brachte euch dann in das Gartenland, um euch seine Früchte und Güter genießen zu lassen. Aber kaum seid ihr dort gewesen, da habt ihr mein Land entweiht und mein Eigentum zum Abscheu gemacht. 8Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Die Hüter der Weisung kannten mich nicht, die Hirten des Volkes wurden mir untreu. Die Propheten prophezeiten bei Baal und liefen unnützen Götzen nach. 12Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, erschaudert gewaltig! – Spruch des Herrn. 13Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten. 2 Ich gedenke deiner Jugendtreue Wie ein Verliebter ruft Gott seiner Braut zu: Weißt du denn nicht mehr, du warst meine Jugendtreue, du bist mir in die Wüste gefolgt. Gemeinsam haben wir Schwierigkeiten überwunden. 2 Du bist mir in die Wüste gefolgt Die Liebe war so stark, dass sie die Unbequemlichkeit und die Herausforderung der Wüste ausgehalten hat. Gemeinsam stellte sich Gott mit seinem Volk allen Widrigkeiten. 7 Aber: Im Gartenland wurdest du untreu Doch die Situation änderte sich dramatisch, als das Volk in das „Gartenland“ (Kanaan). Plötzlich war alles im Überfluss da, es gab feste Häuser und gefüllte. Es ist eine paradoxe Tragödie der Menschheitsgeschichte: Krisen schweißen zusammen, aber der Wohlstand entfremdet. 8 Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Bemerkenswert ist, wen der Text konkret anklagt: die Priester! Es ist kein Versagen "des Volkes", sondern ein Versagen der geistlichen Verantwortungsträger. Entfremdung von Gott beginnt oft leise, an der Spitze, bevor sie sich in der Breite zeigt. 13 Gott, Quell des lebendigen Wassers Gott bietet sich selbst als Quelle für alles Lebensnotwendige an. Man muss nur hingehen und kann dann mühelos daraus trinken. 13 Zisternen mit Rissen Aber die Menschen brauchen die Quelle nicht, sie graben sich mühevoll Zisternen, die dazu noch rissig sind und das Wasser nicht halten können. Quelle oder Zisterne? Der Kontrast in der Lesung ist genau durchdacht: Eine Zisterne muss man selbst in den Felsen hauen. Aber sie sammelt nur, was einmal hineinfließt. Bekommt eine Zisterne Risse, verliert man am Ende alles, trotz der ganzen investierten Mühe. Eine Quelle sprudelt von selbst, ist Geschenk, erneuert sich ständig, man kann sie nicht besitzen, nur an ihr trinken. Selbstgebaute Zisternen Es ist nicht schwer herauszufinden, wo wir uns heute selbst Zisternen bauen. Das Bild lässt sich gut auf Dinge übertragen, die wir selbst bauen. Die Zisterne: "ich bin, was ich schaffe". Hält eine Weile, bis Krankheit, Alter oder Scheitern kommen. Da sind aber auch jene Zisternen, die ständig neu befüllt werden müssen, weil sie nie wirklich sättigen: Konsum und Ablenkung … Für heute Wo merke ich aktuell in meinem Leben, dass meine „Zisterne“ Risse bekommt? Wo spüre ich die Erschöpfung, weil ich versuche, mir selbst Halt zu geben? Bild: pexels-photo-35647385 / Smadar Bergmann

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