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Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

1 Kön 21, 17–29 Dienstag, 11. Woche Elija sagte zu Ahab: Du hast Israel zur Sünde verführt Als Nabot tot war, 17erging das Wort des Herrn an Elíja aus Tischbe: 18Mach dich auf und geh Ahab, dem König von Israel, entgegen, der in Samária seinen Wohnsitz hat! Er ist zum Weinberg Nabots hinabgegangen, um von ihm Besitz zu ergreifen. 19Sag ihm: So spricht der Herr: Hast du gemordet und auch in Besitz genommen? Weiter sag ihm: So spricht der Herr: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, werden Hunde auch dein Blut lecken. 20Ahab sagte zu Elíja: Hast du mich gefunden, mein Feind? Er erwiderte: Ich habe dich gefunden. Weil du dich hergabst, das zu tun, was dem Herrn missfällt, 21werde ich Unheil über dich bringen. Ich werde dich entfernen und von Ahabs Geschlecht alles, was männlich ist, ob unmündig oder mündig, in Israel ausrotten. 22Weil du mich zum Zorn gereizt und Israel zur Sünde verführt hast, werde ich mit deinem Haus verfahren wie mit dem Haus Jeróbeams, des Sohnes Nebats, und mit dem Haus Baschas, des Sohnes Ahíjas. 23Und über Isébel verkündet der Herr: Die Hunde werden Isébel an der Mauer von Jésreël auffressen. 24Wer von der Familie Ahabs in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen, und wer auf dem freien Feld stirbt, den werden die Vögel des Himmels fressen. 25Es gab in der Tat niemand, der sich wie Ahab hergab zu tun, was böse war in den Augen des Herrn, da seine Frau Isébel ihn verführte. 26Sein Tun war überaus verwerflich; er lief den Götzen nach, ganz so, wie es die Amoríter getan hatten, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte. 27Als Ahab diese Drohungen hörte, zerriss er seine Kleider, trug ein Bußgewand auf dem bloßen Leib, fastete, schlief im Bußgewand und ging bedrückt umher. 28Da erging das Wort des Herrn an Elíja aus Tischbe: 29Hast du gesehen, wie Ahab sich vor mir gedemütigt hat? Weil er sich vor mir gedemütigt hat, will ich das Unglück nicht schon in seinen Tagen kommen lassen. Erst in den Tagen seines Sohnes werde ich das Unheil über sein Haus bringen. Hast du gemordet und auch noch in Besitz genommen? Dass der Prophet Elija Ahab mit einer Frage statt mit einer bloßen Anklage konfrontiert, ist kein rhetorischer Zufall, sondern eine psychologische Meisterleistung Gottes. Hast du gemordet und auch noch in Besitz genommen? Eine direkte Aussage wie „Du hast gemordet!“ hätte sicher zu einer sofortigen Abwehr und Rechtfertigung Ahabs geführt. Eine Frage hingegen zwingt ihn zu überlegen und nachzudenken. Hast du gemordet und auch noch in Besitz genommen? Ahab hatte sich die Hände ja scheinbar nicht schmutzig gemacht – das war seine Frau Isebel. Ahab hat „nur“ geschwiegen, weggesehen und am Ende profitiert. Die Frage reißt diese Feigenblatt-Ausrede nieder. Sie funktioniert wie ein Spiegel: Ahab muss das Unaussprechliche in Gedanken selbst aussprechen. Er wird gezwungen, der nackten Realität seines Handelns ins Auge zu blicken. Wo bist du, Adam? Wo ist dein Bruder Abel? Im Paradies: „Wo bist du, Adam?“ (Gen 3,9) – Gott stellte eine Frage, nicht weil Gott den Aufenthaltsort nicht wusste, sondern damit Adam seine Entfremdung spürt. Beim ersten Brudermord: „Wo ist dein Bruder Abel? „Was hast du getan?“ (Gen 4,9–10) Kain soll nachdenken und bereuen. Hast du gemordet und auch noch in Besitz genommen? Gott stellt fast nie Fragen, weil er eine Information braucht – er stellt Fragen, um den Menschen zur Selbsterkenntnis zu leiten. Die Frage an Ahab ist der leidenschaftliche Versuch Gottes, das erstorbene Gewissen des Königs ein letztes Mal wachzurütteln. Für heute. Es ist gut, wenn in unserem, Leben Fragen auftauchen. Was soll das Ganze? Wo liegt der Sinn? welcher ist der richtige Weg? So sind wir aufgefordert, tiefer nachzudenken und Antworten zu suchen. Bild: P exels-photo-5428835 / Leelo the First

1 Kön 21, 1–16 Montag, 11. Woche 1In jenen Tagen trug sich Folgendes zu. Nabot aus Jésreël hatte einen Weinberg in Jésreël neben dem Palast Ahabs, des Königs von Samárien. 2Ahab verhandelte mit Nabot und schlug ihm vor: Gib mir deinen Weinberg! Er soll mir als Gemüsegarten dienen; denn er liegt nahe bei meinem Haus. Ich will dir dafür einen besseren Weinberg geben. Wenn es dir aber lieber ist, bezahle ich dir den Kaufpreis in Geld. 3Doch Nabot erwiderte: Der Herr bewahre mich davor, dass ich dir das Erbe meiner Väter überlasse. 4Darauf kehrte Ahab in sein Haus zurück. Er war missmutig und verdrossen, weil Nabot aus Jésreël zu ihm gesagt hatte: Ich werde dir das Erbe meiner Väter nicht überlas-sen. Er legte sich auf sein Bett, wandte das Gesicht ab und aß nichts. 5Seine Frau Isébel kam zu ihm herein und fragte: Warum bist du missmutig und isst nichts? 6Er erzählte ihr: Ich habe mit Nabot aus Jésreël verhandelt und ihm gesagt: Verkauf mir deinen Weinberg für Geld, oder wenn es dir lieber ist, gebe ich dir einen anderen dafür. Doch er hat geantwortet: Ich werde dir meinen Weinberg nicht geben. 7Da sagte seine Frau Isébel zu ihm: Du bist doch jetzt König in Israel. Steh auf, iss und sei guter Dinge! Ich werde dir den Weinberg Nabots aus Jésreël verschaffen. 8Sie schrieb Briefe im Namen Ahabs, versah sie mit seinem Siegel und schickte sie an die Ältesten und Vornehmen, die mit Nabot zusammen in der Stadt wohnten. 9In den Briefen schrieb sie: Ruft ein Fasten aus und lasst Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen! 10Setzt ihm aber zwei nichtswürdige Männer gegen-über! Sie sollen gegen ihn als Zeugen auftreten und sagen: Du hast Gott und den König gelästert. Führt ihn dann hinaus und steinigt ihn zu Tode! 11Die Männer der Stadt, die Ältesten und Vornehmen, die mit ihm zusammen in der Stadt wohnten, taten, was Isébel ihnen gebo-ten hatte, was in den Briefen stand, die sie ihnen gesandt hatte. 12Sie riefen ein Fasten aus und ließen Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen. 13Es kamen aber auch die beiden nichtswürdigen Männer und setzten sich ihm gegenüber. Sie standen vor dem Volk als Zeugen gegen Nabot auf und sagten: Nabot hat Gott und den König gelästert. Sogleich führte man ihn aus der Stadt hinaus und steinigte ihn zu To-de. 14Darauf ließen sie Isébel melden: Nabot wurde gesteinigt und ist tot. 15Sobald sie hörte, dass Nabot gesteinigt wurde und tot war, sagte sie zu Ahab: Auf, nimm den Weinberg Nabots aus Jésreël in Besitz, den er dir für Geld nicht verkaufen wollte; denn Nabot lebt nicht mehr; er ist tot. 16Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, stand er auf und ging zum Weinberg Nabots aus Jésreël hinab, um von ihm Besitz zu ergreifen. Die Geschichte von Nabots Weinberg ist kein verstaubter Text, sondern ein zeitloses Psychogramm von Macht, Feigheit und Systemversagen. Ahab König Ahab will Nabots Weinberg kaufen, um daraus einen Gemüsegarten zu machen. Nabot lehnt ab, das Erbe seiner Väter ist ihm wichtiger als ein Gewinn. Ahab Ahab reagiert zwar wie ein Kind, ist beleidigt und schmollt im Bett, aber er akzeptiert Nabots Entscheidung. Unreife gepaart mit Macht ist eine der gefährlichsten Kombinationen der Menschheitsgeschichte. Isebel Die Königin wird aktiv: Sie schreibt Briefe, sucht falsche Zeugen und inszeniert einen Lügenprozess. Ahab Er ist noch nicht erwachsen geworden. Er schmollt, er dreht sich im Bett gegen die Wand und kommt nicht mehr zum Abendessen - wie ein Kind. Er sieht das unrechte Tun Isebels, aber er greift nicht ein. Er sieht nur zu. Er übernimmt keine Verantwortung und lässt es laufen. Er unterbindet nicht die Intrigen Isebels. Er lässt Isebel gewähren. Ahab schreitet gegen das Unrecht nicht ein und lässt damit dem Bösen einen weiten Raum. Fazit Ahab verkörpert einen sehr modernen Typus von Täter: den passiven Profiteur. Wenn wir Unrecht „laufen lassen“, dann entwickelt das Böse eine Eigendynamik, die am Ende nicht mehr zu bremsen ist. • Auch Ahab hat sich schuldig gemacht • Das Böse braucht nicht immer Monster; oft reicht das Schweigen derer, die es stoppen könnten. • „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.“ – nach Edmund Burke Bild: pexels-photo-36763329 / Vitalie Gariev

2 Tim 4, 1–8 Samstag, 9. Woche Mein Sohn! 1Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: 2Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung! 3Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Begierden Lehrer sucht, um sich die Ohren zu kitzeln; 4und man wird von der Wahrheit das Ohr abwenden, sich dagegen Fabeleien zuwenden. 5Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verrichte dein Werk als Verkünder des Evangeliums, erfülle treu deinen Dienst! 6Denn ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. 7Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt. 8Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sein Erscheinen ersehnen. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt. Ist diese Zeit, von der die Lesung spricht, schon da? Ich kann mir das gut vorstellen. Instagram und Co.: Wenn uns eine Meinung oder eine "Wahrheit" nicht gefällt, wischen wir sie weg. Die Algorithmen lernen blitzschnell, was uns gefällt, und spülen uns genau die Informationen auf den Bildschirm, die uns recht geben. Wir stellen uns eine digitale Gefolgschaft an "Lehrern" zusammen, die exakt das sagen, was wir hören wollen, und uns in unserer Weltsicht bestärken. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt. Manche zählen bis zu 72 Geschlechter auf. Dabei gibt es nur zwei. Soziale Geschlechter kann es von mir aus viele geben (aber auch das halte ich schon für fragwürdig), aber biologisch gibt es nur zwei: Mann und Frau. Eine Ehe soll auch zwischen Mann und Mann und Frau und Frau bestehen. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass jemand seinen Hund heiraten wollte. Nach christlicher Lehre besteht die Ehe zwischen Mann und Frau. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt. Das "Ohrenjucken" ist heute zu einem riesigen Geschäftsmodell geworden. Ob in der Politik, den Medien oder der Persönlichkeitsentwicklung – wer den Menschen genau das erzählt, was sie ohnehin glauben wollen, findet heute dank des Internets schneller denn je ein Millionenpublikum. Bild: pexels-photo-5206942 / www.caboompix.com

2 Tim 3, 10–17 Freitag, 9. Woche 10Du bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben und Streben, im Glauben, in der Langmut, der Liebe und der Ausdauer, 11in den Verfolgungen und Leiden, denen ich in Antióchia, Ikónion und Lystra ausgesetzt war. Welche Verfolgungen habe ich erduldet! Und aus allen hat der Herr mich errettet. 12Aber auch alle, die in der Gemeinschaft mit Christus Jesus ein frommes Leben führen wollen, werden verfolgt werden. 13Böse Menschen und Schwindler dagegen werden immer mehr in das Böse hineingeraten; sie sind betrogene Betrüger. 14Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; 15denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dich weise machen können zum Heil durch den Glauben an Christus Jesus. 16Jede Schrift ist, als von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17damit der Mensch Gottes gerüstet ist, ausgerüstet zu jedem guten Werk. Du aber bleibe Ein einziges Wort hat mich in der heutigen Lesung zutiefst angesprochen. Das Wort: „bleibe“. Als junger Kaplan hat mir ein Priesterpensionär einmal gesagt: "Bleibe! Wenn du vor jeder Schwierigkeit davonläufst, dann bist du den ganzen Tag nur immer unterwegs." Manchmal kann es eine Herausforderung sein, an dem Ort zu bleiben, an dem man lebt, und bei der Aufgabe zu bleiben, die einem übertragen ist. Es ist wichtig zu bleiben und nicht vor einer Aufgabe zu flüchten, auch dann, wenn es zur Sache geht. Du aber bleibe Dieses „Du aber“ setzt einen bewussten Kontrast zu der Welt ringsum. Liest man die Verse direkt davor, beschreibt Paulus eine Gesellschaft im Zerfall: Menschen, die egoistisch sind, den Schein der Frömmigkeit wahren, aber deren Kraft verleugnen, und Betrüger, die in die Irre gehen. Inmitten dieses moralischen und geistlichen Strudels ist das „Bleiben“ kein passives Verharren, kein stures „Ausharren aus Gewohnheit“. Es ist ein aktiver Akt des Widerstands. Stehen zu bleiben, wenn alles wegläuft oder sich permanent dreht, erfordert enorme Kraft. Du aber bleibe Auch Jesus benutzt dieses Wort. Wir hören es in den Evangelien aus Jesu Mund, wenn er ruft und bittet: „Bleibt hier!" , „Bleibt in mir!" „Bleibt in meiner Liebe!" Jesus ist immer in uns, aber eine andere Frage ist: Wo bin ich? Manchmal gehe ich eigene Wege und Jesus ruft voller Sehnsucht: Bleibt hier!" „Bleibt in mir!" , „Bleibt in meiner Liebe!" Der Christ muss mit seinem Herzen ständig bei Jesus sein, auf ihn hören und zu ihm gehören. Nur dann kann er sich vom Geist Christi lenken und leiten lassen. Du aber bleibe Wenn es „zur Sache geht“, zeigt sich, worauf unser Fundament steht. Das Bleiben schenkt uns eine wunderbare Freiheit: Wer weiß, bei wem er bleibt, muss vor nichts und niemandem mehr flüchten. Bild: pexels-photo-32946075 / Küpra Arslaner










