Willkomen bei
Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

Jer 26, 1-9 Freitag, 17. Woche Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Joschijas, des Königs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort: So spricht der Herr: Stell dich in den Vorhof des Hauses des Herrn, und sag zu den Leuten, die aus allen Städten Judas kommen, um im Haus des Herrn anzubeten, alles, was ich dir ihnen zu verkünden aufgetragen habe; kein Wort sollst du weglassen. Vielleicht hören sie und kehren um, jeder von seinem bösen Weg, so dass mich das Unheil reut, das ich ihnen wegen ihrer schlechten Taten zugedacht habe. Sag also zu ihnen: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mein Wort hört und meiner Weisung nicht folgt, die ich euch gegeben habe, wenn ihr nicht auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich immer wieder zu euch sende, obwohl ihr nicht hört, dann verfahre ich mit diesem Haus wie mit Schilo und mache diese Stadt zu einem Fluch bei allen Völkern der Erde. Die Priester, die Propheten und das ganze Volk hörten, wie Jeremia diese Worte vor dem Haus des Herrn vortrug. Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Jetzt musst du sterben. Warum weissagst du im Namen des Herrn: Wie Schilo wird es diesem Haus gehen, und diese Stadt wird verwüstet und entvölkert werden? Das ganze Volk rottete sich beim Haus des Herrn um Jeremia zusammen. Böse Wege Wenn Menschen Gutes tun, ohne an Gott zu glauben, ist das aus biblischer Sicht keineswegs wertlos, im Gegenteil. Wenn die Bibel jedoch von „bösen Wegen“ spricht, meint sie oft mehr als nur unmoralische Taten. Sie beschreibt damit den Weg eines Menschen, der sich von Gott entfernt und ohne ihn leben will. Böse Wege Stell dir einen Sohn vor, der freundlich zu allen Nachbarn ist und als vorbildlicher Bürger lebt. Gleichzeitig weigert er sich aber seit Jahren, mit seinem Vater zu sprechen oder ihn überhaupt anzuerkennen. Die Nachbarn würden sagen: „Er ist ein guter Mensch.“ Der Vater würde vielleicht antworten: „Ich freue mich über das Gute, das er tut, aber unsere Beziehung ist zerbrochen.“ Böse Wege So ähnlich beschreibt die Bibel das Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen. Sie würdigt gute Taten, sieht aber zugleich die Beziehung zu Gott als den Kern des Problems. Der Mensch hat sich von der Quelle des Lebens, welche ein Gott der Liebe ist, entfernt. Böse Wege Deshalb sind die "bösen Wege" in der Bibel nicht nur eine Liste unmoralischer Handlungen. „Böse Wege“ sind Wege, die den Menschen von Gott entfernen. Wege, auf denen die Beziehung zu Gott einschläft und schließlich ganz zerbricht. Frage. Gibt es auch in meinem Leben Wege, die mich von der Liebe Gottes wegführen? Bild: pexels-photo-30681661 / Hannes Burchardt

Jer 18, 1-6 Donnerstag, 17. Woche Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging: Mach dich auf, und geh zum Haus des Töpfers hinab! Dort will ich dir meine Worte mitteilen. So ging ich zum Haus des Töpfers hinab. Er arbeitete gerade mit der Töpferscheibe. Missriet das Gefäß, das er in Arbeit hatte, wie es beim Ton in der Hand des Töpfers vorkommen kann, so machte der Töpfer daraus wieder ein anderes Gefäß, ganz wie es ihm gefiel. Da erging an mich das Wort des Herrn: Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? - Spruch des Herrn. Seht, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel. Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. Jeremia hat sich sicher gefragt, warum er zum Haus des Töpfers hinabgehen soll. Ohne zu zögern, tut er, was der Herr ihm sagt, und beobachtet den Töpfer eine Weile bei seiner Arbeit. Plötzlich muss ihm etwas aufgegangen sein. Plötzlich hat er verstanden, wie Gott arbeitet. Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. Selbst wenn wir Menschen dem ursprünglichen Plan Gottes nicht folgen, wenn unsere Schuld und unser Versagen die Pläne, die Gott mit uns hat, vereiteln, so ist Gott doch immer wieder in der Lage, einen neuen Plan für uns auszuarbeiten. Gott hat immer das Ende im Blick, und sollte uns ein Weg versperrt sein, oder verbauen wir uns selber unsere Wege, so hat Gott doch immer noch einen Plan B. Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. Etwas anderes geht mir an der heutigen Bibelstelle auf. An einer gewöhnlichen Arbeit des Töpfers erkennt Jeremia eine Eigenart Gottes. Als er der täglichen Arbeit des Töpfers zuschaut, versteht er Gott plötzlich tiefer. Ich möchte heute versuchen, über das Alltägliche nicht so hinwegzuhuschen, sondern auch im Gewöhnlichen tiefer zu blicken und Gottes Ruf an mich zu hören. Bild: pexels-photo-36190460 / Jeffry Surianto

Jer 15, 10.16–21 Mittwoch, 17. Woche 10Weh mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast, einen Mann, der mit aller Welt in Zank und Streit liegt. Ich bin niemands Gläubiger und niemands Schuldner und doch fluchen mir alle. 16Fanden sich Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort wurde mir zum Glück und zur Freude meines Herzens; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heerscharen. 17Nie saß ich im Kreis der Lustigen und nicht war ich fröhlich; unter der Macht deiner Hand sitze ich einsam; denn du hast mich mit Groll angefüllt. 18Warum dauert mein Leiden ewig und ist meine Wunde so bösartig, dass sie nicht heilen will? Wahrlich, wie ein versiegender Bach bist du mir geworden, ein unzuverlässiges Wasser. 19Darum – so spricht der Herr: Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren und wieder vor mir stehen. Wenn du Edles hervorbringst und nicht Gemeines, darfst du wieder mein Mund sein. Jene werden umkehren zu dir, du aber kehre dich ihnen nicht zu! 20Dann mache ich dich für dieses Volk zur bronzenen, festen Mauer. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dir zu helfen und dich zu retten – Spruch des Herrn. 21Ja, ich rette dich aus der Hand der Bösen, ich befreie dich aus der Faust der Tyrannen. 18Warum dauert mein Leiden ewig Das Klagen geht weiter. Manchmal muss man lange klagen und jammern, bis die Seele wieder Luft schöpfen kann. Jeremia ist tief erschöpft und frustriert. Er klagt sein Leid, und das ist gut so. Bevor der Mensch fähig ist, Gottes Stimme zu vernehmen, muss er sich vor Gott „ausgeklagt“ haben. 10 Weh mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast. Jeremia ist grundehrlich. Er verharmlost seinen Schmerz nicht. Er verpackt seine Verzweiflung nicht in fromme Floskeln. Seine Klage geht bis an die Wurzel seines Lebens und er beklagt sogar, dass er einst geboren wurde. 18 Warum dauert mein Leiden ewig Gott hält unsere Bitterkeit, unseren Frust und unsere Enttäuschung aus. Die Klage ist kein Mangel an Glauben, sondern ein Schrei aus der Tiefe der Beziehung – ein Eingeständnis: Ich halte es aus eigener Kraft nicht mehr aus. Gott, hilf mir endlich. Die Klage ist das Ventil, durch das der innere Schmerz entweichen kann. Bild: Bild: pexels-photo-4584283 / Ketut Subiyanto

Jer 14, 17b-22 Dienstag, 17. Woche Meine Augen fließen über von Tränen bei Tag und bei Nacht und finden keine Ruhe. Denn großes Verderben brach herein über die Jungfrau, die Tochter, mein Volk, eine unheilbare Wunde. Gehe ich aufs Feld hinaus - seht, vom Schwert Durchbohrte! Komme ich in die Stadt - seht, vom Hunger Gequälte! Ja, auch Propheten und Priester werden verschleppt in ein Land, das sie nicht kennen. Hast du denn Juda ganz verworfen, wurde dir Zion zum Abscheu? Warum hast du uns so geschlagen, dass es für uns keine Heilung mehr gibt? Wir hofften auf Heil, doch kommt nichts Gutes, auf die Zeit der Heilung, doch ach, nur Schrecken! Wir erkennen, Herr, unser Unrecht, die Schuld unsrer Väter: Ja, wir haben gegen dich gesündigt. Um deines Namens willen verschmäh nicht, verstoß nicht den Thron deiner Herrlichkeit! Gedenke deines Bundes mit uns, und löse ihn nicht! Gibt es etwa Regenspender unter den Götzen der Völker? Oder ist es der Himmel, der von selbst regnen lässt? Bist nicht du es, Herr, unser Gott? Wir setzen unsre Hoffnung auf dich; denn du hast dies alles gemacht. Meine Augen fließen über von Tränen bei Tag und bei Nacht Der babylonische Feind steht vor den Toren Jerusalems, das Land leidet zusätzlich unter einer verheerenden Dürre, und die Menschen sind in Panik Jeremia lässt seiner Trauer freien Lauf. Er verschließt die Augen nicht vor der Realität. Draußen liegen die Erschlagenen durch das Schwert, drinnen in der Stadt herrscht Hunger. Gehe ich aufs Feld hinaus - seht, vom Schwert Durchbohrte Jeremia klagt Gott sein ganzes Leid. Er weint, und benennt die furchtbaren Zustände, die er in der Stadt sieht. Er kann im Moment nur noch klagen und weinen. Hast du denn Juda ganz verworfen Jeremia klagt sogar Gott an. Gott, wo bist du, hast du uns vergessen? Hast du uns verworfen? WARUM? Jeremia verstellt sich nicht. Gott hält seine Ehrlichkeit aus. Klagegebet Die Klage ist die quantitativ größte Gebetsform in der Bibel. Mehr als ein Drittel aller Psalmen sind Klagepsalmen. Zudem ist die Klage oft der erste, ungefilterte Impuls des menschlichen Herzens in der Not. Wenn der Schmerz oder die Angst uns überwältigen, beten wir nicht zuerst mit Lobpreis, sondern mit einem Seufzer oder einem Aufschrei. Klagegebet hat Vorrang Ich glaube nicht mehr, dass es stimmt, was ich noch im Seminar gelernt habe. Nicht das Lobgebet steht am Anfang der Gebetszeit, auch nicht das Dank- oder das Bittgebet, sondern – wenn es Dir danach ist – das Klagegebet. Der Mensch muss sich erst ausklagen, bevor er bereit ist, zu den anderen Gebetsformen überzugehen. Klage, wenn es Dir danach ist In der Bibel sieht man oft, dass Klagepsalmen mitten im tiefsten Jammer plötzlich umschlagen – nicht, weil die Krise schon vorbei wäre, sondern weil der Beter im Ringen mit Gott eine innere Wandlung erlebt hat. Der Dank am Ende einer Klage ist kein billiges "Alles-ist-gut", sondern ein errungener Durchbruch. Wir setzen unsre Hoffnung auf Dich. Erst nachdem sich Jeremia ausgeklagt hat, kann er sein Vertrauen wieder ganz auf Gott setzen. Seine Tränen, seine Klage haben etwas bewirkt. Nicht bei Gott, sondern bei ihm selber. Darum, wenn es Dir danach ist: Klage. Klage auch Gott an und klage nicht mit wohlüberlegten Worten. Klage auf „Badisch“, ganz ungeschminkt, in der eigenen Sprache, direkt von der Leber weg. Bild: pexels-photo-4584283 / Ketut Subiyanto










