von ew
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24. März 2026
Dan 3, 14-21.49.91-92.95 Mittwoch, 5. Fast Wo In jenen Tagen sprach König Nebukadnezzar: Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Ihr verehrt meine Götter nicht und betet das goldene Standbild nicht an, das ich errichtet habe? Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen, Lauten und Sackpfeifen und aller anderen Instrumente hört, sofort niederzufallen und das Standbild anzubeten, das ich habe machen lassen, ist es gut; betet ihr es aber nicht an, dann werdet ihr noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen. Welcher Gott kann euch dann aus meiner Gewalt erretten? Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar: Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten: Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten. Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet hast. Da wurde Nebukadnezzar wütend; sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er ließ den Ofen siebenmal stärker heizen, als man ihn gewöhnlich heizte. Dann befa hl er, einige der stärksten Männer aus seinem Heer sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln und in den glühenden Feuerofen werfen. Da wurden die Männer, wie sie waren - in ihren Mänteln, Röcken und Mützen und den übrigen Kleidungsstücken - gefesselt und in den glühenden Feuerofen geworfen. Aber der Engel des Herrn war zusammen mit Asarja und seinen Gefährten in den Ofen hinabgestiegen. Er trieb die Flammen des Feuers aus dem Ofen hinaus. Da erschrak der König Nebukadnezzar; er sprang auf und fragte seine Räte: Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen? Sie gaben dem König zur Antwort: Gewiss, König! Er erwiderte: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen. Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn. Da rief Nebukadnezzar aus: Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten Wir kehren wieder zurück zu jener Bibelstelle, die wir bereits am Dienstag, 3. Fastenwoche gelesen haben. (Dan 3, 25.34-43). Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego . »Ist es wahr?« drückt Erstaunen aus. Spürt Nebukadnezar das egoistische Interesse der Verleumder? Ist er überrascht, dass so treue Diener angeklagt werden? Oder beides miteinander? … Ihr verehrt meine Götter nicht. Es steht einiges auf dem Spiel. Nebukadnezars Worte klingen fast so, als wolle er die jungen Juden retten und zur Besinnung rufen. »Meinen Gott« nicht zu verehren, versteht der Heide Nebukadnezar nicht, der doch alle Götter anbeten kann und selbst »euren Gott« angebetet hat. Und wie könnte Nebukadnezar erlauben, dass gerade »sein Gott« Marduk »nicht verehrt« wird! Er würde ja den Götterzorn über ganz Babylonien herabziehen! Ihr verehrt meine Götter nicht. Es ist eben nicht »egal«, was ein Mensch glaubt! Hier stoßen wir aber auch auf die Tatsache, dass der biblische Glaube in den Augen der Umwelt zu aller Zeit intolerant war. Für Nebukadnezar gibt es viele Heilswege – je mehr, desto besser. Für den biblischen Glauben gibt es nur einen Heilsweg – je weniger andere locken, desto besser. Ihr verehrt meine Götter nicht. Für biblisches Denken, Glauben und Bekennen ist eine Einheit der Religionen oder eine Ökumene der Religionen geradezu lästerlich. Darum werden die Leute Gottes die schlimmsten Störenfriede des Antichrist sein und unter den Boykott der gesamten Gesellschaft gestellt werden. Wenn ihr bereit seid... Nebukadnezar baut den drei Todgeweihten eine goldene Brücke. Dieser Augenblick ist der gefährlichste im ganzen Kapitel. Wenn man in Glaubensdingen mit Liebe und Wohlwollen kommt, wird es für uns viel schwerer, standhaft zu bleiben. Verführung ist immer gefährlicher als Verfolgung. Die Verführung steigert sich zur Versuchung. Denn die Wahl für die drei Freunde lautet: Äußerlich vollziehen, was Nebukadnezar verlangt und was man innerlich gar nicht bejahen muss, oder Feuertod. Hier hätten wohl manche der heutigen Bischöfe (und Priester) gesagt: »Fallt nieder! Ihr sollt euch ja nicht zum Götzendienst bekehren. Ihr sollt nur euer Leben retten und einen Staatsakt begehen, den die ganze Welt ohne weiteres begangen hat.« (vgl. Gerhard Maier, Der Prophet Daniel, Wuppertaler Studienbibel (Holzgerlingen: SCM R. Brockhaus, 2018 Bild: Edgar Wunsch