Willkomen bei
Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

Ez 9, 1-8a; 10, 18-22 Mittwoch, 19. Woche Gott, der Herr, schrie mir laut in die Ohren: Das Strafgericht über die Stadt ist nahe. Jeder soll sein Werkzeug zum Zertrümmern in die Hand nehmen. Da kamen sechs Männer vom oberen Tor, das im Norden liegt. Jeder hatte sein Werkzeug zum Zertrümmern in der Hand. Unter ihnen war auch ein Mann, der ein leinenes Gewand anhatte; an seinem Gürtel hing Schreibzeug. Sie kamen herein und stellten sich neben den Altar aus Bronze. Die Herrlichkeit des Gottes Israels schwebte von den Kerubim, über denen sie war, hinüber zur Schwelle des Tempels. Er rief den Mann, der das leinene Gewand anhatte und an dessen Gürtel das Schreibzeug hing. Der Herr sagte zu ihm: Geh mitten durch die Stadt Jerusalem und schreib ein T auf die Stirn aller Männer, die über die in der Stadt begangenen Gräueltaten seufzen und stöhnen. Und ich hörte, wie er zu den anderen sagte: Geht hinter ihm her durch die Stadt, und schlagt zu! Euer Auge soll kein Mitleid zeigen, gewährt keine Schonung! Alt und jung, Mädchen, Kinder und Frauen sollt ihr erschlagen und umbringen. Doch von denen, die das T auf der Stirn haben, dürft ihr keinen anrühren. Beginnt in meinem Heiligtum! Da begannen sie bei den Ältesten, die vor dem Tempel standen. Er sagte zu ihnen: Macht den Tempel unrein, füllt seine Höfe mit Erschlagenen! Dann geht hinaus, und schlagt in der Stadt zu! Sie schlugen zu, und ich allein blieb übrig; Da verließ die Herrlichkeit des Herrn die Schwelle des Tempels und nahm wieder ihren Platz über den Kerubim ein. Die Kerubim bewegten ihre Flügel und hoben sich vor meinen Augen vom Boden empor. Sie gingen hinaus, und die Räder liefen an ihrer Seite mit. Vor dem östlichen Tor am Haus des Herrn blieben sie stehen. Und die Herrlichkeit des Gottes Israels schwebte über ihnen. Es waren die Lebewesen, die ich unter dem Thron des Gottes Israels am Fluss Kebar gesehen hatte, und ich erkannte, dass es Kerubim waren. Jedes dieser Lebewesen hatte vier Gesichter und vier Flügel. Unter ihren Flügeln hatten sie etwas, das wie Menschenhände aussah. Ihre Gesichter glichen den Gesichtern, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte. Jedes Lebewesen ging in die Richtung, in die eines seiner Gesichter wies. Beginnt in meinem Heiligtum! Eine furchtbare Lesung voller Gewalt. Auch wenn ich die Brutalität der heutigen Lesung nicht verstehe, so kann ich doch erkennen, dass das Gericht am Heiligtum beginnt, das zum Ort des Götzendienstes geworden ist. „Beginnt in meinem Heiligtum“ Die Herrlichkeit des Gottes schwebte, hinüber zur Schwelle des Tempels. Gott geht zuerst zum Tempel. Er möchte sich davon überzeugen, dass er dort einen rechten Tempeldienst vorfindet. Aber bereits an der Schwelle des Tempels sieht er den Götzendienst, der sich eingeschlichen hatte. Die Herrlichkeit des Gottes schwebte, hinüber zur Schwelle des Tempels. In Ez 8,11 wird beschrieben, dass „siebzig Männer von den Ältesten (also der gesamte Rat der Ältesten, die das ganze Volk repräsentieren) hingebungsvoll damit beschäftigt waren, ihren Götzendienst zu praktizieren.“ Niemand war mehr da, der dem Götzendienst ein Ende setzen wollte. Die Herrlichkeit des Gottes schwebte, hinüber zur Schwelle des Tempels. Wenn der Gottesdienst nicht mehr stimmt, dann fehlt auch der Segen auf dem Volk. Hat man Gott vergessen, dann ist der Mensch auf sich selbst geworfen und macht sich selbst zum Maß aller Dinge. Etwas Schlimmeres kann es nicht geben. „Der Herr sieht uns nicht“, So sagten es die Einwohner des Landes bereits ein Kapitel zuvor (Ez 8, 12). Der Herr sieht uns nicht, darum lasst uns leben nach unserer Façon. Darum lasst uns ablegen die Gebote Gottes und unserer Lust frönen, der Herr sieht uns nicht, er hat das Land verlassen. Gott überließ sie ihren eigenen Leidenschaften und ihren eigenen Gräueltaten. Gott überlässt die Menschen den Konsequenzen ihres eigenen Tuns. Das soll der Sinn dieser Visionen sein. Es ist, als ob Gott sagt: Gut, dann nehmt eure Werkzeuge, mit denen ihr eigentlich etwas aufbauen und erschaffen sollt, und benutzt sie zum Zertrümmern. Schreib ein T auf die Stirn aller Männer. Wer zu Gott hält, wird von ihm gerettet. Die Sehnsucht Gottes ist zu retten. Auch wenn wir solche schrecklichen Schilderungen in der Bibel lesen, dann dürfen wir doch an Gott nicht irrewerden. Leid, Tod und Not gehen immer vom Menschen aber niemals von Gott aus. Gott ist ein Gott der retten möchte. Er möchte sein Erbarmen und seine Liebe über allen Menschen ausschütten. Bild: pexels-photo-30735645 / Anastasiia Klochk o

Ez 2, 8 - 3, 4 Dienstag, 19. Woche So spricht der Herr: Du, Menschensohn, höre, was ich zu dir sage. Sei nicht widerspenstig wie dieses widerspenstige Volk! Öffne deinen Mund, und iss, was ich dir gebe. Und ich sah: Eine Hand war ausgestreckt zu mir; sie hielt eine Buchrolle. Er rollte sie vor mir auf. Sie war innen und außen beschrieben, und auf ihr waren Klagen, Seufzer und Weherufe geschrieben. Er sagte zu mir: Menschensohn, iss, was du vor dir hast. Iss diese Rolle! Dann geh, und rede zum Haus Israel! Ich öffnete meinen Mund, und er ließ mich die Rolle essen. Er sagte zu mir: Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen, fülle dein Inneres mit dieser Rolle, die ich dir gebe. Ich aß sie, und sie wurde in meinem Mund süß wie Honig. Er sagte zu mir: Geh zum Haus Israel, Menschensohn, und sprich mit meinen Worten zu ihnen! Sei nicht widerspenstig. Das könnte Gott auch zu mir sagen: Edgar, sei nicht widerspenstig. Du weißt, was zu tun ist. Fange endlich an, dein Christsein ernst zu nehmen, und lebe nicht mit Halbheiten. Öffne deinen Mund, und iss, was ich dir gebe. Es ist leicht zu verstehen, was Gott hier meint. Ezechiel soll die Buchrolle, das Wort Gottes, in sich aufnehmen. In einer Tropfsteinhöhle kann man gut sehen, dass viele Tropfen Wasser über die Zeit große Stalagmiten und Stalaktiten wachsen lassen können. Wenn wir täglich das Wort Gottes in uns aufnehmen, dann kann auch in uns geistlich etwas wachsen. Auch wir müssen die Buchrolle, das Wort Gottes, essen. Sie wurde in meinem Mund süß wie Honig Die Buchrolle, die Ezechiel essen muss, enthält nichts als Klagen, Seufzer und Weherufe, aber dennoch schmeckt sie Ezechiel süß wie Honig. Bei aller Bitterkeit, die ihm bevorsteht, weiß sich der Pro-phet auf der Seite Gottes. Er weiß, dass Gott es gut mit ihm meint, egal ob er lobt oder tadelt, ob er sich über meine Taten freut, oder ob es da etwas zum Beklagen gibt. Sprich mit meinen Worten zu ihnen! Das ist eine Herausforderung auch für mich. Auch ich (und du, lieber Leser, liebe Leserin) soll nicht meine eigenen Vorstellungen von Glaube und Kirche verkünden, sondern das, was Gott gefällt und das, was die Kirche lehrt. Wir sehen: Auch heute ist die Lesung wieder ganz konkret. Bild: pexels-photo-8550727 / Kindel Media

Ez 1, 2-5.24-28c Montag, 19. Woch e Am fünften Tag des Monats - es war im fünften Jahr nach der Verschleppung des Königs Jojachin - erging das Wort des Herrn an Ezechiel, den Sohn Busis, den Priester, im Land der Chaldäer, am Fluss Kebar. Dort kam die Hand des Herrn über ihn. Ich sah: Ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke mit flackerndem Feuer, umgeben von einem hellen Schein. Aus dem Feuer strahlte es wie glänzendes Gold. Mitten darin erschien etwas wie vier Lebewesen. Und das war ihre Gestalt: Sie sahen aus wie Menschen. Ich hörte das Rauschen ihrer Flügel; es war wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen, wie die Stimme des Allmächtigen. Wenn sie gingen, glich das tosende Rauschen dem Lärm eines Heerlagers. Wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel herabhängen. Ein Rauschen war auch oberhalb der Platte, die über ihren Köpfen war. Wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel herabhängen. Oberhalb der Platte über ihren Köpfen war etwas, das wie Saphir aussah und einem Thron glich. Auf dem, was einem Thron glich, saß eine Gestalt, die wie ein Mensch aussah. Oberhalb von dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas wie glänzendes Gold in einem Feuerkranz. Unterhalb von dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas wie Feuer und ringsum einen hellen Schein. Wie der Anblick des Regenbogens, der sich an einem Regentag in den Wolken zeigt, so war der helle Schein ringsum. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Als ich diese Erscheinung sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht. Und ich hörte, wie jemand redete. Die Lesung schildert uns heute einen ersten Teil der Berufungsgeschichte des Propheten Ezechiel. Gott erscheint dem Propheten, aber Ezechiel kann es kaum in Worte fassen, was er sieht, erlebt und empfindet. Er kann eigentlich nur stammeln und in Vergleichen beschreiben, was ihm widerfährt. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. • wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen. • wie die Stimme des Allmächtigen. • eine Gestalt, die wie ein Mensch aussah. • etwas wie glänzendes Gold in einem Feuerkranz. • etwas wie Feuer und ringsum einen hellen Schein. • wie der Anblick des Regenbogens. Und dann endet er mit seiner Beschreibung: So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Ich habe gelesen, dass im Durchschnitt jeder Muttersprachler ungefähr 12 000 bis 16 000 Wörter als aktiven Wortschatz kennt. Unsere endlichen menschlichen Worte sind viel zu dürftig, um etwas Unendliches, um Gott zu beschreiben. Es bleibt Ezechiel nichts anderes übrig, als Vergleiche aus seiner damaligen Welt zurate zu ziehen, um Gott zu beschreiben. Er weiß, dass dies ungenügend ist. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Im Hochgebet der heiligen Messe bete ich jeden Tag: „ … wo wir dich schauen von Angesicht zu Angesicht.“ Eines Tages, wenn wir in den Himmel kommen, werden wir Gott sehen. Dann werden die Schleier fallen und wir brauchen keine menschlichen Vergleiche mehr heranzuziehen, um Gott zu beschreiben. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Aber ich bezweifle, dass wir auch dann, wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, sein Wesen ganz ergründen können. Wir werden sicher eine Ewigkeit brauchen, um Gott in seiner Tiefe und seiner Schönheit zu erkennen. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Wir werden, so hat es einmal jemand gesagt, Gott nicht immer besser erkennen, sondern immer weniger ungenügend. Das wenige, das ich heute schon von Gott erkennen darf, ist jedoch schon so schön, dass es sich lohnt, alles in die Waagschale zu werfen, um diesem Gott immer näherzukommen. Bild: pexels-photo-2530823 / Jorge Fakhouri Filho

Hab 1, 12 – 2, 4 Samstag, 18. Woche 1, 12Herr, bist du nicht seit Urzeiten, mein heiliger Gott? Gewiss werden wir nicht sterben! Herr, du hast sie dazu gerufen, an uns das Gericht zu vollziehen: Du, unser Fels, du hast sie dazu bestimmt, uns zu bestrafen. 13Deine Augen sind zu rein, um Böses mit anzusehen, du kannst der Unterdrückung nicht zusehen. Warum siehst du also den Treulosen zu und schweigst, wenn der Ruchlose den Gerechten verschlingt? 14Warum behandelst du die Menschen wie die Fische im Meer, wie das Gewürm, das keinen Herrn hat? 15Mit der Angel holt er sie alle herauf, er schleppt sie weg in seinem Netz und rafft sie fort in seinem Fischgarn; er freut sich darüber und jubelt. 16Deshalb opfert er seinem Netz und bringt seinem Fischgarn Rauchopfer dar; denn durch sie hat er reichen Gewinn und ein üppiges Mahl. 17Darum zückt er unablässig sein Schwert, um ohne Erbarmen die Völker zu morden. 2, 1Ich will auf meinem Wachtturm stehen, ich stelle mich auf den Wall und spähe aus, um zu sehen, was er mir sagt und was ich auf den Vorwurf gegen mich antworten soll. 2Der Herr gab mir Antwort und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann! 3Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus. 4Sieh her: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. Warum siehst du also den Treulosen zu? Die Frage, warum Gott dem Unrecht und dem Leid in der Welt scheinbar tatenlos zuschaut, ist eine der schmerzhaftesten Fragen der Menschheit. Der Prophet Habakuk schreit zu Gott: Er sieht Gewalt und Unterdrückung und versteht die Welt nicht mehr. Gott schweigt und greift nicht ein. Er schaut nur zu und lässt das Böse walten. Warum siehst du also den Treulosen zu? Habakuk klagt Gott an. Er wirft ihm vor, wegzuschauen. „Warum siehst du also den Treulosen zu und schweigst, wenn der Ruchlose den Gerechten verschlingt?“ Der gläubige Mensch braucht das Unrecht nicht stumm erdulden. Er darf Gott klagen und er darf Gott auch anklagen. Warum siehst du also den Treulosen zu? Das Gebet darf auch ein Klagen über die Not und selbst ein Anklagen Gottes sein. Gott hält unseren Schmerz und unsere Wut über das Unrecht aus. Die Klage hilft dem leidenden Menschen und tröstet ihn – selbst wenn keine Lösung in Sicht ist. Warum greift Gott nicht ein? Wenn Gott allmächtig ist, müsste er doch jede Gewalttat und jedes Unrecht sofort auslöschen können. Gott könnte doch im Handumdrehen alle bösen Menschen auf dieser Welt sofort austilgen. Ja, aber dann hätten wir ein großes Problem. Dann gäbe es auch dich und mich nicht mehr, denn auch durch mich und durch dich geschehen hin und wieder böse Sachen. Warum greift Gott nicht ein? Gott hat den Menschen mit echtem, freien Willen ausgestattet. Liebe kann nicht programmiert werden; sie ist nur dort echt, wo auch die Fähigkeit zur Freiheit und damit leider auch zu Ablehnung und zur Sünde existiert. Warum greift Gott nicht ein? Wenn Gott bei jedem menschlichen Fehltritt, bei jeder Ungerechtigkeit sofort mechanisch eingreifen würde, gäbe es keine menschliche Freiheit mehr. Wir wären Marionetten. Warum greift Gott nicht ein? Das ungreifbare Schweigen Gottes ist also oft der Preis dafür, dass Gott uns ernst nimmt als eigenständige, freie Wesen – auch wenn wir diese Freiheit erschreckend oft missbrauchen. Bild: pexels-photo-6382710 / Liza S ummer










