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Pfarrer Edgar Wunsch

Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.


Pfarrer Edgar Wunsch und Team


tägliche Schriftbetrachtung

von ew 18. Juni 2026
Sir 48, 1–14 Donnerstag, 11. Woche In jenen Tagen 1stand Elíja auf, ein Prophet wie Feuer, sein Wort brannte wie eine Fackel. 2Er ließ über sie eine Hungersnot hereinbrechen und verringerte sie mit seinem Eifer; 3durch das Wort des Herrn verschloss er den Himmel, ebenso ließ er dreimal Feuer herabfallen. 4Wie wurdest du verherrlicht, Elíja, durch deine Wunder! Wer wird sich gleich dir rühmen können? 5Der einen Verstorbenen auferweckt hat vom Tod und aus dem Hades durch ein Wort des Höchsten; 6der Könige in die Vernichtung geführt hat und Berühmte weg von ihrem Lager; 7der am Sínai eine Zurechtweisung hört und am Horeb Urteile der Vergeltung; 8der Könige salbt zur Vergeltung und ihm nachfolgende Propheten; 9der mit einem Wirbelsturm aus Feuer hinweggenommen wurde in einem Wagen mit feurigen Pferden; 10der aufgeschrieben ist für Zurechtweisungen für künftige Zeiten, um den Zorn vor dem Ausbruch zu besänftigen, um das Herz des Vaters dem Sohn zuzuwenden und um die Stämme Jakobs aufzurichten. 11Selig, die dich gesehen haben und die in Liebe entschlafen sind; denn auch wir werden gewiss leben. 12Elíja – er wurde vom Wirbelsturm verhüllt und Elíscha wurde mit seinem Geist erfüllt; zu seiner Zeit wurde er von keinem Herrscher ins Wanken gebracht und niemand hatte Macht über ihn. 13Kein Wort ging über seine Kraft und noch im Tod hat sein Leib prophezeit. 14In seinem Leben hat er Wunder getan und im Tod waren seine Werke erstaunlich. Die Lesung wirft einen faszinierenden Blick auf das Leben des Propheten Elija und seines Nachfolgers Elischa. Wenn wir diesen Text nicht nur als historische Erzählung lesen, sondern als Spiegel für unsere eigene Seele, entfaltet er eine enorme spirituelle Wucht. Elíja, ein Prophet wie Feuer Der Text beginnt nicht mit einer Biografie, sondern mit einem Zustand: Feuer. Elija tritt auf wie ein Feuer. In einer spirituellen Krise, in der der Glaube lauwarm und angepasst geworden ist, brennt dieser Mensch. Für unseren eigenen Weg stellt das eine radikale Frage: Wofür brenne ich? Ist mein Glaube zu einer reinen Gewohnheit geworden, oder spüre ich noch das Feuer der göttlichen Sehnsucht? Er brachte Hungersnot über sie... Elija entzieht dem Land den Regen. Was grausam klingt, ist im spirituellen Sinne das Prinzip der Wüste. Manchmal lässt Gott in unserem Leben Phasen der spirituellen Trockenheit zu. Die Quellen, aus denen wir sonst Bestätigung, Trost oder Ablenkung schöpfen, versiegen. Er brachte Hungersnot über sie... Diese „Hungersnot der Seele“ ist oft ein Segen im Gewand der Krise. Erst wenn der äußere Strom an Ablenkungen versiegt, werden wir gezwungen, nach der inneren, unversiegbaren Quelle zu suchen. Das Schließen des Himmels ist die Einladung, in der Stille auf das „leise, sanfte Sausen“ zu hören, in dem Gott sich Elija später offenbaren wird. Der einen Verstorbenen auferweckt hat vom Tod Vers 5 ist ein direkter Rückblick auf eine berühmte Erzählung aus 1 Kön 17. Dort hält sich Elija bei einer armen Witwe in Sarepta auf. Als deren kleiner Sohn schwer krank wird und stirbt, betet Elija zu Gott und fleht um das Leben des Kindes. Elija ging damit als der erste Prophet in die Geschichte Israels ein, durch den ein Toter wieder lebendig wurde. Bild: pexels-photo-4820991 / Michael Noel
von ew 17. Juni 2026
2 Kön 2, 1.4b.6–14 Mittwoch, 11. Woche 1An dem Tag, da der Herr Elíja im Wirbelsturm in den Himmel auf-nehmen wollte, ging Elíja mit Elíscha von Gilgal weg. 4bSo kamen sie nach Jéricho 6Elíja aber bat Elíscha: Bleib hier; denn der Herr hat mich an den Jordan gesandt. Elíscha erwiderte: So wahr der Herr lebt und so wahr du lebst: Ich verlasse dich nicht. So gingen beide mitei-nander. 7Fünfzig Prophetenjünger folgten ihnen und blieben dann seitwärts in einiger Entfernung stehen. Die beiden traten an den Jor-dan. 8Hier nahm Elíja seinen Mantel, rollte ihn zusammen und schlug mit ihm auf das Wasser. Dieses teilte sich nach beiden Seiten und sie schritten trockenen Fußes hindurch. 9Als sie drüben angekommen waren, sagte Elíja zu Elíscha: Sprich eine Bitte aus, die ich dir erfüllen soll, bevor ich von dir weggenommen werde! Elíscha antwortete: Möchten mir doch zwei Anteile deines Geistes zufallen. 10Elíja ent-gegnete: Du hast etwas Schweres erbeten. Wenn du siehst, wie ich von dir weggenommen werde, wird es dir zuteilwerden. Sonst aber wird es nicht geschehen. 11Während sie miteinander gingen und redeten, er-schien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide voneinander. Elíja fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor. 12Elíscha sah es und rief laut: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und seine Reiter! Als er ihn nicht mehr sah, fasste er sein Gewand und riss es mitten entzwei. 13Dann hob er den Mantel auf, der Elíja entfallen war, kehrte um und trat an das Ufer des Jordan. 14Er nahm den Mantel, der Elíja entfallen war, schlug mit ihm auf das Wasser und rief: Wo ist der Herr, der Gott des Elíja? Als er auf das Wasser schlug, teilte es sich nach beiden Seiten und Elíscha ging hinüber. Im Wirbelsturm? Dass Elija ausgerechnet in einem Wirbelsturm und begleitet von einem feurigen Wagen in den Himmel aufgenommen wird, ist kein zufälliges Detail. In der Bildsprache der Bibel und der altorientalischen Umwelt hat diese Schilderung eine tiefe theologische Bedeutung. Der Sturm als Zeichen für das Erscheinen Gottes Im AT ist der Wirbelsturm das klassische Begleitphänomen, wenn Gott selbst in Macht und Herrlichkeit erscheint. Wenn Gott mit Menschen spricht oder eingreift, bebt oft die Erde, Feuer fällt herab oder ein gewal-tiger Sturm zieht auf. Gott antwortet Hiob aus einem Wirbelsturm (Hiob 38,1) und auch der Prophet Hesekiel sieht Gottes Thronwagen inmitten eines großen Sturms und Feuers (Hesekiel 1,4). Der Wirbelsturm bei Elijas Entrückung signalisiert den Lesern sofort: Hier handelt Gott selbst. Es ist ein direktes, feierliches Eingreifen der himmlischen Welt in die irdische. Der endgültige Sieg über den Wettergott Baal Elijas gesamte Lebensaufgabe bestand darin, das Volk Israel von dem kanaanäischen Gott Baal wegzubringen und zurück zu Jahwe, dem Gott Israels zu führen. Der entscheidende Punkt dabei: Baal wurde im alten Orient als der Gott des Sturms, des Wetters, des Blitzes und des Regens verehrt. Er galt als derjenige, der auf den Wolken reitet. Die Schilderung von Elijas Abschied setzt dem Ganzen die Krone auf: Nicht Baal beherrscht die Wolken, Blitze und Stürme, sondern Jahwe. Gott nutzt den Wirbelsturm und feurige Wagen wie ein königliches Taxi, um seinen treuen Propheten abzuholen. Es ist der Beweis, dass Jahwe der wahre Herr über die Naturgewalten ist – und nicht der von König Ahab verehrte Baal. Bild: pexels-photo-15597521 / Davide Rotondi
von ew 15. Juni 2026
1 Kön 21, 1–16 Montag, 11. Woche 1In jenen Tagen trug sich Folgendes zu. Nabot aus Jésreël hatte einen Weinberg in Jésreël neben dem Palast Ahabs, des Königs von Samárien. 2Ahab verhandelte mit Nabot und schlug ihm vor: Gib mir deinen Weinberg! Er soll mir als Gemüsegarten dienen; denn er liegt nahe bei meinem Haus. Ich will dir dafür einen besseren Weinberg geben. Wenn es dir aber lieber ist, bezahle ich dir den Kaufpreis in Geld. 3Doch Nabot erwiderte: Der Herr bewahre mich davor, dass ich dir das Erbe meiner Väter überlasse. 4Darauf kehrte Ahab in sein Haus zurück. Er war missmutig und verdrossen, weil Nabot aus Jésreël zu ihm gesagt hatte: Ich werde dir das Erbe meiner Väter nicht überlas-sen. Er legte sich auf sein Bett, wandte das Gesicht ab und aß nichts. 5Seine Frau Isébel kam zu ihm herein und fragte: Warum bist du missmutig und isst nichts? 6Er erzählte ihr: Ich habe mit Nabot aus Jésreël verhandelt und ihm gesagt: Verkauf mir deinen Weinberg für Geld, oder wenn es dir lieber ist, gebe ich dir einen anderen dafür. Doch er hat geantwortet: Ich werde dir meinen Weinberg nicht geben. 7Da sagte seine Frau Isébel zu ihm: Du bist doch jetzt König in Israel. Steh auf, iss und sei guter Dinge! Ich werde dir den Weinberg Nabots aus Jésreël verschaffen. 8Sie schrieb Briefe im Namen Ahabs, versah sie mit seinem Siegel und schickte sie an die Ältesten und Vornehmen, die mit Nabot zusammen in der Stadt wohnten. 9In den Briefen schrieb sie: Ruft ein Fasten aus und lasst Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen! 10Setzt ihm aber zwei nichtswürdige Männer gegen-über! Sie sollen gegen ihn als Zeugen auftreten und sagen: Du hast Gott und den König gelästert. Führt ihn dann hinaus und steinigt ihn zu Tode! 11Die Männer der Stadt, die Ältesten und Vornehmen, die mit ihm zusammen in der Stadt wohnten, taten, was Isébel ihnen gebo-ten hatte, was in den Briefen stand, die sie ihnen gesandt hatte. 12Sie riefen ein Fasten aus und ließen Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen. 13Es kamen aber auch die beiden nichtswürdigen Männer und setzten sich ihm gegenüber. Sie standen vor dem Volk als Zeugen gegen Nabot auf und sagten: Nabot hat Gott und den König gelästert. Sogleich führte man ihn aus der Stadt hinaus und steinigte ihn zu To-de. 14Darauf ließen sie Isébel melden: Nabot wurde gesteinigt und ist tot. 15Sobald sie hörte, dass Nabot gesteinigt wurde und tot war, sagte sie zu Ahab: Auf, nimm den Weinberg Nabots aus Jésreël in Besitz, den er dir für Geld nicht verkaufen wollte; denn Nabot lebt nicht mehr; er ist tot. 16Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, stand er auf und ging zum Weinberg Nabots aus Jésreël hinab, um von ihm Besitz zu ergreifen. Die Geschichte von Nabots Weinberg ist kein verstaubter Text, sondern ein zeitloses Psychogramm von Macht, Feigheit und Systemversagen. Ahab König Ahab will Nabots Weinberg kaufen, um daraus einen Gemüsegarten zu machen. Nabot lehnt ab, das Erbe seiner Väter ist ihm wichtiger als ein Gewinn. Ahab Ahab reagiert zwar wie ein Kind, ist beleidigt und schmollt im Bett, aber er akzeptiert Nabots Entscheidung. Unreife gepaart mit Macht ist eine der gefährlichsten Kombinationen der Menschheitsgeschichte. Isebel Die Königin wird aktiv: Sie schreibt Briefe, sucht falsche Zeugen und inszeniert einen Lügenprozess. Ahab Er ist noch nicht erwachsen geworden. Er schmollt, er dreht sich im Bett gegen die Wand und kommt nicht mehr zum Abendessen - wie ein Kind. Er sieht das unrechte Tun Isebels, aber er greift nicht ein. Er sieht nur zu. Er übernimmt keine Verantwortung und lässt es laufen. Er unterbindet nicht die Intrigen Isebels. Er lässt Isebel gewähren. Ahab schreitet gegen das Unrecht nicht ein und lässt damit dem Bösen einen weiten Raum. Fazit Ahab verkörpert einen sehr modernen Typus von Täter: den passiven Profiteur. Wenn wir Unrecht „laufen lassen“, dann entwickelt das Böse eine Eigendynamik, die am Ende nicht mehr zu bremsen ist. • Auch Ahab hat sich schuldig gemacht • Das Böse braucht nicht immer Monster; oft reicht das Schweigen derer, die es stoppen könnten. • „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.“ – nach Edmund Burke Bild: pexels-photo-36763329 / Vitalie Gariev
von ew 12. Juni 2026
Kön 19, 19–21 Samstag, 10. Woche In jenen Tagen, 19als Elíja vom Gottesberg weggegangen war, traf er Elíscha, den Sohn Schafats. Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen und er selbst pflügte mit dem zwölften. Im Vorbeigehen warf Elíja seinen Mantel über ihn. 20Sogleich verließ Elíscha die Rinder, eilte Elíja nach und bat ihn: Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter den Abschiedskuss geben; dann werde ich dir folgen. Elíja antwortete: Geh, kehr um! Denn was habe ich dir getan? 21Elíscha ging von ihm weg, nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie. Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch und setzte es den Leuten zum Essen vor. Dann stand er auf, folgte Elíja und trat in seinen Dienst. Die Ochsen schlachten Wenn man sich die Details der Geschichte anschaut, wird deutlich, dass Elischa hier nicht einfach nur ein Abschiedsessen veranstaltet, sondern eine bewusste, unumkehrbare Entscheidung trifft. Das Verhalten von Elischa zeigt seine tiefe Bereitschaft auf drei Ebenen: Die Ochsen schlachten - ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit. Elischa pflügte mit zwölf Gespannen Ochsen. Er kommt also aus einer sehr wohlhabenden Bauernfamilie. Ochsen und das hölzerne Joch waren seine wertvollsten Arbeitswerkzeuge und seine finanzielle Absicherung. Was er tut: Er schlachtet die Ochsen und benutzt das Holz des Jochs als Brennholz, um das Fleisch zu kochen. Die Bedeutung: Damit zerstört er buchstäblich seine bisherige Existenzgrundlage. Er behält sich kein „Hintertürchen“ offen. Falls es als Prophet nicht klappt, kann er nicht einfach zurückkehren und weiterpflügen – denn sein Werkzeug ist verbrannt und seine Tiere sind tot. Es ist der totale Point of No Return. Die Ochsen schlachten - ein Fest der Freude und des Dienens. Anstatt heimlich wegzugehen oder zu trauern, macht Elischa aus dem Schlachten ein großes Festmahl für die Menschen seines Dorfes. Er teilt seinen Wohlstand ein letztes Mal mit der Gemeinschaft. Es ist kein trauriger Abschied, sondern ein feierlicher Übergang. Danach heißt es im Text schlicht: „Dann stand er auf, folgte Elija und trat in seinen Dienst.“ Vom reichen Großbauern wird er freiwillig zum Diener eines wandernden Propheten. Die Ochsen schlachten - der Vergleich zum Neuen Testament. Diese Szene ist so prägend, dass Jesus im Lukas-Evangelium (Lk 9,62) direkt darauf anspielt, als jemand ihm nachfolgen, sich aber vorher noch von seiner Familie verabschieden will. Jesus sagt dort: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Im Gegensatz zu dem Mann bei Jesus hat Elischa den Pflug eben nicht nur losgelassen, sondern ihn verbrannt. Bild. Pexel / Mushfiqur Rahman

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