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Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

Ez 12, 1-12 Donnerstag, 19. Woche Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, du wohnst mitten unter einem widerspenstigen Volk, das Augen hat, um zu sehen, und doch nicht sieht, das Ohren hat, um zu hören, und doch nicht hört; denn sie sind ein widerspenstiges Volk. Du, Menschensohn, pack deine Sachen, als würdest du verschleppt, und geh am hellen Tag vor ihren Augen weg, als ob du vor ihren Augen von deinem Wohnsitz an einen andern verschleppt würdest. Vielleicht sehen sie es; aber sie sind ja ein widerspenstiges Volk. Trag dein Gepäck bei Tag vor ihren Augen hinaus, wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend aber geh selbst vor ihren Augen hinaus, wie die Leute, die in die Verbannung ziehen. Brich dir vor ihren Augen ein Loch in die Wand, und kriech hindurch! Vor ihren Augen nimm das Gepäck auf die Schulter! Bring es in der Dunkelheit weg! Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht mehr siehst. Denn ich habe dich zum Mahnzeichen für das Haus Israel gemacht. Ich tat, was mir befohlen wurde. Bei Tag trug ich mein Gepäck hinaus, wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend brach ich mit den Händen ein Loch durch die Wand; in der Dunkelheit kroch ich hindurch. Dann nahm ich vor ihren Augen das Gepäck auf die Schulter. Am nächsten Morgen erging das Wort des Herrn an mich: Menschensohn, hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Volk, zu dir gesagt: Was machst du da? Sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Dieses drohende Wort gilt dem Fürsten von Jerusalem und dem ganzen Volk Israel, das in Jerusalem wohnt. Sag: Ich bin ein Mahnzeichen für euch: Was ich getan habe, das wird mit ihnen geschehen; in die Verbannung, in die Gefangenschaft werden sie ziehen. Ihr Fürst wird in der Dunkelheit sein Gepäck auf die Schulter nehmen und hinausgehen. In die Mauer wird man ein Loch brechen, um hindurchzugehen. Er wird sein Gesicht verhüllen, um mit seinen Augen das Land nicht zu sehen. Pack deine Sachen Ezechiel soll einen Auftrag ausführen. Er soll seine Sachen packen und vor den Augen der Israeliten weggehen, so als würde er in die Verbannung gehen und nicht mehr zurückkommen. Das Volk soll nicht nur hören, was er sagt, sie sollen auch am Leben des Ezechiel mit den Augen sehen und erkennen, was Gott von ihnen fordert. Gott ist ein guter Pädagoge. Er weiß, dass Worte sehr schnell wieder vergessen werden, dass aber ein Lebensbeispiel, ein Lebenszeugnis beeindruckt und besser im Gedächtnis haften bleibt. Was machst du da? Ezechiel soll solange sein Gepäck packen und vor den Augen des Volkes weggehen bis sie anfangen zu frage: Was tust du denn da. Was soll denn das. Worin liegt der Sinn? Lebst du auch was du glaubst und verkündest? Mehr als Worte beeindruckt sicher das Lebenszeugnis eines Menschen, darum soll auch ein Christ vor allem durch sein Leben den Menschen um ihn herum ein Zeugnis seines Glaubens geben. Solange bis sie anfangen zu fragen: Warum machst du das? Warum gehst du am Sonntag in die Kirche, warum töten Christen keine kleinen Kinder im Mutterleib … So stellt mir die heutige Lesung die Frage: Lebst du auch was du glaubst und verkündest? Bild: pexels-photo-9185813 / Timur Weber

Ez 9, 1-8a; 10, 18-22 Mittwoch, 19. Woche Gott, der Herr, schrie mir laut in die Ohren: Das Strafgericht über die Stadt ist nahe. Jeder soll sein Werkzeug zum Zertrümmern in die Hand nehmen. Da kamen sechs Männer vom oberen Tor, das im Norden liegt. Jeder hatte sein Werkzeug zum Zertrümmern in der Hand. Unter ihnen war auch ein Mann, der ein leinenes Gewand anhatte; an seinem Gürtel hing Schreibzeug. Sie kamen herein und stellten sich neben den Altar aus Bronze. Die Herrlichkeit des Gottes Israels schwebte von den Kerubim, über denen sie war, hinüber zur Schwelle des Tempels. Er rief den Mann, der das leinene Gewand anhatte und an dessen Gürtel das Schreibzeug hing. Der Herr sagte zu ihm: Geh mitten durch die Stadt Jerusalem und schreib ein T auf die Stirn aller Männer, die über die in der Stadt begangenen Gräueltaten seufzen und stöhnen. Und ich hörte, wie er zu den anderen sagte: Geht hinter ihm her durch die Stadt, und schlagt zu! Euer Auge soll kein Mitleid zeigen, gewährt keine Schonung! Alt und jung, Mädchen, Kinder und Frauen sollt ihr erschlagen und umbringen. Doch von denen, die das T auf der Stirn haben, dürft ihr keinen anrühren. Beginnt in meinem Heiligtum! Da begannen sie bei den Ältesten, die vor dem Tempel standen. Er sagte zu ihnen: Macht den Tempel unrein, füllt seine Höfe mit Erschlagenen! Dann geht hinaus, und schlagt in der Stadt zu! Sie schlugen zu, und ich allein blieb übrig; Da verließ die Herrlichkeit des Herrn die Schwelle des Tempels und nahm wieder ihren Platz über den Kerubim ein. Die Kerubim bewegten ihre Flügel und hoben sich vor meinen Augen vom Boden empor. Sie gingen hinaus, und die Räder liefen an ihrer Seite mit. Vor dem östlichen Tor am Haus des Herrn blieben sie stehen. Und die Herrlichkeit des Gottes Israels schwebte über ihnen. Es waren die Lebewesen, die ich unter dem Thron des Gottes Israels am Fluss Kebar gesehen hatte, und ich erkannte, dass es Kerubim waren. Jedes dieser Lebewesen hatte vier Gesichter und vier Flügel. Unter ihren Flügeln hatten sie etwas, das wie Menschenhände aussah. Ihre Gesichter glichen den Gesichtern, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte. Jedes Lebewesen ging in die Richtung, in die eines seiner Gesichter wies. Beginnt in meinem Heiligtum! Eine furchtbare Lesung voller Gewalt. Auch wenn ich die Brutalität der heutigen Lesung nicht verstehe, so kann ich doch erkennen, dass das Gericht am Heiligtum beginnt, das zum Ort des Götzendienstes geworden ist. „Beginnt in meinem Heiligtum“ Die Herrlichkeit des Gottes schwebte, hinüber zur Schwelle des Tempels. Gott geht zuerst zum Tempel. Er möchte sich davon überzeugen, dass er dort einen rechten Tempeldienst vorfindet. Aber bereits an der Schwelle des Tempels sieht er den Götzendienst, der sich eingeschlichen hatte. Die Herrlichkeit des Gottes schwebte, hinüber zur Schwelle des Tempels. In Ez 8,11 wird beschrieben, dass „siebzig Männer von den Ältesten (also der gesamte Rat der Ältesten, die das ganze Volk repräsentieren) hingebungsvoll damit beschäftigt waren, ihren Götzendienst zu praktizieren.“ Niemand war mehr da, der dem Götzendienst ein Ende setzen wollte. Die Herrlichkeit des Gottes schwebte, hinüber zur Schwelle des Tempels. Wenn der Gottesdienst nicht mehr stimmt, dann fehlt auch der Segen auf dem Volk. Hat man Gott vergessen, dann ist der Mensch auf sich selbst geworfen und macht sich selbst zum Maß aller Dinge. Etwas Schlimmeres kann es nicht geben. „Der Herr sieht uns nicht“, So sagten es die Einwohner des Landes bereits ein Kapitel zuvor (Ez 8, 12). Der Herr sieht uns nicht, darum lasst uns leben nach unserer Façon. Darum lasst uns ablegen die Gebote Gottes und unserer Lust frönen, der Herr sieht uns nicht, er hat das Land verlassen. Gott überließ sie ihren eigenen Leidenschaften und ihren eigenen Gräueltaten. Gott überlässt die Menschen den Konsequenzen ihres eigenen Tuns. Das soll der Sinn dieser Visionen sein. Es ist, als ob Gott sagt: Gut, dann nehmt eure Werkzeuge, mit denen ihr eigentlich etwas aufbauen und erschaffen sollt, und benutzt sie zum Zertrümmern. Schreib ein T auf die Stirn aller Männer. Wer zu Gott hält, wird von ihm gerettet. Die Sehnsucht Gottes ist zu retten. Auch wenn wir solche schrecklichen Schilderungen in der Bibel lesen, dann dürfen wir doch an Gott nicht irrewerden. Leid, Tod und Not gehen immer vom Menschen aber niemals von Gott aus. Gott ist ein Gott der retten möchte. Er möchte sein Erbarmen und seine Liebe über allen Menschen ausschütten. Bild: pexels-photo-30735645 / Anastasiia Klochk o

Ez 2, 8 - 3, 4 Dienstag, 19. Woche So spricht der Herr: Du, Menschensohn, höre, was ich zu dir sage. Sei nicht widerspenstig wie dieses widerspenstige Volk! Öffne deinen Mund, und iss, was ich dir gebe. Und ich sah: Eine Hand war ausgestreckt zu mir; sie hielt eine Buchrolle. Er rollte sie vor mir auf. Sie war innen und außen beschrieben, und auf ihr waren Klagen, Seufzer und Weherufe geschrieben. Er sagte zu mir: Menschensohn, iss, was du vor dir hast. Iss diese Rolle! Dann geh, und rede zum Haus Israel! Ich öffnete meinen Mund, und er ließ mich die Rolle essen. Er sagte zu mir: Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen, fülle dein Inneres mit dieser Rolle, die ich dir gebe. Ich aß sie, und sie wurde in meinem Mund süß wie Honig. Er sagte zu mir: Geh zum Haus Israel, Menschensohn, und sprich mit meinen Worten zu ihnen! Sei nicht widerspenstig. Das könnte Gott auch zu mir sagen: Edgar, sei nicht widerspenstig. Du weißt, was zu tun ist. Fange endlich an, dein Christsein ernst zu nehmen, und lebe nicht mit Halbheiten. Öffne deinen Mund, und iss, was ich dir gebe. Es ist leicht zu verstehen, was Gott hier meint. Ezechiel soll die Buchrolle, das Wort Gottes, in sich aufnehmen. In einer Tropfsteinhöhle kann man gut sehen, dass viele Tropfen Wasser über die Zeit große Stalagmiten und Stalaktiten wachsen lassen können. Wenn wir täglich das Wort Gottes in uns aufnehmen, dann kann auch in uns geistlich etwas wachsen. Auch wir müssen die Buchrolle, das Wort Gottes, essen. Sie wurde in meinem Mund süß wie Honig Die Buchrolle, die Ezechiel essen muss, enthält nichts als Klagen, Seufzer und Weherufe, aber dennoch schmeckt sie Ezechiel süß wie Honig. Bei aller Bitterkeit, die ihm bevorsteht, weiß sich der Pro-phet auf der Seite Gottes. Er weiß, dass Gott es gut mit ihm meint, egal ob er lobt oder tadelt, ob er sich über meine Taten freut, oder ob es da etwas zum Beklagen gibt. Sprich mit meinen Worten zu ihnen! Das ist eine Herausforderung auch für mich. Auch ich (und du, lieber Leser, liebe Leserin) soll nicht meine eigenen Vorstellungen von Glaube und Kirche verkünden, sondern das, was Gott gefällt und das, was die Kirche lehrt. Wir sehen: Auch heute ist die Lesung wieder ganz konkret. Bild: pexels-photo-8550727 / Kindel Media

Ez 1, 2-5.24-28c Montag, 19. Woch e Am fünften Tag des Monats - es war im fünften Jahr nach der Verschleppung des Königs Jojachin - erging das Wort des Herrn an Ezechiel, den Sohn Busis, den Priester, im Land der Chaldäer, am Fluss Kebar. Dort kam die Hand des Herrn über ihn. Ich sah: Ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke mit flackerndem Feuer, umgeben von einem hellen Schein. Aus dem Feuer strahlte es wie glänzendes Gold. Mitten darin erschien etwas wie vier Lebewesen. Und das war ihre Gestalt: Sie sahen aus wie Menschen. Ich hörte das Rauschen ihrer Flügel; es war wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen, wie die Stimme des Allmächtigen. Wenn sie gingen, glich das tosende Rauschen dem Lärm eines Heerlagers. Wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel herabhängen. Ein Rauschen war auch oberhalb der Platte, die über ihren Köpfen war. Wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel herabhängen. Oberhalb der Platte über ihren Köpfen war etwas, das wie Saphir aussah und einem Thron glich. Auf dem, was einem Thron glich, saß eine Gestalt, die wie ein Mensch aussah. Oberhalb von dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas wie glänzendes Gold in einem Feuerkranz. Unterhalb von dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas wie Feuer und ringsum einen hellen Schein. Wie der Anblick des Regenbogens, der sich an einem Regentag in den Wolken zeigt, so war der helle Schein ringsum. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Als ich diese Erscheinung sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht. Und ich hörte, wie jemand redete. Die Lesung schildert uns heute einen ersten Teil der Berufungsgeschichte des Propheten Ezechiel. Gott erscheint dem Propheten, aber Ezechiel kann es kaum in Worte fassen, was er sieht, erlebt und empfindet. Er kann eigentlich nur stammeln und in Vergleichen beschreiben, was ihm widerfährt. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. • wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen. • wie die Stimme des Allmächtigen. • eine Gestalt, die wie ein Mensch aussah. • etwas wie glänzendes Gold in einem Feuerkranz. • etwas wie Feuer und ringsum einen hellen Schein. • wie der Anblick des Regenbogens. Und dann endet er mit seiner Beschreibung: So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Ich habe gelesen, dass im Durchschnitt jeder Muttersprachler ungefähr 12 000 bis 16 000 Wörter als aktiven Wortschatz kennt. Unsere endlichen menschlichen Worte sind viel zu dürftig, um etwas Unendliches, um Gott zu beschreiben. Es bleibt Ezechiel nichts anderes übrig, als Vergleiche aus seiner damaligen Welt zurate zu ziehen, um Gott zu beschreiben. Er weiß, dass dies ungenügend ist. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Im Hochgebet der heiligen Messe bete ich jeden Tag: „ … wo wir dich schauen von Angesicht zu Angesicht.“ Eines Tages, wenn wir in den Himmel kommen, werden wir Gott sehen. Dann werden die Schleier fallen und wir brauchen keine menschlichen Vergleiche mehr heranzuziehen, um Gott zu beschreiben. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Aber ich bezweifle, dass wir auch dann, wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, sein Wesen ganz ergründen können. Wir werden sicher eine Ewigkeit brauchen, um Gott in seiner Tiefe und seiner Schönheit zu erkennen. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Wir werden, so hat es einmal jemand gesagt, Gott nicht immer besser erkennen, sondern immer weniger ungenügend. Das wenige, das ich heute schon von Gott erkennen darf, ist jedoch schon so schön, dass es sich lohnt, alles in die Waagschale zu werfen, um diesem Gott immer näherzukommen. Bild: pexels-photo-2530823 / Jorge Fakhouri Filho










