Willkomen bei
Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

Apg 4, 32-37 Dienstag, 2. Osterwoche Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte. Auch Josef, ein Levit aus Zypern, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, genannt wurde, verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen. Ein Herz und eine Seele „Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt“, so schloss der vorige Abschnitt. Und dies zeigte sich nicht nur im freimütigen Zeugnis nach draußen. Der Geist Gottes ist nicht nur – wie es in unserer Kirche leicht erscheinen kann – ein Mittel der Verkündigung. Er gestaltet vor allem das innere Leben: „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.“ Wichtig ist zunächst, dass in der urchristlichen Gemeinde gelebt wurde, was andernorts nur als Ideal verkündet wird. Vielleicht ist die Einheit unter den Gläubigen die wichtigste Frucht des Hl. Geistes überhaupt. Die Einheit ist Voraussetzung und der Boden, auf dem alle anderen Charismen wachsen können. Kurz: Ohne Einheit keine Früchte, kein Wachstum, keine Zukunft. Sie hatten alles gemeinsam. So ideal sich die Lesung heute vielleicht für den ein oder anderen auch anhören mag, ohne ein gewisses Maß persönlichen Besitzes, der frei zu ihrer eigenen Verfügung bleibt, kann eine Familie und eine Gemeinschaft nicht leben. Die hier gegebene Schilderung des Lukas ist ein „Urbild, aber kein Vorbild“. Damals in Jerusalem handelte die Liebe kraftvoll in der ihr jetzt gegebenen Lage. Sie hatten alles gemeinsam. In den paulinischen Gemeinden war das anders. Darum hat Paulus das „Vorbild“ von Jerusalem nicht nachgemacht, sondern seinen Gemeinden ganz andere Regeln gegeben (vgl. 1 Thess 4, 11 f; 2 Thess 3, 6–12). Eine unmittelbare und dann notwendig „gesetzliche“ Nachahmung der Urgemeinde wäre ein Missverständnis der Schrift. Sie hatten alles gemeinsam. Aber das „Urbild“ darf uns keine Ruhe lassen. Die innere Haltung jener ersten Gemeinde Jesu darf und muss wieder die unsere werden. Welche konkreten Formen der brüderlichen Gemeinsamkeit sie dann findet, wird von der jeweiligen geschichtlichen Lage her bestimmt sein müssen. Für heute Jeder von uns kann an seinem Platz und in seiner Weise in der „Haltung“ leben, welche die heutige Lesung schildert. Niemand braucht auf eine ferne Zukunft zu warten, jeder kann noch heute damit anfangen, das gemeinschaftliche Urbild der christlichen Urgemeinde mit seinen Nachbarn umzusetzen. Ich folge in der ganzen Auslegung: Werner de Boor, Die Apostelgeschichte, Wuppertaler Studienbibel (Holzgerlingen: SCM R. Brockhaus, 2018), 107. Bild. Edgar Wunsch

Apg 4, 23-31 Montag, 2. Osterwoche In jenen Tagen als Petrus und Johannes freigelassen waren, gingen sie zu den Ihren und berichteten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herr, du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was dazugehört; du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Wahrhaftig, verbündet haben sich in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, um alles auszuführen, was deine Hand und dein Wille im Voraus bestimmt haben. Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden. Streck deine Hand aus, damit Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes . Da bebte der Ort. Ich erinnere mich noch ganz gut an eine „Mehr Konferenz“, die Johannes Hartl als Organisator durchführte. Ich verfolgte diesen Abend vor dem Bildschirm zu Hause. Im Laufe der Veranstaltung versammelten sich Mitglieder aller anwesenden Konfessionen auf der Bühne und beteten gemeinsam für eine Neuevangelisierung Deutschlands. Am Ende des Gebetes wurde ein Segen gesprochen. Die positive Schockwelle dieses Segens hat mich „durch den Bildschirm hindurch“ noch getroffen. Ich habe diese Segenswelle körperlich so stark gespürt, dass ich einen kleinen Seufzer ließ und in dem Sessel nach hinten geworfen wurde. Das war eine gigantische Erfahrung. Wir lernen: im Gebet und im Segen Gottes steckt eine große Kraft, die wir noch nicht einmal ansatzweise „angezapft“ haben. Bild: AdobeStock_357942148

Apg 4, 1-12 Freitag der Osteroktav Petrus und Johannes hatten im Tempel einen Gelähmten geheilt. Während sie zum Volk redeten, traten die Priester, der Tempelhauptmann und die Sadduzäer zu ihnen. Sie waren aufgebracht, weil die Apostel das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung von den Toten verkündeten. Sie nahmen sie fest und hielten sie bis zum nächsten Morgen in Haft. Es war nämlich schon Abend. Viele aber, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend. Am anderen Morgen versammelten sich ihre Führer sowie die Ältesten und die Schriftgelehrten in Jerusalem, dazu Hannas, der Hohepriester, Kajaphas, Johannes, Alexander und alle, die aus dem Geschlecht der Hohenpriester stammten. Sie stellten die beiden in die Mitte und fragten sie: Mit welcher Kraft oder in wessen Namen habt ihr das getan? Da sagte Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Er - Jesus - ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen Und in keinem anderen ist das Heil zu finden Die Heilung des Gelähmten, von der wir vergangenen Mittwoch in Apg 3, gelesen haben wirkt auch heute noch nach. Als Petrus und Johannes am Morgen ihr Haus verließen, rechneten sie sicher nicht damit, dass sie die Nacht im Gefängnis verbringen würden. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden Petrus und Johannes stehen mutig vor den religiösen Führern. Ihre Botschaft ist klar: „In keinem anderen ist das Heil zu finden als im Namen Jesu. Dieser Glaube macht selbst einfache Menschen furchtlos. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden Die Lesung ist ein kraftvolles Vorbild für heute. Es erinnert uns daran, dass echte Nachfolge darin besteht, bei Widerstand nicht zurückzuweichen, sondern in Gottes Kraft mutig Zeugnis abzulegen.

Apg 3, 11-26 Donnerstag der Osteroktav Petrus und Johannes hatten im Tempel einen Gelähmten geheilt. Da er sich Petrus und Johannes anschloss, lief das ganze Volk bei ihnen in der so genannten Halle Salomos zusammen, außer sich vor Staunen. Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk: Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Und weil er an seinen Namen geglaubt hat, hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht; der Glaube, der durch ihn kommt, hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt. Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde. Also kehrt um, und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt und Jesus sendet als den für euch bestimmten Messias. Ihn muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkündet hat. Mose hat gesagt: Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken. Auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagt. Jeder, der auf jenen Propheten nicht hört, wird aus dem Volk ausgemerzt werden. Und auch alle Propheten von Samuel an und alle, die später auftraten, haben diese Tage angekündigt. Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott mit euren Vätern geschlossen hat, als er zu Abraham sagte: Durch deinen Nachkommen sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht erweckt und gesandt, damit er euch segnet und jeden von seiner Bosheit abbringt. Das ganze Volk lief zusammen. Das Ereignis von der wunderbaren Heilung des Gelähmten (s. Mittwoch in der Osteroktav) ist natürlich bekanntgeworden. Es ist verständlich, dass der Geheilte zunächst nicht mehr von der Seite des Petrus wich, und darum „läuft das ganze Volk zu ihnen hinzu bei der sogenannten Halle Salomos, außer sich vor Staunen“. Was starrt ihr uns an. „Als Petrus das sah“, muss er reden. Er muss Zeugnis geben von Gott, der die Heilung bewirkt hat. Petrus muss klarstellen, dass nicht er der große Wunderheiler ist, sondern derjenige, den Gott von den Toten auferweckt hat: Jesus. Petrus kann es nicht ertragen, dass eine Bewunderung der Leute sich an ihn hängt. Was starrt ihr uns an. In Apg 8,9–10 werden wir von einem gewissen Simon lesen, der als Zauberer das Interesse der Leute auf sich lenkte. Er ließ sich selbst gern die „Kraft Gottes“ nennen. Petrus und Johannes aber lehnen dies gerade entschlossen ab: „Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann?“ Was starrt ihr uns an. Petrus und Johannes verstanden sich selbst nur als ein Werkzeug in der Hand Gottes. Sie handeln nicht in eigener Kraft und Frömmigkeit, mit der sie das Heilungswunder von Himmel herabziehen. "Mit aller Kraft wendet Petrus die Gedanken seiner Hörer völlig von den Aposteln fort, allein auf Gott hin. Für sich selbst lässt Petrus nicht das geringste übrig." (vgl. Werner de Boor, Die Apostelgeschichte, Wuppertaler Studienbibel) Bild: Pexel / Inigo vidal










