Willkomen bei
Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

Nah 2, 1.3; 3, 1–3.6–7 Freitag, 18. Woche 2, 1Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet Frieden! Juda, feiere deine Feste, erfülle deine Gelübde! Denn der Unheilstifter durchstreift dein Land nicht mehr; er ist völlig vernichtet. 3Wahrhaftig, der Herr stellt die Pracht Jakobs wieder her wie die Pracht Israels; denn Verwüster haben sie verwüstet und ihre jungen Reben vernichtet. 3, 1Weh der Stadt voll Blutschuld; sie ist nichts als Lüge. Voll von Raffgier ist sie, vom Rauben lässt sie nicht ab. 2Knallen von Peitschen und Gedröhn rasselnder Räder, durchgehende Pferde und holpernde Streitwagen. 3Hochsteigende Reiter, flammende Schwerter, blitzende Lanzen, eine Menge Erschlagener, eine Masse von Toten, kein Ende der Leichen, man stolpert über ihre Leichen. 6Mit Kot bewerfe ich dich, gebe dich der Verachtung preis und mache dich zum Schaustück. 7Dann wird es geschehen Wer immer dich sieht, schreckt vor dir zurück und sagt: Verwüstet ist Nínive. Wer hat Mitleid mit ihr? Wo soll ich suchen einen Tröster für dich? Die Lesung verlangt mir heute einiges ab und wirft Fragen auf. Warum liest man in einem heiligen Buch von so viel Grausamkeit? Wie verträgt sich das mit einem Gott der Liebe? Verwüstet ist Nínive. Die Verse aus dem Buch Nahum gehören zu den gewalttätigsten Texten des Alten Testaments. Sie beschreiben den Untergang Ninives mit drastischen Bildern von Peitschenknallen, rasenden Wagen, Blut, Plünderungen und einer Masse von Toten. Verwüstet ist Nínive. Die Bibel blendet die dunklen Seiten des Menschen nicht aus. Assyrien war historisch für extreme Grausamkeit, Unterdrückung und Terror bekannt. Die Hauptstadt Ninive war das Zentrum eines brutalen Terrorregimes. Die Bibel beschreibt die Realität einer Welt, die unter Gewalt und Unrecht leidet. Verwüstet ist Nínive. Solche Texte schmerzen beim Lesen, weil sie uns mit der dunklen Seite der Menschheit und der Konsequenz von Schuld konfrontieren. Sie stehen in der Bibel, weil dieses Buch nicht nur ein „frommes“ Buch ist, sondern auch ein ehrlicher Spiegel der menschlichen Geschichte. Die Bibel heißt Gewalt nicht für gut, aber sie dokumentiert die Grausamkeit unter den Menschen. Verwüstet ist Kiew. Gestern Morgen habe ich in den Nachrichten gelesen: „Russischer Großangriff auf Region Kiew fordert 17 Menschenleben“. Die Mechanismen von Macht, Terror und Größenwahn haben sich über Jahrtausende hinweg kaum verändert haben. Ist unsere moderne Welt anders als die Zeit im 7. Jahrhundert vor Christus? Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet Frieden! Fast hätte ich den ersten Satz überlesen. Das Dunkle in der Lesung war stärker als die frohe Botschaft und überdeckte den ersten Vers. Schlechte Nachrichten übertönen oft die leisen Hoffnungszeichen. Erst als ich die Lesung zum dritten Mal las, bemerkte ich die Freudennachricht. Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet Frieden! Das Gute ist stärker – immer! Gott ist und bleibt ein Gott der Liebe, auch im Alten Testament. Das ändert auch die Tatsache nicht, dass Menschen seine Liebe ausschlagen und eigene Wege gehen, die dann ein solches Unglück auslösen können, wie die Lesung beschreibt. Wer Gewalt sät, wird an der eigenen Frucht untergehen. Das Gute ist stärker – immer! Wir dürfen uns von den negativen Nachrichten nicht irremachen lassen. Niemals! Gott hasst das Unglück, Gewalt und Lüge (sofern er überhaupt in der Lage ist zu hassen, denn Gott ist nichts anderes als Liebe). Am Ende triumphiert der Freudenbote, und der Unheilstifter durchstreift das Land nicht mehr. Bild: pexels-photo-15822314-8d0bd445 / Emirhan Emiroğlu

Jer 31, 31–34 Donnerstag, 18. Woche 31Siehe, Tage kommen – Spruch des Herrn —, da schließe ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund. 32Er ist nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihr Gebieter war – Spruch des Herrn. 33Sondern so wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe – Spruch des Herrn: Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir Volk sein. 34Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, denn sie alle, vom Kleinsten bis zum Größten, werden mich erkennen – Spruch des Herrn. Denn ich vergebe ihre Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr. Alle, vom Kleinsten bis zum Größten, werden mich erkennen. Es stellt sich mir sofort die Frage: Wie geschieht diese Gotteserkenntnis? Wie können Kleine und Große, also Kinder und Erwachsene, Gott erkennen? Bisher lief Gotteserkenntnis dadurch, dass man die Thora, also das Alte Testament, erforschte. Wer das Gesetz verinnerlicht hatte, kannte die Gebote und die Schriften und damit auch Gott. Denn ich vergebe ihre Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr Aber heute kommt die Wende: Die Erkenntnis des Herrn gründet auf der Erfahrung von Vergebung. Man erkennt den Herrn nicht an seinem strengen Richteramt, sondern in seiner barmherzigen, vergebenden Liebe. Erst wer erfährt, dass Schuld absolut und endgültig getilgt ist, begreift etwas vom Wesen Gottes. Denn ich vergebe ihre Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr Die Erfahrung von Vergebung ist kein theoretisches Wissen über Gott, sondern das existenzielle Erleben seiner Gnade. „Klein und Groß“, also jedes Individuum, unabhängig von Bildung, sozialem Status, Alter oder Vorwissen, hat den gleichen, unmittelbaren Zugang zu Gott. Jeder kann Vergebung gewähren und erfahren. Bild: pexels-photo-17066502 / Danik Prihodko

Jer 31, 1–7 Mittwoch, 18. Woche 1In jener Zeit – Spruch des Herrn – werde ich der Gott aller Sippen Israels sein und sie werden mein Volk sein. 2So spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, das dem Schwert entronnen ist; ich gehe mit, um Israel zur Ruhe zu führen. 3Aus der Ferne ist mir der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir die Treue bewahrt. 4Ich baue dich wieder auf, du wirst aufgebaut sein, Jungfrau Israel. Du wirst dich wieder schmücken mit deinen Pauken, wirst ausziehen im Reigen der Fröhlichen. 5Du wirst wieder Weingärten pflanzen auf Samárias Bergen. Die sie pflanzen, werden sie auch genießen. 6Denn es kommt der Tag, da rufen die Wächter auf Éfraims Bergland: Auf, lasst uns hinaufziehen nach Zion zum Herrn, unserem Gott! 7Ja, so spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und sagt: Rette, Herr, dein Volk, den Rest Israels! Der Prophet Jeremia, oft als der weinende Prophet bekannt, schaut in eine Zeit tiefster Zerstörung, in der Israel vor den Trümmern seiner Existenz steht. Doch genau an diesem tiefsten Punkt öffnet sich in Jeremia 31 einer der tröstlichsten Horizonte des Alten Testaments. Kapitel 30 bis 33 werden auch das Trostbuch Jeremias genannt. Wenn du auch Trost brauchst dann lass folgende Verse aus der heutigen Lesung doch einmal auf dich einwirken. Beziehe die Verse auf dich persönlich. Aus der Ferne ist mir der Herr erschienen: sie werden mein Volk sein ich gehe mit, um Israel zur Ruhe zu führen Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir die Treue bewahrt Ich baue dich wieder auf, Rette, Herr, dein Volk, den Rest Israels! Bild: pexels-photo-8718314 / my / Mikhail Nihov

Jer 30, 1–2.12–15.18–22 Dienstag, 18. Woche 1Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging: 2So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich dir gesagt habe, in ein Buch! 12So spricht der Herr: Arg ist dein Schaden, unheilbar deine Wunde. 13Niemand richtet dein Recht. Für das Geschwür gibt es keine Heilung, keine Genesung gibt es für dich. 14Alle deine Liebhaber haben dich vergessen, sie fragen nicht nach dir. Denn wie ein Feind schlägt, habe ich dich geschlagen mit harter Züchtigung wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden. 15Was schreist du über deinen Schaden und dein arges Leiden? Wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden habe ich dir das getan. 18So spricht der Herr: Siehe, ich wende das Geschick der Zelte Jakobs, seiner Wohnstätten erbarme ich mich. Die Stadt soll auf ihrem Schutthügel aufgebaut werden, der Palast auf seinem rechten Platz stehen. 19Lobgesang wird von dort erschallen und die Stimme von lachenden Menschen. Ich will ihre Zahl vermehren, sie sollen nicht weniger werden; ich will ihnen Ehre verschaffen, sie sollen nicht gering geachtet werden. 20Die Söhne Jakobs werden sein wie ehedem, seine Gemeinde wird vor mir bestehen bleiben, doch alle seine Unterdrücker suche ich heim. 21Sein Machthaber wird ihm selbst entstammen, sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen. Ich gewähre ihm Zutritt, sodass er mir nahen kann; denn wer sonst dürfte sein Leben wagen, um mir zu nahen? – Spruch des Herrn. 22Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer Gott sein. 1Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. In der Bibel gibt es zahlreiche Erzählungen darüber, wie Gott zu Menschen spricht. Diese Begegnungen zeigen, dass Gott auf ganz unterschiedliche Weise kommuniziert – mal hörbar, mal durch Engel, in Träumen oder durch das Gewissen. 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott auch durch Gefühle oder durch Bilder zu einem Menschen sprechen kann. Ziemlich oft habe ich während der Feier der Heiligen Messe das Gefühl, dass es mich nach drüben, zu Gott zieht. Manchmal erscheint in meinem Inneren auch ein Bild, das mich dann sehr tröstet und einen inneren Frieden in mir hinterlässt 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Gott schenkt Bilder, weil diese in einem einzigen Augenblick mehr aussagen als gesprochene Worte. Gott benützt auch die Kraft der Bilder: Getreu dem Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ vermag Gott durch innere Bilder in einem einzigen Augenblick mehr auszudrücken als durch gesprochene Sprache. 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Ich glaube, dass wir wieder einen Perspektivenwechsel brauchen. Im Zentrum unserer Gebete sollte nicht das Formulieren von Anliegen, sondern eine bewusste innere Ausrichtung und Erwartungshaltung stehen, dass Gott sich meldet und dass ein Wort von ihm auch an mich ergeht. Wir sollten mehr hören – aber mit allen Sinnen – als sprechen. 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Der Begriff „hörendes Gebet“ bezeichnet eine Form der christlichen Spiritualität und Praxis, bei der das übliche Verhältnis des Betens auf den Kopf gestellt wird. Der Mund bleibt geschlossen, aber die inneren Sinne richten sich wie eine Antenne auf Gott aus, um seine Gegenwart und seine leisen Impulse wahrzunehmen. Bild: pexels-photo-13696527 / Emmanuel Jason Eliphalet










