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Pfarrer Edgar Wunsch

Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.


Pfarrer Edgar Wunsch und Team


tägliche Schriftbetrachtung

von ew 24. Juni 2026
2 Kön 24, 8-17 Donnerstag, 12. Woche Achtzehn Jahre alt war Jojachin, als er König wurde, und drei Monate regierte er in Jerusalem. 9 Er tat, was böse war in den Augen des HERRN, ganz wie sein Vater getan hatte. 10 In jener Zeit zogen die Knechte Nebukadnezars, des Königs von Babel, gegen Jerusalem herauf und die Stadt wurde belagert. 11 Auch Nebukadnezar, der König von Babel, kam zur Stadt, während seine Knechte sie belagerten. 12 Da ergab sich Jojachin, der König von Juda, dem König von Babel, er, seine Mutter, seine Knechte, seine Obersten und seine Hofbeamten; und der König von Babel nahm ihn im achten Jahr seiner eigenen Herrschaft gefangen. 13 Er holte von dort alle Schätze des Hauses des HERRN und die Schätze des Königshauses heraus und zerschlug alle goldenen Geräte, die Salomo, der König von Israel, im Tempel des HERRN angefertigt hatte, wie der HERR es vorausgesagt hatte. 14 Er verschleppte ganz Jerusalem, alle Obersten und alle kriegerischen Männer, zehntausend Gefangene, dazu alle Handwerker und Schlosser; niemand blieb zurück außer den Ärmsten des Volkes des Landes. 15 Er verschleppte Jojachin nach Babel; auch die Mutter des Königs, die Frauen des Königs, seine Hofbeamten und die Mächtigen des Landes führte er als Gefangene aus Jerusalem nach Babel. 16 Alle wehrhaften Männer, siebentausend an der Zahl, und die Handwerker und Schlosser, tausend an der Zahl, lauter kriegstaugliche Männer, führte der König von Babel gefangen nach Babel. 17 Dann machte der König von von Babel den Mattanja, den Onkel Jojachins, an dessen Stelle zum König und änderte seinen Namen in Zedekia. Die Lesung beschreibt eine der dunkelsten Stunden in der Geschichte des Volkes Israel: die erste Belagerung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezar im Jahr 597 v. Chr., die Kapitulation des jungen Königs Jojachin (der gerade einmal drei Monate regiert hatte) und die erste große Deportationswelle. Ganz wie sein Vater getan hatte Jojachin ist erst 18 Jahre alt, als er den Thron besteigt. Er regiert nur drei Monate. Er tat, was böse war in den Augen des HERRN, ganz wie sein Vater getan hatte Ganz wie sein Vater getan hatte Der Text aus 2. Könige 24 zeigt eindrücklich, wie tief die Spuren sind, die Eltern und Vorbilder im Leben der nächsten Generation hinterlassen. Jojachim übernahm unreflektiert die Verhaltensweisen und die gottlose Haltung seines Vaters Jojakim. Er wurde so geprägt, dass er die gleichen Fehler wiederholte – mit fatalen Folgen für sich selbst und das ganze Volk. Nicht wie sein Vater getan hatte Die Bibel zeigt zwar die Tragik negativer Vorbilder, aber sie ist auch voll von Beispielen, bei denen Menschen sich entschieden haben, eben nicht in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten. Nicht wie sein Vater getan hatte Ein Gegenbeispiel: Jojachims Urgroßvater war der gütige König Joschija (Lesung von gestern) Dessen Vater Amon war grausam und tat, was dem Herrn missfiel – doch Joschija entschied sich bewusst für einen anderen Weg, suchte Gott und reformierte das ganze Land. Für heute Unsere Entscheidung: Die Vergangenheit oder die Fehler unserer Herkunftsfamilie müssen nicht unsere Zukunft bestimmen. Durch Gottes Gnade und eine bewusste Entscheidung können wir negative Kreisläufe durchbrechen. Bild: pexels-photo-33948437 / iddea photo
von ew 23. Juni 2026
2 Kön 22, 8-13; 23, 1-3 Mittwoch, 12. Woche In jenen Tagen meldete der Hohepriester Hilkija dem Staatsleiter Schafan: Ich habe im Haus des HERRN das Buch des Gesetzes gefunden. Und Hilkija gab das Buch Schafan und er las es. 9 Schafan, der Staatsleiter, ging zum König und stattete dem König Bericht ab. 10 Als der König die Worte des Gesetzbuches hörte, zerriss er seine Kleider. 11 Und der König befahl dem Priester Hilkija, Ahikam, dem Sohn Schafans, Achbor, dem Sohn Michajas, dem Staatsleiter Schafan und Asaja, dem Diener des Königs: 13 Geht und befragt den HERRN für mich, für das Volk und für ganz Juda wegen der Worte dieses Buches, das gefunden wurde! Denn groß ist der Zorn des HERRN, der gegen uns entbrannt ist, weil unsere Väter auf die Worte dieses Buches nicht gehört haben und nicht so gehandelt haben, wie es in ihm für uns vorgeschrieben ist. 1 Da sandte der König Boten und man versammelte bei ihm alle Ältesten von Juda und Jerusalem. 2 Und der König ging zum Haus des HERRN hinauf und alle Männer von Juda und alle Einwohner von Jerusalem mit ihm, auch die Priester und die Propheten und das ganze Volk von Klein bis Groß; und er las vor ihren Ohren alle Worte des Buches des Bundes vor, das im Haus des HERRN gefunden worden war. 3 Der König trat an die Säule und schloss vor dem HERRN den Bund, dem HERRN nachzufolgen, seine Gebote, seine Zeugnisse und seine Satzungen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zu halten und die Worte des Bundes zu erfüllen, die in diesem Buch aufgeschrieben waren. Und das ganze Volk trat dem Bund bei. Ich habe im Haus des HERRN das Buch des Gesetzes gefunden In der Erzählung findet der Hohepriester Hilkija im Tempel das „Buch des Gesetzes“. Man nimmt an, dass es sich hierbei um das Deuteronomium handelt. Ich habe das Buch des Gesetzes gefunden Es lag über Generationen hinweg buchstäblich unter dem Staub verstaubter Tempelwände begraben und war völlig in Vergessenheit geraten. Die Bibel heute wieder „finden“? Rein äußerlich müssen wir die Bibel heute meistens nicht suchen – sie steht im Regal, oder ist als App auf dem Smartphone nur einen Klick entfernt. Wir leiden nicht an einem Mangel an Bibeln, sondern an einem Mangel an Entdeckung. Die Bibel heute wieder „finden“? Vom Besitz zum Hören: Eine Bibel zu haben, ist nicht dasselbe wie die Bibel zu lesen. Wir müssen die Bibel jeden Tag neu finden. Jedes Mal, wenn wir sie aufschlagen und unser Herz berühren lassen. Bild. Edgar Wunsch
von ew 22. Juni 2026
2 Kön 19, 9b-11. 14-21. 31-35a. 36 Dienstag, 12. Woche In jenen Tagen schickten die Boten des Königs von Assur einen Brief an Hiskija. 14 Und Hiskija empfing den Brief aus der Hand der Boten und las ihn. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf, breitete ihn vor dem HERRN aus und betete vor dem HERRN; er sagte: 15 HERR, Gott Israels, der du über den Kerubim thronst, du allein bist der Gott aller Königreiche der Erde. Du hast den Himmel und die Erde gemacht. 16 Neige dein Ohr, HERR, und höre! Öffne deine Augen, HERR, und sieh! Hör die Worte Sanheribs, die er hergesandt hat, um den lebendi-gen Gott zu schmähen! 17 Es ist wahr, HERR, die Könige von Assur haben die Völker vernichtet und ihre Länder verwüstet. 18 Sie haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn das waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, aus Holz und Stein; darum konnten sie sie vernichten. 19 Nun aber, HERR, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist! 20 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskija und ließ ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe gehört, wie du wegen Sanheribs, des Königs von Assur, zu mir gebetet hast. 21 Das ist das Wort, das der HERR über ihn gesprochen hat: Dich verachtet, dich verspottet die Jungfrau, die Tochter Zion. Nach dir schüttelt das Haupt die Tochter Jerusalem. 31 Denn von Jerusalem wird ein Rest auszie-hen, vom Berg Zion die Geretteten. Der Eifer des HERRN der Heer-scharen wird das tun. 32 Darum spricht der HERR über den König von Assur: Er wird in diese Stadt nicht hineinkommen, keinen Pfeil hinein-schießen, ihr mit keinem Schild entgegentreten und keinen Wall gegen sie aufschütten. 33 Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, wird er zurückkehren; in diese Stadt kommt er nicht hinein – Spruch des HERRN. 34 Ich werde diese Stadt beschützen und sie retten, um mei-netwillen und um meines Knechtes David willen. 35a In jener Nacht zog der Engel des HERRN aus und erschlug im Lager der Assyrer ein-hundertfünfundachtzigtausend Mann. 36 Da brach Sanherib, der Kö-nig von Assur, auf, zog ab, kehrte nach Ninive zurück und blieb dort. Die Szene beginnt mit einer massiven Bedrohung. Die Assyrer waren die damalige Supermacht – brutal und unbesiegt. Der Brief an Hiskija war kein höfliches Schreiben, sondern eine Kriegserklärung. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf Hiskija fängt nicht sofort an, hektisch die Truppen zu zählen oder ver-zweifelte diplomatische Gegenangebote zu schreiben. Er geht zum Tem-pel und breitet den Brief aus: Er legt Gott die Realität ungefiltert hin. Als wollte er sagen: Schau hin, Herr, das ist es, womit ich konfrontiert bin. Ich kann es nicht lösen, aber du. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf In seinem Gebet (Verse 15–19) wird Hiskijas Haltung noch klarer. Er leugnet die Gefahr nicht. Er sagt ganz nüchtern: „Es ist wahr, Herr, die Könige von Assur haben die Völker vernichtet...“. Aber er rückt die Perspektive gerade. Er erinnert sich selbst und Gott daran, wer der ei-gentliche Souverän ist. Die Götter der anderen Völker waren aus Holz und Stein – aber Jahwe ist der lebendige Gott. Hiskija bittet nicht nur um das nackte Überleben, sondern darum, dass Gottes Ehre sichtbar wird. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf Die Antwort folgt prompt durch den Propheten Jesaja: Weil Hiskija die Last abgegeben hat, übernimmt Gott den Kampf. Das scheinbar Unmög-liche geschieht – die Belagerung bricht in einer einzigen Nacht zusam-men, ohne dass Jerusalem einen einzigen Pfeil abschießen musste. Für heute Wenn wir beten, bringen wir Gott nicht auf den neuesten Stand (er weiß schon, was im Brief steht) – aber wir erlauben unserem eigenen, pani-schen Herzen, wieder zur Ruhe zu kommen, weil wir uns an seine Macht erinnern. Für heute Hiskijas Brief-Geste ist ein zeitloses Plädoyer für ein Leben aus dem Vertrauen. Es erinnert uns daran, dass wir die ungefilterte, harte Realität unseres Lebens vor Gott bringen dürfen. Wer seine Sorgen vor Gott ausbreitet, gewinnt die nötige Ruhe, um in den Stürmen des Lebens nicht unterzugehen. Bild. Nadine Ludäscher
von ew 21. Juni 2026
2 Kön 17, 5-8. 13-15a. 18 Montag, 12. Woche In jenen Tagen zog Schalmanesser, der König von Assur, gegen das ganze Land herauf; er zog auch gegen Samaria und belagerte es drei Jahre lang. 6 Im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assur Samaria. Er verschleppte die Israeliten nach Assur und wies ihnen Wohnsitze an in Halach, am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten Mediens. 7 Das geschah, weil die Israeliten gegen den HERRN, ihren Gott, gesündigt hatten, der sie aus Ägypten und aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, heraufgeführt hatte. Sie ehrten andere Götter 8 und lebten nach den Bräuchen der Völker, die der HERR vor den Augen der Israeliten vertrieben hatte, und nach den Bräuchen, welche die Könige von Israel eingeführt hatten. 13 Doch der HERR hatte Israel und Juda durch alle seine Propheten und Seher gewarnt: Kehrt um von euren bösen Wegen! Haltet meine Gebote und Satzungen genau nach dem Gesetz, das ich euren Vätern auferlegt und das ich euch durch meine Knechte, die Propheten, gesandt habe! 14 Aber sie hörten nicht, sondern machten ihren Nacken starr wie ihre Väter, die dem HERRN, ihrem Gott, nicht vertraut hatten. 15a Sie verachteten seine Gesetze und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, sowie die Warnungen, die er an sie gerichtet hatte. 18 Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel und verstieß es aus seinem Angesicht. Es blieb nichts übrig als der Stamm Juda allein. Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Gottes Zorn in 2 Kön 17 ist der Zorn der verletzten Liebe. Gott sieht zu, wie das Volk, das er befreit hat, ins eigene Verderben rennt, sich an „nichtige Götzen“ verkauft und seine Würde verliert. Gottes Zorn ist der leidenschaftliche Protest seiner Liebe gegen die Selbstzerstörung des Menschen. Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Wenn wir heute an Zorn denken, denken wir oft an Unbeherrschtheit, blinde Wut oder einen Choleriker, der die Fassung verliert. Doch der Zorn Gottes im Alten Testament ist das genaue Gegenteil: Er ist eine heilige, zutiefst persönliche Reaktion auf das Unrecht. Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Wenn Menschen zornig werden, geschieht das oft aus Kränkung, verletztem Stolz oder Kontrollverlust. Gott, der keine anderen Gefühle als Liebe in sich trägt, kann niemals die Beherrschung verlieren. Er hat keinen „erhöhten Blutdruck“. Gott ist immer Liebe. Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Der "Zorn Gottes" beschreibt vielmehr seine entschiedene Ablehnung des Bösen und Unrechts. Er ist Ausdruck seiner Gerechtigkeit. Vielleicht könnte man sagen: Wahre Liebe macht zornig über das, was den Geliebten zerstört. Ein Vergleich: Ein liebender Vater oder eine liebende Mutter ist nicht gleichgültig, wenn das Kind sich selbst oder anderen schadet. Die Liebe kann gerade deshalb entschieden gegen das Zerstörerische auftreten. Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Wenn die Bibel sagt: "Gott wurde zornig", bedeutet das nicht zwingend, dass in Gott dieselben emotionalen Prozesse ablaufen wie in einem Menschen. Die Aussage soll verständlich machen: Gott reagiert auf das Böse nicht mit Gleichgültigkeit. Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Wenn der Mensch Gott permanent signalisiert: „Ich brauche dich nicht, ich will mein eigener Gott sein“, dann zieht sich Gott irgendwann schmerzhaft zurück. Er überlässt den Menschen den Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen. Der Theologe C.S. Lewis hat das einmal so formuliert: „Es gibt am Ende nur zwei Arten von Menschen: jene, die zu Gott sagen: ‚Dein Wille geschehe‘, und jene, zu denen Gott am Ende sagt: ‚Dein Wille geschehe‘.“ Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Gott wird nicht zornig, so wie wir Menschen in Wut und Rage geraten können. Wenn wir uns von Gott abwenden, verändern wir uns, nicht Gott. Es ist wie mit der Sonne: Sie scheint immer gleich. Aber für ein gesundes Auge ist ihr Licht ein Genuss, für ein entzündetes Auge ist es eine Qual.“ Da geriet der HERR in heftigen Zorn über Israel Nicht Gott verändert sich und wird plötzlich wütend – sondern unsere Wahrnehmung Gottes verändert sich, wenn wir in der Schuld und in der Abwendung leben. Seine heilige, reine Liebe fühlt sich für eine Seele, die sich im Unrecht verrannt hat, wie brennender Zorn an. Bild: pexels-photo-7926651 / Nicola Barts

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