Unser gemeinsamer Glaube

versetzt Berge.


Edgar Wunsch


Katholisch ist super

Schriftbetrachtung

von ew 8. März 2026
2 Kön 5, 1-15a Montag, 3. Fast Wo Naaman, der Feldherr des Königs von Aram, galt viel bei seinem Herrn und war angesehen; denn durch ihn hatte der Herr den Aramäern den Sieg verliehen. Der Mann war tapfer, aber an Aussatz erkrankt. Nun hatten die Aramäer bei einem Streifzug ein junges Mädchen aus dem Land Israel verschleppt. Es war in den Dienst der Frau Naamans gekommen. Es sagte zu seiner Herrin: Wäre mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria! Er würde seinen Aussatz heilen. Naaman ging zu seinem Herrn und meldete ihm: Das und das hat das Mädchen aus Israel gesagt. Der König von Aram antwortete: So geh doch hin; ich werde dir ein Schreiben an den König von Israel mitgeben. Naaman machte sich auf den Weg. Er nahm zehn Talente Silber, sechstausend Schekel Gold und zehn Festkleider mit und überbrachte dem König von Israel das Schreiben. Es hatte folgenden Inhalt: Wenn jetzt dieser Brief zu dir gelangt, so wisse: Ich habe meinen Knecht Naaman zu dir geschickt, damit du seinen Aussatz heilst. Als der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und rief: Bin ich denn ein Gott, der töten und zum Leben erwecken kann? Er schickt einen Mann zu mir, damit ich ihn von seinem Aussatz heile. Merkt doch und seht, dass er nur Streit mit mir sucht. Als der Gottesmann Elischa hörte, der König von Israel habe seine Kleider zerrissen, ließ er ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Naaman soll zu mir kommen; dann wird er erfahren, dass es in Israel einen Propheten gibt. So kam Naaman mit seinen Pferden und Wagen und hielt vor dem Haus Elischas. Dieser schickte einen Boten zu ihm hinaus und ließ ihm sagen: Geh und wasch dich siebenmal im Jordan! Dann wird dein Leib wieder gesund, und du wirst rein. Doch Naaman wurde zornig. Er ging weg und sagte: Ich dachte, er würde herauskommen, vor mich hintreten, den Namen Jahwes, seines Gottes, anrufen, seine Hand über die kranke Stelle bewegen und so den Aussatz heilen. Sind nicht der Abana und der Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Gewässer Israels? Kann ich nicht dort mich waschen, um rein zu werden? Voll Zorn wandte er sich ab und ging weg. Doch seine Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu: Wenn der Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es tun; wie viel mehr jetzt, da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich, und du wirst rein. So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes, und er war rein. Nun kehrte er mit seinem ganzen Gefolge zum Gottesmann zurück, trat vor ihn hin und sagte: Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt außer in Isra el. Ich denke, dass die Bibelstelle sehr gut auch in die heutige Zeit passt. Naaman erwartet ein spektakuläres religiöses Ritual. Vielleicht ist er auch enttäuscht, dass Elia nicht persönlich vor ihm erscheint und eine große Handlung im Namen Gottes an ihm vollbringt. Ich kenne Menschen, die erwarten, dass der Pfarrer bei einer Trauung oder einer Taufe selbst in prächtigen Gewändern und mit imposantem Orgelspiel den Ritus vollzieht. Sie zeigen eine trotzige Reaktion, wenn dann lediglich der Kaplan eingeteilt ist. Zu einer Katastrophe kann es manchmal aber schnell kommen, wenn der Kaplan nicht akzentfrei Deutsch spricht, und erkennbar aus dem nichteuropäischen Ausland stammt. Naaman scheint zwar auf Elisas Anweisung einzugehen, versteht aber zunächst nicht, was „Glaube“ bedeutet. Für ihn ist Religion etwas Äußeres – ein Ritual, ein Ritus. Wie viele Erstkommunionen habe ich schon gefeiert, bald ist es wieder so weit. Ich habe gelernt, dass die meisten Familien keinen Glaubensweg gehen möchten, sondern für 60 Minuten am Weißen Sonntag in einem festlichen Gottesdienst einen Ritus feiern möchten. Das kann man machen und weiterhin so anbieten. Man muss sich dann aber darüber im Klaren sein, dass der wunderbare christliche Glaube zu einer Serviceleistung verkümmert. Genau das ist die Botschaft der heutigen Lesung für mich: Die Kirche steht vor der Aufgabe, den Unterschied zwischen bloßer Religiosität und echter Glaubensnachfolge deutlich zu machen. Ich habe die Hoffnung, dass wir den "Dreh" zu mehr Tiefe in unserer Kirchenentwicklung 2030 in der Erzdiözese Freiburg noch schaffen. Ich befürchte jedoch, dass wir bei der Frage nach den Strukturen stehenbleiben. Bild: Pexel / Markus Winkler
von ew 5. März 2026
Gen 37, 3f.12f.17-28 Freitag, 2. Fast Wo Israel liebte Josef unter allen seinen Söhnen am meisten, weil er ihm noch in hohem Alter geboren worden war. Er ließ ihm einen Ärmelrock machen. Als seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden. Als seine Brüder fortgezogen waren, um das Vieh ihres Vaters bei Sichem zu weiden, sagte Israel zu Josef: Deine Brüder weiden bei Sichem das Vieh. Geh, ich will dich zu ihnen schicken. Da ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie in Dotan. Sie sahen ihn von weitem. Bevor er jedoch nahe an sie herangekommen war, fassten sie den Plan, ihn umzubringen. Sie sagten zueinander: Dort kommt ja dieser Träumer. Jetzt aber auf, erschlagen wir ihn, und werfen wir ihn in eine der Zisternen. Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Dann werden wir ja sehen, was aus seinen Träumen wird. Ruben hörte das und wollte ihn aus ihrer Hand retten. Er sagte: Begehen wir doch keinen Mord. Und Ruben sagte zu ihnen: Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne da in der Steppe, aber legt nicht Hand an ihn! Er wollte ihn nämlich aus ihrer Hand retten und zu seinem Vater zurückbringen. Als Josef bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie ihm sein Gewand aus, den Ärmelrock, den er anhatte, packten ihn und warfen ihn in die Zisterne. Die Zisterne war leer; es war kein Wasser darin. Als sie dann beim Essen saßen und aufblickten, sahen sie, dass gerade eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead kam. Ihre Kamele waren mit Tragakant, Mastix und Ladanum beladen. Sie waren unterwegs nach Ägypten. Da schlug Juda seinen Brüdern vor: Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder erschlagen und sein Blut zudecken? Kommt, verkaufen wir ihn den Ismaelitern. Wir wollen aber nicht Hand an ihn legen, denn er ist doch unser Bruder und unser Verwandter. Seine Brüder waren einverstanden. Midianitische Kaufleute kamen vorbei. Da zogen sie Josef aus der Zisterne heraus und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die Ismaeliter. Diese brachten Josef nach Ägypte n. Israel liebte Josef In Buch Genesis 37 verdichtet sich die Familiengeschichte Jakobs zu einem Drama aus Bevorzugung, Neid und Verrat. Jakob liebt Josef mehr als seine anderen Söhne und schenkt ihm ein Gewand – ein sichtbares Zeichen der Bevorzugung. Was als Ausdruck von Liebe gemeint ist, wirkt zerstörerisch: Liebe ohne Gerechtigkeit spaltet. Israel liebte Josef Als Josef zu seinen Brüdern geschickt wird, sucht er sie hartnäckig („Ich suche meine Brüder“). Das ist mehr als eine Ortsangabe – es ist ein tragischer Unterton. Er sucht Gemeinschaft, findet aber Ablehnung. Die Brüder dagegen sehen in ihm nicht den Bruder, sondern den „Träumer“. Neid verengt den Blick. Israel liebte Josef Der Mordplan eskaliert – und wird doch abgeschwächt. Ruben verhindert die direkte Bluttat, Juda schlägt den Verkauf vor. Das Böse wird nicht ganz getan, aber es wird auch nicht wirklich überwunden. Statt Blut fließt Geld. Josef wird an ismaelitische Händler verkauft – für zwanzig Silberstücke. Der Bruder wird zur Ware. Israel liebte Josef Die Szene ist spannend: Gott wird hier nicht ausdrücklich erwähnt. Und doch bereitet sich im Verborgenen eine größere Geschichte vor. Aus Verrat wird später Rettung erwachsen. Das macht die Tat nicht gut – aber es zeigt: Schuld und Unrecht haben nicht das letzte Wort. Bild: Pexel / Julia M Cameron
von ew 4. März 2026
Jer 17, 5-10 Donnerstag, 2. Fast Wo So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt. Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte. Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen? Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht seiner Taten . Wir bleiben für einen weiteren Tag beim Propheten Jeremia, gehen aber ein Kapitel zurück: Jeremia hat eine harte Gegenüberstellung: Vertrauen auf Menschen versus Vertrauen auf Gott. Auf Fleisch vertrauen. Wer „auf Fleisch vertraut“, also seine letzte Sicherheit in menschlicher Stärke, Einfluss oder eigenen Fähigkeiten legt, wird mit einem Strauch in der Steppe verglichen – isoliert, ohne tiefen Halt, der das Gute kaum wahrnimmt. Menschliche Ressourcen sind begrenzt. Wer sie absolut setzt, steht am Ende leer da. Auf den Herrn vertrauen. Demgegenüber steht der, der auf den HERRN vertraut. Er ist „wie ein Baum am Wasser gepflanzt“. Das Entscheidende ist nicht, dass kein Leid kommt – Hitze und Dürre werden ausdrücklich genannt –, sondern dass die Wurzeln tief reichen. Vertrauen auf Gott bedeutet nicht Problemfreiheit, sondern innere Stabilität. Fruchtbarkeit entsteht aus Verwurzelung, nicht aus günstigen Umständen. Auf das Fleisch oder auf den Herrn vertrauen. Jesaja ruft zur Klärung unserer Lebensausrichtung auf. Worauf stütze ich mein Leben wirklich? Auf das, was vergeht – oder auf den, der trägt? Jeremia zeigt: Die Qualität unseres Vertrauens entscheidet über die Tiefe unserer Wurzeln. Bild: Pexel / Brett Jordan

1

Unsere Vision

Die katholische Pfarrgemeinde Biet ist eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die versucht, als gläubige Christen in Verbindung mit Jesus unserem Herrn zu leben. Wir glauben, dass Jesus jeden Menschen auf einen geistlichen Weg ruft

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Unsere Vision

Wir sind ein Krankenhaus für Sünder, kein Hotel für Heilige. Wir bitten Sie ganz einfach mit uns zu gehen und offen zu sein für das, wozu Gott Sie ruft

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Unsere Vision

Es kommt nicht darauf an, wo sich jemand auf diesem Weg befindet, sondern dass man auf diesem Weg ist. Deshalb heißen wir alle willkommen, ungeachtet, auf welcher Etappe ihres geistlichen Lebens sie sich befinden, womit sie zu kämpfen und welche Schwächen sie haben.

4

Unsere Vision

Ein Mitglied dieser Pfarrgemeinde zu sein bedeutet, in Beziehung mit den anderen Christen zu treten, die auch auf diesem geistlichen Weg sind. Wir gehen den Weg mit und zu Gott gemeinsam.

Neue Wege wagen

Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten.

Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.


Pfarrer Edgar Wunsch und Team

Jesus hat das Sagen

Oktober bis April

täglich

Mai bis September

Schriftbetrachtung


Die Betrachtungen zu den Bibeltexten orientieren sich an der Leseordnung zur Eucharistiefeier der Katholischen Kirche.


Es sind überwiegend kurze Predigten, die ich auch anden Werktagen gehalten habe.


zu den Betrachtungen

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