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Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

2 Kön 25, 1-12 Freitag, 12. Woche Im neunten Jahr der Herrschaft Zedekias, am zehnten Tag des zehnten Monats, kam Nebukadnezar, der König von Babel, mit seiner ganzen Streitmacht vor Jerusalem. Er belagerte es und sie bauten ringsum Belagerungswerke gegen die Stadt. 2 So blieb die Stadt belagert bis zum elften Jahr des Königs Zedekia. 3 Am neunten Tag des vierten Monats, als der Hunger in der Stadt drückte und das Volk des Landes kein Brot mehr hatte, 4 wurde eine Bresche in die Stadtmauer geschlagen. Da flohen alle Krieger in der Nacht auf dem Weg durch das Tor zwischen den beiden Mauern beim Garten des Königs, obwohl die Chaldäer die Stadt ringsum eingeschlossen hielten; und sie schlugen den Weg zur Araba ein. 5 Doch die Streitmacht der Chaldäer setzte dem König nach und sie holten ihn in den Steppen von Jericho ein; seine ganze Streitmacht aber hatte sich von ihm zerstreut. 6 Sie nahmen den König gefangen und brachten ihn zum König von Babel nach Ribla; dort sprach man das Urteil über ihn. 7 Die Söhne Zedekias machte man vor seinen Augen nieder; dann blendete man Zedekia, legte ihn in Bronzeketten und brachte ihn nach Babel. 8 Am siebten Tag des fünften Monats, das war das neunzehnte Jahr des Königs Nebukadnezar, des Königs von Babel, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, ein Diener des Königs von Babel, nach Jerusalem. 9 Er verbrannte das Haus des HERRN und das Königshaus und alle Häuser von Jerusalem; jedes große Haus verbrannte er im Feuer. 10 Und die ganze Streitmacht der Chaldäer, die beim Obersten der Leibwache war, riss die Mauern rings um Jerusalem nieder. 11 Den Rest des Volkes, der noch in der Stadt geblieben war, und die Überläufer, die zum König von Babel übergelaufen waren, und den Rest der Handwerker verschleppte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache. 12 Von den Ärmsten des Landes aber ließ der Oberste der Leibwache einige als Weinbauern und Ackerbauern zurück. Die Lesung beschreibt einen der dunkelsten Tiefpunkte der biblischen Geschichte: Die Belagerung und den endgültigen Fall Jerusalems, die Blendung des Königs Zedekia nach der Ermordung seiner Söhne, die systematische Zerstörung des Tempels und den Beginn des babylonischen Exils. Nur die Ärmsten des Landes werden als Wein- und Ackerbauern zurückgelassen. Er verbrannte … alle Häuser von Jerusalem Jerusalem galt den Menschen damals als unzerstörbar – dort stand der Tempel, der Wohnort Gottes. Man wiegte sich in einer trügerischen Arroganz: „Uns kann nichts passieren, Gott ist auf unserer Seite.“ Doch die Mauern fielen. Er verbrannte … alle Häuser von Jerusalem Der Bericht von der Zerstörung Jerusalems zeigt mir: Wenn wir Gott auf ein Gebäude, auf starre Traditionen reduzieren, entfremden wir uns von der lebendigen Beziehung zu ihm. Gott lässt die Illusion unserer scheinbaren Sicherheiten einstürzen, damit wir wieder Ihn suchen und nicht nur Seine Gaben. Für Heute Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen erleben, dass vertraute Strukturen ins Wanken geraten: politische Unsicherheiten, Kriege, gesellschaftliche Spannungen, wirtschaftliche Sorgen oder persönliche Krisen. Viele fragen sich, was Bestand hat. Die Lesung aus dem Buch der Könige erinnert daran: • Kein menschliches System ist unerschütterlich. • Erfolg und Wohlstand sind keine Garantie für Sicherheit. Für Heute Die Lesung ist kein Text zum Wohlfühlen, sondern ein Weckruf. Er zeigt, dass Gott radikale Ehrlichkeit fordert. Wenn unsere äußeren Tempel und Mauern brennen, bleibt die Frage: Was trägt uns, wenn alles wegbricht? Die Antwort der Bibel lautet: Nicht unsere Macht oder unsere Institutionen, sondern allein die Treue Gottes, die selbst in den Ruinen mit den „Ärmsten des Landes“ wieder von vorne beginnt. Bild: pexels-photo-15070507 / Mehmet Turgut Kirkgoz

2 Kön 24, 8-17 Donnerstag, 12. Woche Achtzehn Jahre alt war Jojachin, als er König wurde, und drei Monate regierte er in Jerusalem. 9 Er tat, was böse war in den Augen des HERRN, ganz wie sein Vater getan hatte. 10 In jener Zeit zogen die Knechte Nebukadnezars, des Königs von Babel, gegen Jerusalem herauf und die Stadt wurde belagert. 11 Auch Nebukadnezar, der König von Babel, kam zur Stadt, während seine Knechte sie belagerten. 12 Da ergab sich Jojachin, der König von Juda, dem König von Babel, er, seine Mutter, seine Knechte, seine Obersten und seine Hofbeamten; und der König von Babel nahm ihn im achten Jahr seiner eigenen Herrschaft gefangen. 13 Er holte von dort alle Schätze des Hauses des HERRN und die Schätze des Königshauses heraus und zerschlug alle goldenen Geräte, die Salomo, der König von Israel, im Tempel des HERRN angefertigt hatte, wie der HERR es vorausgesagt hatte. 14 Er verschleppte ganz Jerusalem, alle Obersten und alle kriegerischen Männer, zehntausend Gefangene, dazu alle Handwerker und Schlosser; niemand blieb zurück außer den Ärmsten des Volkes des Landes. 15 Er verschleppte Jojachin nach Babel; auch die Mutter des Königs, die Frauen des Königs, seine Hofbeamten und die Mächtigen des Landes führte er als Gefangene aus Jerusalem nach Babel. 16 Alle wehrhaften Männer, siebentausend an der Zahl, und die Handwerker und Schlosser, tausend an der Zahl, lauter kriegstaugliche Männer, führte der König von Babel gefangen nach Babel. 17 Dann machte der König von von Babel den Mattanja, den Onkel Jojachins, an dessen Stelle zum König und änderte seinen Namen in Zedekia. Die Lesung beschreibt eine der dunkelsten Stunden in der Geschichte des Volkes Israel: die erste Belagerung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezar im Jahr 597 v. Chr., die Kapitulation des jungen Königs Jojachin (der gerade einmal drei Monate regiert hatte) und die erste große Deportationswelle. Ganz wie sein Vater getan hatte Jojachin ist erst 18 Jahre alt, als er den Thron besteigt. Er regiert nur drei Monate. Er tat, was böse war in den Augen des HERRN, ganz wie sein Vater getan hatte Ganz wie sein Vater getan hatte Der Text aus 2. Könige 24 zeigt eindrücklich, wie tief die Spuren sind, die Eltern und Vorbilder im Leben der nächsten Generation hinterlassen. Jojachim übernahm unreflektiert die Verhaltensweisen und die gottlose Haltung seines Vaters Jojakim. Er wurde so geprägt, dass er die gleichen Fehler wiederholte – mit fatalen Folgen für sich selbst und das ganze Volk. Nicht wie sein Vater getan hatte Die Bibel zeigt zwar die Tragik negativer Vorbilder, aber sie ist auch voll von Beispielen, bei denen Menschen sich entschieden haben, eben nicht in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten. Nicht wie sein Vater getan hatte Ein Gegenbeispiel: Jojachims Urgroßvater war der gütige König Joschija (Lesung von gestern) Dessen Vater Amon war grausam und tat, was dem Herrn missfiel – doch Joschija entschied sich bewusst für einen anderen Weg, suchte Gott und reformierte das ganze Land. Für heute Unsere Entscheidung: Die Vergangenheit oder die Fehler unserer Herkunftsfamilie müssen nicht unsere Zukunft bestimmen. Durch Gottes Gnade und eine bewusste Entscheidung können wir negative Kreisläufe durchbrechen. Bild: pexels-photo-33948437 / iddea photo

2 Kön 22, 8-13; 23, 1-3 Mittwoch, 12. Woche In jenen Tagen meldete der Hohepriester Hilkija dem Staatsleiter Schafan: Ich habe im Haus des HERRN das Buch des Gesetzes gefunden. Und Hilkija gab das Buch Schafan und er las es. 9 Schafan, der Staatsleiter, ging zum König und stattete dem König Bericht ab. 10 Als der König die Worte des Gesetzbuches hörte, zerriss er seine Kleider. 11 Und der König befahl dem Priester Hilkija, Ahikam, dem Sohn Schafans, Achbor, dem Sohn Michajas, dem Staatsleiter Schafan und Asaja, dem Diener des Königs: 13 Geht und befragt den HERRN für mich, für das Volk und für ganz Juda wegen der Worte dieses Buches, das gefunden wurde! Denn groß ist der Zorn des HERRN, der gegen uns entbrannt ist, weil unsere Väter auf die Worte dieses Buches nicht gehört haben und nicht so gehandelt haben, wie es in ihm für uns vorgeschrieben ist. 1 Da sandte der König Boten und man versammelte bei ihm alle Ältesten von Juda und Jerusalem. 2 Und der König ging zum Haus des HERRN hinauf und alle Männer von Juda und alle Einwohner von Jerusalem mit ihm, auch die Priester und die Propheten und das ganze Volk von Klein bis Groß; und er las vor ihren Ohren alle Worte des Buches des Bundes vor, das im Haus des HERRN gefunden worden war. 3 Der König trat an die Säule und schloss vor dem HERRN den Bund, dem HERRN nachzufolgen, seine Gebote, seine Zeugnisse und seine Satzungen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zu halten und die Worte des Bundes zu erfüllen, die in diesem Buch aufgeschrieben waren. Und das ganze Volk trat dem Bund bei. Ich habe im Haus des HERRN das Buch des Gesetzes gefunden In der Erzählung findet der Hohepriester Hilkija im Tempel das „Buch des Gesetzes“. Man nimmt an, dass es sich hierbei um das Deuteronomium handelt. Ich habe das Buch des Gesetzes gefunden Es lag über Generationen hinweg buchstäblich unter dem Staub verstaubter Tempelwände begraben und war völlig in Vergessenheit geraten. Die Bibel heute wieder „finden“? Rein äußerlich müssen wir die Bibel heute meistens nicht suchen – sie steht im Regal, oder ist als App auf dem Smartphone nur einen Klick entfernt. Wir leiden nicht an einem Mangel an Bibeln, sondern an einem Mangel an Entdeckung. Die Bibel heute wieder „finden“? Vom Besitz zum Hören: Eine Bibel zu haben, ist nicht dasselbe wie die Bibel zu lesen. Wir müssen die Bibel jeden Tag neu finden. Jedes Mal, wenn wir sie aufschlagen und unser Herz berühren lassen. Bild. Edgar Wunsch

2 Kön 19, 9b-11. 14-21. 31-35a. 36 Dienstag, 12. Woche In jenen Tagen schickten die Boten des Königs von Assur einen Brief an Hiskija. 14 Und Hiskija empfing den Brief aus der Hand der Boten und las ihn. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf, breitete ihn vor dem HERRN aus und betete vor dem HERRN; er sagte: 15 HERR, Gott Israels, der du über den Kerubim thronst, du allein bist der Gott aller Königreiche der Erde. Du hast den Himmel und die Erde gemacht. 16 Neige dein Ohr, HERR, und höre! Öffne deine Augen, HERR, und sieh! Hör die Worte Sanheribs, die er hergesandt hat, um den lebendi-gen Gott zu schmähen! 17 Es ist wahr, HERR, die Könige von Assur haben die Völker vernichtet und ihre Länder verwüstet. 18 Sie haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn das waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, aus Holz und Stein; darum konnten sie sie vernichten. 19 Nun aber, HERR, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist! 20 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskija und ließ ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe gehört, wie du wegen Sanheribs, des Königs von Assur, zu mir gebetet hast. 21 Das ist das Wort, das der HERR über ihn gesprochen hat: Dich verachtet, dich verspottet die Jungfrau, die Tochter Zion. Nach dir schüttelt das Haupt die Tochter Jerusalem. 31 Denn von Jerusalem wird ein Rest auszie-hen, vom Berg Zion die Geretteten. Der Eifer des HERRN der Heer-scharen wird das tun. 32 Darum spricht der HERR über den König von Assur: Er wird in diese Stadt nicht hineinkommen, keinen Pfeil hinein-schießen, ihr mit keinem Schild entgegentreten und keinen Wall gegen sie aufschütten. 33 Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, wird er zurückkehren; in diese Stadt kommt er nicht hinein – Spruch des HERRN. 34 Ich werde diese Stadt beschützen und sie retten, um mei-netwillen und um meines Knechtes David willen. 35a In jener Nacht zog der Engel des HERRN aus und erschlug im Lager der Assyrer ein-hundertfünfundachtzigtausend Mann. 36 Da brach Sanherib, der Kö-nig von Assur, auf, zog ab, kehrte nach Ninive zurück und blieb dort. Die Szene beginnt mit einer massiven Bedrohung. Die Assyrer waren die damalige Supermacht – brutal und unbesiegt. Der Brief an Hiskija war kein höfliches Schreiben, sondern eine Kriegserklärung. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf Hiskija fängt nicht sofort an, hektisch die Truppen zu zählen oder ver-zweifelte diplomatische Gegenangebote zu schreiben. Er geht zum Tem-pel und breitet den Brief aus: Er legt Gott die Realität ungefiltert hin. Als wollte er sagen: Schau hin, Herr, das ist es, womit ich konfrontiert bin. Ich kann es nicht lösen, aber du. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf In seinem Gebet (Verse 15–19) wird Hiskijas Haltung noch klarer. Er leugnet die Gefahr nicht. Er sagt ganz nüchtern: „Es ist wahr, Herr, die Könige von Assur haben die Völker vernichtet...“. Aber er rückt die Perspektive gerade. Er erinnert sich selbst und Gott daran, wer der ei-gentliche Souverän ist. Die Götter der anderen Völker waren aus Holz und Stein – aber Jahwe ist der lebendige Gott. Hiskija bittet nicht nur um das nackte Überleben, sondern darum, dass Gottes Ehre sichtbar wird. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf Die Antwort folgt prompt durch den Propheten Jesaja: Weil Hiskija die Last abgegeben hat, übernimmt Gott den Kampf. Das scheinbar Unmög-liche geschieht – die Belagerung bricht in einer einzigen Nacht zusam-men, ohne dass Jerusalem einen einzigen Pfeil abschießen musste. Für heute Wenn wir beten, bringen wir Gott nicht auf den neuesten Stand (er weiß schon, was im Brief steht) – aber wir erlauben unserem eigenen, pani-schen Herzen, wieder zur Ruhe zu kommen, weil wir uns an seine Macht erinnern. Für heute Hiskijas Brief-Geste ist ein zeitloses Plädoyer für ein Leben aus dem Vertrauen. Es erinnert uns daran, dass wir die ungefilterte, harte Realität unseres Lebens vor Gott bringen dürfen. Wer seine Sorgen vor Gott ausbreitet, gewinnt die nötige Ruhe, um in den Stürmen des Lebens nicht unterzugehen. Bild. Nadine Ludäscher










