Willkomen bei
Pfarrer Edgar Wunsch
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.
Pfarrer Edgar Wunsch und Team
tägliche Schriftbetrachtung

1 Kön 19, 9a.11–16 Freitag, 10. Woche In jenen Tagen kam Elíja zum Gottesberg Horeb. 9aDort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: 11Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. 12Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. 13Als Elíja es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. 14Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elíja? Er antwortete: Mit Leidenschaft bin ich für den Herrn, den Gott der Heerscharen, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übrig geblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 15Der Herr antwortete ihm: Geh deinen Weg durch die Wüste zurück und begib dich nach Damáskus! Bist du dort angekommen, salbe Hásaël zum König über Aram! 16Jehu, den Sohn Nimschis, sollst du zum König von Israel salben und Elíscha, den Sohn Schafats aus Ábel-Mehóla, salbe zum Propheten an deiner Stelle. Ein sanftes, leises Säuseln In einer spektakulären Aktion mit viel Getöse und Aktion hatte Elia die Baalspropheten auf dem Berg Karmel besiegt. Ein sanftes, leises Säuseln Das Problem: Elia dachte, man müsste Gottes Reich mit lautem Getöse, Machtdemonstrationen und Gewalt durchsetzen. Ein sanftes, leises Säuseln Heute zeigt Gott dem Propheten: „Ich bin nicht im Sturm, der alles zerbricht. Ich bin nicht im Feuer des Gerichts. Ich begegne dir ganz leise. Für heute: Nicht jene, die am lautesten schreien, werden sich am Ende durchsetzen, sondern jene, die anfangen zu schweigen und versuchen, auf Gottes leise Stimme zu hören. Bild. pexels-photo-12181936 / Beyza Eve

Donnerstag, 10. Woche 1 Kön 18, 41–46 In jenen Tagen 41sagte Elíja zu Ahab: Geh hinauf, iss und trink; denn das Rauschen des Regens ist schon hörbar. 42Während Ahab wegging, um zu essen und zu trinken, stieg Elíja zur Höhe des Karmel empor, kauerte sich auf den Boden nieder und legte seinen Kopf zwischen die Knie. 43Dann befahl er seinem Diener: Geh hinauf und schau auf das Meer hinaus! Dieser ging hinauf, schaute hinaus und meldete: Es ist nichts zu sehen. Elíja befahl: Geh sieben Mal hinauf! 44Beim siebten Mal meldete der Diener: Eine Wolke, klein wie eine Menschenhand, steigt aus dem Meer herauf. Darauf sagte Elíja: Geh hinauf und sag zu Ahab: Spanne an und fahr hinab, damit der Regen dich nicht aufhält! 45Es dauerte nicht lange, da verfinsterte sich der Himmel durch Sturm und Wolken und es fiel ein starker Regen. Ahab bestieg den Wagen und fuhr nach Jésreël. 46Über Elíja aber kam die Hand des Herrn. Er gürtete sich und lief vor Ahab her bis dorthin, wo der Weg nach Jés-reël abzweig t. Eine Wolke, klein wie eine Menschenhand Nach dem dramatischen Sieg über die Baalspropheten zieht sich Elija auf den Gipfel des Karmel zurück. Während König Ahab feiert, beugt sich Elija zur Erde und betet beharrlich um den ersehnten Regen. Siebenmal schickt er seinen Diener aus, um nach dem Meer zu blicken. Erst beim siebten Mal steigt eine Wolke auf, „klein wie eine Menschen-hand“. Kurz darauf bricht ein gewaltiger Regen los. Eine Wolke, klein wie eine Menschenhand Der Diener sieht anfangs nichts, dann nur eine Wolke. Doch in dieser winzigen Wolke verbirgt sich bereits der unendliche Segen des retten-den Regens. Gott bricht meistens nicht mit lautem Getöse in unser Leben ein, sondern im Unscheinbaren, Leisen, fast Übersehbaren. Es braucht den „prophetischen Blick“, um die ersten Zeichen seines Wirkens im Alltag zu erkennen. Für heute Die kleine Wolke erinnert uns daran, dass Gott unsere Armut nicht verachtet. Unsere eigenen Fähigkeiten, unsere Liebe und unser Gebet wirken oft so klein und unbedeutend wie diese Handvoll Dunst am Horizont. Aber in den Händen Gottes reicht diese Winzigkeit aus, um das Angesicht der Erde zu erneuern. Bild: Pexel

2 Tim 4, 1–8 Samstag, 9. Woche Mein Sohn! 1Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: 2Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung! 3Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Begierden Lehrer sucht, um sich die Ohren zu kitzeln; 4und man wird von der Wahrheit das Ohr abwenden, sich dagegen Fabeleien zuwenden. 5Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verrichte dein Werk als Verkünder des Evangeliums, erfülle treu deinen Dienst! 6Denn ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. 7Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt. 8Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sein Erscheinen ersehnen. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt. Ist diese Zeit, von der die Lesung spricht, schon da? Ich kann mir das gut vorstellen. Instagram und Co.: Wenn uns eine Meinung oder eine "Wahrheit" nicht gefällt, wischen wir sie weg. Die Algorithmen lernen blitzschnell, was uns gefällt, und spülen uns genau die Informationen auf den Bildschirm, die uns recht geben. Wir stellen uns eine digitale Gefolgschaft an "Lehrern" zusammen, die exakt das sagen, was wir hören wollen, und uns in unserer Weltsicht bestärken. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt. Manche zählen bis zu 72 Geschlechter auf. Dabei gibt es nur zwei. Soziale Geschlechter kann es von mir aus viele geben (aber auch das halte ich schon für fragwürdig), aber biologisch gibt es nur zwei: Mann und Frau. Eine Ehe soll auch zwischen Mann und Mann und Frau und Frau bestehen. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass jemand seinen Hund heiraten wollte. Nach christlicher Lehre besteht die Ehe zwischen Mann und Frau. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt. Das "Ohrenjucken" ist heute zu einem riesigen Geschäftsmodell geworden. Ob in der Politik, den Medien oder der Persönlichkeitsentwicklung – wer den Menschen genau das erzählt, was sie ohnehin glauben wollen, findet heute dank des Internets schneller denn je ein Millionenpublikum. Bild: pexels-photo-5206942 / www.caboompix.com

2 Tim 3, 10–17 Freitag, 9. Woche 10Du bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben und Streben, im Glauben, in der Langmut, der Liebe und der Ausdauer, 11in den Verfolgungen und Leiden, denen ich in Antióchia, Ikónion und Lystra ausgesetzt war. Welche Verfolgungen habe ich erduldet! Und aus allen hat der Herr mich errettet. 12Aber auch alle, die in der Gemeinschaft mit Christus Jesus ein frommes Leben führen wollen, werden verfolgt werden. 13Böse Menschen und Schwindler dagegen werden immer mehr in das Böse hineingeraten; sie sind betrogene Betrüger. 14Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; 15denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dich weise machen können zum Heil durch den Glauben an Christus Jesus. 16Jede Schrift ist, als von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17damit der Mensch Gottes gerüstet ist, ausgerüstet zu jedem guten Werk. Du aber bleibe Ein einziges Wort hat mich in der heutigen Lesung zutiefst angesprochen. Das Wort: „bleibe“. Als junger Kaplan hat mir ein Priesterpensionär einmal gesagt: "Bleibe! Wenn du vor jeder Schwierigkeit davonläufst, dann bist du den ganzen Tag nur immer unterwegs." Manchmal kann es eine Herausforderung sein, an dem Ort zu bleiben, an dem man lebt, und bei der Aufgabe zu bleiben, die einem übertragen ist. Es ist wichtig zu bleiben und nicht vor einer Aufgabe zu flüchten, auch dann, wenn es zur Sache geht. Du aber bleibe Dieses „Du aber“ setzt einen bewussten Kontrast zu der Welt ringsum. Liest man die Verse direkt davor, beschreibt Paulus eine Gesellschaft im Zerfall: Menschen, die egoistisch sind, den Schein der Frömmigkeit wahren, aber deren Kraft verleugnen, und Betrüger, die in die Irre gehen. Inmitten dieses moralischen und geistlichen Strudels ist das „Bleiben“ kein passives Verharren, kein stures „Ausharren aus Gewohnheit“. Es ist ein aktiver Akt des Widerstands. Stehen zu bleiben, wenn alles wegläuft oder sich permanent dreht, erfordert enorme Kraft. Du aber bleibe Auch Jesus benutzt dieses Wort. Wir hören es in den Evangelien aus Jesu Mund, wenn er ruft und bittet: „Bleibt hier!" , „Bleibt in mir!" „Bleibt in meiner Liebe!" Jesus ist immer in uns, aber eine andere Frage ist: Wo bin ich? Manchmal gehe ich eigene Wege und Jesus ruft voller Sehnsucht: Bleibt hier!" „Bleibt in mir!" , „Bleibt in meiner Liebe!" Der Christ muss mit seinem Herzen ständig bei Jesus sein, auf ihn hören und zu ihm gehören. Nur dann kann er sich vom Geist Christi lenken und leiten lassen. Du aber bleibe Wenn es „zur Sache geht“, zeigt sich, worauf unser Fundament steht. Das Bleiben schenkt uns eine wunderbare Freiheit: Wer weiß, bei wem er bleibt, muss vor nichts und niemandem mehr flüchten. Bild: pexels-photo-32946075 / Küpra Arslaner










