Willkomen bei

Pfarrer Edgar Wunsch

Unsere Angebote richten sich an Menschen, die Gott neu entdecken und sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen möchten. Ein Leben mit Gott ist unheimlich schön und spannend. Ich hoffe, dass für Sie etwas dabei ist.

Pfarrer Edgar Wunsch und Team

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 1. Juli 2026
Am 7, 10-17 Donnerstag, 13 Woche In jenen Tagen 10sandte Amázja, der Priester von Bet-El, zu Jeróbeam, dem König von Israel, und ließ ihm sagen: Mitten im Haus Israel hat sich Amos gegen dich verschworen; seine Worte sind unerträglich für das Land. 11Denn so sagt Amos: Jeróbeam stirbt durch das Schwert und Israel muss in die Verbannung ziehen, fort von seinem Boden. 12Zu Amos aber sagte Amázja: Seher, geh, flieh ins Land Juda! Iss dort dein Brot und prophezeie dort! 13In Bet-El darfst du nicht mehr prophezeien; denn das hier ist das königliche Heiligtum und der Reichstempel. 14Amos antwortete Amázja: Ich bin kein Prophet und kein Prophetenschüler, sondern ich bin ein Viehhirte und veredle Maulbeerfeigen. 15Aber der Herr hat mich hinter meiner Herde weggenommen und zu mir gesagt: Geh und prophezeie meinem Volk Israel! 16Darum höre jetzt das Wort des Herrn! Du sagst: Prophezeie nicht gegen Israel und geifere nicht gegen das Haus Ísaak! 17Darum – so spricht der Herr: Deine Frau wird zur Hure in der Stadt, deine Söhne und Töchter fallen unter dem Schwert, dein Boden wird mit der Messschnur verteilt, du selbst stirbst auf unreinem Boden und Israel muss in die Verbannung ziehen, fort von seinem Boden. Die heutige Lesung ist ein sehr hartes Gerichtswort des Alten Testaments, und beim ersten Lesen zieht sich einem alles zusammen. Das Unheil trifft den großen Gegenspieler von Amos, den Priester Amazja. Zur Situation Israel erlebt wirtschaftlichen Wohlstand. Doch hinter der glänzenden Fassade werden Arme unterdrückt, Recht wird gebeugt und der Gottesdienst dient oft nur noch der Absicherung der Mächtigen. Amazja verkörpert eine religiöse Elite die dem korrupten Regime dienste. Seher, geh, flieh ins Land Juda Amazja, der offizielle Oberpriester des königlichen Heiligtums in Bethel, will Amos mundtot machen. Er schwärzt ihn beim König an und jagt Amos weg: „Geh weg, du Seher! Verschwinde nach Juda, verdien dort dein Brot!“ Ich bin ein Viehhirte und veredle Maulbeerfeigen. Amos wehrt sich. Er sagt: „Ich bin kein Berufsprophet, der dafür Geld will. Gott selbst hat mich von meiner Herde weggeschickt. Und weil du, Amazja, Gottes Wort verbieten willst, trifft dich und deine Familie das Gericht.“ Deine Frau wird zur Hure in der Stadt Ich denke nicht, dass Gott aktiv eingreift und eine unschuldige Frau in die Prostitution treibt und die Söhne und Töchter des Amazia durch das Schwert töten lässt. Gott ist ein Gott der Liebe - auch im Alten Testament, und das dürfen wir niemals vergessen! Deine Frau wird zur Hure in der Stadt Es handelt sich um eine Voraussage der grausamen Realität eines Krieges und einer anschließenden Eroberung. Wenn Amos sagt: „Deine Frau wird zur Hure werden“, meint er kein moralisches Fehlverhalten der Frau und keinen grausamen Willensakt Gottes. Es beschreibt das Schicksal von Frauen in einer eroberten Stadt. Deine Frau wird zur Hure in der Stadt Gott kündigt hier also die Konsequenzen der politischen und moralischen Blindheit der Führungsschicht (zu der Amazja gehört) an. Wenn man die Warnungen ignoriert und das Land in den Ruin treibt, bricht das Chaos aus – und die Schwächsten der Gesellschaft (Frauen und Kinder) baden es aus. Deine Frau wird zur Hure in der Stadt Die Zukunft ist kein göttlicher Zwang, sondern die Konsequenz eines Weges den die Menschen einschlagen: Gottes Gericht zeigt sich häufig darin, dass Gott den Menschen die Folgen ihres Handelns nicht länger erspart. Er zwingt sie nicht zum Bösen, sondern lässt den Weg, den sie gewählt haben, zu seinem bitteren Ende kommen. Deine Frau wird zur Hure in der Stadt Amos zeigt seinem Gegner Amazia schonungslos das brutale Gesicht des kommenden Krieges, den die politische Führung durch ihre soziale Kälte und Arroganz selbst heraufbeschworen hat. Die Schwächsten der Gesellschaft baden dann die Arroganz und Gottvergessenheit derjenigen aus, die das Sagen hatten. Bild: pexels-photo-10315129 / Mariona Gr
von ew 30. Juni 2026
Am 5, 14-15. 21-24 Mittwoch, 13 Woche 14Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der Herr, der Gott der Heerscharen, bei euch sein. 15Hasst das Böse, liebt das Gute und bringt im Tor das Recht zur Geltung! Vielleicht ist der Herr, der Gott der Heerscharen, dem Rest Josefs dann gnädig. 21Ich hasse eure Feste, – so spricht der Herr —, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. 22Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. 23Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, 24sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Die heutige Lesung ist eine zeitlose Warnung vor einer „bequemen“ Religiosität. Sie erinnert daran, dass der Glaube an Gott und soziale Verantwortung gegenüber den Mitmenschen untrennbar zusammengehören. Ein Gottesdienst, der die Augen vor der Ungerechtigkeit der Welt verschließt, verfehlt seinen Sinn und wird – wie Amos es drastisch formuliert – von Gott nicht gehört. Ich hasse eure Feste Um zu verstehen, warum die Worte so hart sind, muss man ins 8. Jahrhundert v. Chr. blicken. Das Nordreich Israel erlebte unter König Jerobeam II. eine wirtschaftliche und politische Blütezeit. Es herrschte Frieden, die Oberschicht war reich, und die Tempel waren voll. Ich hasse eure Feste Doch dieser Wohlstand hatte eine Kehrseite: Er basierte auf der brutalen Ausbeutung der armen Landbevölkerung. Die Oberschicht bereicherte sich durch Rechtsbeugung, Bestechung und Wucher. Gleichzeitig dachten die Menschen, solange sie Gott opferten, prachtvolle Feste feierten und Lieder sangen, sei alles in bester Ordnung Ich hasse eure Feste Gott verabscheut diese Feste, weil sie eine Beziehung vortäuschen, die im realen Leben nicht existiert. Wenn die Hände, die im Tempel zum Gebet erhoben werden, draußen die Armen ausbeuten, wird der Gottesdienst zur Heuchelei. Weg mit dem Lärm deiner Lieder Musik und Gesang gehörten zum Tempelgottesdienst. Normalerweise sind sie Ausdruck von Lob und Freude. Hier aber nennt Gott sie "Lärm", weil zwischen den gesungenen Worten und dem tatsächlichen Handeln der Menschen ein Widerspruch besteht. Die Menschen preisen Gottes Gerechtigkeit, handeln aber ungerecht. Die Lieder werden dadurch unehrlich. Gott hört nicht nur auf den Klang, sondern auf das Leben der Sänger und Sängerinnen.  Bild: P exels-photo-4923033. / Ekaterina Belinskaya
von ew 29. Juni 2026
Am 3, 1-8; 4, 11-12 Dienstag, 13 Woche 1 Hört dieses Wort, das der HERR über euch gesprochen hat, ihr Israeliten, über den ganzen Stamm, den ich aus Ägypten heraufgeführt habe: 2 Nur euch habe ich von allen Stämmen der Erde erkannt; darum suche ich an euch alle eure Sünden heim. 3 Gehen zwei den gleichen Weg, ohne dass sie sich verabredet haben? 4 Brüllt der Löwe im Wald, wenn er keine Beute hat? Lässt der junge Löwe seine Stimme aus der Höhle erschallen, ohne dass er einen Fang getan hat? 5 Fällt ein Vogel in die Klappfalle auf der Erde, wenn kein Köder für ihn da ist? Springt die Falle vom Boden auf, ohne dass sie etwas fängt? 6 Bläst man in der Stadt das Horn, ohne dass das Volk erschrickt? Geschieht ein Unglück in der Stadt, ohne dass der HERR es tut? 7 Nein, der HERR, mein Gott, tut nichts, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, seinen Ratschluss offenbart hat. 8 Der Löwe brüllt – wer sollte da nicht fürchten? Der HERR, mein Gott, spricht – wer sollte da nicht Prophet werden? 11 Ich habe unter euch eine Umkehrung angerichtet wie die Umkehrung von Sodom und Gomorra durch Gott; ihr wart wie ein Brandscheit, das man aus dem Feuer reißt. Aber ihr seid nicht umgekehrt zu mir – Spruch des HERRN. 12 Darum will ich so mit dir verfahren, Israel. Weil ich so mit dir verfahren will, mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen, Israel! Darum will ich dir all das antun. Was bedeutet dieses „all das“? Wie will Gott mit seinem Volk verfahren? Amos lässt bewusst offen, wie dieses „all das“ zu verstehen ist, aber man spürt die Eindringlichkeit dieser kleinen Worte „all das“. Gott wird handeln. So oder so. Die Begegnung mit Gott ist unausweichlich. Darum will ich dir all das antun. Gerade, weil Amos nicht ausdrücklich sagt, was geschieht, wird dieser Vers so eindringlich. Amos nennt das konkrete Handeln Gottes nicht, aber gerade dadurch entsteht eine Spannung. Der Hörer fragt sich: Was wird Gott jetzt tun? Die Antwort lautet gewissermaßen: Das Entscheidende ist gar nicht was, sondern wer kommt. Jetzt kommt der Chef selbst! Mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen. Dieser Satz am Ende der Lesung hat es in sich. Er meint nicht: „Überlege dir gut, wie du lebst, denn irgendwann stirbst du und musst vor Gottes Richterstuhl treten. Bekehre dich lieber jetzt!“ Gott meint vielmehr: Jetzt! Jetzt will ich dir begegnen. Mache dich bereit. Jetzt kommt der Chef selbst!  Mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen. Man spürt. Gott ist kein „Kuschelgott“, der zu allem Ja und Amen sagt. Wenn ein Volk blind für die Zeichen der Zeit ist und taub für die Propheten bleibt, dann bleibt am Ende nur noch die direkte, ungeschützte Konfrontation mit der Realität Gottes. Mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen. Wenn wir den Schwerpunkt der heutigen Lesung auf diesen Satz legen, verliert Gott jede Harmlosigkeit. Er lässt sich nicht instrumentalisieren. Der Satz ist ein Aufruf, die eigene Lebensausrichtung radikal zu prüfen. Nicht morgen, sondern jetzt. Jetzt kommt der Chef selbst! Bild:
von ew 28. Juni 2026
Am 2, 6-10. 13-16 Montag, 13 Woche 6 So spricht der HERR: Wegen der drei Verbrechen, die Israel begangen hat, wegen der vier nehme ich es nicht zurück: Weil sie den Unschuldigen für Geld verkaufen und den Armen für ein Paar Sandalen. 7 Sie treten die Geringen in den Staub der Erde und drängen die Gebeugten vom Weg ab. Sohn und Vater gehen zum selben Mädchen, um meinen heiligen Namen zu entweihen. 8 Auf gepfändeten Kleidern strecken sie sich aus neben jedem Altar; sie trinken den Wein der Bestraften im Haus ihres Gottes. 9 Und doch habe ich vor ihren Augen die Amoriter vernichtet, die so hoch waren wie die Zedern und so stark wie die Eichen; ich habe oben ihre Frucht vernichtet und unten ihre Wurzeln. 10 Ich war es auch, der euch aus Ägypten heraufgeführt und vierzig Jahre lang durch die Wüste geleitet hat, damit ihr das Land der Amoriter in Besitz nehmt. 13 Seht, ich lasse den Boden unter euch schwanken, wie ein Wagen schwankt, der voll von Garben ist. 14 Da nützt dem Schnellen keine Flucht mehr, der Starke kann seine Kraft nicht aufbieten und der Held rettet sein Leben nicht. 15 Der Bogenschütze hält nicht stand, der Schnellfüßige entkommt nicht und der Reiter rettet sein Leben nicht. 16 Selbst der Tapferste unter den Helden flieht an jenem Tag nackt – Spruch des HERRN. Amos redet nicht um den heißen Brei herum. Er klagt das Nordreich Israel auf dem Höhepunkt seines wirtschaftlichen Wohlstands an. Doch dieser Wohlstand war teuer erkauft: auf Kosten der Schwachen. „Sie verkaufen den Unschuldigen für Geld und den Armen für ein Paar Schuhe.“ Menschenwürde war zur Handelsware geworden. Das Problem: Wenn der Mensch Gott vergisst, verliert er auch den Blick für die Würde des Mitmenschen. Wo Gott keine Rolle mehr spielt, wird der Nächste zum Nutzenobjekt. Ich war es auch, der euch aus Ägypten heraufgeführt hat. Gott erinnert sein Volk an seine größten Taten: Befreiung aus der Sklaverei und Bewahrung in der Wüste. Israel verdankt seine Existenz der Gnade Gottes, doch im Luxus hat das Volk eine „kollektive Amnesie“ entwickelt. Sie genießen die Gaben, haben aber den Geber völlig vergessen. Die Tragik, die Amos anprangert, liegt darin, dass Israel nun genau das tut, wovor Gott sie gerettet hat: Sie versklaven und unterdrücken nun ihre eigenen Brüder und Schwestern. Seht, ich lasse den Boden unter euch schwanken Amos nutzt das Bild eines überladenen Erntewagens, der unter der Last seufzt. Am Ende hilft den Mächtigen weder ihre Schnelligkeit noch ihre Kraft. Die scheinbar sichere Festung des Wohlstands stürzt ein wie ein Kartenhaus. Gott überlässt die Gesellschaft den Konsequenzen ihres eigenen Tuns. Seht, ich lasse den Boden unter euch schwanken Eine Gesellschaft, die auf Egoismus, Ausbeutung und der Verachtung des Schwachen basiert, trägt den Keim ihrer eigenen Zerstörung bereits in sich. Sie verliert ihre innere Stabilität. Das Gericht ist das Offenbarwerden dieser inneren Fäulnis. Für heute. Amos ruft uns heute zu: Erinnert euch! Gottvergessenheit führt unweigerlich zur Menschenvergessenheit. Wenn wir vergessen, dass wir alles – unser Leben, unsere Freiheit, unsere Erde – als Geschenk aus Gottes Hand erhalten haben, werden wir gierig und blind für die Not der anderen. Die heutige Lesung ist kein moralischer Zeigefinger, sondern ein liebevoller, wenn auch drastischer Weckruf: Kehrt um zu Gott. Bild: pexels-photo-29584217 / aboodi vesakaran

Jesus hat das Sagen

Oktober bis April

täglich

Mai bis September

Senden Sie mir eine Nachricht