Ich habe keine Angst vor diesem Henker

ew • 19. November 2025
2 Makk 7, 1.20-31 Mittwoch, 33. Woche        
In jenen Tagen, geschah es, dass man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm. Der König wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch zu essen, und ließ sie darum mit Geißeln und Riemen peitschen. Auch die Mutter war überaus bewundernswert, und sie hat es verdient, dass man sich an sie mit Hochachtung erinnert. An einem einzigen Tag sah sie nacheinander ihre sieben Söhne sterben und ertrug es tapfer, weil sie dem Herrn vertraute. 
In edler Gesinnung stärkte sie ihr weibliches Gemüt mit männlichem Mut, redete jedem von ihnen in ihrer Muttersprache zu und sagte: Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Leib entstanden seid, noch habe ich euch Atem und Leben geschenkt; auch habe ich keinen von euch aus den Grundstoffen zusammengefügt. Nein, der Schöpfer der Welt hat den werdenden Menschen geformt, als er entstand; er kennt die Entstehung aller Dinge. Er gibt euch gnädig Atem und Leben wieder, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen nicht auf euch achtet. Antiochus aber glaubte, sie verachte ihn, und er hatte den Verdacht, sie wolle ihn beschimpfen. 
Nun war nur noch der Jüngste übrig. Auf ihn redete der König nicht nur mit guten Worten ein, sondern versprach ihm unter vielen Eiden, ihn reich und sehr glücklich zu machen, wenn er von der Lebensart seiner Väter abfalle; auch wolle er ihn zu seinem Freund machen und ihn mit hohen Staatsämtern betrauen. Als der Junge nicht darauf einging, rief der König die Mutter und redete ihr zu, sie solle dem Knaben doch raten, sich zu retten. Erst nach langem Zureden willigte sie ein, ihren Sohn zu überreden. 
Sie beugte sich zu ihm nieder, und den grausamen Tyrannen verspottend, sagte sie in ihrer Muttersprache: Mein Sohn, hab Mitleid mit mir! Neun Monate habe ich dich in meinem Leib getragen, ich habe dich drei Jahre gestillt, dich ernährt, erzogen und für dich gesorgt, bis du nun so groß geworden bist. Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen, und so entstehen auch die Menschen. Hab keine Angst vor diesem Henker, sei deiner Brüder würdig, und nimm den Tod an! Dann werde ich dich zur Zeit der Gnade mit deinen Brüdern wiederbekommen. 
Kaum hatte sie aufgehört, da sagte der Junge: Auf wen wartet ihr? Dem Befehl des Königs gehorche ich nicht; ich höre auf den Befehl des Gesetzes, das unseren Vätern durch Mose gegeben wurde. Du aber, der sich alle diese Bosheiten gegen die Hebräer ausgedacht hat, du wirst Gottes Händen nicht entkommen.

Hab keine Angst vor diesem Henker.
Gestern haben wir gelesen, wie Eliasar seinem Glauben treu blieb und lieber den Märtyrertod auf sich nahm, als noch im hohen Alter seine Religion zu verleugnen. Heute ist es eine ganze Familie, 7 Kinder und eine tapfere Mutter, die gezwungen werden gegen ihre religiöse Überzeugung zu handeln. Wir erleben eine Familie ohne Angst und treu im Glauben.

Hab keine Angst vor diesem Henker.
Man könnte sagen, dass der grausame König ja lediglich eine Kleinigkeit von ihr und von ihren Kindern verlangt. Sie soll lediglich einen kleinen Bissen Schweinefleisch essen, dann dürfe sie wieder gehen und sei frei. Nur hier in der Öffentlichkeit soll sie ein Stückchen Schweinefleisch in den Mund nehmen. Ihre Treue gegenüber Gott war größer als die Angst vor dem Henker.

Hab keine Angst vor diesem Henker.
Ich habe Hochachtung gegenüber dieser tapferen Mutter, die zusammen mit ihren 7 Kindern lieber in den Tod ging, als ihre Religion zu verleugnen. Ein Martyrium ist sicher der äußerste Ausdruck von Glaubenstreue. Man darf ein Martyrium nicht suchen und es ist zurzeit bei uns in Deutschland auch nicht gefordert. Ich trage die Hoffnung in mir, dass in naher Zukunft wieder mehr Katholiken auch in der Öffentlichkeit zum katholischen Glauben stehen und ohne Angst vor den modernen Henkern ihren Glauben praktizieren.

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Schriftbetrachtung

von ew 5. Januar 2026
1 Joh 3, 11-21 5. Januar Das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben und nicht wie Kain handeln, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder erschlug. Warum hat er ihn erschlagen? Weil seine Taten böse, die Taten seines Bruders aber gerecht waren. Wundert euch nicht, meine Brüder, wenn die Welt euch hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt. Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben. Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Denn wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles. Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder. Im Leben des Kain wird dies in furchtbarer Weise sichtbar, denn er erschlug seinen Bruder? Abel hat Kain nichts zuleide getan. Kain hasste und mordete aus Neid, weil Gott das Opfer seines Bruders annahm, sein eigenes aber verwarf. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder. Der Hass gegen den Bruder und die Schwester entsteht (auch in den Pfarreien). Wir können den Anblick des Bruders oder der Schwester nicht ertragen und gehen ihnen aus dem Weg. Wir wollen sie aus dem Weg haben, das ist Mord, auch wenn wir äußerlich keine Hand gegen den anderen erheben. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder. Nicht umsonst hat man den Ausdruck "Rufmord" geprägt. Und es geschieht in christlichen Gemeinden gar nicht so selten. Wie überhaupt die „Zungensünden“ die Sünden der „Frommen“ sind. Darum ruft uns heute der Apostel zu: Nicht wie Kain! Auch wenn in der Gemeinde keiner den anderen äußerlich todschlägt. (Werner de Boor, Wuppertaler Studienbibel) Bild_ Pexel / Shamia Casiano
von ew 4. Januar 2026
1 Joh 3, 7-10 4. Januar Meine Kinder, lasst euch von niemand in die Irre führen! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie Er gerecht ist. Wer die Sünde tut, stammt vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Jeder, der von Gott stammt, tut keine Sünde, weil Gottes Same in ihm bleibt. Er kann nicht sündigen, weil er von Gott stammt. Daran kann man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennen: Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut und seinen Bruder nicht liebt, ist nicht aus Gott. In diesen wenigen Versen haben wir den inhaltsschwersten Abschnitt unseres Briefes vor uns, darum ist ein sorgfältiges Lesen und Durchdenken besonders notwendig. Wer die Sünde tut, stammt vom Teufel. Eigentlich müsste ich, wenn ich diesen Satz lese, bis ins Mark hinein erschrecken. Sünde ist nicht nur eine Privatsache, sondern Auflehnung gegen Gottes Willen. So ernst muss ich die Sünde nehmen! Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Schon im nächsten Satz finde ich etwas Trost. Johannes richtet den Blick ganz auf Jesus. Jesus kam nicht, um die Sünde zu übersehen, zu entschuldigen oder zu verharmlosen, er kam, um sie zu zerstören. Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Wir wissen, welchen Preis Jesus bezahlte, um die Werke des Teufels zu zerstören. Jesus wurde das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweggenommen hat. Jesus ging hierfür den Weg ans Kreuz. Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Aber wenn Jesus alles gab, um unsere Sünden hinwegzunehmen, warum sollte ich sie dann behalten wollen? Nicht die Auflehnung gegen Gott, nicht die Sünde selbst, sondern die Verachtung und Ablehnung der Heilstat Gottes ist für Johannes das eigentlich Erschreckende. Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Nicht dass ich ein Sünder bin, nicht, dass ich sündige, sollte mich erschrecken, sondern dass ich das Sakrament der Beichte nicht öfter und ehrlicher in Anspruch nehme. Bild: Pexel / Maruxa Lomoljo Koren
von ew 3. Januar 2026
1 Joh 3, 1- 6 3. Januar Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist. Jeder, der die Sünde tut, handelt gesetzwidrig; denn Sünde ist Gesetzwidrigkeit. Ihr wisst, dass er erschienen ist, um die Sünde wegzunehmen, und er selbst ist ohne Sünde. Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht. Jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen und ihn nicht erkannt. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird Dieser Satz des heiligen Johannes ist unfassbar. Er zeigt uns, was uns als unser Ziel und als unsere Zukunft gezeigt wird. Wir werden „ihm ähnlich sein“. Aber wie soll das gehen? Gott ist Gott und ich bin nur ein Mensch. Wie kann ich Gott ähnlich sein? Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird Seit 30 Jahren darf ich Gott als Priester dienen, und ich glaube, dass ich noch nicht einmal ein Promille von dem erkannt habe, was Gott ist. Nun, Gott ist immer für eine Überraschung gut. Wir werden sehen. Wir werden ihn sehen, wie er ist. Johannes hat damals Jesus gesehen, Maria hat ihn gesehen, Josef und die Apostel und 1000 andere haben Jesus mit ihren eigenen Augen gesehen. Doch sie haben Jesus nur in seiner irdischen Gestalt gesehen. Einmal werden wir ihn sehen wie er ist. Wir werden ihn sehen, wie er ist. Wir brauchen nicht weiter in dieses Geheimnis einzudringen, und wir sollten uns nicht ausmalen, was und wie wir ihn dann sehen werden. Mir genügt es zu wissen, dass ich dann, wenn ich Jesus sehen werde – so wie er ist –, eintauchen darf in ein Meer der Liebe – und das wird sehr, sehr schön werden.
von ew 2. Januar 2026
1 Joh 2, 22-28 2. Januar Liebe Brüder! Wer ist der Lügner - wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist: wer den Vater und den Sohn leugnet. Wer leugnet, dass Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht; wer bekennt, dass er der Sohn ist, hat auch den Vater. Für euch gilt: Was ihr von Anfang an gehört habt, soll in euch bleiben; wenn das, was ihr von Anfang an gehört habt, in euch bleibt, dann bleibt ihr im Sohn und im Vater. Und seine Verheißung an uns ist das ewige Leben. Dies habe ich euch über die geschrieben, die euch in die Irre führen. Für euch aber gilt: Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemand belehren zu lassen. Alles, was seine Salbung euch lehrt, ist wahr und keine Lüge. Bleibt in ihm, wie es euch seine Salbung gelehrt hat. Und jetzt, meine Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er erscheint, die Zuversicht haben und bei seinem Kommen nicht zu unserer Schande von ihm gerichtet werden . Wer ist der Lügner - wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Wir sind heute schnell bereit, alle möglichen „ehrlichen Überzeugungen“ von Jesus zu achten und anzuerkennen. Aber Johannes ist heute ganz klar. Wer Christus leugnet, ist ein Lügner. Leugnen ist wie „Bekennen“ nicht ein bloßes Denken und Meinen, sondern ein ausdrückliches Aussprechen und Bezeugen. Hier wird nicht gefragt und überlegt, hier ist es eine laut verkündigte Sache: Jesus ist nicht der Christus! Wer ist der Lügner - wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Mit der Behauptung, Jesus ist nicht der Christus, ist nach dem Urteil des Johannes das Christentum als solches aufgehoben. Indem sich diese Lehre gegen den Kern der Christenbotschaft wendet, wird sie „Antichristentum“. Hier verdrängt der Antichrist den Christus Gottes. Wer ist der Lügner - wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Johannes hebt hervor: Es geht hier nicht um einen einzelnen Lehrpunkt, um eine abweichende theologische Meinung, über die man reden könnte. Hier ist der Sohn geleugnet, d. h. das ganze Wesen Jesu. Und damit ist auch der Vater selbst verkannt. Wer leugnet, dass Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht. Die Gemeinde darf sich dadurch nicht verführen lassen, dass die neuen Lehren natürlich auch von „Gott“ sprechen und behaupten Gott viel tiefer und reiner zu erfassen, als es im christlichen Glaubensbekenntnis ausgesagt werde. Dieser „Gott“ ist auf jeden Fall nicht mehr der „Vater Jesu Christi“, der wahre, lebendige Gott! Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht. Hier lässt sich nichts trennen. Wer leugnet, dass Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht. Wie aktuell für uns heute diese Sätze des Johannes sind, muss nicht erst dargelegt werden. Es geht dabei nicht nur um lebensgefährliche Theologien, sondern auch um die vielen Menschen, die in aller Harmlosigkeit versichern, sie könnten mit Jesus nichts anfangen und bräuchten ihn auch nicht, weil sie ja unmittelbar Gott, den Vater, und die Geborgenheit bei ihm hätten. Nein, jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht! Wer leugnet, dass Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht. Der Vater, der in Jesus das Wort gesprochen und der verlorenen Welt in ihm seine rettende Liebe geschenkt hat, kann sich von Jesus nicht trennen lassen. Welch ein unsagbarer Hochmut spricht sich in der scheinbaren Harmlosigkeit aus! Gott findet keinen anderen Weg zu uns als in der Hingabe seines Sohnes; wir aber erklären: nicht nötig, ich muss Gott auch so lieb und recht sein. Hier wird der Abgrund der Sünde in völliger Blindheit nicht gesehen. (Werner de Boor, Wuppertaler Studienbibel) Bild: Pexel / Pixabay
von ew 31. Dezember 2025
31. Dez: 1 Joh 2, 18-21 Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichriste gekommen. Daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, dass sie alle nicht zu uns gehörten. Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es. Ich schreibe euch nicht, dass ihr die Wahrheit nicht wisst, sondern ich schreibe euch, dass ihr sie wisst und dass keine Lüge von der Wahrheit stamm t. Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Es gibt Stunden in unserem Leben, denen wir eine besondere Bedeutung zumessen müssen. Was wäre, wenn heute, am letzten Tag des Jahres 2025, meine letzte Stunde wäre und ich heute sterben würde? Wie würde ich die letzte Stunde meines Lebens gestalten? Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt. Die letzte Weltstunde ist gekennzeichnet durch eine Gegenwehr der Finsternis. Die Finsternis unternimmt dann, wenn die letzte Weltstunde sich nähert, einen letzten Versuch, den Messias zu besiegen und zu beseitigen. So wie Gott seinen Sohn Jesus in die Welt geschickt hat, um die Menschheit zu erlösen, so erweckt Satan einen „Welt-Heiland" aus der Hölle, um die Menschen von Christus zu befreien. Jetzt sind viele Antichriste gekommen. Der Antichrist ist sozusagen das Gegenstück zu Christus. Der Antichrist möchte Christus beseitigen und sich selbst an seine Stelle setzen. Er möchte die Welt und die Menschheit endgültig von Gott losreißen. Mit dem Auftreten des Antichristen erreicht die Gottes- und Christusfeind-lichkeit in der Weltgeschichte ihren Höhepunkt, aber auch ihr Ende. Kraft seiner übermenschlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten vermag der Anti-christ zwar die ganze Weltherrschaft an sich zu reißen, bevor Gott ihn dann aber ins Verderben stürzt. Johannes sagt in seinem Brief nichts Näheres über den Antichristen. Er bleibt stehen bei der einfachen Gewissheit: Der Antichrist kommt. Bild: Pexel / Tima Miroshnichenko
von ew 30. Dezember 2025
1 Jo h 2, 12-17 30. Dezember 6. Tag Weihnachtsoktav Ich schreibe euch, ihr Kinder, dass euch durch den Namen Jesu die Sünden vergeben sind. Ich schreibe euch, ihr Väter, dass ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, dass ihr den Bösen besiegt habt. Ich schreibe euch, ihr Kinder, dass ihr den Vater erkannt habt. Ich schreibe euch, ihr Väter, dass ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, dass ihr stark seid, dass das Wort Gottes in euch bleibt und dass ihr den Bösen besiegt habt. Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit. Liebt nicht die Welt. Worte und Begriffe können sich in ihrem Inhalt über die Jahrhunderte ändern. Wenn wir heute von Welt sprechen, haben wir einfach die Tatsache der umfassenden Einheit der Erde vor Augen. Wir reden von Welthandel, Weltpolitik und Weltfrieden. In dem Wort „Welt“ liegt dabei keinerlei Werturteil. Oder wir sehen die Welt als Natur und freuen uns mit Recht an der „schönen weiten Welt“. Liebt nicht die Welt. Im Neuen Testament dagegen denken wir bei dem Wort „Welt“ an die von Gott entfernte Menschheit, die von der Begierde des Fleisches, dem Begehren der Augen und dem Prahlen mit dem Besitz bestimmt wird. Vor Johannes steht der ganze Gegensatz „Gott“ und „Welt“. Es ist unmöglich, gleichzeitig Gott und die Welt zu lieben. Wer wirklich Gott in seiner Herrlichkeit, Hoheit und Klarheit liebt, sagt von Herzensgrund sein Nein zur „Welt“. Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn jemand die Welt liebt, dann hat er Gott nicht erkannt und liebt ihn nicht. Solche Worte der Unterscheidung klingen - damals wie heute - in einer Gemeinde sehr hart. (vgl.: Werner de Boor, Wuppertaler Studienbibel) Bild: Pexel / NastyaSensei
von ew 29. Dezember 2025
1 Joh 2, 3-11 29. Dezember, 5. Tag Weihnachtsoktav Wenn wir die Gebote Jesu Christi halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm. Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet. Wir erkennen daran, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, muss auch leben, wie er gelebt hat. Liebe Brüder, ich schreibe euch kein neues Gebot, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, etwas, das in ihm und in euch verwirklicht ist; denn die Finsternis geht vorüber, und schon leuchtet das wahre Licht. Wer sagt, er sei im Licht, aber seinen Bruder hasst, ist noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht; da gibt es für ihn kein Straucheln. Wer aber seinen Bruder hasst, ist in der Finsternis. Er geht in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht; denn die Finsternis hat seine Augen blind gemacht. Wenn wir die Gebote Jesu Christi halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Die Juden kannten 613 Ge- und Verbote, die das tägliche Leben regeln. Aus dem AT sind uns die 10 Gebote bekannt. Kaum vorstellbar, dass Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, diese Gebote meint. Durch das Halten von Geboten erkennt man Gott nicht. Das Halten der Gebote ist eine natürliche Folge und Frucht der Nachfolge Jesu, aber es ist nicht die Voraussetzung für die Nach-folge oder ein Weg, sich die Erlösung zu verdienen. Wenn wir die Gebote Jesu Christi halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Das Gebot der Gottes- und der Nächstenliebe ist der Weg, um Jesus tiefer zu erkennen. Seine Gebote sind im Grunde nur ein einziges Gebot, das Gebot der Liebe. Man muss eigentlich nur das Wort „Gebote“ gegen das Wort „Liebe“ austauschen und schon wird der Text verständlicher und wir erkennen Jesus, wenn wir seinen Weg der Liebe gehen. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm. Auf diesem Hintergrund verstehen wir auch diesen Vers. Wer nicht die Liebe lebt (oder dies wenigstens versucht), hat auch Gott nicht erkannt. Wer ohne Liebe von Gott spricht, kann nicht die Wahrheit sagen. Bild. Pexel / Brett Jordan
Bild: Pexel / Pixabay
von ew 28. Dezember 2025
Immer wieder diskutiert man an höchster Stelle, wie man das Thema Abtreibung aus dem Strafrecht herauslösen kann. So hört sich dies im Juristendeutsch an. Aber das bedeutet: man möchte die Abtreibung, also die Tötung von ungeborenen Kindern im Mutterleib bis zur 12. Schwangerschaftswoche legalisieren. Als Katholiken können wir dies nicht akzeptieren. Wenn wir dies akzeptieren, dann sagen wir als Gesellschaft JA dazu, dass in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft kein Mensch heranwächst und dass dies kein menschliches Leben ist Und wir wissen alle, wo diese Diskussion endet. Denn wenn wir einmal anfangen, das Leben wie mit einem Zeitregler hin und her zu schieben, dann sind drei Monate ja nur die Einstiegsdroge und dann sind wir in kurzer Zeit bei sechs Monaten. Und am Schluss sind wir dort wo die USA, zum Beispiel im Bundesstaat New York stehen. Dort kann ein Kind noch bis zum Eintritt der Wehen abgetrieben werden, weil man behauptet, das sei immer noch kein Kind, während man auf der Intensivstation nebenan ein Frühchen mit 500 g noch versucht am Leben zu erhalten. Die Bundesregierung möchte „alles legalisieren“, auch „unseren Kindern das Recht geben, ihr Geschlecht zu wechseln. Aber wir geben ihnen nicht das Recht, auf die Welt zu kommen. Das ist alles nicht richtig und das ist schizophren. Und darum müssen wir „Nein“ sagen. Es geht hier um Kinder von der Empfängnis an und man darf sich nicht auf irgendwelche Zeitspielchen einlassen. Wir müssen lernen die Opferperspektive einzunehmen In der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs mussten vor allem wir Bischöfe und Priester lernen, die Opferperspektive einzunehmen, oft leider erst auf Druck der Medien und der Öffentlichkeit. Dieser Prozess war sehr wichtig: Erst wenn ein gewaltsames Geschehen aus der Perspektive des Schwächeren betrachtet wird, erkennt man seine wahre Grausamkeit. Auch wenn diese Erkenntnis trivial klingt, weigert man sich beim Thema Abtreibung häufig, sie anzuwenden. Und deshalb bitte ich Sie alle, mitzuhelfen, dass bei der Abtreibung ebenso die Opferperspektive eingenommen wird. Den Schutz des menschlichen Lebens gebietet nicht nur der christliche Glaube. Das gebieten auch die Vernunft und das natürliche Sittengesetz, das uns als Handlungsregel nahelegt, mit anderen so umzugehen, wie wir selbst es für uns wünschen. Recht auf Leben  Die vom Grundgesetz garantierten Rechte auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie die Freiheit der Person gelten vom ersten Augenblick der Empfängnis bis zu ihrem letzten Atemzug, unabhängig davon, ob die betreffende Person den ästhetischen, ökonomischen oder sonstigen Erwartungen und Vorstellungen anderer oder der Gesellschaft entspricht.
von ew 27. Dezember 2025
1 Joh 1, 1-4 27. Dez: Hl. Johannes Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben vom Wort des Lebens – das Leben ist erschienen und wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschienen ist –, was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Dies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen ist. Was WIR gehört haben, was WIR gesehen haben Das Wort WIR kommt sehr oft vor in dieser kurzen Lesung. Das Zeugnis von Jesus ist so stark, weil es nicht nur ein Zeugnis eines Einzelnen ist. Wir haben gesehen. Wir haben gehört. Johannes ist nur derjenige, der diese Erfahrungen stellvertretend, für die Gemeinschaft in die er eingebunden, ist ausspricht. Was WIR gehört haben, was WIR gesehen haben Wir haben Gemeinschaft mit dem Vater und darum ist unsere Freude vollkommen. Ich habe den Eindruck, dass wir noch viel mehr als Brüder und Schwestern in der Gemeinschaft zusammenwachsen müssen. In der Weihnachtsgeschichte kommen immer Gemeinschaften zu Jesus. Die Hirten kommen nicht jeder für sich, sondern gemeinsam. Die drei Könige kommen nicht jeder für sich, sie kommen gemeinsam zur gleichen Zeit zu Jesus und darum verlassen sie auch mit großer Freude wieder gemeinsam nach Hause. Was WIR gehört haben, was WIR gesehen habe n Wenn die einzelnen Gemeinden der Seelsorgeeinheit nicht jede für sich arbeiten würden sondern sich gemeinsam auf einen Glaubensweg begeben würden, dann wäre die Freude am Glauben nicht nur groß, sondern - wie die Schrift heute sagt - vollkommen. Bild: Pexel / Dio Hasbi Saniskoro
von ew 25. Dezember 2025
Dass Stephanus gleich unmittelbar nach Weihnachten am 26. Dezember gefeiert wird ist kein Stilbruch, sondern eine Konsequenz aus der Weihnachtsbotschaft. Weihnachten darf man nicht romantisch aushöhlen, denn auf die Krippe fällt bereits der Schatten des Kreuzes. Das Kind, das wir in der Krippe sehen und anbeten, wird einst am Kreuz für unsere Sünden sterben. Stephanus hielt vor dem hohen Rat eine lange Rede, geduldig haben ihm alle zugehört. Erst als er auf die wirklich wichtigen Themen des Glaubens zu sprechen kam, auf Himmel und Jesus, auf Gott und auf Erlösung da ging es rund. „Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten einmütig auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.“ Christenverfolgung geschieht nicht nur da, wo Menschen wegen Ihres Glaubens getötet werden: Nigeria, Pakistan, Iran, Afghanistan und andere Länder. Christenverfolgung geht auch subtiler bei uns in Europa. Der Bayrische Rundfunk hat am 16.12 einen Fernsehbeitrag gesendet mit dem Titel „Die hippen Missionare – mit Jesus gegen die Freiheit?“ Gemeinschaften, welche das Evangelium ernst nehmen (Gebetshaus in Augsburg, die Loretto Gemeinschaft) wurden darin lächerlich gemacht. Auch Bischof Stefan Oster aus Passau wurde in ein evangelikales, radikales Licht gerückt. Bischof Oster hat daraufhin geantwortet: „Wenn es dann um das Evangelium Jesu Christi geht, dann scheint auch dieses irgendwie positiv besetzt – aber nur solange es sich einfügt in die gängige Freiheitsauffassung einer liberalen, digital abgelenkten und weitgehend materialistischen Gesellschaft. Man pickt sich also aus den heiligen Texten jene Stellen heraus, die dem gesellschaftlich liberal gesinnten Menschen guttun: „Der liebe Gott hat dich lieb“. Was tatsächlich unbedingt stimmt! Nur: Wenn damit nicht mitgesagt wird, wie das möglich ist, sich von Gott lieben zu lassen – und was da dazugehört, dann geht der Kern des Evangeliums trotzdem verloren. Dass nämlich die Liebe Jesu darin besteht, dass er gekommen ist, „um zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10); dass er dafür leidet, stirbt und aufersteht – und zugleich diejenigen, die zu ihm gehören wollen, ebenfalls zur Kreuzesnachfolge auffordert, das passt nicht wirklich rein. Dass er dann auch noch die Jünger in die Mission aussendet, um alle anderen Menschen auch zu seinen Jüngern zu machen, erst recht nicht. Dass zu alledem Umkehr, Vergebung der Sünden und das Hineinfinden in ein neues Leben gehören, natürlich auch nicht. Und dass mit diesem neuen Leben nun eine tiefere Freiheit gemeint ist, als eine Art vordergründiges Laissez-faire, trifft nun ganz offenbar auf weitgehendes bis völliges Unverständnis.“ Es gibt einen gewissen Trend Ich habe eine größere Scheu von Verfolgung in Deutschland zu sprechen, aber es gibt einen gewissen Trend, der die öffentliche Sichtbarkeit des Christentums problematisiert und religiöse Ausdrucksformen aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Sie können die verrücktesten Sachen machen. Mit einem Seil von einer Brücke springen. Senkrecht an einem Seil die Hauswand runterlaufen: Houserunning nennt man das. Aber wer das Christsein ernst nimmt, einfach nur katholisch sein möchten und sich eben auf Heilige Schrift, Lehramt und Tradition bezieht, der muss damit rechnen, mit den Begriffen wie Erz- oder Ultra, evangelikal oder konservativ abwertend in Verbindung gebracht zu werden. Solange wir die Erzählung rund um den ersten Märtyrer Stephanus nur als eine Erzählung von vielen betrachten werden wir wahrscheinlich keine Konsequenzen für unser eigenes christliches Leben ziehen. Wie lebe ich als Christ Erst wenn wir uns selbst fragen, ob wir unser eigenes katholisches Glaubensleben nicht doch intensivieren könnten werden wir beginnen zu erahnen was den Heiligen Stephanus bewegte sein Leben für seine Glaubensüberzeugung hinzugeben. Das wäre also eine Frage für mich heute: Wie lebe ich als Katholik? Lebe ich, - wie es ein evangelischer Theologe gesagt hat - nur als angetippter Christ, oder bin ich auch von der Wahrheit des Glaubens an Jesus durchdrungen und überzeugt.