Uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht
ew • 1. März 2026
Dan 9, 4b-10 Montag, 2. Fast Wo
Herr, du großer und Furcht erregender Gott, du bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund und deine Gnade. Wir haben gesündigt und unrecht getan, wir sind treulos gewesen und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten und Gesetzen sind wir abgewichen. Wir haben nicht auf deine Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen Bürgern des Landes geredet haben.
Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die Treue gebrochen. Ja, Herr, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen, Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich versündigt.
Aber der Herr, unser Gott, schenkt Erbarmen und Vergebung. Ja, wir haben uns gegen ihn empört. Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und seine Befehle nicht befolgt, die er uns durch seine Diener, die Propheten, gegeben hat.
Das Buch Daniel ist ein Teil des Alten Testaments der Bibel. Es gehört im Christentum zu den sogenannten „großen Propheten“. Das Buch erzählt vom Leben des Juden Daniel, der im 6. Jahrhundert v. Chr. nach Babylon verschleppt wurde. Bekannte Ereignisse: Daniel in der Löwengrube, die drei Männer im Feuerofen, die Schrift an der Wand („Menetekel“). Im heutigen Abschnitt lesen wir das Sühne- oder Reuegebet Daniels.
Uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht
Neben dem Dank-, Lob-, und Bittgebet kennt die Bibel auch das Reue- oder Sühnegebet, ein Gebet, in dem jemand Gott um Vergebung bittet und gleichzeitig Reue über eigene Schuld oder Sünde ausdrückt.
Uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht
Ein Sühnegebet enthält meistens drei Elemente:
- Einsicht – „Ich erkenne, dass ich falsch gehandelt habe.“
- Reue – „Es tut mir leid.“
- Bitte um Vergebung und Erneuerung – „Vergib mir und hilf mir, es besser zu machen.“
Uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht
Anstatt nach anderen Sündenböcken zu suchen, bekennt Daniel, dass er sich, zusammen mit dem ganzen Volk, von Gott angewandt hat. Das ist ein Zeichen seiner inneren Größe. Er sagt nicht: IHR habt gesündigt, sondern: WIR haben gesündigt. Er stellt sich in die Reihe der Sünder.
Uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht
Es mag eigenartig erscheinen, dass ein Mann von der geistlichen Statur eines Daniel von Sündenbewusstsein überwältigt ist; aber je näher man Gott kommt, umso deutlicher wird einem die eigene Sündhaftigkeit.
Wenn Du meinst, dass Du keine Sünden hast, dann ist das eher ein Zeichen dafür, dass Du noch weit von Gott entfernt bist, als ein Hinweis auf Deine eigene Vollkommenheit.
Bild: Pexel / Miguel Á. Padriñán
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Schriftbetrachtung

Dtn 26, 16-19 Samstag, 1. Fast Wo Mose sprach zum Volk: Heute, an diesem Tag, verpflichtet dich der Herr, dein Gott, diese Gesetze und die Rechtsvorschriften zu halten. Du sollst auf sie achten und sie halten mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Heute hast du der Erklärung des Herrn zugestimmt. Er hat dir erklärt: Er will dein Gott werden, und du sollst auf seinen Wegen gehen, auf seine Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften achten und auf seine Stimme hören. Und der Herr hat heute deiner Erklärung zugestimmt. Du hast ihm erklärt: Du möchtest das Volk werden, das ihm persönlich gehört, wie er es dir zugesagt hat. Du willst auf alle seine Gebote achten; er soll dich über alle Völker, die er geschaffen hat, erheben - zum Lob, zum Ruhm, zur Zierde -; und du möchtest ein Volk werden, das ihm, dem Herrn, deinem Gott, heilig ist, wie er es zugesagt hat. Heute – nur für heute! Mein Glaube soll nicht einfach nur eine oberflächliche Handlung oder Tradition sein. Der Glaube an Gott soll nicht nur mein Herz erfüllen, er soll mein Herz sein. Der Glaube ist mein Leben, mein Sinn und mein Ziel. Heute – nur für heute! Wenn man das Herz aus der Brust eines Menschen entfernen würde, dann hätte sein Leben sofort ein Ende. Wenn mir jemand den Glauben nehmen könnte, dann hätte mein Leben auch keinen Sinn mehr, alles wäre hohl und oberflächlich. Ich möchte gerne, dass mein ganzes Wesen, mein ganzes Herz, meine Gedanken, Gefühle und Taten im Einklang mit Gottes Willen stehen. Heute – nur für heute! Die Latte liegt sehr hoch, denn ich kenne auch meine Schwachheit und meine Selbstliebe. Darum bin ich dankbar für das Wörtchen „heute“ in der Lesung. Gott, gib mir die Kraft, Dir mein Leben zu schenken, nur für „heute“, dann habe ich genug zu tun.

Ez 18, 21-28 Freitag, 1. Fast Wo So spricht Gott, der Herr: Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben. Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben. Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen - Spruch Gottes, des Herrn - und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt? Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er unrecht tut und all die Gräueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muss er sterben. Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig. Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben. Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren. Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben. Nach Recht und Gerechtigkeit handeln Wichtig ist, dass der Mensch innerhalb seines Lebens von der Ungerechtigkeit zur »Gerechtigkeit« wechseln, »sich bekehren« kann. Tut er das, »dann soll er am Leben bleiben, dann soll er nicht sterben« Er wird also nicht auf sein Sündersein festgelegt. Hier gibt es keine Prädestination (Vorherbestimmung), sondern nur die freie Entscheidung! Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Im Falle der Bekehrung spielen die früheren Sünden keine Rolle mehr. Ja, Gott sagt sogar, er werde in einem solchen Falle »aller seiner Übertretungen, die er begangen hat, nicht mehr gedenken« - ein großartiger Satz! Am Ende stehen sich also nicht mathematisch ein Prozentsatz Strafe und ein Prozentsatz Gnade gegenüber, sondern derjenige, der sich zu Gott bekehrt, wird volle, hundertprozentige Gnade empfangen! Jesaja (43,25; 44,22) und Jeremia (31,34; 33,8) verkünden dieselbe Botschaft. Die bösen Wege verlassen und am Leben bleiben Allerdings ist hier auch der andere Gesichtspunkt wichtig, dass »sich bekehren« bedeutet, wirklich ein anderes Leben zu führen, nämlich »alle« bisherigen »Sünden« zu lassen und statt dessen »alle Ordnungen« Gottes zu »beobachten In diesen Hesekiel-Versen wird die werbende Liebe Gottes stets von der ernsten Mahnung derselben göttlichen Liebe begleitet. Wir brauchen beides! Entnommen: Gerhard Maier, Der Prophet Hesekiel: Kapitel 1 bis 24, Bd. 1, Wuppertaler Studienbibel (Holzgerlingen: SCM R. Brockhaus, 2018), 250–251.. Bild: Pexel / Tima Miroshnichenko

Est 4, 17 Donnerstag, 1. Fast Wo In jenen Tagen wurde die Königin Ester von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn, und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels: Herr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar vor mir. Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest. Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not, und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte! Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund, und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet. Uns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, o Herr! Ester Das Buch Ester gehört zu den spannendsten Erzählungen des Alten Testaments. Es ist ein Buch voller Dramatik, politischer Ränkespiele, Mut und göttlicher Fügung: Ester lebt unerkannt als Jüdin in einem antijüdischen Umfeld. Als der Genozid ihres Volkes angeordnet wurde, beschloss sie unaufgefordert (was eigentlich den Tod bedeutete), zum König zu gehen und ihn um Hilfe zu bitten. Sie suchte Zuflucht beim Herrn. Zuvor aber suchte sie Zuflucht bei Gott und holte sich bei ihm die Kraft, um die geplante Ausrottung ihres Volkes abzuwenden. Die Gefahr steht greifbar vor mir. Auch heute müssen wir die Angriffe gegen die Kirche wahrnehmen. In Deutschland sind sie nicht offen, sondern subtil, unterschwellig, hintergründig und raffiniert. Ester sollte uns ein Vorbild sein, sie tat das Richtige. Halten wir lieber den Mund, um keinen Ärger zu bekommen? Auch ein Einzelner kann viel bewirken. Bild: Pexel / Eduardo Romero

Jona 3, 1-10 Mittwoch 1. Fast Woche und Dienstag, 27. Woche Das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona: Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde. Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, groß und klein, zogen Bußgewänder an. Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche. Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken. Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen, und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt. Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder, und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, so dass wir nicht zugrunde gehen. Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus. Jona ging nach Ninive. „Hut ab“ vor dem König und den Leuten von Ninive. Jona war ja für sie ein unbekannter Prediger und in jener Region als Prophet völlig unbekannt. Wer das Wort Gottes verkündet, ist zunächst zweitrangig. Wichtig ist, dass es verkündet wird. Gestern haben wir gehört, dass das Wort Gottes die Erde zum Keimen und zum Sprossen bringt. Heute lesen wir, wie das Wort Gottes die Herzen der Menschen zum Blühen bringt. Nicht Jona bewirkte die Umkehr im Herzen der Niniviten, sondern das Wort Gottes. Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Die Leute glaubten Jona, sie glaubten Gott. Sie mussten das, was Jona verkündigte, tief in ihrem Herzen als ein Wort Gottes wahrgenommen haben. Das Wort ist wichtiger als der Verkünder. Die heutige Lesung zeigt, wie kraftvoll das Wort Gottes ist. Bild: Pexel / Brett Jordan

Jes 55, 10-11 Dienstag, 1. Fast Wo So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe Im Anfang war das Wort. Durch Gottes Wort ist die Welt mit allem, was dazugehört, geworden. Es war ein gutes Wort, denn am Ende der Schöpfung sagt die Bibel: Alles war sehr gut. Gott spricht gute Worte. Welcher Art von Worten sind meine Worte? Das Wort bewirkt, was ich will. Worte können eine Wirklichkeit verändern. Durch das Wort Gottes ist die Welt geworden. Durch das Wort des Priesters (er spricht und handelt, wenn er die Sakramente spendet, im Auftrag Gottes) verwandeln sich die Gaben von Brot und Wein in den Leib und in das Blut Jesu. Gottes Wort bewirkt wirklich das, wozu es ausgesprochen wurde. KKK 1581 Durch eine besondere Gnade des Heiligen Geistes gleicht dieses Sakrament den Empfänger Christus an, damit er als Werkzeug Christi seiner Kirche diene. Die Weihe ermächtigt ihn, als Vertreter Christi, des Hauptes, in dessen dreifacher Funktion als Priester, Prophet und König zu handeln. Bild: Pexel / Pixabay

Lev 19, 1-2.11-18 Montag, 1. Fast Wo Der Herr sprach zu Mose: Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten, und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig. Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen. Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr. Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen. Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben. Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr. Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun. Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten. Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern. Ich bin der Herr. Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. Fünf Wochen Altes Testament Bis zum Palmsonntag hören wir nun in der Lesung Texte aus dem Alten Testament. Wir springen von einem Buch des AT ins andere. Zunächst erscheinen alle Lesungen willkürlich ausgesucht und ohne inhaltliche Verbindung zueinander zu stehen. Aber man merkt schnell, dass alle Texte den Aufruf zur Umkehr verbindet – einmal mahnend, ein anderes Mal mit Geduld und Nachsicht werbend. Fünf Wochen Altes Testament Wir hören von Esther, der mutigen Königin, und von Moses, der zu seinem Volk spricht. Die großen Propheten Jeremia, Ezechiel und Jeremia sprechen zu uns, aber auch die kleinen Propheten kommen zu Wort – da ist Jona, der ängstliche Prophet und Micha, der im 7. Jh. v. Chr. im Südreich Juda wirkte. Wir hören Worte aus dem Buch der Weisheit und aus dem Buch Daniel, das zu den Büchern der biblischen Apokalyptik gezählt wird. Der Pentateuch mit den Büchern Genesis, Levitikus, Numeri und Deuteronomium ist vertreten. Bei so vielen unterschiedlichen Büchern und Textformen ist sicher für jeden etwas dabei – auch für Dich. Seid heilig. Den Auftakt macht heute das Buch Levitikus, in dem uns Mose zuruft: Seid heilig. Die Lesung sagt uns, wie wir heilig werden können. Die angeführten Beispiele sind nicht schwer zu verstehen und sollten eigentlich Selbstverständlichkeiten sein. Lesen Sie einmal aufmerksam. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. Am Ende der Lesung hören wir den bekannten Satz: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. Wenn wir nur diesen Satz für die ganze Fastenzeit zu betrachten hätten, dann hätten wir bereits genug zu tun. Bild: Pexel / Brett Jordan

Jes 58, 9b-14 Samstag nach Aschermittwoch So spricht der Herr: Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest, dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt. Deine Leute bauen die uralten Trümmerstätten wieder auf, die Grundmauern aus der Zeit vergangener Generationen stellst du wieder her. Man nennt dich den Maurer, der die Risse ausbessert, den, der die Ruinen wieder bewohnbar macht. Wenn du am Sabbat nicht aus dem Haus gehst und an meinem heiligen Tag keine Geschäfte machst, wenn du den Sabbat den Tag der Wonne nennst, einen Ehrentag den heiligen Tag des Herrn, wenn du ihn ehrst, indem du keine Gänge machst, keine Geschäfte betreibst und keine Verhandlungen führst, dann wirst du am Herrn deine Wonne haben, dann lasse ich dich über die Höhen der Erde dahinfahren und das Erbe deines Vaters Jakob genießen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen. Das Glück und das Wohlergehen der Menschen sind auch an Voraussetzungen gebunden. Der Mensch ist frei und kann wählen. Er kann die Grundlagen für ein gelingendes Leben auf Gott aufbauen oder eigene Wege gehen. Gott fordert eigentlich nicht viel. Wenn du … der Unterdrückung bei dir ein Ende machst. auf keinen mit dem Finger zeigst. niemand verleumdest. dem Hungrigen dein Brot reichst. den Darbenden satt machst. Achte darauf, dass es deinen Mitmenschen gut geht. Die Dinge, die in der Lesung genannt werden, sind alles Selbstverständlichkeiten (wenigstens für mich). Der Segen Gottes ist also gebunden an eine soziale Gerechtigkeit. Wenn du … • am Sabbat nicht aus dem Haus gehst. • an meinem heiligen Tag keine Geschäfte machst. • den Sabbat den Tag der Wonne nennst. • den Sabbat ehrst. Der Segen Gottes ist auch gebunden an den Sabbat. Die Kraft, um auf Gottes Wegen zu gehen, bekommen die Christen am Sonntag, am Tag des Herrn. An diesem Tag geht es um die Begegnung mit dem auferstandenen Christus in Wort und Sakrament. Dann … geht im Dunkel dein Licht auf. wird deine Finsternis hell wie der Mittag. wird der Herr dich immer führen. macht er dich auch im dürren Land satt. stärkt er deine Glieder. gleichst du einem bewässerten Garten. bauen deine Leute die uralten Trümmerstätten wieder auf. stellst du die Grundmauern aus der Zeit vergangener Generationen wieder her. Bild: Pexel / Toby Christopher

Jes 58, 1-9a Freitag nach Aschermittwoch So spricht Gott, der Herr: Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine Stimme ertönen wie eine Posaune! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden! Sie suchen mich Tag für Tag; denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und möchten, dass Gott ihnen nah ist. Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Warum tun wir Buße, und du merkst es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und treibt alle eure Arbeiter zur Arbeit an. Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank, und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt? Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: „Der bringt ein großes Fasten dar, das Gott sehr wohlgefällig ist, der seine Eigenliebe bekämpft, seinen Stolz, seinen Widerwillen für die Dinge überwindet, die er nicht gerne tut oder indem er mit Menschen zusammen ist, die seinem Charakter und Verhalten entgegen sind. Ja, meine Brüder, wenn wir uns wirklich daran halten würden, würden wir nicht nur jeden Tag etwas zum Fasten finden, sondern können es sogar in jedem Augenblick des Tages üben. Wie viele Gelegenheiten haben wir, uns abzutöten, indem wir ertragen, was uns unangenehm und zuwider ist? Also dann! Meine Brüder, wenn wir das alles für den Lieben Gott ertragen, und nur um ihm zu gefallen, dann sind das die Gott wohlgefälligsten und verdienstvollsten Fasten.“ Johannes Maria Vianney, Predigten des Pfarrers von Ars Bild: Pexel / Kamaji Ogino

Donnerstag nach Aschermittwoch Dtn 30, 15-20 Mose sagte zum Volk: Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen. Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst - heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen. Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst Die heutige Lesung besteht aus den letzten Worten die Moses an das Volk Israel richtet. Moses fasst alles was er den Israeliten gesagt und überliefert hat in dieser Lesung zusammen. Das gesamte Buch Deuteronomium ist zusammengefasst in diesen wenigen Versen. Israel steht vor der Wahl. Eindringlich bittet Moses: „Wähle das Leben!“ Mit feierlichen Worten werden Himmel und Erde, das heißt alles, was Gott geschaffen hat, als Zeugen für diese Entscheidung Israels eingeladen. Wie wird sich Israel entscheiden? Wähle! Gott legt auch dir die Entscheidung vor zwischen ihm und dem, was uns von ihm abbringen möchte. und sagt: „Wähle!“ Gott wird dich nicht zwingen, aber er möchte, dass du eine Entscheidung triffst. Du kannst dein Leben nicht dauerhaft in der Schwebe halten. Wähle das Leben! Entscheide dich für Gott. Bild: Pexel / Benjamin Eriksen

Joël 2, 12–18 Aschermittwoch Spruch des Herrn: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen! Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld und es reut ihn das Unheil. Wer weiß, vielleicht kehrt er um und es reut ihn und er lässt Segen zurück, sodass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den Herrn, euren Gott. Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach. Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des Herrn sollen sprechen: Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten! Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott? Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land und er hatte Erbarmen mit seinem Volk . Eine Umkehr sollte nicht nur äußerlich und oberflächlich sein, sondern tief aus unserem Inneren – aus unserem Herzen – kommen. Gott erwartet keine Perfektion von uns, aber er sehnt sich nach einer ehrlichen Beziehung. Ansprache von Papst Benedikt XVI., die er am 13. Februar 2013 in Rom bei der Messe am Aschermittwoch im Petersdom gehalten hat. Kehrt um zu mir von ganzem Herzen Die Worte von ganzem Herzen … bedeuten: vom Zentrum unserer Gedanken und Gefühle her, von den Wurzeln unserer Entschlüsse, Entscheidungen und Taten aus, in einem Akt völliger und radikaler Freiheit. Aber ist eine solche Umkehr zu Gott möglich? Ja, denn es gibt eine Kraft, die nicht in unserem Herzen wohnt, sondern dem Herzen Gottes selbst entströmt. Es ist die Kraft seiner Barmherzigkeit. Kehrt um zu mir von ganzem Herzen Unser Umkehren zu Gott von ganzem Herzen auf unserem Weg in der Fastenzeit geht über das Kreuz, über die Nachfolge Christi auf dem Weg, die zum Kalvarienberg führt, zur vollkommenen Selbsthingabe. Es ist ein Weg, auf dem wir täglich lernen müssen, immer mehr aus unserem Egoismus und aus unserer Verschlossenheit herauszukommen, um Platz zu machen für Gott, der das Herz öffnet und verwandelt. . Bilder: Pexel / cottonbro studio

