Ein verlockender Vorschlag

ew • 18. März 2026
Ex 32, 7-14 Donnerstag, 4. Fast Wo 
In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Bo-den. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen. Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt. Sollen etwa die Ägypter sagen können: In böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden verschwinden zu lassen? Lass ab von deinem glü-henden Zorn, und lass dich das Böse reuen, das du deinem Volk antun wolltest. Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nach-kommen geben, und sie sollen es für immer besitzen. Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.

Erneute Prüfung des Moses.
Man muss den Text sehr aufmerksam lesen, um die Feinheiten herauszufiltern. „Gott sprach zu Moses: "Steig hinunter, denn dein Volk läuft ins Verderben.“ Haben Sie die Feinheit bemerkt? 
Gott sagt: Es ist dein Volk! Gott gibt das Volk an Moses ab. Gott hat genug von diesem störrischen Volk. Nun sollen sie nicht mehr Israeliten, sondern “Moseiten“. Gott schenkt das Volk also seinem treuen Diener Moses. (Vers sieben)

Ein verlockender Vorschlag.
In Vers 10 sagt Gott zu Moses: „Ich will dich zu einem großen Volk machen“ Moses bekommt die Chance seines Lebens, er kann dieses störrische Volk, das immer zu gegen ihn murrt, vergessen und zusammen mit Gott, seinem Freund einen Neuanfang wagen.

Ich stelle mir vor, dass Moses in einem Moment der Schwäche über diesen Vorschlag Gottes nachgedacht hat. Moses könnte mit einem neuen Volk, das nicht immerzu murrt und fremden Göttern folgt, in das gelobte Land einziehen. 

Es ist Gottes Volk.
Moses überwindet diesen Moment der Schwäche und erinnert Gott daran, dass es sein Volk ist: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? (Vers 10)
Moses gibt Gott zu verstehen, dass das Volk immer sein Volk ist. Das Volk ist nicht nur dann Gottes Volk, wenn es seine Gebote erfüllt, sondern auch dann, wenn es auf Abwegen geht.

Für uns.
Ich finde, dass dies auch ein trostreicher Gedanke für uns alle sein kann. Wir sind immer Gottes Kinder! Auch dann, wenn wir auf komischen Wegen gehen.

Bild. Pexel / Luis Quintero

Ihr Kommentar

Schriftbetrachtung

von ew 15. März 2026
Jes 65, 17-21 Montag, 4. Fast Wo So spricht der Herr: Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere denken, es kommt niemand mehr in den Sinn. Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus sei-nen Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes Weinen und lautes Klagen. Dort gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht; wer als Hundertjähriger stirbt, gilt noch als jung, und wer nicht hundert Jahre alt wird, gilt als verflucht. Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden Reben pflanzen und selbst ihre Früchte genießen Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde Es muss offensichtlich eine neue Welt und ein neuer Himmel her, damit Gottes Erlösung endlich voll realisiert wird. Die alte Welt hat ihre Schranken und Grenzen. Das Neue kann offensichtlich nur dann kommen, wenn das Alte völlig abgebrochen wird. ICH erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Gott sagt, dass er selbst eine neue Schöpfung ins Leben gerufen wird. Gott sagt nicht, dass der Mensch dies tun muss. Gott selber wird handeln. Gott wird kreativ und schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Kirche unserer Tage. Vielleicht kommt aus diesem Grunde die Kirche unserer Tage nicht mehr so richtig in Schwung. Wir wollen selber einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, mit eigener Kraft, mit unserer Kreativität, mit unseren Ideen. Ich stelle mir vor, dass Gottes Kreativität um ein Vielfaches größer und schöner ist. Daher hat für mich oberste Priorität: Zuerst die Hände falten, beten und auf das hören, was Gott sagt und dann erst ans Werk gehen. Wie ist es mit mir? Vielleicht sollte ich selbst auch damit anfangen, Gott zu bitten, dass er an einigen Punkten meines Lebens einen völligen Neuanfang schafft. Mit meinem eigenen Bemühen falle ich doch immer wieder in die eigenen Fehler hinein. Aber wenn Gott in meinem Leben einen Wendepunkt setzt und etwas Neues beginnt, dann werden meine Schranken und Grenzen aufgebrochen und ich brauche ich nicht mehr an das Frühere denken, sondern kann wirklich Neuland unter meine Füße nehmen. Bild: Pexel / Pixabay
von ew 12. März 2026
Hos 14, 2-10 Freitag, 3. Fast Wo So spricht der Herr: Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld. Kehrt um zum Herrn, nehmt Worte der Reue mit euch, und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld von uns, und lass uns Gutes erfahren! Wir danken es dir mit der Frucht unserer Lippen. Assur kann uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten, und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet der Verwaiste Erbarmen. So spricht der Herr: Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut wiederlieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt. Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon. Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht soll der Pracht des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon. Sie werden wieder in meinem Schatten wohnen; sie bauen Getreide an und gedeihen wie die Reben, deren Wein so berühmt ist wie der Wein vom Libanon. Was hat Efraim noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja, ich erhöre ihn, ich schaue nach ihm. Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht. Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall. Schuld Das Wort Schuld hängt sprachlich mit „vom Weg abirren“ zusammen. Schuld ist es also, wenn wir so leben, als ob es keinen Gott gäbe. Assur, Pferde und das Machwerk unserer Hände. Das große Volk der Assyrer steht für politische Macht, von dem sich das Volk Gottes so viel versprochen hat. Die Pferde stehen für die eigene Leis-tung auf dem Gebiet der Rüstung und alle menschlichen Errungenschaften, mit deren Hilfe man das Leben meistern will. Mit ihren Händen haben sie religiöse Bilder geschaffen, die sie angebetet haben und von denen sie sich Rettung erhofften. Ich werde für Israel da - ich will sie wieder lieben. Wer zu Gott gehört, verzichtet auf die Hilfe fremder Völker, ruht sich nicht auf den eigenen Leistungen aus und schafft sich keine fremden Götter, die er anbetet. Pracht des Ölbaums, Wein vom Libanon und grünender Wacholder die Verse 5-9 lesen sich (mit etwas Fantasie) wie ein Liebesbrief. Gott, der sein Volk liebt. Gott gebraucht Worte der Poesie, um sein Volk zurückzuge-winnen. Er lockt sein Volk mit der Pracht des Ölbaums, mit Wein vom Liba-non und mit grünender Wacholder. Frage! Mit was könnte Gott dich locken, damit du endlich umkehrst? Bild: Pexel / Lorenzo Pacifico
von ew 19. Dezember 2025
Ri 13, 2-7.24-25a 19. Dezember Damals lebte in Zora ein Mann namens Manoach, aus der Sippe der Da-niter; seine Frau war unfruchtbar und hatte keine Kinder. Der Engel des Herrn erschien der Frau und sagte zu ihr: Gewiss, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder; aber du sollst schwanger werden und einen Sohn gebä-ren. Nimm dich jedoch in acht, und trink weder Wein noch Bier, und iss nichts Unreines! Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Es darf kein Schermesser an seine Haare kommen; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein. Er wird damit beginnen, Israel aus der Gewalt der Philister zu befreien. Die Frau ging und sagte zu ihrem Mann: Ein Gottesmann ist zu mir gekommen; er sah aus, wie der Engel Gottes aussieht, überaus Furcht erregend. Ich habe ihn nicht gefragt, woher er kam, und er hat mir auch seinen Namen nicht genannt. Er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebä-ren. Trink jedoch keinen Wein und kein Bier, und iss nichts Unreines; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein, bis zum Tag seines Todes. Die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson; der Knabe wuchs heran, und der Herr segnete ihn. Dann aber begann der Geist des Herrn, ihn umherzutreiben. Damals Dieses Wort „damals“ halte ich für sehr verführerisch. Es verführt uns dazu, die Bibel als etwas Damaliges zu lesen. Damals - es war einmal, aber so beginnen Märchen. Damals war es so - und wir erkennen gar nicht mehr, dass die Bibel auch für uns heutigen geschrieben ist. dass … Damals Damals griff Gott ein und verhalf dem kinderlosen Ehepaar zu einem Sohn. Auch heute noch kann Gott in unsere Welt eingreifen und in einer unlösbaren Situation Wege und Lösungen aufzeigen Du sollst schwanger werden und einen Sohn gebären. Das sind ja die gleichen Worte, die der Engel Gabriel zu Maria sagte. War es damals auch Gabriel der Zora und seine Frau besuchte und ihnen die Botschaft brachte? Ist Gabriel vielleicht auch noch heute unterwegs um den Menschen eine gute Botschaft zu bringen? - Gut möglich. Bild: Pexel / Pixabay
von ew 18. November 2025
2 Makk 6, 18-31 Dienstag, 33. Woche In jenen Tagen war unter den angesehensten Schriftgelehrten Eleasar, ein Mann von hohem Alter und edlen Gesichtszügen. Man sperrte ihm den Mund auf und wollte ihn zwingen, Schweinefleisch zu essen. Er aber zog den ehrenvollen Tod einem Leben voll Schande vor, ging freiwillig auf die Folterbank zu und spuckte das Fleisch wieder aus. In solcher Haltung mussten alle herantreten, die sich standhaft wehrten zu essen, was man nicht essen darf - nicht einmal um des geliebten Lebens willen. Die Leute, die bei dem gesetzwidrigen Opfermahl Dienst taten und die den Mann von früher her kannten, nahmen ihn heimlich beiseite und redeten ihm zu, er solle sich doch Fleisch holen lassen, das er essen dürfe, und es selbst zubereiten. Dann solle er tun, als ob er von dem Opferfleisch esse, wie es der König befohlen habe. Wenn er es so mache, entgehe er dem Tod; weil sie alte Freunde seien, würden sie ihn mit Nachsicht behandeln. Er aber fasste einen edlen Entschluss, wie es sich gehörte für einen Mann, der so alt und wegen seines Alters angesehen war, in Würde ergraut, der von Jugend an vorbildlich gelebt und - was noch wichtiger ist - den heiligen, von Gott gegebenen Gesetzen gehorcht hatte. So erklärte er ohne Umschweife, man solle ihn ruhig zur Unterwelt schicken. Wer so alt ist wie ich, soll sich nicht verstellen. Viele jungen Leute könnten sonst glauben, Eleasar sei mit seinen neunzig Jahren noch zu der fremden Lebensart übergegangen. Wenn ich jetzt heucheln würde, um eine geringe, kurze Zeit länger zu leben, würde ich sie irreleiten, meinem Alter aber Schimpf und Schande bringen. Vielleicht könnte ich mich für den Augenblick der Bestrafung durch die Menschen entziehen; doch nie, weder lebendig noch tot, werde ich den Händen des Allherrschers entfliehen. Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben und mich so meines Alters würdig zeigen. Der Jugend aber hinterlasse ich ein leuchtendes Beispiel, wie man mutig und mit Haltung für die ehrwürdigen und heiligen Gesetze eines schönen Todes stirbt. Nach diesen Worten ging er geradewegs zur Folterbank. Da schlug die Freundlichkeit, die ihm seine Begleiter eben noch erwiesen hatten, in Feindschaft um; denn was er gesagt hatte, hielten sie für Wahnsinn. Als man ihn zu Tod prügelte, sagte er stöhnend: Der Herr mit seiner heiligen Erkenntnis weiß, dass ich dem Tod hätte entrinnen können. Mein Körper leidet qualvoll unter den Schlägen, meine Seele aber erträgt sie mit Freuden, weil ich ihn fürchte. So starb er; durch seinen Tod hinterließ er nicht nur der Jugend, sondern den meisten aus dem Volk ein Beispiel für edle Gesinnung und ein Denkmal der Tugend. Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben und mich so meines Alters würdig zeigen. Bei Sitzungen und Diskussionen gehöre ich oft zu den Stillen. Mein Verstand ist nicht so rege, dass er schnell auf jede Frage, auf jedes Argument eine Antwort findet. Oft muss ich lange nachdenken, bevor ich mich dazu durchringe, in der Diskussion einen Beitrag zu leisten. Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben und mich so meines Alters würdig zeigen. Vergangene Woche hatten wir eine große zweitägige Sitzung, in der es darum ging, die Richtungen und die Eckpunkte für die künftige große Kirchengemeinde zu besprechen. Wortreich meldeten sich einige den ganzen Tag über. Gegen Ende der Tagung traute ich mich dann aber doch einen einzigen Satz zu der Debatte beizutragen. Ich sagte: „Für mich ist es wichtig, dass wir in der künftigen Kirchengemeinde ab 2026 auch in der Spur der katholischen Kirche bleiben und in Deutschland keine Sonderwege gegenüber der Weltkirche beschreiten“. Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben und mich so meines Alters würdig zeigen. Kaum hatte ich ausgesprochen, erntete ich auch schon heftigsten Widerspruch. Das Wort „katholisch“ ist offensichtlich für manche wie ein rotes Tuch. Eleasar stand damals ganz alleine vor dem Tribunal der Schriftgelehrten. Ich erlebe in unseren Tagen etwas ähnliches. Wer in manchen kirchlichen Kreisen auch nur ansatzweise versucht katholisch zu denken, zu reden und zu leben, muss sich vor dem Tribunal des Zeitgeistes behaupten. Deren Vertreter prügeln zwar niemanden tot, aber ihre Worte treffen auch wie Stockschläge. Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben und mich so meines Alters würdig zeigen. Wir werden heute immer wieder durch Worte usw. bedrängt, wir werden für altmodisch gehalten oder als komisch belächelt, wenn wir sagen, wir glauben noch an Gott, oder gar wir seien katholisch (dann wird es noch schlimmer!). Aber wir sind noch nicht bis aufs Blut verfolgt. Wenn es jedoch sein muss, Dann hoffe ich zur gegebenen Zeit den Mut wie Eleaser aufzubringen und wie er zu sagen: Darum will ich jetzt wie ein Mann (und wie ein Katholik) sterben und mich so meines Alters würdig zeigen.
von ew 10. Oktober 2025
Joel 1, 13-15; 2, 1-2 Freitag, 27. Woche Legt Trauer an, und klagt, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altars! Kommt, verbringt die Nacht im Trauergewand, ihr Diener meines Gottes! Denn Speiseopfer und Trankopfer bleiben dem Haus eures Gottes versagt. Ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt die Ältesten und alle Be-wohner des Landes beim Haus des Herrn, eures Gottes, und schreit zum Herrn: Weh, was für ein Tag! Denn der Tag des Herrn ist nahe; er kommt mit der Allgewalt des Allmächtigen. Auf dem Zion stoßt in das Horn, schlagt Lärm auf meinem heili-gen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen zittern; denn es kommt der Tag des Herrn, ja, er ist nahe, der Tag des Dunkels und der Finsternis, der Tag der Wolken und Wetter. Wie das Morgenrot, das sich über die Berge hinbreitet, kommt ein Volk, groß und gewaltig, wie es vor ihm noch nie eines gab und nach ihm keines mehr geben wird bis zu den fernsten Geschlechtern Joel gehört zu den zwölf kleinen Propheten, deren Bücher am Ende des Alten Testaments angereiht sind. Es ist etwas schwierig, sein Buch zu finden, denn seine Botschaft besteht nur aus weni-gen Seiten mit insgesamt 73 Versen. Kein Wunder also, dass man Joel leicht übersehen kann, doch die Botschaft, die Joel weiter-gibt, verdient unsere ganze Aufmerksamkeit. Der Tag des Herrn ist nahe. Joel ruft die Ältesten und alle Bewohner des Landes dazu auf, in den Tempel zu kommen. Alle sind aufgerufen und beteiligt. Alle müssen in den Tempel kommen, um den HERRN anzurufen. Alle müssen um Befreiung aus der Not schreien. Der Ruf zu Gott muss ein nationaler Ruf sein, um das Unheil abzuwenden. Auch Jona, von dem wir Anfang der Woche gelesen haben, rief alle Einwohner von Ninive dazu auf, zu Fasten und Buße zu tun. Ich habe einen Traum. Darf ich einmal träumen? Ich träume davon, dass ein ganzes Dorf oder eine ganze Stadt oder sogar ein ganzes Land sich zur gleichen Zeit in ihren Gotteshäusern versammelt, um zu Gott zu beten und ihn zu bitten, das Land in eine gute, friedvolle Zukunft zu führen. Welche Kraft und welcher Segen würde von einem solchen nationalen Gebet ausgehen. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass Gebet von lediglich zwei oder drei gläubigen Christen große Früchte bringen wird. Darum höre ich nicht auf, für das Wohl meiner Pfarrgemeinde und für das Wohl unseres Landes zu beten.
von ew 27. September 2025
Sach 2, 5-9.14-15a Samstag, 25. Woche Ich blickte hin und sah: Da war ein Mann mit einer Messschnur in der Hand. Ich fragte: Wohin gehst du? Er antwortete mir: Ich gehe, um Jerusalem auszumessen und zu sehen, wie breit und wie lang es sein wird. Da trat der Engel, der mit mir redete, vor, und ein anderer Engel kam ihm entgegen und sagte zu ihm: Lauf und sag dem jungen Mann dort: Jerusalem wird eine offene Stadt sein wegen der vielen Menschen und Tiere, die darin wohnen. Ich selbst - Spruch des Herrn - werde für die Stadt ringsum eine Mauer von Feuer sein und in ihrem Innern ihr Ruhm und ihre Ehre. Juble und freue dich, Tochter Zion; denn siehe, ich komme und wohne in deiner Mitte - Spruch des Herrn. An jenem Tag werden sich viele Völker dem Herrn anschließen, und sie werden mein Volk sein, und ich werde in deiner Mitte wohnen. Dann wirst du erkennen, dass der Herr der Heere mich zu dir gesandt hat. Wir wechseln heute zum Buch des Propheten Sacharja, dem Nachfolger von Haggai. Ich komme und wohne in deiner Mitte. Es gibt keine größere Freude für den Menschen als ein Leben in ungetrübter Gemeinschaft mit Gott. Was Gott hier durch den Propheten Sacharja ankündigt, hat sich in der Heilsgeschichte immer wieder verwirklicht. Ich komme und wohne in deiner Mitte. Die Bundeslade, die den Weg der Israeliten ins gelobte Land begleitete, war der Ort der Gegenwart Gottes. Das Allerheiligste im Jerusalemer Tempel war der Ort, an dem Gott mitten unter den Menschen wohnte. I ch komme und wohne in deiner Mitte. Gott nahm unter den Menschen Wohnung, als Christus in die Welt kam. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, sagt das Johannesevangelium (Joh1,14). 33 Jahre wohnte Gott sichtbar, fühlbar und hörbar mitten unter den Menschen. Einige haben dies erkannt und ihn angebetet, anderen war dies völlig egal. Ich komme und wohne in deiner Mitte. Bei der Feier des letzten Abendmahles am Gründonnerstag sagte Jesus: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird (Lk 22,19). Wenn wir die Eucharistie feiern, dann vollzieht sich jedes Mal das, was Jesus am Gründonnerstag gestiftet hat. Jesus kommt und wird gegenwärtig in unserer Mitte. Ich komme und wohne in deiner Mitte. In jeder katholischen Kirche brennt irgendwo ein kleines unscheinbares rotes Licht. Ganz in der Nähe dieses Lichtes steht der Tabernakel, in dem der kostbarste Schatz aufbewahrt wird, den es auf der Erde gibt. Im Tabernakel wird die Eucharistie aufbewahrt. Die Eucharistie, man kann das nicht oft genug erwähnen, ist kein gesegnetes Brot. Die Eucharistie ist nicht nur ein Symbol der Gegenwart Jesu. Die Eucharistie ist die Realpräsenz der Gegenwart Gottes. In der Eucharistie ist Gott gegenwärtig. I ch komme und wohne in deiner Mitte. Die Eucharistie ist die Mitte aller Sakramente. Die Eucharistie ist die Mitte der Kirche. Die Eucharistiefeier ist die Quelle und der Höhepunkt des gesamten christlichen Lebens. Es gibt nichts Größeres, was noch zu erreichen wäre.
von ew 20. September 2025
1 Tim 6, 13-16 Samstag, 24. Woche Mein Sohn! Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn, das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen. Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel. Am Schluss des ersten Timotheusbriefs steht eine eindringliche Mahnung an den Vorsteher. „Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel zum Erscheinen Jesu Christi unseres Herrn.“ Den „Auftrag“ habe ich bei meiner Priesterweihe bekommen. Bischof Oscar Saier stellte mir am 19.05.1996 folgende Fragen auf die ich alle mit „Ich bin bereit“ antwortete. Seid ihr bereit, das Priesteramt als zuverlässige Mitarbeiter des Bischofs auszuüben und so unter der Führung des Heiligen Geistes die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten? Seid ihr bereit, in der Verkündigung des Evangeliums und in der Darlegung des katholischen Glaubens den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen? Seid ihr bereit, die Mysterien Christi, besonders die Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung, gemäß der kirchlichen Überlieferung zum Lobe Gottes und zum Heil seines Volkes in gläubiger Ehrfurcht zu feiern? Seid ihr bereit, zusammen mit dem Bischof im Gebet, das uns aufgetragen ist, Gottes Erbarmen für Seid ihr bereit, den Armen und Kranken beizustehen und den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen? Christus, unser Hoherpriester, hat sich um unseretwillen dem Vater dargebracht. Seid ihr bereit, euch Christus, dem Herrn, von Tag zu Tag enger zu verbinden und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben? Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel. Auf folgende Frage antwortete ich mit: „Ich verspreche es.” Versprichst du mir (dem Ortsbischof) und meinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam? Ich habe also einen klaren Auftrag bekommen. Paulus sagt: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel. Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel. Mein Auftrag für heute, Samstag, 20.09.2025 lautet: Stehe zeitig auf. Bete das Stundengebet (Lesehore, Laudes, Terz, Vesper, Komplet). Verbringe die Zeit von 9:00 Uhr bis 09:45 bei der Anbetung in Neuhausen. Beantworte Mails, die vom Vortag unbeantwortet geblieben sind. Gehe zum CHRHISP-Treffen nach Tiefenbronn. Halte einen (kurzen) Mittagsschlaf. Bereite die Predigt noch einmal vor. Stehe ab 18:00 Uhr für das Beichtsakrament in Neuhausen zur Verfügung. Feiere die Hl. Messe in Lehningen. Lade die Autos mit all den Dingen die am Sonntag für die Gewerbeschau in Neuhausen benötigt werden. Gehe zeitig in Bett - denn der Vater im Himmel freut sich, wenn sein Kindlein schläft.
von ew 31. Juli 2025
Ex 40, 16-21.34-38 Donnerstag, 17. Woche In jenen Tagen machte Mose alles, wie es der Herr ihm befohlen hatte. Im zweiten Jahr, am ersten Tag des ersten Monats, stellte man die Wohnstätte auf. Mose stellte die Wohnstätte auf, legte ihre Sockel hin, setzte ihre Bretter darauf, brachte ihre Querlatten an und stellte ihre Säulen auf. Dann spannte er das Zelt über die Wohnstätte und legte die Decke des Zeltes darüber, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte. Dann nahm er die Bundesurkunde, legte sie in die Lade, brachte die Stangen an der Lade an und setzte die Deckplatte oben auf die Lade. Er brachte die Lade in die Wohnstätte, spannte die Vorhangdecke auf und verdeckte so die Lade der Bundesurkunde, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte. Dann verhüllte die Wolke das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte. Mose konnte das Offenbarungszelt nicht betreten, denn die Wolke lag darauf, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte. Immer, wenn die Wolke sich von der Wohnstätte erhob, brachen die Israeliten auf, solange ihre Wanderung dauerte. Wenn sich aber die Wolke nicht erhob, brachen sie nicht auf, bis zu dem Tag, an dem sie sich erhob. Bei Tag schwebte über der Wohnstätte die Wolke des Herrn, bei Nacht aber war an ihr Feuer vor den Augen des ganzen Hauses Israel, solange ihre Wanderung dauerte. Heute sind wir im letzten Kapitel des Buches Exodus angelangt. Gott erfüllte mit seiner Gegenwart das Bundeszelt. Gegenwart Gottes erkannte man an der Wolke, die sich über das Heiligtum legte. Alle Israeliten konnten Anzeichen der Wolke erkennen, dass Gott mitten unter ihnen ist. Das rote Licht in der Kirche. Die Gegenwart Gottes in unseren katholischen Kirchen erkennen wir heute nicht mehr an einer Wolke, die sich über das Gebäude legt, sondern an der roten Lampe, die in der Nähe zum Tabernakel leuchtet. Der Tabernakel ist der Ort der Gegenwart Gottes. Kunst in der Kirche. In der wunderbaren Sankt Maria Magdalena Kirche in Tiefenbronn gibt es künstlerisch hochwertige Seitenaltäre, die eine große Beachtung finden und über die man schon Bücher geschrieben hat. Gegenüber diesen Altären steht der Tabernakel und daneben das rote Licht. Es tut mir in der Seele weh, dass Besucherscharen staunend vor den Bildern der Seitenaltäre stehen bleiben, aber ohne jedes Zeichen der Verehrung an Gott vorbeigehen, der in Tabernakel auf sie wartet.
von ew 16. Juli 2025
Ex 3, 1-6.9-12 Mittwoch, 15. Woche JK In jenen Tagen weidete Mose die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen, und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken. Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus! Mose antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte? Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt, und als Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg verehren. Der angepasste Moses. 40 Jahre lang war die Existenz des Mose grau und dürr wie die Wüste. Sein Tagesplan und Kalender, wie auch sein Weg waren fixiert, gegen alle Änderungen gesperrt: Er wachte immer zur selben Stunde auf, um die Schafe seines Schwiegervaters zur selben Weide zu führen, am selben Brunnen zu tränken und vor Sonnenuntergang im selben Stall einzusperren. Sein Leben war eintönig. Alles war vorprogrammiert, ohne Varianten und Überraschungen. Und diese Routine dauerte sehr lange Zeit. Mose hatte sich angepasst und eingerichtet, wenn auch in der Trockenheit und Einsamkeit einer undankbaren Wüste. Er, der 40 Jahre im Schatten der Pyramiden gelebt hatte, hat genauso viele Jahre unter dem Schutz des Zeltes seines Schwiegervaters verbracht. Mose hatte sich aufs Neue angepasst und lebte auf Kosten der anderen. Über die Steppe hinaus. Aber eines Tages hat sich alles verändert. Dieser Morgen war ganz anders als die anderen, weil er den Rhythmus seines Lebens zu brechen wagte und begann, mit den Schafen über die Steppe hinauszugehen. Müde vom immer Gleichen wagte er sich von seiner Monotonie zu deprogrammieren, indem er die Grenzen seiner eigenen Sicherheit überschritt. Und nur darum gelangte er zum Gottesberg Horeb und wurde von Gott mit seinem Namen gerufen. Und ich? Wir Katholiken sind träge geworden. Wir haben uns angepasst und wollen gar nicht mehr über die Steppe hinaus. Vielleicht hören wir darum auch die Stimme Gottes nicht mehr, die uns beim Namen ruft. Fragen Sie sich einmal: Lebe ich selber auch ein gut angepasstes bürgerliches Christentum oder bin ich bereit auch einmal über „die Steppe hinaus“ zu gehen, um etwas für Gott zu wagen.
von ew 18. Juni 2025
2 Kor 9, 6-11 Mittwoch, 11. Woche JK Brüder! Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Jeder gebe, wie er es sich in sei-nem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber. In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten, so dass euch allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung steht und ihr noch genug habt, um allen Gutes zu tun, wie es in der Schrift heißt: Reichlich gibt er den Armen; seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer. Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen. In allem werdet ihr reich genug sein, um selbst-los schenken zu können; und wenn wir diese Gabe überbringen, wird sie Dank an Gott hervorrufen Ich gehe nicht gerne einkaufen. Für mich ist es ein mittleres Kreuz, wenn ich mir eine neue Hose oder einen neuen Anzug anschaffen muss. Nicht selten mache ich dann einfach nur "schnell-schnell", um rasch wieder aus dem Laden herauszukommen und merke erst später, dass die Hose eigentlich gar nicht gut passt. Dagegen gehe ich sehr gerne in den Baumarkt. Ich liebe es, zwischen den Regalen von Schrauben, Werkzeug, Dübeln und Brettern hindurch zu schlendern. Ich erinnere mich an einen Besuch im Baumarkt in Bad Säckingen an der Schweizer Grenze. Nach dem Einkauf sah ich auf dem Parkplatz einen Bettler. Zuerst wollte ich mich an ihm „vorbeidrücken!“, aber dann ging ich doch direkt auf ihn zu und gab ihm ein paar Münzen. Der Bettler nahm sie dankbar entgegen und sagte zu mir: "Vielen Dank, Gott segne Sie“. Das Segenswort des Bettlers hatte mich tief berührt und ich habe es bis heute nicht vergessen. Der Besuch im Baumarkt hatte sich wieder einmal gelohnt, ich wurde von einem Bettler gesegnet. Mittlerweile habe ich immer ein paar Münzen in der Hosentasche, wenn ich durch eine Stadt laufen muss. Sehe ich Musikanten oder Bettler am Wegesrand stehen, bekommen sie aus meinem Münzvorrat gerne etwas ab.The body content of your post goes here. To edit this text, click on it and delete this default text and start typing your own or paste your own from a different source.