Ein Neuer Himmel und eine neue Erde
ew • 15. März 2026
Jes 65, 17-21 Montag, 4. Fast Wo
So spricht der Herr: Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere denken, es kommt niemand mehr in den Sinn. Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus sei-nen Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes Weinen und lautes Klagen. Dort gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht; wer als Hundertjähriger stirbt, gilt noch als jung, und wer nicht hundert Jahre alt wird, gilt als verflucht. Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden Reben pflanzen und selbst ihre Früchte genießen
Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde
Es muss offensichtlich eine neue Welt und ein neuer Himmel her, damit Gottes Erlösung endlich voll realisiert wird. Die alte Welt hat ihre Schranken und Grenzen. Das Neue kann offensichtlich nur dann kommen, wenn das Alte völlig abgebrochen wird.
ICH erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Gott sagt, dass er selbst eine neue Schöpfung ins Leben gerufen wird. Gott sagt nicht, dass der Mensch dies tun muss. Gott selber wird handeln. Gott wird kreativ und schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Die Kirche unserer Tage.
Vielleicht kommt aus diesem Grunde die Kirche unserer Tage nicht mehr so richtig in Schwung. Wir wollen selber einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, mit eigener Kraft, mit unserer Kreativität, mit unseren Ideen.
Ich stelle mir vor, dass Gottes Kreativität um ein Vielfaches größer und schöner ist. Daher hat für mich oberste Priorität: Zuerst die Hände falten, beten und auf das hören, was Gott sagt und dann erst ans Werk gehen.
Wie ist es mit mir?
Vielleicht sollte ich selbst auch damit anfangen, Gott zu bitten, dass er an einigen Punkten meines Lebens einen völligen Neuanfang schafft. Mit meinem eigenen Bemühen falle ich doch immer wieder in die eigenen Fehler hinein. Aber wenn Gott in meinem Leben einen Wendepunkt setzt und etwas Neues beginnt, dann werden meine Schranken und Grenzen aufgebrochen und ich brauche ich nicht mehr an das Frühere denken, sondern kann wirklich Neuland unter meine Füße nehmen.
Bild: Pexel / Pixabay
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tägliche Schriftbetrachtung

Apg 13, 26-33 Freitag, 4. Osterwoche In jenen Tagen, als Paulus nach Antiochia in Pisidien gekommen war, sagte er in der Synagoge: Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt. Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Führer haben Jesus nicht erkannt, aber sie haben die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, erfüllt und haben ihn verurteilt. Obwohl sie nichts fanden, wofür er den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung. Als sie alles vollbracht hatten, was in der Schrift über ihn gesagt ist, nahmen sie ihn vom Kreuzesholz und legten ihn ins Grab. Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt, und er ist viele Tage hin-durch denen erschienen, die mit ihm zusammen von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind. So verkünden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, an uns, ihren Kindern, erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es schon im zweiten Psalm heißt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt Wir haben das Wort des Heils erkannt. Die Rede des Paulus in der Synagoge von Antiochia wird heute weitergeführt. Bevor er mit dem Negativen beginnt, stellt er etwas Positives an den Anfang. Uns wurde das Wort des Heils gesandt - wir haben es er-kannt. Sie aber haben das Wort des Heils nicht erkannt. Paulus, der selbst einer von jenen war, welche die Christen verfolgten, weiß, wie die Führer in Jerusalem denken und fühlen. Er kennt die Hintergründe und weiß, warum sie so und so gehandelt haben, und darum entlastet er Jerusalem, soweit er es von seinen eigenen Erfahrungen her kann, und sucht nach einer Entschuldigung. Wir haben Jesus unverdient durch glückliche Umstände erkannt. Sie jedoch hatten dieses Glück nicht und "haben Jesus nicht erkannt." Warum finden manche Menschen zum Glauben, während andere ein Leben lang in Glaubensdingen völlig distanziert und verschlossen bleiben? Wir dürfen hier nicht urteilen, sondern müssen beten. Aus irgendeinem Grund haben die Jerusalemer Führer Jesus nicht erkannt. Auch hier gilt: Nicht verurteilen. Franz von Sales sagt: Du musst immer zugunsten des Nächsten urteilen, soweit es nur möglich ist. Hätte eine Handlung 100 Gesichter, so sollst du das schönste ansehen. Wenn wir auch die Sünde nicht entschuldigen können, so wollen wir dennoch Mitleid haben und sie der noch am ehesten erträglichen Ursache zuschreiben, wie der Unwissenheit oder Schwäche. Bild: pexels-photo-6842399. / lesia Kozik

Apg 13, 13-25 Donnerstag, 4. Osterwoche Von Paphos fuhr Paulus mit seinen Begleitern ab und kam nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jeru-salem zurück. Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich. Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Trostes für das Volk habt, so redet. Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört! Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, in Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt und fast vierzig Jahre durch die Wüste getragen. Sieben Völker hat er im Land Kanaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben, für etwa vierhundert-fünfzig Jahre. Danach hat er ihnen Richter gegeben bis zum Propheten Samuel. Dann verlangten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre. Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird. Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem gan-zen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt. Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bi n 700 Kilometer Die ersten beiden Verse kann man in einer Sekunde lesen, ohne sich anzustrengen, ohne einen Tropfen Schweiß zu verlieren. Paulus jedoch bewältigte damals eine Reise von über 700 Kilometern, die ihn vom heutigen Zypern zunächst an die türkische Küste und dann weit hinein in das türkische Festland führte. Wie geht es mir doch gut, denn in meiner kleinen Pfarrei Herz Jesu Pforzheim brauche ich mit meinem Auto gerade einmal eine eine Stunde, um auch die äußerste Kirche noch zu erreichen. 700 Kilometer Mir fällt auf, dass Paulus und seine Begleiter nicht eine ganze Gegend „durchmissionierten“, sondern sozusagen hindurchwandern und fast im Vorübergehen das Evangelium von Jesus verkündigten. Unsere heutige Pastoral kennt diese Methode nicht mehr, wir setzen eher auf einen Pfarrer, der über viele Jahre hinweg an einem Ort bleibt und dort wirkt. 700 Kilometer Das Evangelisationsmodell des Paulus hat aber durchaus auch seine Berechtigung. Das Modell der „durchwandernden Verkündigung“ des Paulus hat insofern seine Berechtigung, als es ganz auf das Wirken Gottes vertraut. Ist das Wort Gottes einmal ausgesät, keimt es von sich aus und bringt von sich aus Frucht. (Vergleiche das Gleichnis vom Wachsen der Saat in Mk 4,26 ff.) 700 Kilometer Paulus säte auf seinen Reisen nur aus. Die reiche Ernte hat andere ein-geholt. Ich lerne heute, dass ich noch mehr auf Gott und die „Durchschlagskraft“ des Evangeliums vertrauen muss als auf meine eigenen Worte. Bild: pexels-photo-5878905 / Nadezhda Diskant

Apg 12, 24 - 13, 5 Mittwoch, 4. Osterwoche In jenen Tagen wuchs das Wort des Herrn und breitete sich aus. Nachdem Barnabas und Saulus in Jerusalem ihre Aufgabe erfüllt hatten, kehrten sie zurück; Johannes mit dem Beinamen Markus nahmen sie mit. In der Gemeinde von Antiochia gab es Propheten und Lehrer: Barnabas und Simeon, genannt Niger, Luzius von Zyrene, Manaën, ein Jugendgefährte des Tetrarchen Herodes, und Saulus. Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie mir berufen habe. Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. Vom Heiligen Geist ausgesandt, zogen sie nach Seleuzia hinab und segelten von da nach Zypern. Als sie in Salamis angekommen waren, verkündeten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden. Johannes hatten sie als Helfer bei sich. ... sprach der Heilige Geist. Die Entscheidung, Barnabas und Saulus auszusenden, fällt nicht in einer Gremiensitzung, sondern während der Liturgie und im Fasten. Für heute. Ein Aufbruch in der Kirche geschieht "auf den Knien". Eine katholische Antwort auf die Herausforderungen der Zeit muss im sakramentalen Leben und in der Askese verwurzelt sein. … und ließen sie ziehen. Die Gemeinde lässt ihre besten Leute ziehen. Sie halten Barnabas und Saulus nicht fest, um die eigene Gemeinde zu verwalten, sondern senden sie weg. Für heute. Wir leiden heute oft an einer "Selbstbespiegelung" der Gemeinden. Die Lesung fordert uns heraus, eine "Kirche im Aufbruch" (Papst Franziskus) zu sein. Das bedeutet: Loslassen! Pfarreien müssen bereit sein, Ressourcen und Personen für neue Wege einzusetzen. Bild: pexels-photo-26600613 / Botond Dobozi

Apg 11, 19-26 Dienstag, 4. Osterwoche In jenen Tagen kamen bei der Verfolgung, die wegen Stephanus entstanden war, die Versprengten bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia; doch verkündeten sie das Wort nur den Juden. Einige aber von ihnen, die aus Zypern und Zyrene stammten, verkündeten, als sie nach Antiochia kamen, auch den Griechen das Evangelium von Jesus, dem Herrn. Die Hand des Herrn war mit ihnen, und viele wurden gläubig und bekehrten sich zum Herrn. Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren, und sie schickten Barnabas nach Antiochia. Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich vorgenommen hatten. Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn eine beträchtliche Zahl hinzugewonnen. Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. Über den eigenen Tellerrand Zuerst predigten sie nur vor Juden. Sicher, vertraut, bequem. Doch dann kamen einige nach Antiochia und begannen, mit den Griechen zu reden. Für heute Wir neigen dazu, in unseren „katholischen Blasen“ zu bleiben. Antiochia lehrt uns: Das Evangelium atmet erst dann richtig tief durch, wenn wir die Komfortzone verlassen und die Sprache derer sprechen, die bisher noch nie von der „Frohen Botschaft“ gehört haben. Barnabas Barnabas wird geschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Er findet Aufbruch vor – und was tut er? Er kritisiert nicht das Neue, sondern er „freute sich und ermahnte alle, mit entschlossenem Herzen dem Herrn treu zu bleiben.“ Für heute: Wir brauchen weniger „Bedenkenträger“ und mehr „Barnabas-Typen“. Menschen, die das Wirken Gottes im Anderen entdecken, und bereit sind, für Gott die Netze auszuwerfen. Ein neuer Name: Christ In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal „Christen“. Das war ursprünglich wohl eher ein Spitzname von außen. Man erkannte sie an ihrem Verhalten, an ihrer Gemeinschaft, an ihrem Fokus auf Christus. Für heute: Sind wir als Katholiken heute noch als „Christen“ erkennbar – oder nur noch als Mitglieder einer Organisation? Die Herausforderung von Apg 11 ist es, so authentisch aus der Beziehung zu Jesus zu leben, dass die Welt um uns herum gar nicht anders kann, als uns einen Namen zu geben, der mit ihm zu tun hat. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. Antiochia war der Ort, an dem die Kirche „katholisch“ (allumfassend) wurde. Nicht durch einen Masterplan aus der Zentrale, sondern durch mutige Laien und einen ermutigenden Barnabas. Ich meine schon Geburtswehen eines neuen Antiochia in unserer Zeit zu entdecken. Oder was meinen Sie?

Apg 11, 1-18 Montag, 4. Osterwoche In jenen Tagen erfuhren die Apostel und die Brüder in Judäa, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. Als nun Petrus nach Jerusalem hinaufkam, hielten ihm die gläubig gewordenen Juden vor: Du hast das Haus von Unbeschnittenen betreten und hast mit ihnen gegessen. Da begann Petrus, ihnen der Reihe nach zu berichten: Ich war in der Stadt Joppe und betete; da hatte ich in einer Verzückung eine Vision: Eine Schale, die aussah wie ein großes Leinentuch, das an den vier Ecken gehalten wurde, senkte sich aus dem Himmel bis zu mir herab. Als ich genauer hinschaute, sah ich darin die Vierfüßler der Erde, die wilden Tiere, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels. Ich hörte auch eine Stimme, die zu mir sagte: Steh auf, Petrus, schlachte, und iss! Ich antwortete: Niemals, Herr! Noch nie ist etwas Unheiliges oder Unreines in meinen Mund gekommen. Doch zum zweiten Mal kam eine Stimme vom Himmel; sie sagte: Was Gott für rein erklärt hat, nenne du nicht unrein! Das geschah dreimal, dann wurde alles wieder in den Himmel hinaufgezogen. Da standen auf einmal drei Männer vor dem Haus, in dem ich wohnte; sie waren aus Cäsarea zu mir geschickt worden. Der Geist aber sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen. Auch diese sechs Brüder zogen mit mir, und wir kamen in das Haus jenes Mannes. Er erzählte uns, wie er in seinem Haus den Engel stehen sah, der zu ihm sagte: Schick jemand nach Joppe, und lass Simon, der Petrus genannt wird, holen. Er wird dir Worte sagen, durch die du mit deinem ganzen Haus gerettet werden wirst. Während ich redete, kam der Heilige Geist auf sie herab, wie am Anfang auf uns. Da erinnerte ich mich an das Wort des Herrn: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden. Wenn nun Gott ihnen, nachdem sie zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, gekommen sind, die gleiche Gabe verliehen hat wie uns: wer bin ich, dass ich Gott hindern könnte? Als sie das hörten, beruhigten sie sich, priesen Gott und sagten: Gott hat also auch den Heiden die Umkehr zum Leben geschenkt. Damals und heute Die Apostel von damals hatten ganz andere Probleme als wir heutigen. Sie suchten damals nach Wegen, wie die Menge an Heiden, die das Wort Gottes angenommen hatte, in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen werden konnte. Wir heutigen suchen nach Wegen, wie wir die Menge an Gebäuden für die immer geringer werdende Zahl der Katholiken erhalten können. So ändern sich die Zeiten. Bild . Edgar Wunsch

Apg 9, 31-42 Samstag, 3. Osterwoche In jenen Tagen hatte die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes. Auf einer Reise zu den einzelnen Gemeinden kam Petrus auch zu den Heiligen in Lydda. Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren lahm und bettlägerig war. Petrus sagte zu ihm: Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf, und richte dir dein Bett! Sogleich stand er auf. Und alle Bewohner von Lydda und der Scharon-Ebene sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn. In Joppe lebte eine Jüngerin namens Tabita, das heißt übersetzt: Gazelle. Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen. In jenen Tagen aber wurde sie krank und starb. Man wusch sie und bahrte sie im Obergemach auf. Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger hörten, dass Petrus dort war, schickten sie zwei Männer zu ihm und ließen ihn bitten: Komm zu uns, zögere nicht! Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf; alle Witwen traten zu ihm, sie weinten und zeigten ihm die Röcke und Mäntel, die Gazelle gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war. Petrus aber schickte alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: Tabita, steh auf! Da öffnete sie ihre Augen, sah Petrus an und setzte sich auf. Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen; dann rief er die Heiligen und die Witwen und zeigte ihnen, dass sie wieder lebte. Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn. Lydda und Joppe Lydda ist der biblische Name der Stadt Lod. Sie liegt etwa 15 Kilometer südöstlich von Tel Aviv und ist heute vor allem als Standort des internationalen Flughafens Ben Gurion bekannt. Joppe Joppe ist der biblische Name der Stadt Jaffa. Heute ist Jaffa der historische südliche Teil der israelischen Metropole Tel Aviv-Jaffa.. Von Jerusalem nach Lydda und Joppe Die Entfernung, die Petrus von Jerusalem aus zurücklegte, betrug ca 52 Kilometer. Von Neuhausen bis zum Walzbachtal, also einmal durch die neue Pfarrei, sind lediglich 35 Kilometer, die wir bequem mit dem Auto und Klimaanlage zurücklegen können. Petrus beschwerte sich nicht über den langen Fußweg nach Lydda, aber dafür trug er eine Freude im Herzen, dass er die wunderbare Botschaft des Evangeliums weitergeben durfte. Merken Sie etwas? Bild: pexels-photo-368685N / My / Digital Buggu

Apg 9, 1-20 Freitag, 3. Osterwoche In jenen Tagen wütete Saulus immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des neuen We-ges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusa-lem zu bringen. Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sag-te: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst. Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind, und er aß nicht und trank nicht. In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: Hananias! Er antwortete: Hier bin ich, Herr. Der Herr sagte zu ihm: Steh auf und geh zur so genannten Geraden Straße, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Er betet gerade und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias herein-kommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht. Hananias ant-wortete: Herr, ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. Auch hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle zu verhaften, die deinen Namen anrufen. Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mein aus-erwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Ich werde ihm auch zeigen, wie viel er für mei-nen Namen leiden muss. Da ging Hananias hin und trat in das Haus ein; er legte Saulus die Hände auf und sagte: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen. Und nachdem er etwas gegessen hatte, kam er wieder zu Kräften. Einige Tage blieb er bei den Jüngern in Damaskus; und sogleich verkündete er Jesus in den Synagogen und sagte: Er ist der Sohn Gottes Zufluchtsort Damaskus Vergangenen Mittwoch haben wir in Apg 8, 1b-8 noch gelesen, dass die Christen aus Angst vor einer Verfolgung aus Jerusalem flüchteten. Heute erfahren wir, dass sie auch im weit entfernten Damaskus nicht sicher waren. Paulus gab keine Ruhe, er wollte ihnen nacheilen, um sie zurück nach Jerusalem zu bringen. Die Christen müssen ausgerottet werden. Dafür ist kein Aufwand zu groß und kein Weg zu weit. Gamaliel der Lehrer des Paulus Aus Apostelgeschichte 22,3 wissen wir, dass Gamaliel der Lehrer des Paulus war. Von der ausgleichenden Art Gamaliels haben wir am Freitag, 2. Osterwoche in Apg 5, 34-42 erfahren. Paulus unterschied sich jedoch hier radikal von seinem Lehrer. Dennoch hat sich Jesus aber nicht Gamaliel für die Heidenmission erwählt, sondern Paulus. Gamaliel war von seiner Persönlichkeit her eher passiv: Abwarten, Gottes Wille setzt sich durch. Paulus der Schüler des Gamaliel Paulus dagegen hatte eine eher aktive innere Einstellung: Handeln, den Willen Gottes mit ganzem Einsatz umsetzen. Der gleichen Eifer den Paulus bei der Verfolgung der Christen zeigte, trieb ihn auch später an die Botschaft vom Evangelium Jesu bis in die hintersten Winkel aller Länder zu tragen. Wenn Jesus wirklich der Mes-sias ist, dann muss man ihm mit jedem Blutstropfen dienen. Wer bist du, Herr? Es war nicht nur ein Aufwallen tiefer Gefühle, oder eine Fata Morgana, die Paulus in der Nähe von Damaskus berührte. Nein, Jesus Christus offenbarte sich ihm selbst und gab ihm einen inneren, sicheren Gottes-beweis, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, eine lebendige Wirklichkeit ist. Eine einzige Sekunde genügte und die bisherige Existenz des Saulus zerbrach bis auf den Grund. Die große Leistung des Paulus besteht darin, dass er diese Offenbarung akzeptierte, sein altes Leben über Bord warf und von nun an Jesus, dem Messias, diente. Bild: Edgar Wunsch

Apg 8, 26-40 Donnerstag, 3. Osterwoche In jenen Tagen sagte ein Engel des Herrn zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Sie führt durch eine einsame Gegend. Und er brach auf. Nun war da ein Äthiopier, ein Kämmerer, Hofbeamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete. Dieser war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten, und fuhr jetzt heimwärts. Er saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Und der Geist sagte zu Philippus: Geh und folge diesem Wagen. Philippus lief hin und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest? Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen. Der Abschnitt der Schrift, den er las, lautete: Wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt; und wie ein Lamm, das verstummt, wenn man es schert, so tat er seinen Mund nicht auf. In der Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. Seine Nachkommen, wer kann sie zählen? Denn sein Leben wurde von der Erde fortgenommen. Der Kämmerer wandte sich an Philippus und sagte: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Von sich selbst oder von einem anderen? Da begann Philippus zu reden, und ausgehend von diesem Schriftwort verkündete er ihm das Evangelium von Jesus. Als sie nun weiterzogen, kamen sie zu einer Wasserstelle. Da sagte der Kämmerer: Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg? Er ließ den Wagen halten, und beide, Philippus und der Kämmerer, stiegen in das Wasser hinab, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist des Herrn den Philippus. Der Kämmerer sah ihn nicht mehr, und er zog voll Freude weiter. Den Philippus aber sah man in Aschdod wieder. Und er wanderte durch alle Städte und verkündete das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam. Steh auf und zieh nach Süden Oft lesen wir diese, oder eine ähnliche Formulierung in der Bibel. 1 Könige 17,9 (Mach dich auf und geh nach Sarepta), Jona 1,2 (Mach dich auf und geh nach Ninive), Mt 9,5 (Steh auf und geh umher.), Mk 2,11 (Steh auf, nimm deine Liege und geh), Apg 3, 6 (Steh auf und geh umher), Apg 8,26 (Steh auf und geh nach Süden) … Steh auf und zieh nach Süden Wie würde ich reagieren, wenn ein Engel zu mir spräche, um mich aufzufordern, durch eine einsame Gegend zu wandern? Würde ich sofort alles liegen und stehen lassen, oder würde ich anfangen zu argumentieren, warum ich gerade jetzt keine Zeit habe? Bild: pexels-photo-7623546 / Miriam Alonso

Apg 8, 1b-8 Mittwoch, 3. Osterwoche An jenem Tag brach eine schwere Verfolgung über die Kirche in Jerusalem herein. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut, mit Ausnahme der Apostel. Fromme Männer bestatteten Stephanus und hielten eine große Totenklage für ihn. Saulus aber versuchte die Kirche zu vernichten; er drang in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und lieferte sie ins Gefängnis ein. Die Gläubigen, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündeten das Wort. Philippus aber kam in die Hauptstadt Samariens hinab und verkündigte dort Christus. Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philippus; sie hörten zu und sahen die Wunder, die er tat. Denn aus vielen Besessenen fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus; auch viele Lahme und Krüppel wurden geheilt. So herrschte große Freude in jener Stadt. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut … Die Steinigung des Stephanus war der Auftakt zu einer großen Verfolgung der Christen jener Gegend. Der Schrecken unter den Christen war so groß, dass sie sich in die Gegenden von Judäa und Samaria zerstreuten. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut … Die Apostel jedoch blieben in Jerusalem, um jenen, die geblieben waren, beizustehen. Die Apostel blieben, weil die kleine verfolgte Gemeinde sie brauchte. Alle können fliehen, die Apostel können es nicht. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut … Die Jünger hatten die Freiheit zu fliehen, wie viele andere, sie hatten aber auch die Freiheit, in Jerusalem zu bleiben. Die Apostel blieben, und ich stelle mir vor, wie sie in manchen Nächten vor lauter Angst nicht schlafen konnten. … mit Ausnahme der Apostel zerstreu t. Wenn ich, während ich dies schreibe, in meinem Büro sitze, versuche ich mir für einen Augenblick vorzustellen, wie ich mich entscheiden würde, wenn in der Diözese Freiburg plötzlich eine große Christenverfolgung ausbrechen würde. Würde ich in einer Nachbardiözese fliehen? Hätte ich die Kraft zu bleiben, um für jene da zu sein, die die Schrecken der Verfolgung erleiden müssen? Wie würden Sie sich entscheiden, wenn Sie wüssten, dass die Schergen schon morgen Nacht in Ihr Haus eindringen könnten? Bild: pexels-photo-21950515 / Fuat Ertuş

Apg 7, 51 – 8, 1a Dienstag, 3. Osterwoche In jenen Tagen sagte Stephanus zu dem Volk, den Ältesten und den Schriftgelehrten: Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt, eure Väter schon und nun auch ihr. Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt. Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen. Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß. So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er. Saulus aber war mit dem Mord einverstanden Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch … dem Heiligen Geist widersetzt. Stephanus spricht ein hartes Wort: „Ihr widersetzt euch dem Heiligen Geist.“ Das ist keine Beleidigung, sondern eine schlichte Feststellung. Sich dem Heiligen Geist zu verschließen, heißt nicht zuerst, nichts zu wissen. Es heißt: nicht hören wollen. Das Ohr ist da – aber das Wort Gottes dringt nicht mehr durch. Man hört es, aber man lässt es nicht an sich heran. Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch … dem Heiligen Geist widersetzt. Sich dem Hl. Geist zu verschließen bedeutet: nicht antworten wollen. Das Herz spürt vielleicht: Das betrifft mich. Aber man weicht aus. Man verschiebt. Man bleibt, wie man ist. Der eigentliche Widerstand gegen den Hl. Geist ist nicht Unwissenheit, sondern Verweigerung. Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch … dem Heiligen Geist widersetzt. Gott spricht – aber der Mensch bleibt stumm. Darum ist die entscheidende Frage nicht: Habe ich Gottes Wort gehört? Sondern: Habe ich darauf geantwortet?

