Als ein heftiger Streit entflammte

ew • 6. Mai 2026

Donnerstag, 5. Osterwoche       Apg 15, 721

In jenen Tagen als ein heftiger Streit entstand, erhob sich Petrus und sagte zu ihnen: Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen. Und Gott, der die Herzen kennt, bestätigte dies, indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab. Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen; denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt. Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? Wir glauben im Gegenteil, durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden, auf die gleiche Weise wie jene. Da schwieg die ganze Versammlung. Und sie hörten Barnabas und Paulus zu, wie sie erzählten, welch große Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. Als sie geendet hatten, nahm Jakobus das Wort und sagte: Brüder, hört mich an! 14Simon hat berichtet, dass Gott selbst zuerst eingegriffen hat, um aus den Heiden ein Volk für seinen Namen zu gewinnen. Damit stimmen die Worte der Propheten überein, die geschrieben haben: Danach werde ich mich umwenden und die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten; ich werde sie aus ihren Trümmern wieder aufrichten und werde sie wiederherstellen, damit die übrigen Menschen den Herrn suchen, auch alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist  spricht der Herr, der das ausführt, was ihm seit Ewigkeit bekannt ist. Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden; man weise sie nur an, Verunreinigung durch Götzenopferfleisch und Unzucht zu meiden und weder Ersticktes noch Blut zu essen. Denn Mose hat seit ältesten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.


Als ein heftiger Streit entstand.

Obwohl die verschiedenen Parteien auf dem ersten Apostelkonzil heftig miteinander stritten und diskutierten, finde ich es doch schön, dass jeder seine Meinung sagen kann, ohne von der anderen Partei unterbrochen zu werden. Es war gut, dass Petrus und Barnabas keinen Brief nach Jerusalem schrieben, sondern die lange Reise auf sich nahmen, um das persönliche Gespräch mit ihren Glaubensbrüdern zu suchen. Jemand hat gesagt: „Willst du mit Menschen auseinanderkommen, dann musst du einen Brief schreiben; willst du mit Menschen zusammenfinden, dann musst du hingehen und mit ihnen sprechen.“ (vgl.: Wuppertaler Studienbibel, Werner De Boor, Apostelgeschichte)


Simon zitiert das Alte Testament

Simon fühlt sich innerlich gedrängt und aufgefordert, das Wort zu ergreifen. Ich finde es ganz wunderbar, wie er sofort das Alte Testament zitiert. Sofort kann er Worte aus den Propheten mit dieser ganz konkreten Situation und dieser ganz konkreten Frage in Verbindung bringen. Er zitiert aus den Propheten Amos (9,11.12), Jeremia (12,15) und Jesaja (45,21).

Wir modernen Christen zitieren, wenn wir unsere Meinung durchbringen wollen, oft die Schriftsteller, Psychologen und Soziologen. Es wäre zielführender, wenn Gottes Wort aus dem Alten und Neuen Testament so lebendig in uns wäre, dass wir, geleitet von Gottes Wort, unsere Entscheidungen treffen.


Bild: pexels-photo-984950 / Vera Arsic

Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 5. Mai 2026
Apg 15, 16 Mittwoch, 5. Osterwoche In jenen Tagen kamen einige Leute von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden. Nach großer Aufregung und heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Paulus und Barnabas beschloss man, Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und den Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen. Sie wurden von der Gemeinde feierlich verabschiedet und zogen durch Phönizien und Samarien; dabei berichteten sie den Brüdern von der Bekehrung der Heiden und bereiteten damit allen große Freude. Bei ihrer Ankunft in Jerusalem wurden sie von der Gemeinde und von den Aposteln und den Ältesten empfangen. Sie erzählten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan hatte. Da erhoben sich einige aus dem Kreis der Pharisäer, die gläubig geworden waren, und sagten: Man muss sie beschneiden und von ihnen fordern, am Gesetz des Mose festzuhalten. Die Apostel und die Ältesten traten zusammen, um die Frage zu prüfen Die Apostel und die Ältesten traten zusammen Paulus und Barnabas reisen den weiten Weg zurück nach Jerusalem, um zusammen mit den Aposteln und den Ältesten eine theologische Frage zu klären. Zum ersten Mal lesen wir heute, wie die damalige Gesamtkirche zusammenkommt, um aufgekommene Fragen zu klären. Die Frage war: Müssen sich Heiden, die Christen werden wollen, zuvor beschneiden lassen, oder nicht? Die Apostel und die Ältesten traten zusammen Zu dieser Frage gibt es kein Gebot von Jesus direkt. Wir haben zu dieser Frage keine Lösung aus dem Munde Jesu. Die Apostel müssen nun durch Gebet und durch Nachdenken herausfinden, was vor Gott richtig ist. Es kommt zum ersten Apostelkonzil. Lukas hat es so in die Apostelgeschichte eingebunden, dass es mit Kapitel 15 fast genau in der Mitte seines Buches steht. Bibel und Tradition Im Laufe der Jahrhunderte sind viele theologische Fragen aufgetaucht, die sich nicht durch ein Gebot Gottes oder durch ein Bibelzitat lösen lassen. Die Bischöfe mussten zusammen mit Petrus auf all ihren Konzilien auf die Fragen ihrer Zeit antworten. So ist es bis heute geblieben. Bibel und Tradition Darum ruht das katholische Glaubensgebäude auf zwei Fundamenten: auf der Bibel und auf der Tradition. Beides – Bibel und Katechismus – sind wichtig. Die Bibel ist das überlieferte und verdichtete Wort Gottes an die Menschen. Im Katechismus finden sich die überlieferten Antworten der Kirche auf die Fragen der jeweiligen Zeit. Sowohl die Bibel als auch der Katechismus sollten in unseren Regalen stehen. Bild: Edgar Wunsch
von ew 4. Mai 2026
Apg 14, 19-28 Dienstag, 5. Osterwoche In jenen Tagen kamen Juden von Antiochia und Ikonion und überredeten die Volksmenge. Und sie steinigten den Paulus und schleiften ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot. Als aber die Jünger ihn umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Am anderen Tag zog er mit Barnabas nach Derbe weiter. Als sie dieser Stadt das Evangelium verkündet und viele Jünger gewonnen hatten, kehrten sie nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück. Sie sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. In jeder Gemeinde bestellten sie durch Handauflegung Älteste und empfahlen sie mit Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten. Nachdem sie durch Pisidien gezogen waren, kamen sie nach Pamphylien, verkündeten in Perge das Wort und gingen dann nach Attalia hinab. Von dort fuhren sie mit dem Schiff nach Antiochia, wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten, der Gnade Gottes empfohlen hatte. Als sie dort angekommen waren, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte. Und sie blieben noch längere Zeit bei den Jüngern. Lystra, Ikonion, Antiochia, Pysidien, Pamphylien Im Internet finden Sie ganz leicht Landkarten, auf denen die Missionsreisen des Paulus eingezeichnet sind. Sie finden alle Orte und Landschaften wieder, die in der heutigen Lesung erwähnt werden. Paulus hat sie alle besucht. So groß war also die Seelsorgeeinheit des heiligen Paulus. Frage: Bin ich bereit, am Sonntag 6 km in die Nachbargemeinde zur Feier der Eucharistie zu fahren? Bild: pexels-photo-7368307 / Vlada Karpovich
von ew 4. Mai 2026
Apg 14, 5-18 Montag, 5. Osterwoche In jenen Tagen als die Apostel merkten, dass die Heiden und die Juden zusammen mit ihren Führern entschlossen waren, sie zu misshandeln und zu steinigen, flohen sie in die Städte von Lykaonien, Lystra und Derbe, und in deren Umgebung. Dort verkündeten sie das Evangelium. In Lystra war ein Mann, der von Geburt an gelähmt war; er saß ohne Kraft in den Füßen da und hatte nie gehen können. Er hörte der Predigt des Paulus zu. Dieser blickte ihm fest ins Auge; und da er sah, dass der Mann darauf vertraute, gerettet zu werden, rief er laut: Steh auf! Stell dich aufrecht auf deine Füße! Da sprang der Mann auf und ging umher. Als die Menge sah, was Paulus getan hatte, fing sie an zu schreien und rief auf lykaonisch: Die Götter sind in Menschengestalt zu uns herabgestiegen. Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er der Wortführer war. Der Priester des „Zeus vor der Stadt“ brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte zusammen mit der Volksmenge ein Opfer darbringen. Als die Apostel Barnabas und Paulus davon hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen unter das Volk und riefen: Männer, was tut ihr? Auch wir sind nur Menschen, von gleicher Art wie ihr; wir bringen euch das Evangelium, damit ihr euch von diesen nichtigen Götzen zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat und alles, was dazugehört. Er ließ in den vergangenen Zeiten alle Völker ihre Wege gehen. Und doch hat er sich nicht unbezeugt gelassen: Er tat Gutes, gab euch vom Himmel her Regen und fruchtbare Zeiten; mit Nahrung und mit Freude erfüllte er euer Herz. Doch selbst mit diesen Worten konnten sie die Volksmenge kaum davon abbringen, ihnen zu opfern. Sie flohen. Gleichgültig lässt die Verkündigung des Evangeliums niemanden. Entweder die Menschen nahmen Partei für die Synagoge oder für die Apostel. Die Gegner der Apostel drängen nun zum gewaltsamen Vorgehen, sie wollen die Apostel misshandeln und steinigen. Die Apostel weichen jedoch zurück und fliehen. Sie flohen. Es geht im Dienst Jesu weder um Lebensrettung um jeden Preis noch um menschliches Heldentum. Die Frage kann immer nur sein, was der Herr jetzt will. Das letzte Opfer von Paulus wird erst später vom Herrn gefordert. Jetzt war seine Aufgabe, das Evangelium zu verkünden, und so flüchteten sie in andere Städte. Sie flohen. Lukas hat uns so ein erstes Bild der paulinischen Heidenmission mit ihrer herrlichen Frucht und ihren ernsten Kämpfen und Nöten gegeben. Mission, Evangelisation ist Geschichte von Gott mit seinen Boten durchgeführt, nie vorweg zu konstruieren oder hinterher in ein System zu bringen, nie ohne Gefahren und Leiden, aber auch nie ohne Siegel und Freuden. Bild: pexels-photo-1527222 / JanGogh
von ew 1. Mai 2026
Apg 13, 44-52 Samstag, 4. Osterwoche Am Sabbat nach der ersten Predigt des Paulus in Antiochia versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort des Herrn zu hören. Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig, widersprachen den Worten des Paulus und stießen Lästerungen aus. Paulus und Barnabas aber er-klärten freimütig: Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet wer-den. Da ihr es aber zurückstoßt und euch des ewigen Lebens unwürdig zeigt, wenden wir uns jetzt an die Heiden. Denn so hat uns der Herr auf-getragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein. Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn; und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber verbrei-tete sich in der ganzen Gegend. Die Juden jedoch hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen und die Ersten der Stadt auf, veranlassten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen und zogen nach Ikonion. Und die Jünger waren voll Freude und erfüllt vom Heiligen Geist Sie wurden eifersüchtig. Die Juden wurden eifersüchtig auf Petrus, weil sie sahen, dass sich die Menge dem Christentum zu wendete. Ich bin auch eifersüchtig. Ich spüre auch Eifersucht in meinem Herzen, weil ich in Vers 44 lese, dass sich fast die ganze Stadt versammelte, um das Evangelium zu hören. Ich werde eifersüchtig, wenn ich in Vers 48 lese, dass alle gläubig geworden sind. Meine Eifersucht wächst, denn in Vers 49 steht, dass sich das Wort des Herrn in der ganzen Gegend verbreitete. Vers 52 schließlich berichtet von einer großen Freude und davon, dass die Jün-ger erfüllt waren vom Heiligen Geist. Ich bin auch eifersüchtig, denn in unserer Zeit erlebe ich oft genug das Gegenteil von dem, was das heutige Evangelium schildert. Warum bin ich eifersüchtig? Das Evangelium sollte mich nicht eifersüchtig machen, sondern anspornen, so wie Paulus, auf die Kraft und die Wirkung des Heiligen Geistes zu setzen. Mir und Ihnen, lieber Leser, liebe Leserin (falls Sie getauft und gefirmt sind), stehen die gleichen Kraftquellen zur Verfügung wie den Jüngern damals. Die Kraft des Heiligen Geistes. Ich bin neugierig. Heute möchte ich einmal besonders auf das Werben und das Wirken des Heiligen Geistes hören und dann einmal beobachten, was geschieht. Bild: pexels-photo-32266224 / Eyüp Can Çağlar
von ew 30. April 2026
Apg 13, 26-33 Freitag, 4. Osterwoche In jenen Tagen, als Paulus nach Antiochia in Pisidien gekommen war, sagte er in der Synagoge: Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt. Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Führer haben Jesus nicht erkannt, aber sie haben die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, erfüllt und haben ihn verurteilt. Obwohl sie nichts fanden, wofür er den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung. Als sie alles vollbracht hatten, was in der Schrift über ihn gesagt ist, nahmen sie ihn vom Kreuzesholz und legten ihn ins Grab. Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt, und er ist viele Tage hin-durch denen erschienen, die mit ihm zusammen von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind. So verkünden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, an uns, ihren Kindern, erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es schon im zweiten Psalm heißt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt Wir haben das Wort des Heils erkannt. Die Rede des Paulus in der Synagoge von Antiochia wird heute weitergeführt. Bevor er mit dem Negativen beginnt, stellt er etwas Positives an den Anfang. Uns wurde das Wort des Heils gesandt - wir haben es er-kannt. Sie aber haben das Wort des Heils nicht erkannt. Paulus, der selbst einer von jenen war, welche die Christen verfolgten, weiß, wie die Führer in Jerusalem denken und fühlen. Er kennt die Hintergründe und weiß, warum sie so und so gehandelt haben, und darum entlastet er Jerusalem, soweit er es von seinen eigenen Erfahrungen her kann, und sucht nach einer Entschuldigung. Wir haben Jesus unverdient durch glückliche Umstände erkannt. Sie jedoch hatten dieses Glück nicht und "haben Jesus nicht erkannt." Warum finden manche Menschen zum Glauben, während andere ein Leben lang in Glaubensdingen völlig distanziert und verschlossen bleiben? Wir dürfen hier nicht urteilen, sondern müssen beten. Aus irgendeinem Grund haben die Jerusalemer Führer Jesus nicht erkannt. Auch hier gilt: Nicht verurteilen. Franz von Sales sagt: Du musst immer zugunsten des Nächsten urteilen, soweit es nur möglich ist. Hätte eine Handlung 100 Gesichter, so sollst du das schönste ansehen. Wenn wir auch die Sünde nicht entschuldigen können, so wollen wir dennoch Mitleid haben und sie der noch am ehesten erträglichen Ursache zuschreiben, wie der Unwissenheit oder Schwäche. Bild: pexels-photo-6842399. / lesia Kozik
von ew 29. April 2026
Apg 13, 13-25 Donnerstag, 4. Osterwoche Von Paphos fuhr Paulus mit seinen Begleitern ab und kam nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jeru-salem zurück. Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich. Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Trostes für das Volk habt, so redet. Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört! Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, in Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt und fast vierzig Jahre durch die Wüste getragen. Sieben Völker hat er im Land Kanaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben, für etwa vierhundert-fünfzig Jahre. Danach hat er ihnen Richter gegeben bis zum Propheten Samuel. Dann verlangten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre. Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird. Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem gan-zen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt. Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bi n 700 Kilometer Die ersten beiden Verse kann man in einer Sekunde lesen, ohne sich anzustrengen, ohne einen Tropfen Schweiß zu verlieren. Paulus jedoch bewältigte damals eine Reise von über 700 Kilometern, die ihn vom heutigen Zypern zunächst an die türkische Küste und dann weit hinein in das türkische Festland führte. Wie geht es mir doch gut, denn in meiner kleinen Pfarrei Herz Jesu Pforzheim brauche ich mit meinem Auto gerade einmal eine eine Stunde, um auch die äußerste Kirche noch zu erreichen. 700 Kilometer Mir fällt auf, dass Paulus und seine Begleiter nicht eine ganze Gegend „durchmissionierten“, sondern sozusagen hindurchwandern und fast im Vorübergehen das Evangelium von Jesus verkündigten. Unsere heutige Pastoral kennt diese Methode nicht mehr, wir setzen eher auf einen Pfarrer, der über viele Jahre hinweg an einem Ort bleibt und dort wirkt. 700 Kilometer Das Evangelisationsmodell des Paulus hat aber durchaus auch seine Berechtigung. Das Modell der „durchwandernden Verkündigung“ des Paulus hat insofern seine Berechtigung, als es ganz auf das Wirken Gottes vertraut. Ist das Wort Gottes einmal ausgesät, keimt es von sich aus und bringt von sich aus Frucht. (Vergleiche das Gleichnis vom Wachsen der Saat in Mk 4,26 ff.) 700 Kilometer Paulus säte auf seinen Reisen nur aus. Die reiche Ernte hat andere ein-geholt. Ich lerne heute, dass ich noch mehr auf Gott und die „Durchschlagskraft“ des Evangeliums vertrauen muss als auf meine eigenen Worte. Bild: pexels-photo-5878905 / Nadezhda Diskant
von ew 28. April 2026
Apg 12, 24 - 13, 5 Mittwoch, 4. Osterwoche In jenen Tagen wuchs das Wort des Herrn und breitete sich aus. Nachdem Barnabas und Saulus in Jerusalem ihre Aufgabe erfüllt hatten, kehrten sie zurück; Johannes mit dem Beinamen Markus nahmen sie mit. In der Gemeinde von Antiochia gab es Propheten und Lehrer: Barnabas und Simeon, genannt Niger, Luzius von Zyrene, Manaën, ein Jugendgefährte des Tetrarchen Herodes, und Saulus. Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie mir berufen habe. Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. Vom Heiligen Geist ausgesandt, zogen sie nach Seleuzia hinab und segelten von da nach Zypern. Als sie in Salamis angekommen waren, verkündeten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden. Johannes hatten sie als Helfer bei sich. ... sprach der Heilige Geist. Die Entscheidung, Barnabas und Saulus auszusenden, fällt nicht in einer Gremiensitzung, sondern während der Liturgie und im Fasten. Für heute. Ein Aufbruch in der Kirche geschieht "auf den Knien". Eine katholische Antwort auf die Herausforderungen der Zeit muss im sakramentalen Leben und in der Askese verwurzelt sein. … und ließen sie ziehen. Die Gemeinde lässt ihre besten Leute ziehen. Sie halten Barnabas und Saulus nicht fest, um die eigene Gemeinde zu verwalten, sondern senden sie weg. Für heute. Wir leiden heute oft an einer "Selbstbespiegelung" der Gemeinden. Die Lesung fordert uns heraus, eine "Kirche im Aufbruch" (Papst Franziskus) zu sein. Das bedeutet: Loslassen! Pfarreien müssen bereit sein, Ressourcen und Personen für neue Wege einzusetzen. Bild: pexels-photo-26600613 / Botond Dobozi
von ew 28. April 2026
Apg 11, 19-26 Dienstag, 4. Osterwoche In jenen Tagen kamen bei der Verfolgung, die wegen Stephanus entstanden war, die Versprengten bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia; doch verkündeten sie das Wort nur den Juden. Einige aber von ihnen, die aus Zypern und Zyrene stammten, verkündeten, als sie nach Antiochia kamen, auch den Griechen das Evangelium von Jesus, dem Herrn. Die Hand des Herrn war mit ihnen, und viele wurden gläubig und bekehrten sich zum Herrn. Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren, und sie schickten Barnabas nach Antiochia. Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich vorgenommen hatten. Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn eine beträchtliche Zahl hinzugewonnen. Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. Über den eigenen Tellerrand Zuerst predigten sie nur vor Juden. Sicher, vertraut, bequem. Doch dann kamen einige nach Antiochia und begannen, mit den Griechen zu reden. Für heute Wir neigen dazu, in unseren „katholischen Blasen“ zu bleiben. Antiochia lehrt uns: Das Evangelium atmet erst dann richtig tief durch, wenn wir die Komfortzone verlassen und die Sprache derer sprechen, die bisher noch nie von der „Frohen Botschaft“ gehört haben. Barnabas Barnabas wird geschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Er findet Aufbruch vor – und was tut er? Er kritisiert nicht das Neue, sondern er „freute sich und ermahnte alle, mit entschlossenem Herzen dem Herrn treu zu bleiben.“ Für heute: Wir brauchen weniger „Bedenkenträger“ und mehr „Barnabas-Typen“. Menschen, die das Wirken Gottes im Anderen entdecken, und bereit sind, für Gott die Netze auszuwerfen. Ein neuer Name: Christ In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal „Christen“. Das war ursprünglich wohl eher ein Spitzname von außen. Man erkannte sie an ihrem Verhalten, an ihrer Gemeinschaft, an ihrem Fokus auf Christus. Für heute: Sind wir als Katholiken heute noch als „Christen“ erkennbar – oder nur noch als Mitglieder einer Organisation? Die Herausforderung von Apg 11 ist es, so authentisch aus der Beziehung zu Jesus zu leben, dass die Welt um uns herum gar nicht anders kann, als uns einen Namen zu geben, der mit ihm zu tun hat. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. Antiochia war der Ort, an dem die Kirche „katholisch“ (allumfassend) wurde. Nicht durch einen Masterplan aus der Zentrale, sondern durch mutige Laien und einen ermutigenden Barnabas. Ich meine schon Geburtswehen eines neuen Antiochia in unserer Zeit zu entdecken. Oder was meinen Sie?
von ew 27. April 2026
Apg 11, 1-18 Montag, 4. Osterwoche In jenen Tagen erfuhren die Apostel und die Brüder in Judäa, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. Als nun Petrus nach Jerusalem hinaufkam, hielten ihm die gläubig gewordenen Juden vor: Du hast das Haus von Unbeschnittenen betreten und hast mit ihnen gegessen. Da begann Petrus, ihnen der Reihe nach zu berichten: Ich war in der Stadt Joppe und betete; da hatte ich in einer Verzückung eine Vision: Eine Schale, die aussah wie ein großes Leinentuch, das an den vier Ecken gehalten wurde, senkte sich aus dem Himmel bis zu mir herab. Als ich genauer hinschaute, sah ich darin die Vierfüßler der Erde, die wilden Tiere, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels. Ich hörte auch eine Stimme, die zu mir sagte: Steh auf, Petrus, schlachte, und iss! Ich antwortete: Niemals, Herr! Noch nie ist etwas Unheiliges oder Unreines in meinen Mund gekommen. Doch zum zweiten Mal kam eine Stimme vom Himmel; sie sagte: Was Gott für rein erklärt hat, nenne du nicht unrein! Das geschah dreimal, dann wurde alles wieder in den Himmel hinaufgezogen. Da standen auf einmal drei Männer vor dem Haus, in dem ich wohnte; sie waren aus Cäsarea zu mir geschickt worden. Der Geist aber sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen. Auch diese sechs Brüder zogen mit mir, und wir kamen in das Haus jenes Mannes. Er erzählte uns, wie er in seinem Haus den Engel stehen sah, der zu ihm sagte: Schick jemand nach Joppe, und lass Simon, der Petrus genannt wird, holen. Er wird dir Worte sagen, durch die du mit deinem ganzen Haus gerettet werden wirst. Während ich redete, kam der Heilige Geist auf sie herab, wie am Anfang auf uns. Da erinnerte ich mich an das Wort des Herrn: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden. Wenn nun Gott ihnen, nachdem sie zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, gekommen sind, die gleiche Gabe verliehen hat wie uns: wer bin ich, dass ich Gott hindern könnte? Als sie das hörten, beruhigten sie sich, priesen Gott und sagten: Gott hat also auch den Heiden die Umkehr zum Leben geschenkt. Damals und heute Die Apostel von damals hatten ganz andere Probleme als wir heutigen. Sie suchten damals nach Wegen, wie die Menge an Heiden, die das Wort Gottes angenommen hatte, in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen werden konnte. Wir heutigen suchen nach Wegen, wie wir die Menge an Gebäuden für die immer geringer werdende Zahl der Katholiken erhalten können. So ändern sich die Zeiten. Bild . Edgar Wunsch
von ew 25. April 2026
Apg 9, 31-42 Samstag, 3. Osterwoche In jenen Tagen hatte die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes. Auf einer Reise zu den einzelnen Gemeinden kam Petrus auch zu den Heiligen in Lydda. Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren lahm und bettlägerig war. Petrus sagte zu ihm: Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf, und richte dir dein Bett! Sogleich stand er auf. Und alle Bewohner von Lydda und der Scharon-Ebene sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn. In Joppe lebte eine Jüngerin namens Tabita, das heißt übersetzt: Gazelle. Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen. In jenen Tagen aber wurde sie krank und starb. Man wusch sie und bahrte sie im Obergemach auf. Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger hörten, dass Petrus dort war, schickten sie zwei Männer zu ihm und ließen ihn bitten: Komm zu uns, zögere nicht! Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf; alle Witwen traten zu ihm, sie weinten und zeigten ihm die Röcke und Mäntel, die Gazelle gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war. Petrus aber schickte alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: Tabita, steh auf! Da öffnete sie ihre Augen, sah Petrus an und setzte sich auf. Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen; dann rief er die Heiligen und die Witwen und zeigte ihnen, dass sie wieder lebte. Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn. Lydda und Joppe Lydda ist der biblische Name der Stadt Lod. Sie liegt etwa 15 Kilometer südöstlich von Tel Aviv und ist heute vor allem als Standort des internationalen Flughafens Ben Gurion bekannt. Joppe Joppe ist der biblische Name der Stadt Jaffa. Heute ist Jaffa der historische südliche Teil der israelischen Metropole Tel Aviv-Jaffa.. Von Jerusalem nach Lydda und Joppe Die Entfernung, die Petrus von Jerusalem aus zurücklegte, betrug ca 52 Kilometer. Von Neuhausen bis zum Walzbachtal, also einmal durch die neue Pfarrei, sind lediglich 35 Kilometer, die wir bequem mit dem Auto und Klimaanlage zurücklegen können. Petrus beschwerte sich nicht über den langen Fußweg nach Lydda, aber dafür trug er eine Freude im Herzen, dass er die wunderbare Botschaft des Evangeliums weitergeben durfte. Merken Sie etwas? Bild: pexels-photo-368685N / My / Digital Buggu