Als ein heftiger Streit entflammte

ew • 6. Mai 2026

Donnerstag, 5. Osterwoche       Apg 15, 721

In jenen Tagen als ein heftiger Streit entstand, erhob sich Petrus und sagte zu ihnen: Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen. Und Gott, der die Herzen kennt, bestätigte dies, indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab. Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen; denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt. Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? Wir glauben im Gegenteil, durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden, auf die gleiche Weise wie jene. Da schwieg die ganze Versammlung. Und sie hörten Barnabas und Paulus zu, wie sie erzählten, welch große Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. Als sie geendet hatten, nahm Jakobus das Wort und sagte: Brüder, hört mich an! 14Simon hat berichtet, dass Gott selbst zuerst eingegriffen hat, um aus den Heiden ein Volk für seinen Namen zu gewinnen. Damit stimmen die Worte der Propheten überein, die geschrieben haben: Danach werde ich mich umwenden und die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten; ich werde sie aus ihren Trümmern wieder aufrichten und werde sie wiederherstellen, damit die übrigen Menschen den Herrn suchen, auch alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist  spricht der Herr, der das ausführt, was ihm seit Ewigkeit bekannt ist. Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden; man weise sie nur an, Verunreinigung durch Götzenopferfleisch und Unzucht zu meiden und weder Ersticktes noch Blut zu essen. Denn Mose hat seit ältesten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.


Als ein heftiger Streit entstand.

Obwohl die verschiedenen Parteien auf dem ersten Apostelkonzil heftig miteinander stritten und diskutierten, finde ich es doch schön, dass jeder seine Meinung sagen kann, ohne von der anderen Partei unterbrochen zu werden. Es war gut, dass Petrus und Barnabas keinen Brief nach Jerusalem schrieben, sondern die lange Reise auf sich nahmen, um das persönliche Gespräch mit ihren Glaubensbrüdern zu suchen. Jemand hat gesagt: „Willst du mit Menschen auseinanderkommen, dann musst du einen Brief schreiben; willst du mit Menschen zusammenfinden, dann musst du hingehen und mit ihnen sprechen.“ (vgl.: Wuppertaler Studienbibel, Werner De Boor, Apostelgeschichte)


Simon zitiert das Alte Testament

Simon fühlt sich innerlich gedrängt und aufgefordert, das Wort zu ergreifen. Ich finde es ganz wunderbar, wie er sofort das Alte Testament zitiert. Sofort kann er Worte aus den Propheten mit dieser ganz konkreten Situation und dieser ganz konkreten Frage in Verbindung bringen. Er zitiert aus den Propheten Amos (9,11.12), Jeremia (12,15) und Jesaja (45,21).

Wir modernen Christen zitieren, wenn wir unsere Meinung durchbringen wollen, oft die Schriftsteller, Psychologen und Soziologen. Es wäre zielführender, wenn Gottes Wort aus dem Alten und Neuen Testament so lebendig in uns wäre, dass wir, geleitet von Gottes Wort, unsere Entscheidungen treffen.


Bild: pexels-photo-984950 / Vera Arsic

Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 4. August 2026
Jer 31, 1–7 Mittwoch, 18. Woche 1In jener Zeit – Spruch des Herrn – werde ich der Gott aller Sippen Israels sein und sie werden mein Volk sein. 2So spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, das dem Schwert entronnen ist; ich gehe mit, um Israel zur Ruhe zu führen. 3Aus der Ferne ist mir der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir die Treue bewahrt. 4Ich baue dich wieder auf, du wirst aufgebaut sein, Jungfrau Israel. Du wirst dich wieder schmücken mit deinen Pauken, wirst ausziehen im Reigen der Fröhlichen. 5Du wirst wieder Weingärten pflanzen auf Samárias Bergen. Die sie pflanzen, werden sie auch genießen. 6Denn es kommt der Tag, da rufen die Wächter auf Éfraims Bergland: Auf, lasst uns hinaufziehen nach Zion zum Herrn, unserem Gott! 7Ja, so spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und sagt: Rette, Herr, dein Volk, den Rest Israels! Der Prophet Jeremia, oft als der weinende Prophet bekannt, schaut in eine Zeit tiefster Zerstörung, in der Israel vor den Trümmern seiner Existenz steht. Doch genau an diesem tiefsten Punkt öffnet sich in Jeremia 31 einer der tröstlichsten Horizonte des Alten Testaments. Kapitel 30 bis 33 werden auch das Trostbuch Jeremias genannt. Wenn du auch Trost brauchst dann lass folgende Verse aus der heutigen Lesung doch einmal auf dich einwirken. Beziehe die Verse auf dich persönlich. Aus der Ferne ist mir der Herr erschienen: sie werden mein Volk sein ich gehe mit, um Israel zur Ruhe zu führen Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir die Treue bewahrt Ich baue dich wieder auf, Rette, Herr, dein Volk, den Rest Israels! Bild: pexels-photo-8718314 / my / Mikhail Nihov
von ew 4. August 2026
Jer 30, 1–2.12–15.18–22 Dienstag, 18. Woche 1Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging: 2So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich dir gesagt habe, in ein Buch! 12So spricht der Herr: Arg ist dein Schaden, unheilbar deine Wunde. 13Niemand richtet dein Recht. Für das Geschwür gibt es keine Heilung, keine Genesung gibt es für dich. 14Alle deine Liebhaber haben dich vergessen, sie fragen nicht nach dir. Denn wie ein Feind schlägt, habe ich dich geschlagen mit harter Züchtigung wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden. 15Was schreist du über deinen Schaden und dein arges Leiden? Wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden habe ich dir das getan. 18So spricht der Herr: Siehe, ich wende das Geschick der Zelte Jakobs, seiner Wohnstätten erbarme ich mich. Die Stadt soll auf ihrem Schutthügel aufgebaut werden, der Palast auf seinem rechten Platz stehen. 19Lobgesang wird von dort erschallen und die Stimme von lachenden Menschen. Ich will ihre Zahl vermehren, sie sollen nicht weniger werden; ich will ihnen Ehre verschaffen, sie sollen nicht gering geachtet werden. 20Die Söhne Jakobs werden sein wie ehedem, seine Gemeinde wird vor mir bestehen bleiben, doch alle seine Unterdrücker suche ich heim. 21Sein Machthaber wird ihm selbst entstammen, sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen. Ich gewähre ihm Zutritt, sodass er mir nahen kann; denn wer sonst dürfte sein Leben wagen, um mir zu nahen? – Spruch des Herrn. 22Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer Gott sein. 1Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. In der Bibel gibt es zahlreiche Erzählungen darüber, wie Gott zu Menschen spricht. Diese Begegnungen zeigen, dass Gott auf ganz unterschiedliche Weise kommuniziert – mal hörbar, mal durch Engel, in Träumen oder durch das Gewissen. 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott auch durch Gefühle oder durch Bilder zu einem Menschen sprechen kann. Ziemlich oft habe ich während der Feier der Heiligen Messe das Gefühl, dass es mich nach drüben, zu Gott zieht. Manchmal erscheint in meinem Inneren auch ein Bild, das mich dann sehr tröstet und einen inneren Frieden in mir hinterlässt 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Gott schenkt Bilder, weil diese in einem einzigen Augenblick mehr aussagen als gesprochene Worte. Gott benützt auch die Kraft der Bilder: Getreu dem Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ vermag Gott durch innere Bilder in einem einzigen Augenblick mehr auszudrücken als durch gesprochene Sprache. 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Ich glaube, dass wir wieder einen Perspektivenwechsel brauchen. Im Zentrum unserer Gebete sollte nicht das Formulieren von Anliegen, sondern eine bewusste innere Ausrichtung und Erwartungshaltung stehen, dass Gott sich meldet und dass ein Wort von ihm auch an mich ergeht. Wir sollten mehr hören – aber mit allen Sinnen – als sprechen. 1 Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging. Der Begriff „hörendes Gebet“ bezeichnet eine Form der christlichen Spiritualität und Praxis, bei der das übliche Verhältnis des Betens auf den Kopf gestellt wird. Der Mund bleibt geschlossen, aber die inneren Sinne richten sich wie eine Antenne auf Gott aus, um seine Gegenwart und seine leisen Impulse wahrzunehmen. Bild: pexels-photo-13696527 / Emmanuel Jason Eliphalet
von ew 3. August 2026
Jer 28, 1–17 Montag, 18. Woche 1Im Anfang der Regierung Zidkíjas, des Königs von Juda, im fünften Monat des vierten Jahres, sagte der Prophet Hanánja, der Sohn Asurs aus Gíbeon, im Haus des Herrn vor den Augen der Priester und dem ganzen Volk zu Jeremía: 2So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ich zerbreche das Joch des Königs von Babel. 3Noch zwei Jahre und ich bringe alle Geräte des Hauses des Herrn, die Nebukadnézzar, der König von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel gebracht hat, wieder an diesen Ort zurück. 4Auch Jójachin, den Sohn Jójakims, den König von Juda, samt allen Verschleppten aus Juda, die nach Babel kamen, bringe ich an diesen Ort zurück – Spruch des Herrn –; denn ich zerbreche das Joch des Königs von Babel. 5Der Prophet Jeremía antwortete dem Propheten Hanánja vor den Augen der Priester und vor den Augen des ganzen Volkes, die im Haus des Herrn standen. 6Der Prophet Jeremía sagte: Ganz recht! Mag der Herr so tun. Der Herr erfülle deine Worte, die du verkündet hast, und bringe die Geräte des Hauses des Herrn und alle Verschleppten aus Babel zurück an diesen Ort. 7Doch höre das Wort, das ich dir und dem ganzen Volk in die Ohren rufe: 8Die Propheten, die vor mir und vor dir seit jeher waren, prophezeiten Krieg, Unheil und Pest gegen viele Länder und mächtige Reiche. 9Der Prophet aber, der Heil prophezeit – an der Erfüllung des prophetischen Wortes erkennt man den Propheten, den der Herr wirklich gesandt hat. 10Da nahm der Prophet Hanánja das Jochholz vom Nacken des Propheten Jeremía und brach es entzwei. 11Vor den Augen des ganzen Volkes sagte Hanánja: So spricht der Herr: Ebenso zerbreche ich binnen zwei Jahren das Joch Nebukadnézzars, des Königs von Babel, vom Nacken aller Völker. Der Prophet Jeremía aber ging seines Weges. 12Nachdem nun der Prophet Hanánja das Jochholz vom Nacken des Propheten Jeremía zerbrochen hatte, erging das Wort des Herrn an Jeremía: 13Geh und sag zu Hanánja: So spricht der Herr: Jochstangen aus Holz hast du zerbrochen, dafür aber musst du nun Jochstangen aus Eisen machen. 14Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ein eisernes Joch habe ich auf den Nacken aller dieser Völker gelegt; sie müssen Nebukadnézzar, dem König von Babel, dienen. Und sie werden ihm dienen und auch die Tiere des Feldes gebe ich ihm. 15Der Prophet Jeremía sagte also zum Propheten Hanánja: Höre, Hanánja! Der Herr hat dich nicht gesandt. Du aber hast dieses Volk dazu verführt, auf Lügen zu vertrauen. 16Darum – so spricht der Herr: Siehe, ich schaffe dich vom Erdboden fort. Noch in diesem Jahr bist du tot; denn du hast Auflehnung gegen den Herrn gepredigt. 17Im siebten Monat desselben Jahres starb der Prophet Hanánja. Du aber hast dieses Volk dazu verführt, auf Lügen zu vertrauen. Bald beginnen wieder die NightFire Gottesdienste und schon jetzt bin ich auf der Suche nach neuer Lichttechnik, um den Gottesdienstraum ansprechend zu gestalten. Leider ließ ich mich vom Onlinehändler Temu verleiten und kaufte sehr „preiswerte und hochwertige“ Lichtsäulen für die Kirche. Schon beim Auspacken merkte ich: billigste Plastikware. Die Werbung war nichts als ein billiges Versprechen. Ich habe auf eine Lüge vertraut. In der Lesung begegnet uns etwas Ähnliches Du aber hast dieses Volk dazu verführt, auf Lügen zu vertrauen. Die Lesung führt uns in die Zeit des endgültigen Untergangs Jerusalems. Jeremia trägt seit Kapitel 27 symbolisch ein hölzernes Joch um den Hals – Zeichen dafür, dass Juda sich Babylon unterwerfen soll. Du aber hast dieses Volk dazu verführt, auf Lügen zu vertrauen. Da tritt der Prophet Hananja im Tempel auf und verkündet im Namen Gottes das genaue Gegenteil: Binnen zwei Jahren werde Gott das Joch Babylons brechen. Um seine Botschaft zu unterstreichen, bricht er demonstrativ das hölzerne Joch, das Jeremia als Symbol auf seinem Nacken trägt. Hananja verkündet das, was die Menschen hören wollen, aber nicht das, was Gott gesagt hat. Jeremia gegen Hananjas Beide berufen sich auf denselben HERRN, beide verwenden dieselbe prophetische Sprache und dieselben Zeichenhandlungen, und doch sagen sie Entgegengesetztes. Wer spricht wirklich für Gott? Unterscheidung der Geister Ein Gerichtswort kann geistlich „wahrer" sein als ein Trostwort, das nur nach dem Mund der Menschen spricht. Billige China-Ware erkennt man oft erst, wenn man sie auspackt, und billige Hoffnung oft erst, wenn die Not sie auf die Probe stellt. Frage: Wo begegnen mir Stimmen, die schnelle Lösungen versprechen, dann aber an der Realität scheitern? Und wo braucht es die geduldigere, unbequemere Hoffnung, die Jeremia lebt: nicht Verleugnung der Not, sondern Vertrauen in Gott inmitten der Not Bild: pexels-photo-3746335 / Anna Shvets
von ew 31. Juli 2026
Jer 26, 11–16.24 Samstag, 17. Woche In jenen Tagen 11sagten die Priester und Propheten zu den Beamten und zum ganzen Volk: Jeremía hat den Tod verdient; denn er hat gegen diese Stadt geweissagt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt. 12Jeremía aber erwiderte allen Beamten und dem ganzen Volk: Der Herr hat mich gesandt, damit ich als Prophet gegen dieses Haus und diese Stadt alle Worte verkünde, die ihr gehört habt. 13Nun also, bessert euer Verhalten und euer Tun und hört auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, dass sich der Herr des Unheils gereut, das er euch angedroht hat! 14Siehe, ich selbst bin in eurer Hand; macht mit mir, was ihr für gut und recht haltet! 15Aber ihr sollt wissen: Wenn ihr mich tötet, bringt ihr unschuldiges Blut über euch, über diese Stadt und ihre Einwohner. Denn der Herr hat mich wirklich zu euch gesandt, damit ich euch alle diese Worte in die Ohren rufe. 16Da sagten die Beamten und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser Mann hat den Tod nicht verdient; denn er hat zu uns im Namen des Herrn, unseres Gottes, geredet. 24Áhikam, der Sohn Schafans, beschützte Jeremía, sodass man ihn nicht dem Volk auslieferte, das ihn töten wol lte 13 Nun also, bessert euer Verhalten und euer Tun Jeremia verteidigt sich nicht mit Ausreden oder Beschwichtigungen. Seine Worte sind ganz klar. Man braucht nicht zwischen den Zeilen zu lesen. Bessert euer Verhalten und euer Tun. 14 Siehe, ich bin in eurer Macht Jeremia übergibt sich ganz in die Hände seiner Gegner. Jeremia ist innerlich ganz frei geworden. Er möchte nur noch Gott gehören und gehorchen. Genau in diesem Moment, wo alles verloren scheint, regt sich plötzlich das Gewissen seiner Gegner und sie widersprechen dem Todesurteil: Zivilcourage Geistlicher Widerstand stirbt nicht leicht. Oft reicht das Zeugnis eines standhaften Menschen aus, um in anderen das vergrabene Gewissen wieder wachzurufen. Ein Einzelner, der versucht, auf Gott zu hören und auf seinen Wegen zu gehen, kann viel bewirken. Zivilcourage Oft bricht ein Unrecht nur deshalb so schnell aus, weil alle mitmachen oder schweigen aus Angst. Es braucht meistens nur eine Stimme, die den Mut hat, innezuhalten und zu sagen: "Halt, so geht das nicht." Diese eine Stimme erinnert andere fast augenblicklich an ihr eigenes, verschüttetes Gewissen. Zivilcourage Wer nicht zwingend gewinnen oder um jeden Preis recht haben muss, strahlt eine Kraft aus, die andere irritiert und gleichzeitig beeindruckt. Jeremias’ Satz „Siehe, ich selbst bin in eurer Hand; macht mit mir, was ihr für gut und recht haltet!“ ist kein Ausdruck von Schwäche, sondern von seiner inneren Gewissheit, im Auftrag Gottes zu handeln. Er macht sich unangreifbar, weil er seine Würde nicht von der Gunst der Menge abhängig macht, sondern von Gott. Zivilcourage Zivilcourage beginnt dort, wo wir es nicht bei der bequemen Anpassung belassen, sondern das Rückgrat haben, für die Wahrheit oder für jemanden einzustehen, der gerade ungerecht behandelt wird. Für heute Bitte schwimme nicht mit der Menge, sondern höre auf Gott und zeige Zivilcourage, wenn es darum geht, Gott und seine Kirche zu verteidigen Bild: pexels-photo-5723318 / Anete Lusina
von ew 30. Juli 2026
Jer 26, 1-9 Freitag, 17. Woche Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Joschijas, des Königs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort: So spricht der Herr: Stell dich in den Vorhof des Hauses des Herrn, und sag zu den Leuten, die aus allen Städten Judas kommen, um im Haus des Herrn anzubeten, alles, was ich dir ihnen zu verkünden aufgetragen habe; kein Wort sollst du weglassen. Vielleicht hören sie und kehren um, jeder von seinem bösen Weg, so dass mich das Unheil reut, das ich ihnen wegen ihrer schlechten Taten zugedacht habe. Sag also zu ihnen: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mein Wort hört und meiner Weisung nicht folgt, die ich euch gegeben habe, wenn ihr nicht auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich immer wieder zu euch sende, obwohl ihr nicht hört, dann verfahre ich mit diesem Haus wie mit Schilo und mache diese Stadt zu einem Fluch bei allen Völkern der Erde. Die Priester, die Propheten und das ganze Volk hörten, wie Jeremia diese Worte vor dem Haus des Herrn vortrug. Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Jetzt musst du sterben. Warum weissagst du im Namen des Herrn: Wie Schilo wird es diesem Haus gehen, und diese Stadt wird verwüstet und entvölkert werden? Das ganze Volk rottete sich beim Haus des Herrn um Jeremia zusammen. Böse Wege Wenn Menschen Gutes tun, ohne an Gott zu glauben, ist das aus biblischer Sicht keineswegs wertlos, im Gegenteil. Wenn die Bibel jedoch von „bösen Wegen“ spricht, meint sie oft mehr als nur unmoralische Taten. Sie beschreibt damit den Weg eines Menschen, der sich von Gott entfernt und ohne ihn leben will. Böse Wege Stell dir einen Sohn vor, der freundlich zu allen Nachbarn ist und als vorbildlicher Bürger lebt. Gleichzeitig weigert er sich aber seit Jahren, mit seinem Vater zu sprechen oder ihn überhaupt anzuerkennen. Die Nachbarn würden sagen: „Er ist ein guter Mensch.“ Der Vater würde vielleicht antworten: „Ich freue mich über das Gute, das er tut, aber unsere Beziehung ist zerbrochen.“ Böse Wege So ähnlich beschreibt die Bibel das Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen. Sie würdigt gute Taten, sieht aber zugleich die Beziehung zu Gott als den Kern des Problems. Der Mensch hat sich von der Quelle des Lebens, welche ein Gott der Liebe ist, entfernt. Böse Wege Deshalb sind die "bösen Wege" in der Bibel nicht nur eine Liste unmoralischer Handlungen. „Böse Wege“ sind Wege, die den Menschen von Gott entfernen. Wege, auf denen die Beziehung zu Gott einschläft und schließlich ganz zerbricht. Frage. Gibt es auch in meinem Leben Wege, die mich von der Liebe Gottes wegführen? Bild: pexels-photo-30681661 / Hannes Burchardt
von ew 29. Juli 2026
Jer 18, 1-6 Donnerstag, 17. Woche Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging: Mach dich auf, und geh zum Haus des Töpfers hinab! Dort will ich dir meine Worte mitteilen. So ging ich zum Haus des Töpfers hinab. Er arbeitete gerade mit der Töpferscheibe. Missriet das Gefäß, das er in Arbeit hatte, wie es beim Ton in der Hand des Töpfers vorkommen kann, so machte der Töpfer daraus wieder ein anderes Gefäß, ganz wie es ihm gefiel. Da erging an mich das Wort des Herrn: Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? - Spruch des Herrn. Seht, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel. Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. Jeremia hat sich sicher gefragt, warum er zum Haus des Töpfers hinabgehen soll. Ohne zu zögern, tut er, was der Herr ihm sagt, und beobachtet den Töpfer eine Weile bei seiner Arbeit. Plötzlich muss ihm etwas aufgegangen sein. Plötzlich hat er verstanden, wie Gott arbeitet. Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. Selbst wenn wir Menschen dem ursprünglichen Plan Gottes nicht folgen, wenn unsere Schuld und unser Versagen die Pläne, die Gott mit uns hat, vereiteln, so ist Gott doch immer wieder in der Lage, einen neuen Plan für uns auszuarbeiten. Gott hat immer das Ende im Blick, und sollte uns ein Weg versperrt sein, oder verbauen wir uns selber unsere Wege, so hat Gott doch immer noch einen Plan B. Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. Etwas anderes geht mir an der heutigen Bibelstelle auf. An einer gewöhnlichen Arbeit des Töpfers erkennt Jeremia eine Eigenart Gottes. Als er der täglichen Arbeit des Töpfers zuschaut, versteht er Gott plötzlich tiefer. Ich möchte heute versuchen, über das Alltägliche nicht so hinwegzuhuschen, sondern auch im Gewöhnlichen tiefer zu blicken und Gottes Ruf an mich zu hören. Bild: pexels-photo-36190460 / Jeffry Surianto
von ew 28. Juli 2026
Jer 15, 10.16–21 Mittwoch, 17. Woche 10Weh mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast, einen Mann, der mit aller Welt in Zank und Streit liegt. Ich bin niemands Gläubiger und niemands Schuldner und doch fluchen mir alle. 16Fanden sich Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort wurde mir zum Glück und zur Freude meines Herzens; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heerscharen. 17Nie saß ich im Kreis der Lustigen und nicht war ich fröhlich; unter der Macht deiner Hand sitze ich einsam; denn du hast mich mit Groll angefüllt. 18Warum dauert mein Leiden ewig und ist meine Wunde so bösartig, dass sie nicht heilen will? Wahrlich, wie ein versiegender Bach bist du mir geworden, ein unzuverlässiges Wasser. 19Darum – so spricht der Herr: Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren und wieder vor mir stehen. Wenn du Edles hervorbringst und nicht Gemeines, darfst du wieder mein Mund sein. Jene werden umkehren zu dir, du aber kehre dich ihnen nicht zu! 20Dann mache ich dich für dieses Volk zur bronzenen, festen Mauer. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dir zu helfen und dich zu retten – Spruch des Herrn. 21Ja, ich rette dich aus der Hand der Bösen, ich befreie dich aus der Faust der Tyrannen. 18Warum dauert mein Leiden ewig Das Klagen geht weiter. Manchmal muss man lange klagen und jammern, bis die Seele wieder Luft schöpfen kann. Jeremia ist tief erschöpft und frustriert. Er klagt sein Leid, und das ist gut so. Bevor der Mensch fähig ist, Gottes Stimme zu vernehmen, muss er sich vor Gott „ausgeklagt“ haben. 10 Weh mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast. Jeremia ist grundehrlich. Er verharmlost seinen Schmerz nicht. Er verpackt seine Verzweiflung nicht in fromme Floskeln. Seine Klage geht bis an die Wurzel seines Lebens und er beklagt sogar, dass er einst geboren wurde. 18 Warum dauert mein Leiden ewig Gott hält unsere Bitterkeit, unseren Frust und unsere Enttäuschung aus. Die Klage ist kein Mangel an Glauben, sondern ein Schrei aus der Tiefe der Beziehung – ein Eingeständnis: Ich halte es aus eigener Kraft nicht mehr aus. Gott, hilf mir endlich. Die Klage ist das Ventil, durch das der innere Schmerz entweichen kann. Bild: Bild: pexels-photo-4584283 / Ketut Subiyanto
von ew 27. Juli 2026
Jer 14, 17b-22 Dienstag, 17. Woche Meine Augen fließen über von Tränen bei Tag und bei Nacht und finden keine Ruhe. Denn großes Verderben brach herein über die Jungfrau, die Tochter, mein Volk, eine unheilbare Wunde. Gehe ich aufs Feld hinaus - seht, vom Schwert Durchbohrte! Komme ich in die Stadt - seht, vom Hunger Gequälte! Ja, auch Propheten und Priester werden verschleppt in ein Land, das sie nicht kennen. Hast du denn Juda ganz verworfen, wurde dir Zion zum Abscheu? Warum hast du uns so geschlagen, dass es für uns keine Heilung mehr gibt? Wir hofften auf Heil, doch kommt nichts Gutes, auf die Zeit der Heilung, doch ach, nur Schrecken! Wir erkennen, Herr, unser Unrecht, die Schuld unsrer Väter: Ja, wir haben gegen dich gesündigt. Um deines Namens willen verschmäh nicht, verstoß nicht den Thron deiner Herrlichkeit! Gedenke deines Bundes mit uns, und löse ihn nicht! Gibt es etwa Regenspender unter den Götzen der Völker? Oder ist es der Himmel, der von selbst regnen lässt? Bist nicht du es, Herr, unser Gott? Wir setzen unsre Hoffnung auf dich; denn du hast dies alles gemacht. Meine Augen fließen über von Tränen bei Tag und bei Nacht Der babylonische Feind steht vor den Toren Jerusalems, das Land leidet zusätzlich unter einer verheerenden Dürre, und die Menschen sind in Panik Jeremia lässt seiner Trauer freien Lauf. Er verschließt die Augen nicht vor der Realität. Draußen liegen die Erschlagenen durch das Schwert, drinnen in der Stadt herrscht Hunger. Gehe ich aufs Feld hinaus - seht, vom Schwert Durchbohrte Jeremia klagt Gott sein ganzes Leid. Er weint, und benennt die furchtbaren Zustände, die er in der Stadt sieht. Er kann im Moment nur noch klagen und weinen. Hast du denn Juda ganz verworfen Jeremia klagt sogar Gott an. Gott, wo bist du, hast du uns vergessen? Hast du uns verworfen? WARUM? Jeremia verstellt sich nicht. Gott hält seine Ehrlichkeit aus. Klagegebet Die Klage ist die quantitativ größte Gebetsform in der Bibel. Mehr als ein Drittel aller Psalmen sind Klagepsalmen. Zudem ist die Klage oft der erste, ungefilterte Impuls des menschlichen Herzens in der Not. Wenn der Schmerz oder die Angst uns überwältigen, beten wir nicht zuerst mit Lobpreis, sondern mit einem Seufzer oder einem Aufschrei. Klagegebet hat Vorrang Ich glaube nicht mehr, dass es stimmt, was ich noch im Seminar gelernt habe. Nicht das Lobgebet steht am Anfang der Gebetszeit, auch nicht das Dank- oder das Bittgebet, sondern – wenn es Dir danach ist – das Klagegebet. Der Mensch muss sich erst ausklagen, bevor er bereit ist, zu den anderen Gebetsformen überzugehen. Klage, wenn es Dir danach ist In der Bibel sieht man oft, dass Klagepsalmen mitten im tiefsten Jammer plötzlich umschlagen – nicht, weil die Krise schon vorbei wäre, sondern weil der Beter im Ringen mit Gott eine innere Wandlung erlebt hat. Der Dank am Ende einer Klage ist kein billiges "Alles-ist-gut", sondern ein errungener Durchbruch. Wir setzen unsre Hoffnung auf Dich. Erst nachdem sich Jeremia ausgeklagt hat, kann er sein Vertrauen wieder ganz auf Gott setzen. Seine Tränen, seine Klage haben etwas bewirkt. Nicht bei Gott, sondern bei ihm selber. Darum, wenn es Dir danach ist: Klage. Klage auch Gott an und klage nicht mit wohlüberlegten Worten. Klage auf „Badisch“, ganz ungeschminkt, in der eigenen Sprache, direkt von der Leber weg. Bild: pexels-photo-4584283 / Ketut Subiyanto
von ew 26. Juli 2026
Jer 13, 1-11 Montag, 17. Woche So hat der Herr zu mir gesagt: Geh, kauf dir einen leinenen Gürtel, und leg ihn dir um die Hüften, aber tauch ihn nicht ins Wasser! Da kaufte ich, wie der Herr mir aufgetragen hatte, den Gürtel und legte ihn mir um die Hüften. Nun erging das Wort des Herrn zum zweiten Mal an mich; er sagte: Nimm den gekauften Gürtel, den du um die Hüften trägst, mach dich auf den Weg an den Eufrat, und verbirg ihn dort in einer Felsspalte! Ich ging hin und verbarg ihn am Eufrat, wie mir der Herr befohlen hatte. Nach längerer Zeit sprach der Herr zu mir: Mach dich auf den Weg an den Eufrat, und hol den Gürtel zurück, den du dort auf meinen Befehl hin verborgen hast. Da ging ich zum Eufrat, suchte den Gürtel und holte ihn von der Stelle, wo ich ihn verborgen hatte. Doch der Gürtel war verdorben, zu nichts mehr zu gebrauchen. Nun erging das Wort des Herrn an mich: So spricht der Herr: Ebenso verderbe ich die stolze Pracht Judas und Jerusalems, wie groß sie auch sei. Dieses böse Volk weigert sich, auf meine Worte zu hören, es folgt dem Trieb seines Herzens und läuft anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; es soll daher wie dieser Gürtel werden, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Denn wie sich der Gürtel den Hüften des Mannes anschmiegt, so wollte ich, dass sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte - Spruch des Herrn -, damit es mein Volk und mein Ruhm, mein Preis und mein Schmuck wäre. Sie aber haben nicht gehorcht. Mach dich auf den Weg an den Eufrat Jeremia musste zweimal von Jerusalem an den Euphrat reisen. Er muss etwas tun, was uns sehr absonderlich vorkommt. Er soll am Euphrat eine Felsspalte suchen und dort den Gürtel, den er trägt, vergraben. Kaum war er von dieser Reise zurück, musste er den mittlerweile verrotteten Gürtel wieder vom Euphrat zurückholen. 2000 km legte Jeremia zurück, ohne zu wissen, warum er das tun soll. Mach dich auf den Weg an den Eufrat Jeremia musste zweimal von Jerusalem an den Euphrat reisen. Er muss etwas tun, was uns sehr absonderlich vorkommt. Er soll am Euphrat eine Felsspalte suchen und dort den Gürtel, den er trägt, vergraben. Kaum war er von dieser Reise zurück, musste er den mittlerweile verrotteten Gürtel wieder vom Euphrat zurückholen. 2000 km legte Jeremia zurück, ohne zu wissen, warum er das tun soll. Wie mir der Herr befohlen hatte Ich bewundere das Gottvertrauen Jeremias, der einen Auftrag kommentarlos ausführte, ohne zu verstehen, ja sogar ohne verstehen zu wollen. Er vertraut Gott blind. Was Gott von ihm fordert, wird schon einen guten Grund haben. Es soll daher wie dieser Gürtel werden So wie Jeremia den Gürtel abgelegt hat, so hat Juda Gott abgelegt. So weit wie Jeremia den Gürtel tragen musste, so weit entfernt hat sich Juda von Gott. So wie der Gürtel verrottet ist, so zerstört ist auch das Verhältnis Judas zu Gott. Ich wollte, dass sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte Es ist nicht das Bild eines rächenden Gottes, das uns hier gezeigt wird, eher die Botschaft von einem liebenden Gott, der es nicht verhindern kann, dass sein Volk sich von ihm löst und in der Ferne zugrunde geht. Sie aber haben nicht gehorcht Hüten wir uns, die Lesung nur auf die Zeit des Jeremias zu beziehen. Denken wir immer daran, dass auch wir gemeint sein könnten. Auch wir können uns schleichend und langsam von Gott entfernen, ohne dass wir es bemerken. Bild: pexels-photo-37097106 / Ayşegül Aytören
von ew 24. Juli 2026
Jer 7, 1-11 Samstag, 16 Woche 1Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging: 2Stell dich an das Tor des Hauses des Herrn! Dort ruf dieses Wort aus und sprich: Hört das Wort des Herrn, ganz Juda, alle, die ihr durch diese Tore kommt, um euch vor dem Herrn niederzuwerfen! 3So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euer Verhalten und euer Tun, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort! 4Vertraut nicht auf die trügerischen Worte: Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist dies! 5Denn nur wenn ihr euer Verhalten und euer Tun von Grund auf bessert, wenn ihr wirklich gerecht entscheidet im Rechtsstreit, 6wenn ihr die Fremden, die Waisen und Witwen nicht unterdrückt, unschuldiges Blut an diesem Ort nicht vergießt und nicht anderen Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, 7dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe von ewig und auf ewig. 8Freilich, ihr vertraut auf die trügerischen Worte, die nichts nützen. 9Was noch? Stehlen, morden, die Ehe brechen, falsch schwören, dem Baal opfern und anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt – 10und ihr kommt und tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, und sagt: Wir sind geborgen!, um dann weiter alle jene Gräuel zu treiben. 11Ist denn dieses Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, in euren Augen eine Räuberhöhle geworden? Auch ich, siehe, ich habe es gesehen –Spruch des Herrn. Bessert euer Leben und euer Tun. Jeremia lebte im 6. Jh. v. Christus und damals schon mussten sich die Menschen die Aufforderung gefallen lassen: Bessert euer Leben und euer Tun. Offensichtlich braucht der Mensch immer wieder eine Ermutigung zum rechten Tun. Zu leicht lässt man sich nämlich dazu verlocken, auch Dinge zu tun, die mir und dem Mitmenschen nicht guttun. Bessert euer Leben und euer Tun. Also: Nimm dir heute doch einmal einen Moment Zeit zum Nachdenken. Gilt diese uralte Ermutigung nicht vielleicht auch dir? Wo gibt es in deinem Leben einen Bereich, der nach Veränderung ruft? Dann will ich bei euch wohnen. Das Schöne ist: Die Frucht der Umkehr und des rechten Tuns folgt auf dem Fuße. Dann wird Gott bei dir wohnen. Ist das nicht wunderbar? Bild: pexels-photo-36363368 / Esra Nu r Kalay