von ew
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23. April 2026
Apg 9, 1-20 Freitag, 3. Osterwoche In jenen Tagen wütete Saulus immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des neuen We-ges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusa-lem zu bringen. Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sag-te: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst. Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind, und er aß nicht und trank nicht. In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: Hananias! Er antwortete: Hier bin ich, Herr. Der Herr sagte zu ihm: Steh auf und geh zur so genannten Geraden Straße, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Er betet gerade und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias herein-kommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht. Hananias ant-wortete: Herr, ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. Auch hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle zu verhaften, die deinen Namen anrufen. Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mein aus-erwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Ich werde ihm auch zeigen, wie viel er für mei-nen Namen leiden muss. Da ging Hananias hin und trat in das Haus ein; er legte Saulus die Hände auf und sagte: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen. Und nachdem er etwas gegessen hatte, kam er wieder zu Kräften. Einige Tage blieb er bei den Jüngern in Damaskus; und sogleich verkündete er Jesus in den Synagogen und sagte: Er ist der Sohn Gottes Zufluchtsort Damaskus Vergangenen Mittwoch haben wir in Apg 8, 1b-8 noch gelesen, dass die Christen aus Angst vor einer Verfolgung aus Jerusalem flüchteten. Heute erfahren wir, dass sie auch im weit entfernten Damaskus nicht sicher waren. Paulus gab keine Ruhe, er wollte ihnen nacheilen, um sie zurück nach Jerusalem zu bringen. Die Christen müssen ausgerottet werden. Dafür ist kein Aufwand zu groß und kein Weg zu weit. Gamaliel der Lehrer des Paulus Aus Apostelgeschichte 22,3 wissen wir, dass Gamaliel der Lehrer des Paulus war. Von der ausgleichenden Art Gamaliels haben wir am Freitag, 2. Osterwoche in Apg 5, 34-42 erfahren. Paulus unterschied sich jedoch hier radikal von seinem Lehrer. Dennoch hat sich Jesus aber nicht Gamaliel für die Heidenmission erwählt, sondern Paulus. Gamaliel war von seiner Persönlichkeit her eher passiv: Abwarten, Gottes Wille setzt sich durch. Paulus der Schüler des Gamaliel Paulus dagegen hatte eine eher aktive innere Einstellung: Handeln, den Willen Gottes mit ganzem Einsatz umsetzen. Der gleichen Eifer den Paulus bei der Verfolgung der Christen zeigte, trieb ihn auch später an die Botschaft vom Evangelium Jesu bis in die hintersten Winkel aller Länder zu tragen. Wenn Jesus wirklich der Mes-sias ist, dann muss man ihm mit jedem Blutstropfen dienen. Wer bist du, Herr? Es war nicht nur ein Aufwallen tiefer Gefühle, oder eine Fata Morgana, die Paulus in der Nähe von Damaskus berührte. Nein, Jesus Christus offenbarte sich ihm selbst und gab ihm einen inneren, sicheren Gottes-beweis, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, eine lebendige Wirklichkeit ist. Eine einzige Sekunde genügte und die bisherige Existenz des Saulus zerbrach bis auf den Grund. Die große Leistung des Paulus besteht darin, dass er diese Offenbarung akzeptierte, sein altes Leben über Bord warf und von nun an Jesus, dem Messias, diente. Bild: Edgar Wunsch