Erfülle deinen Auftrag

ew • 20. September 2025
1 Tim 6, 13-16 Samstag, 24. Woche    
Mein Sohn! Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn, das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.

Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel.
Am Schluss des ersten Timotheusbriefs steht eine eindringliche Mahnung an den Vorsteher. „Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel zum Erscheinen Jesu Christi unseres Herrn.“ Den „Auftrag“ habe ich bei meiner Priesterweihe bekommen. Bischof Oscar Saier stellte mir am 19.05.1996 folgende Fragen auf die ich alle mit „Ich bin bereit“ antwortete.

  • Seid ihr bereit, das Priesteramt als zuverlässige Mitarbeiter des Bischofs auszuüben und so unter der Führung des Heiligen Geistes die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten?
  • Seid ihr bereit, in der Verkündigung des Evangeliums und in der Darlegung des katholischen Glaubens den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen?
  • Seid ihr bereit, die Mysterien Christi, besonders die Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung, gemäß der kirchlichen Überlieferung zum Lobe Gottes und zum Heil seines Volkes in gläubiger Ehrfurcht zu feiern?
  • Seid ihr bereit, zusammen mit dem Bischof im Gebet, das uns aufgetragen ist, Gottes Erbarmen für Seid ihr bereit, den Armen und Kranken beizustehen und den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen?
  • Christus, unser Hoherpriester, hat sich um unseretwillen dem Vater dargebracht. Seid ihr bereit, euch Christus, dem Herrn, von Tag zu Tag enger zu verbinden und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben?
Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel.
Auf folgende Frage antwortete ich mit: „Ich verspreche es.” Versprichst du mir (dem Ortsbischof) und meinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam? Ich habe also einen klaren Auftrag bekommen. Paulus sagt: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel.

Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel.

Mein Auftrag für heute, Samstag, 20.09.2025 lautet: Stehe zeitig auf. Bete das Stundengebet (Lesehore, Laudes, Terz, Vesper, Komplet). Verbringe die Zeit von 9:00 Uhr bis 09:45 bei der Anbetung in Neuhausen. Beantworte Mails, die vom Vortag unbeantwortet geblieben sind. Gehe zum CHRHISP-Treffen nach Tiefenbronn. Halte einen (kurzen) Mittagsschlaf. Bereite die Predigt noch einmal vor. Stehe ab 18:00 Uhr für das Beichtsakrament in Neuhausen zur Verfügung. Feiere die Hl. Messe in Lehningen. Lade die Autos mit all den Dingen die am Sonntag für die Gewerbeschau in Neuhausen benötigt werden. Gehe zeitig in Bett - denn der Vater im Himmel freut sich, wenn sein Kindlein schläft.

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tägliche Schriftbetrachtung

von ew 22. Mai 2026
Apg 28, 16-20.30-31 Samstag, 7. Osterwoche Nach unserer Ankunft in Rom erhielt Paulus die Erlaubnis, für sich allein zu wohnen, zusammen mit dem Soldaten, der ihn bewachte. Drei Tage später rief er die führenden Männer der Juden zusammen. Als sie versammelt waren, sagte er zu ihnen: Brüder, obwohl ich mich nicht gegen das Volk oder die Sitten der Väter vergangen habe, bin ich von Jerusalem aus als Gefangener den Römern ausgeliefert worden. Diese haben mich verhört und wollten mich freilassen, da nichts gegen mich vorlag, worauf der Tod steht. Weil aber die Juden Einspruch erhoben, war ich gezwungen, Berufung beim Kaiser einzulegen, jedoch nicht, um mein Volk anzuklagen. Aus diesem Grund habe ich darum gebeten, euch sehen und sprechen zu dürfen. Denn um der Hoffnung Israels willen trage ich diese Fesseln. Er blieb zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung und empfing alle, die zu ihm kamen. Er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor. Nach unserer Ankunft in Rom. Jerusalem, Türkei, Griechenland und nun ist Paulus also in Rom angekommen. Welche Menschen sind in den Jahrhunderten in Rom eingezogen: Feldherren, Kaiser, Kaufleute, Dichter, Philosophen. Den Einzug eines jüdischen Gefangenen in militärischer Begleitung wird niemand beachtet haben. Doch ist dieser Gefangene einer, der die Welt tiefer und nachhaltiger beeinflusst hat als all die Träger glänzender Namen, denen das römische Volk bei ihrem Einzug zujubelte. Zwei Jahre hindurch, mit allem Freimut die Lehre über Jesus verkündet. Das ist jetzt das Letzte, was wir in der Apostelgeschichte von Paulus lesen. Noch als Gefangener hat er mit Freimut in Rom das Evangelium verkündet. Wie ein Testament steht dieser Schlusssatz am Ende der Apostelgeschichte. Ich empfinde diesen Schlusssatz gleichzeitig aber auch als einen Auftrag für uns heutige Menschen. Für heute Paulus hat das Evangelium mit Freimut verkündet, und jetzt sind wir aufgefordert, mit dieser wunderbaren Botschaft vom auferstandenen Herrn Jesus nicht hinter dem Berg zu halten, sondern sie mit Freimut an jene weiterzugeben, die sie noch nicht kennen. Bild: pexels-photo-28749416.png /
von ew 21. Mai 2026
Apg 25, 13-21 Freitag, 7. Osterwoche In jenen Tagen trafen König Agrippa und Berenike in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen. Sie blieben mehrere Tage dort. Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: Von Felix ist ein Mann als Gefangener zurückgelassen worden, gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, vorstellig wurden. Sie forderten seine Verurteilung, ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen. Als sie dann zusammen hierher kamen, setzte ich mich gleich am nächsten Tag auf den Richterstuhl und ließ den Mann vor-führen. Bei der Gegenüberstellung brachten die Kläger keine Anklage wegen solcher Verbrechen vor, die ich vermutet hatte; sie führten nur einige Streitfragen gegen ihn ins Feld, die ihre Religion und einen gewissen Jesus betreffen, der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe. Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen. Paulus jedoch legte Berufung ein; er wollte bis zur Entscheidung der kaiserlichen Majestät in Haft bleiben. Daher gab ich Befehl, ihn in Haft zu halten, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.Da König Agrippa (der Urenkel von Herodes, dem Großen) ein paar Tage in der Stadt blieb, hatte der Statthalter Festus Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Festus war in einer gewissen Verlegenheit, denn er fand keine verurteilungswürdigen Verbrechen an Paulus. Der Statthalter Festus hat mit einer einfachen Sachlichkeit eines Weltmenschen genau den springenden Punkt des Christentums erfasst. Er kann es nur so primitiv ausdrücken. Aber gerade so kennzeichnet er das Evangelium des Paulus ganz richtig. Bis heute geht es immer wieder um diesen Jesus, der starb und darum für die Welt erledigt ist und von dem die Christen behaupten, er lebe. (Wuppertaler Studienbibel, Werner De Boor, Apostelgeschichte) Du bist von Sinnen, Paulus! Leider fehlt in der Leseordnung der Eucharistiefeier das folgende Gespräch mit König Agrippa. König Agrippa möchte die christliche Lehre aus dem Mund des Paulus selbst hören und lies ihn darum vorführen. Paulus hielt eine relativ lange Rede, welcher alle Anwesenden zunächst geduldig zuhörten. Als Paulus jedoch auf die Auferstehung Jesu zu sprechen kam, rief Festus, der bei diesem Treffen auch dabei war, laut: Du bist von Sinnen, Paulus! Das viele Schriftstudium treibt dich zum Wahnsinn. (Apg 26, 23+24). Ich bin auch von Sinnen! Nach der Meinung von Statthalter Fiskus bin ich auch von Sinnen, denn auch ich glaube an die Auferstehung Jesu. Bild: pexels-photo-36581450.png / Maarten Ceulemans
von ew 20. Mai 2026
Donnerstag, 7. Osterwoche Apg 22, 30; 23, 6-11 In jenen Tagen als der römische Oberst genau wissen wollte, was die Juden Paulus vorwarfen, ließ er ihn aus dem Gefängnis holen und befahl, die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat sollten sich versammeln. Und er ließ Paulus hinunterführen und ihnen gegenüberstellen. Da Paulus aber wusste, dass der eine Teil zu den Sadduzäern, der andere zu den Pharisäern gehörte, rief er vor dem Hohen Rat aus: Brüder, ich bin Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern; wegen der Hoffnung und wegen der Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht. Als er das sagte, brach ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern aus, und die Versammlung spaltete sich. Die Sadduzäer behaupten nämlich, es gebe weder eine Auferstehung noch Engel noch Geister, die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem. Es erhob sich ein lautes Geschrei, und einige Schriftgelehrte aus dem Kreis der Pharisäer standen auf und verfochten ihre Ansicht. Sie sagten: Wir finden nichts Schlimmes an diesem Menschen. Vielleicht hat doch ein Geist oder ein Engel zu ihm gesprochen. Als der Streit heftiger wurde, befürchtete der Oberst, sie könnten Paulus zerreißen. Daher ließ er die Wachtruppe herabkommen, ihn mit Gewalt aus ihrer Mitte herausholen und in die Kaserne bringen. In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu Paulus und sagte: Hab Mut! Denn so wie du in Jerusalem meine Sache bezeugt hast, sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen. Einige Schriftgelehrte aus dem Kreis der Pharisäer standen auf. Die Gemüter erhitzen sich an den alten Streitfragen; aber immerhin: einige der Schriftgelehrten vom pharisäischen Teil zeigen Sympathie für Paulus. Die Positionen waren zwischen den streitenden Gruppen längst bekannt und manifestiert, aber trotzdem werden einige plötzlich positiv neugierig. Warum der plötzliche Sinneswandel? Ich stelle mir vor, wie in diesem ganzen Tumult nicht das, was Paulus sagte, eine Sinnesänderung bei einigen bewirkte, sondern dass die Art und Weise, wie er es sagte, seine Gegner zum Nachdenken brachte. Sie müssen ihm angemerkt haben, dass sein Glaube an die Auferstehung kein aufgesetzter oder lediglich angelernter Glaube war, sondern ein persönlich erfahrener Glaube. Ich stelle mir vor, dass Paulus in diesem Moment, als seine Gegner ihn anschreien und anbrüllen. Ruhig und gelassen vor ihnen steht und mit einer inneren Sicherheit einfach das sagt, was der Herr ihm aufgetragen hat. Paulus hat später aus Rom von seinem Prozess an Timotheus geschrieben: Bei meiner ersten Verteidigung … stand mir der Herr zur Seite und gab mir Kraft. (1Tim 4,17) Für heute. Paulus sagte in der heutigen Lesung nur einen einzigen Satz. Es kommt nicht darauf an, viele Sätze zu produzieren, sondern die richtigen Worte zu sagen. Manchmal geht es in unseren kirchlichen Sitzungen auch sehr kontrovers zu. Ich nehme mir vor, in diesen Momenten so lange zu schweigen, bis der Herr mir ein Wort auf die Zunge legt. Dann muss ich nur noch den Mut aufbringen, um mich zu Wort zu melden und diese Worte zu sagen. Hab Mut! Was der Herr am Ende der Lesung zu Paulus sagt, das sagte auch zu mir und zu dir. Hab Mut Zeugnis für meine Sache abzulegen. Bild: pexels-photo-6250849.png 1920 x 1300
von ew 18. Mai 2026
Dienstag, 7. Osterwoche Apg 20, 17-27 In jenen Tagen schickte Paulus von Milet aus jemand nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen. Als sie bei ihm ein-getroffen waren, sagte er: Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an, seit ich die Provinz Asien betreten habe, die ganze Zeit in eurer Mitte war und wie ich dem Herrn in aller Demut diente unter Tränen und vielen Prüfungen, die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe, wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist. Ich habe es euch verkündigt und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern. Ich habe Juden und Griechen beschworen, sich zu Gott zu bekehren und an Jesus Christus, unseren Herrn, zu glauben. Nun ziehe ich, gebunden durch den Geist, nach Jerusalem, und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird. Nur das bezeugt mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, dass Fesseln und Drangsale auf mich warten. Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst erfülle, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde: das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen. Nun aber weiß ich, dass ihr mich nicht mehr von Angesicht sehen werdet, ihr alle, zu denen ich gekommen bin und denen ich das Reich verkündet habe. Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag: Ich bin unschuldig, wenn einer von euch allen verloren geht. Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden Einige Ereignisse liegen zwischen der gestrigen Lesung und dem heutigen Schrifttext. In Ephesus hatte sich der Silberschmied Alexander gegen Paulus gewandt, ein Tumult entstand und Paulus musste die Stadt verlassen. Er reiste durch Mazedonien und Griechenland, gelangte nach Troas und schließlich nach Milet, etwa 60 km südlich von Ephesus gelegen. Heute lesen wir, wie er an diesem Ort eine Abschiedsrede hielt. Vorbild Paulus spricht nicht zu Juden, sondern zu Christen, nämlich zu den Ältesten, die von Ephesus aus angereist waren. Paulus beginnt seine Rede damit, dass er auf sein eigenes Leben hinweist. Alle wissen, wie Paulus gelebt hat, was er sagte und was er tat. Er verweist auf das Beispiel seines eigenen Lebens. Paulus hinterlässt ihnen sein Vorbild. Frage: Bin ich ein gutes Vorbild für die Menschen um mich herum? Gebunden durch den Geist! Was Paulus sagt, gefällt mir! Paulus steht unter der Leitung des Heiligen Geistes, dem er fraglos gehorcht. Paulus weiß, dass Fesseln und Drangsale auf ihn warten, aber er vertraut noch mehr auf den Heiligen Geist, der ihn durch die Fesseln und Drangsale hindurchtragen wird. Frage: Wie groß ist mein Vertrauen in die Führung des Heiligen Geistes? Vers 24 finde ich bemerkenswert. „Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst erfülle, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde: das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen.“ Frage: Was ist mir wichtiger, mein eigenes Leben oder der Dienst, der mir vom Herrn übertragen wird? Bild: Gemini_Generated_Image_3xu6l63xu6l63xu6
von ew 18. Mai 2026
Apg 20, 28-38 Mittwoch, 7. Osterwoche In jenen Tagen sagte Paulus zu den Ältesten der Gemeinde von Ephesus: Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen. Seid also wachsam, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden Einzelnen zu ermahnen. Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen. Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt; ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben. In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen. Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen. Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn; am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff. Damals Die heutige Lesung schließt unmittelbar an den gestrigen Schrifttext an. Paulus wendet seinen Blick in die Zukunft und er erkennt mit klarem Blick die Gefahren, die auf die noch junge christliche Gemeinde zukommen. Nun fürchtet Paulus nicht eine Verfolgung der christlichen Gemeinden durch jüdische Fanatiker, sondern er sieht voraus, dass aus den eigenen Reihen Männer wie reißende Wölfe versuchen werden, die Gemeinde durch falsche Lehren zu teilen. Der Feind, der eigentliche „Wolf“, der hinter den Wölfen steht, hat es zuerst auf die Ältesten der Gemeinden abgesehen. Darum sollen sie in besonderer Weise auf sich achtgeben. Gehen sie in die Irre, dann reisen sie auch die Herde, die ihnen anvertraut ist, mit in den Abgrund. Heute Wer aufmerksam die Entwicklung der katholischen Kirche in Deutschland verfolgt, bemerkt sehr schnell, dass die Ältesten, die Bischöfe, aber auch die Priester und alle die Verantwortung übernommen haben, nicht mehr eine einzige Herde bilden, sondern sich in viele Lager aufgespalten haben. Die reisenden Wölfe haben bereits viel Unheil und Schaden angerichtet. Aber alles Schimpfen und Kritisieren hilft nicht, sondern fördert nur noch größere Zerwürfnisse. Vers 32 Paulus vertraute die Ältesten und die Gemeinden „Gott und dem Wort seiner Gnade an“. Dies scheint mir der beste Weg auch in unserer aufgeklärten Zeit zu sein. Ich möchte die Bischöfe meiner Diözese, die Mitarbeiter im Ordinariat und in den Verbänden, meine Mitbrüder im priesterlichen Amt und alle, die Verantwortung in der Kirchengemeinde Biet übernommen haben „Gott und dem Wort seiner Gnade anvertrauen“, das die Kraft hat, aufzubauen. Wölfe zerstören, aber „Gott und das Wort seiner Gnade“ baut auf. Bild: pexels-photo-36275003. / My / Leon Aschemann
von ew 18. Mai 2026
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von ew 15. Mai 2026
Apg 18, 23-28 Samstag, 6. Osterwoche Nachdem Paulus einige Zeit in Antiochia in Syrien geblieben war, zog er weiter, durchwanderte zuerst das galatische Land, dann Phrygien, und stärkte alle Jünger. Ein Jude namens Apollos kam nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war redekundig und in der Schrift bewandert. Er war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor; doch kannte er nur die Taufe des Johannes. Er begann, offen in der Synagoge zu sprechen. Priszilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar. Als er nach Achaia gehen wollte, ermunterten ihn die Brüder dazu und schrieben den Jüngern, sie möchten ihn freundlich aufnehmen. Nach seiner Ankunft wurde er den Gläubigen durch die Gnade eine große Hilfe. Denn mit Nachdruck widerlegte er die Juden, indem er öffentlich aus der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias sei. Vers 24. Die heutige Lesung bildet den Auftakt zur dritten Missionsreise des heiligen Paulus. Ein neuer Name taucht in der Apostelgeschichte auf: Apollos, von dem wir nicht wissen, wann und wo er Christ geworden ist, aber er brennt für Jesus und ist bereit, das Evangelium zu leben und zu verkünden. Paulus nimmt ihn an und gewinnt durch diesen Fremden eine große Hilfe für seine Missionsarbeit. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir in unseren Gemeinden so auf die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Gruppen fixiert sind, dass wir Leute, die von außerhalb dazukommen, oft nur schwer akzeptieren. Wir wollen es so machen, wie wir es schon immer gemacht haben, und bleiben darum eher untereinander, als dass wir andere Menschen mit ihren Ideen und ihren Vorstellungen mit in die Verantwortung hineinnehmen. Vers 28. Der „Neue“ war in der Lage, aus dem Alten Testament heraus nachzuweisen, dass Jesus der Messias ist. Ich käme im Moment in eine große Verlegenheit, wenn ich aus dem Stand heraus Schriftstellen aus dem Alten Testament nennen sollte, die auf den Messias Jesus hinweisen. Könnten sie das? Bild: pexels-photo-7203844 / ShvetsProduction
von ew 14. Mai 2026
Apg 18, 9-18 Freitag, 6. Osterwoche Als Paulus in Korinth war, sagte der Herr nachts in einer Vision zu ihm: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, nie-mand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt. So blieb Paulus ein Jahr und sechs Monate und lehrte bei ihnen das Wort Gottes. Als aber Gallio Prokonsul von Achaia war, traten die Juden ein-mütig gegen Paulus auf, brachten ihn vor den Richterstuhl und sagten: Dieser verführt die Menschen zu einer Gottesverehrung, die gegen das Gesetz verstößt. Als Paulus etwas erwidern wollte, sagte Gallio zu den Juden: Läge hier ein Vergehen oder Verbrechen vor, ihr Juden, so würde ich eure Klage ordnungsgemäß behandeln. Streitet ihr jedoch über Lehre und Namen und euer Gesetz, dann seht selber zu! Darüber will ich nicht Richter sein. Und er wies sie vom Richterstuhl weg. Da ergriffen alle den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelten ihn vor dem Richter-stuhl. Gallio aber kümmerte sich nicht darum. Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priszilla und Aquila nach Syrien ab. In Kenchreä hatte er sich auf-grund eines Gelübdes den Kopf kahl scheren lassen Eine wichtige Lektion. Paulus soll also in Korinth bleiben, den Auftrag vom Herrn dazu erhält er nachts in einer Vision. Es ist nicht nur eine Vision, sondern auch eine tiefe Lektion, die Paulus in dieser Nacht von Gott erhält. Nicht er, Paulus, ge-winnt die Menschen für den Herrn, sondern Jesus ist längst vor Paulus in Korinth gewesen und hat sich dort ein großes Volk erwählt. Gut merken! Wir Priester, aber auch alle, die verantwortlich in der Pfarrarbeit eingebun-den sind, müssen sich dies gut merken. Nicht wir gewinnen durch unseren Einsatz dem Herrn ein Volk (so denken wir es uns gern in unserer angeborenen Ichhaftigkeit aus), sondern Jesus selbst ruft die Menschen zu einer neuen Gemeinschaft zusammen. Die Einwohner von Korinth ahnen selber nichts davon, aber der Blick Jesu ist schon auf sie gerichtet. Nur Mut! In dieser Zuversicht darf jeder Christ, nicht nur wir Priester, wenn wir pre-digen, vor den Leuten stehen. Wir müssen uns nur trauen, mit Freimut von Jesus als dem Gekreuzigten und Auferstandenen zu sprechen. Jesus sagte zu Paulus in Vers 10: „Ich bin mit dir.“ Diese Zusage gilt auch uns heutigen Christen. Bild: pexels-photo-5486199 / Maxim Goncharenok
von ew 12. Mai 2026
Apg 17, 15.22 - 18, 1 Mittwoch, 6. Osterwoche In jenen Tagen brachten die Begleiter des Paulus ihn nach Athen. Mit dem Auftrag an Silas und Timotheus, Paulus möglichst rasch nachzukommen, kehrten sie zurück. Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen. Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBE-KANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch. Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind. Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas: er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt. Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt. Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern. Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art. Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung. Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten auferweckte. Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören. So ging Paulus aus ihrer Mitte weg. Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damaris und noch andere mit ihnen. 1Hierauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. Die Lesung berichtet von einer denkwürdigen Stunde. Paulus kann offiziell auf einem Platz in Athen die Botschaft des Evangeliums darlegen. Paulus ist in Europa angekommen, aber es ist ein entartetes Europa, das alle möglichen Götter anbetet. Es ist ein Europa, in dem das Evangelium bestenfalls als aufsehenerregende Neuigkeit für einige Tage interessant sein kann, um dann rasch wieder einer anderen Sensation Platz zu machen. Paulus ging weg. Wieder finden wir jene apostolische Haltung, auf die wir schon im Apostelgeschichte 13,46 stießen. Die Boten Jesu kennen das heiße Ringen um die Errettung verlorener Menschen, bis zum Einsatz des Lebens, aber sie kennen nicht ein "Nachlaufen", ein „Anbringen wollen“ des Evangeliums um jeden Preis. Sie wissen um die ganze Größe der Gabe, die sie bringen; wer sie nicht haben will, der soll und muss in den Tod laufen. (vgl.: Wuppertaler Studienbibel, Werner De Boor, Apostelgeschichte) Auch von Jesus kennen wir ein solches Verhalten. Als die Menschen in Nazareth seine Botschaft nicht hören wollten, drehte sich Jesus einfach um, schritt durch ihre Mitte hindurch und ging weg nach Kafarnaum. Er kam danach niemals mehr in seine Heimatstadt Nazareth zurück. Bild: pexels-photo-26600613.png
von ew 11. Mai 2026
Apg 16, 22-34 Dienstag, 6. Osterwoche In jenen Tagen erhob sich das Volk von Philippi gegen Paulus und Silas, und die obersten Beamten ließen ihnen die Kleider vom Leib reißen und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. Sie ließen ihnen viele Schläge geben und sie ins Gefängnis bringen; dem Gefängniswärter befahlen sie, sie in sicherem Gewahrsam zu halten. Auf diesen Befehl hin warf er sie in das innere Gefängnis und schloss zur Sicherheit ihre Füße in den Block. Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich begann ein gewaltiges Erdbeben, so dass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Mit einem Schlag sprangen die Türen auf, und allen fielen die Fesseln ab. Als der Gefängniswärter aufwachte und alle Türen des Gefängnisses offen sah, zog er sein Schwert, um sich zu töten; denn er meinte, die Gefangenen seien entflohen. Da rief Paulus laut: Tu dir nichts an! Wir sind alle noch da. Jener rief nach Licht, stürzte hinein und fiel Paulus und Silas zitternd zu Füßen. Er führte sie hinaus und sagte: Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten: Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus. Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus das Wort Gottes. Er nahm sie in jener Nachtstunde bei sich auf, wusch ihre Striemen und ließ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen. Dann führte er sie in seine Wohnung hinauf, ließ ihnen den Tisch decken und war mit seinem ganzen Haus voll Freude, weil er zum Glauben an Gott gekommen war. Es fehlen ein paar Verse zwischen der Lesung von gestern und heute. Paulus hatte einen Wahrsagergeist aus einer Magd ausgetrieben und damit den Zorn ihres Herren auf sich gezogen, da er nun mit dem Geschäft der Wahrsagerei kein Geld mehr verdienen konnte. Paulus und Silas gelten plötzlich als Unruhestifter, und schon werden den beiden auf offenem Markt die Kleider heruntergerissen. Die Rutenhiebe sausen, bis der Rücken blutig ist. Die Nacht verbringen sie in einem finsteren Gefängnisraum, die Füße in den Holzblock eingespannt. Nicht schimpfen, sondern beten und loben. Gott hatte das Missionswerk in Philippi gut in Gang gebracht, doch scheint alles plötzlich zu Ende zu sein. Aber um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder. Sie beklagten sich nicht über die Schläge und die ungerechte Behandlung. Was mögen die anderen Gefangenen gedacht haben, die sonst nur Stöhnen, Fluchen und Schimpfen kannten und die nun dem Beten und dem Loblied des Paulus und Silas zuhörten? Wieder kann ich viel lernen. Ich versuche mich heute nicht zu beklagen, wenn eine kleine Ungerechtigkeit meinen Seelenfrieden stört. Ich versuche heute nicht zu jammern, wenn all meine Mühen scheinbar im Sande versinkt. In der größten Not beteten Paulus und Silas mitten in der Nacht und sangen Loblieder. Dies ist ein gutes Gegenmittel gegen Trübsal und Mutlosigkeit. Bild: pexels-photo-20356262 / Roman Biernacki