Der Rat des Gamaliel
ew • 16. April 2026
Apg 5, 34-42 Freitag, 2. Osterwoche
In jenen Tagen erhob sich im Hohen Rat ein Pharisäer namens Gamaliël, ein beim ganzen Volk angesehener Gesetzeslehrer; er ließ die Apostel für kurze Zeit hinausführen. Dann sagte er: Israeliten, überlegt euch gut, was ihr mit diesen Leuten tun wollt. Vor einiger Zeit nämlich trat Theudas auf und behauptete, er sei etwas Besonderes. Ihm schlossen sich etwa vierhundert Männer an. Aber er wurde getötet, und sein ganzer Anhang wurde zerstreut und aufgerieben. Nach ihm trat in den Tagen der Volkszählung Judas, der Galiläer, auf; er brachte viel Volk hinter sich und verleitete es zum Aufruhr. Auch er kam um, und alle seine Anhänger wurden zerstreut. Darum rate ich euch jetzt: Lasst von diesen Männern ab, und gebt sie frei; denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört werden; stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten; sonst werdet ihr noch als Kämpfer gegen Gott dastehen. Sie stimmten ihm zu, riefen die Apostel herein und ließen sie auspeitschen; dann verboten sie ihnen, im Namen Jesu zu predigen, und ließen sie frei. Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden. Und Tag für Tag lehrten sie unermüdlich im Tem-pel und in den Häusern und verkündeten das Evangelium von Jesus, dem Christus
Stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten
Manchmal stoßen wir auf Widerstand, wenn wir für das Gute eintreten oder unseren Glauben leben. Zweifel, Kritik oder sogar Ablehnung kön-nen uns verunsichern. Doch in Apostelgeschichte 5,39 hören wir die Worte des Gamaliel: Was von Gott kommt, lässt sich nicht aufhalten.
Stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten
Auch wenn Menschen versuchen, etwas zu blockieren – Gottes Plan setzt sich durch. Das schenkt Kraft und Gelassenheit. Wir müssen nicht alles aus eigener Anstrengung durchsetzen. Wenn wir mit Gott gehen, dürfen wir vertrauen: Gott steht hinter dem, was wirklich Bestand hat.
Stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten
Lass dich nicht entmutigen. Prüfe dein Tun – und wenn du erkennst, dass es aus Gott ist, dann geh deinen Weg mit Mut weiter. Gott selbst wird ihn bereiten.
Bild: pexels-photo-12980935 Quelle: My / Ayşe İpek
Ihr Kommentar
tägliche Schriftbetrachtung

Apg 5, 27-33 Donnerstag, 2. Osterwoche In jenen Tagen führten der Tempelhauptmann und seine Leute die Apostel herbei und stellten sie vor den Hohen Rat. Der Hohepriester verhörte sie und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken. Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen. Als sie das hörten, gerieten sie in Zorn und beschlossen, sie zu töten Es ist interessant wie sich die Geschichte immer wiederholt. Papst Leo XIV. forderte Frieden und ein Ende des Iran-Kriegs – doch der US-Präsident griff den Heiligen Vater dafür scharf an. Seit Ostern 2026 eskaliert ein verbaler Streit zwischen dem US-Präsidenten Trump und Papst Leo XIV. Trump bezeichnete den Papst auf seiner Plattform Truth Social jüngst als „schwach“ und eine „Unverschämtheit“. Mich beeindruckt die Antwort der Apostel gegenüber den Hohenpriestern in der Lesung ebenso wie die Haltung von Papst Leo gegenüber Präsident Trump. Ich sehe Ähnlichkeiten zwischen dem, was die Apostel antworteten, und dem was Papst Leo konterte. „Ich habe keine Angst, weder vor der Trump-Regierung, noch davor, die Botschaft des Evangeliums laut zu verkünden, wofür die Kirche arbeitet.“de.euronews.com „Ich werde mich weiterhin entschieden gegen den Krieg aussprechen und mich für den Frieden einsetzen, indem ich den Dialog und den Multilateralismus zwischen den Staaten fördere, um Lösungen für Probleme zu finden.“de.euronews.com „Die Dinge, die ich sage, sind mit Sicherheit nicht als Angriffe auf irgendjemanden gedacht. Die Botschaft des Evangeliums ist sehr deutlich: Selig sind die, die Frieden stiften.“tagesschau.de „Meine Botschaft auf die gleiche Ebene zu stellen wie das, was der Präsident hier zu tun versucht hat, bedeutet meiner Meinung nach, nicht zu verstehen, was die Botschaft des Evangeliums ist.“news.de. Bild. httpscommons.wikimedia.orgwikiFilePope_Leo_XIV_7.png

Apg 5, 17-26 Mittwoch, 2. Osterwoche In jenen Tagen erhoben sich voll Eifersucht der Hohepriester und alle, die auf seiner Seite standen, nämlich die Gruppe der Sadduzäer. Sie ließen die Apostel verhaften und in das öffentliche Gefängnis werfen. Ein Engel des Herrn aber öffnete nachts die Gefängnistore, führte sie heraus und sagte: Geht, tretet im Tempel auf, und verkündet dem Volk alle Worte dieses Lebens! Sie gehorchten und gingen bei Tagesanbruch in den Tempel und lehrten. Währenddessen kam der Hohepriester mit seinen Begleitern. Sie riefen den Hohen Rat und alle Ältesten der Söhne Israels zusammen; man schickte Boten zum Gefängnis, um die Apostel vorführen zu lassen. Die Diener gingen, fanden sie aber nicht im Gefängnis. Sie kehrten zurück und meldeten: Wir fanden das Gefängnis sorgfältig verschlossen und die Wachen vor den Toren stehen; als wir aber öffneten, fanden wir niemand darin. Der Tempelhauptmann und die Hohenpriester waren ratlos, als sie das hörten, und wussten nicht, was nun werden sollte. Da kam jemand und meldete ihnen: Die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk. Da ging der Tempelhauptmann mit seinen Leuten hin und holte sie, allerdings nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten, vom Volk gesteinigt zu werden. Sie ließen die Apostel verhaften Es gibt eine Linie, die sich durch die ganze Heilsgeschichte, angefangen von den ersten Seiten der Bibel bis in unsere Tage, zieht: Der Mensch stellt sich gegen Gott – aber Gott führt dennoch seinen Plan zum Heil. Sie ließen die Apostel verhaften Die Intrigen gegen Jesus, die uns Johannes so einprägsam schildert (Joh 11, 46-53), wiederholen sich bei jenen, die Jesus nachfolgen. Es ist wie in der Geschichte Jesu selbst: Beim Todesbeschluss gegen Jesus war die Priesterschaft führend. Die gleiche Gruppe versucht auch die Apostel wenigstens mundtot zu machen. Die theologischen Fragen waren ihr nicht so wichtig. Es ging um Eifersucht, Macht und Einfluss. Es sind dieselben eitlen Gedanken, die auch heute noch in manchen Gemeinden eine Neuevangelisierung versuchen zu unterdrücken. Aber Was der Mensch aus Angst unterdrücken will, verwandelt Gott in ein Werkzeug seines Heils. Gott setzt seinen Willen nicht gegen den Menschen durch – aber er vollendet ihn trotz des Menschen. Bild :pexels-photo-10474997.png/ Ron Lach

Apg 4, 32-37 Dienstag, 2. Osterwoche Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte. Auch Josef, ein Levit aus Zypern, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, genannt wurde, verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen. Ein Herz und eine Seele „Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt“, so schloss der vorige Abschnitt. Und dies zeigte sich nicht nur im freimütigen Zeugnis nach draußen. Der Geist Gottes ist nicht nur – wie es in unserer Kirche leicht erscheinen kann – ein Mittel der Verkündigung. Er gestaltet vor allem das innere Leben: „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.“ Wichtig ist zunächst, dass in der urchristlichen Gemeinde gelebt wurde, was andernorts nur als Ideal verkündet wird. Vielleicht ist die Einheit unter den Gläubigen die wichtigste Frucht des Hl. Geistes überhaupt. Die Einheit ist Voraussetzung und der Boden, auf dem alle anderen Charismen wachsen können. Kurz: Ohne Einheit keine Früchte, kein Wachstum, keine Zukunft. Sie hatten alles gemeinsam. So ideal sich die Lesung heute vielleicht für den ein oder anderen auch anhören mag, ohne ein gewisses Maß persönlichen Besitzes, der frei zu ihrer eigenen Verfügung bleibt, kann eine Familie und eine Gemeinschaft nicht leben. Die hier gegebene Schilderung des Lukas ist ein „Urbild, aber kein Vorbild“. Damals in Jerusalem handelte die Liebe kraftvoll in der ihr jetzt gegebenen Lage. Sie hatten alles gemeinsam. In den paulinischen Gemeinden war das anders. Darum hat Paulus das „Vorbild“ von Jerusalem nicht nachgemacht, sondern seinen Gemeinden ganz andere Regeln gegeben (vgl. 1 Thess 4, 11 f; 2 Thess 3, 6–12). Eine unmittelbare und dann notwendig „gesetzliche“ Nachahmung der Urgemeinde wäre ein Missverständnis der Schrift. Sie hatten alles gemeinsam. Aber das „Urbild“ darf uns keine Ruhe lassen. Die innere Haltung jener ersten Gemeinde Jesu darf und muss wieder die unsere werden. Welche konkreten Formen der brüderlichen Gemeinsamkeit sie dann findet, wird von der jeweiligen geschichtlichen Lage her bestimmt sein müssen. Für heute Jeder von uns kann an seinem Platz und in seiner Weise in der „Haltung“ leben, welche die heutige Lesung schildert. Niemand braucht auf eine ferne Zukunft zu warten, jeder kann noch heute damit anfangen, das gemeinschaftliche Urbild der christlichen Urgemeinde mit seinen Nachbarn umzusetzen. Ich folge in der ganzen Auslegung: Werner de Boor, Die Apostelgeschichte, Wuppertaler Studienbibel (Holzgerlingen: SCM R. Brockhaus, 2018), 107. Bild. Edgar Wunsch

Apg 4, 23-31 Montag, 2. Osterwoche In jenen Tagen als Petrus und Johannes freigelassen waren, gingen sie zu den Ihren und berichteten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herr, du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was dazugehört; du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Wahrhaftig, verbündet haben sich in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, um alles auszuführen, was deine Hand und dein Wille im Voraus bestimmt haben. Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden. Streck deine Hand aus, damit Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes . Da bebte der Ort. Ich erinnere mich noch ganz gut an eine „Mehr Konferenz“, die Johannes Hartl als Organisator durchführte. Ich verfolgte diesen Abend vor dem Bildschirm zu Hause. Im Laufe der Veranstaltung versammelten sich Mitglieder aller anwesenden Konfessionen auf der Bühne und beteten gemeinsam für eine Neuevangelisierung Deutschlands. Am Ende des Gebetes wurde ein Segen gesprochen. Die positive Schockwelle dieses Segens hat mich „durch den Bildschirm hindurch“ noch getroffen. Ich habe diese Segenswelle körperlich so stark gespürt, dass ich einen kleinen Seufzer ließ und in dem Sessel nach hinten geworfen wurde. Das war eine gigantische Erfahrung. Wir lernen: im Gebet und im Segen Gottes steckt eine große Kraft, die wir noch nicht einmal ansatzweise „angezapft“ haben. Bild: AdobeStock_357942148

Apg 4, 1-12 Freitag der Osteroktav Petrus und Johannes hatten im Tempel einen Gelähmten geheilt. Während sie zum Volk redeten, traten die Priester, der Tempelhauptmann und die Sadduzäer zu ihnen. Sie waren aufgebracht, weil die Apostel das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung von den Toten verkündeten. Sie nahmen sie fest und hielten sie bis zum nächsten Morgen in Haft. Es war nämlich schon Abend. Viele aber, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend. Am anderen Morgen versammelten sich ihre Führer sowie die Ältesten und die Schriftgelehrten in Jerusalem, dazu Hannas, der Hohepriester, Kajaphas, Johannes, Alexander und alle, die aus dem Geschlecht der Hohenpriester stammten. Sie stellten die beiden in die Mitte und fragten sie: Mit welcher Kraft oder in wessen Namen habt ihr das getan? Da sagte Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Er - Jesus - ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen Und in keinem anderen ist das Heil zu finden Die Heilung des Gelähmten, von der wir vergangenen Mittwoch in Apg 3, gelesen haben wirkt auch heute noch nach. Als Petrus und Johannes am Morgen ihr Haus verließen, rechneten sie sicher nicht damit, dass sie die Nacht im Gefängnis verbringen würden. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden Petrus und Johannes stehen mutig vor den religiösen Führern. Ihre Botschaft ist klar: „In keinem anderen ist das Heil zu finden als im Namen Jesu. Dieser Glaube macht selbst einfache Menschen furchtlos. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden Die Lesung ist ein kraftvolles Vorbild für heute. Es erinnert uns daran, dass echte Nachfolge darin besteht, bei Widerstand nicht zurückzuweichen, sondern in Gottes Kraft mutig Zeugnis abzulegen.

Apg 3, 11-26 Donnerstag der Osteroktav Petrus und Johannes hatten im Tempel einen Gelähmten geheilt. Da er sich Petrus und Johannes anschloss, lief das ganze Volk bei ihnen in der so genannten Halle Salomos zusammen, außer sich vor Staunen. Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk: Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Und weil er an seinen Namen geglaubt hat, hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht; der Glaube, der durch ihn kommt, hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt. Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde. Also kehrt um, und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt und Jesus sendet als den für euch bestimmten Messias. Ihn muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkündet hat. Mose hat gesagt: Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken. Auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagt. Jeder, der auf jenen Propheten nicht hört, wird aus dem Volk ausgemerzt werden. Und auch alle Propheten von Samuel an und alle, die später auftraten, haben diese Tage angekündigt. Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott mit euren Vätern geschlossen hat, als er zu Abraham sagte: Durch deinen Nachkommen sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht erweckt und gesandt, damit er euch segnet und jeden von seiner Bosheit abbringt. Das ganze Volk lief zusammen. Das Ereignis von der wunderbaren Heilung des Gelähmten (s. Mittwoch in der Osteroktav) ist natürlich bekanntgeworden. Es ist verständlich, dass der Geheilte zunächst nicht mehr von der Seite des Petrus wich, und darum „läuft das ganze Volk zu ihnen hinzu bei der sogenannten Halle Salomos, außer sich vor Staunen“. Was starrt ihr uns an. „Als Petrus das sah“, muss er reden. Er muss Zeugnis geben von Gott, der die Heilung bewirkt hat. Petrus muss klarstellen, dass nicht er der große Wunderheiler ist, sondern derjenige, den Gott von den Toten auferweckt hat: Jesus. Petrus kann es nicht ertragen, dass eine Bewunderung der Leute sich an ihn hängt. Was starrt ihr uns an. In Apg 8,9–10 werden wir von einem gewissen Simon lesen, der als Zauberer das Interesse der Leute auf sich lenkte. Er ließ sich selbst gern die „Kraft Gottes“ nennen. Petrus und Johannes aber lehnen dies gerade entschlossen ab: „Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann?“ Was starrt ihr uns an. Petrus und Johannes verstanden sich selbst nur als ein Werkzeug in der Hand Gottes. Sie handeln nicht in eigener Kraft und Frömmigkeit, mit der sie das Heilungswunder von Himmel herabziehen. "Mit aller Kraft wendet Petrus die Gedanken seiner Hörer völlig von den Aposteln fort, allein auf Gott hin. Für sich selbst lässt Petrus nicht das geringste übrig." (vgl. Werner de Boor, Die Apostelgeschichte, Wuppertaler Studienbibel) Bild: Pexel / Inigo vidal

Apg 3, 1-10 Mittwoch der Osteroktav In jenen Tagen gingen Petrus und Johannes um die neunte Stunde zum Gebet in den Tempel hinauf. Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen, um Almosen betteln. Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen. Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: Sieh uns an! Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen. Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher! Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn als den, der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels saß und bettelte. Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das, was mit ihm geschehen wa r. Geh umher! Petrus durfte wohl in seinem Innern spüren, dass er nun in diesem Moment für diesen Gelähmten um Heilung beten durfte. Petrus vertraute seiner inneren Stimme, war Gott gehorsam und schaute nicht darauf, dass er sich eventuell auch blamieren könnte (falls die Aufforderung „Steh auf!“ wirkungslos verpuffte). Er betete laut um Heilung. An irgendwelche Folgen seiner Tat dachte er nicht. Er lief, sprang umher und lobte Gott. Ich finde es wunderbar, wie Lukas die Freude des Mannes über seine Heilung zum Ausdruck bringt. Lukas beschreibt durch das vielfach wiederholte „er wandelte, er sprang, er lobte“ die ganze Intensität der Freude dieses Mannes. Sein erster Gang aber führt ihn mit den Aposteln in den Tempel hinein. Seine Freude erschöpft sich nicht in seinem Glück, sondern treibt ihn zu Gott. Er lief, sprang umher und lobte Gott. Ich war in meinem ganzen Leben noch nie ernsthaft krank oder gar behindert. Gott sei Dank! Wie selbstverständlich benutze ich meine Füße und Hände, kann umhergehen, wandern und ab und zu durch den Wald joggen. Auch ich sollte täglich Gott dafür danken, dass ich Händ und Füße, Zung und Lippen regen kann (vgl. Lobe den Herren, Lied im Gotteslob Nr 81, 2). Bild. Pexel / Eser Tekin

Apg 2, 14a.36-41 Dienstag der Osteroktav Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt. Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird. Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation! Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt. Apostelgeschichte bis Pfingsten. Bis Pfingsten hören wir nun in der Lesung der heiligen Messe fortlaufend Bibelstellen aus der Apostelgeschichte. Ich freue mich sehr auf diese Zeit, denn sie ist fast so etwas wie Exerzitien, und in der täglichen Schriftlesung kann ich die Apostel bei ihren ersten Missionsversuchen beobachten. Die heutige Lesung führt uns gleich hinein in das Pfingstereignis, das wir in ca. 50 Tagen feiern werden. Die kürzeste Predigt. Wir lauschen heute der Pfingstpredigt des Petrus, die eigentlich nur aus einem einzigen Satz besteht. „Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“ Diese Predigt würde in der heutigen Zeit sicher keinen Predigtpreis gewinnen, denn „sie enthält keine Aufmunterung, sie ist kein Gnadenangebot, keine Aufforderung zu irgendeinem Tun und auch keinen Appell an Herz und Gemüt. Die kürzeste Predigt. Und doch erreicht sie in der Wucht ihrer Tatsachen mit scharfer Treffsicherheit das Herz der Hörer. Von dieser Predigt sind die Hörer weder begeistert noch erbaut. Hier war scharf geschossen worden und der Schuss saß mitten im Herzen. Die kürzeste Predigt. Freilich, damit war der Ausgang der Sache noch nicht entschieden. Immer, wenn das Wort uns trifft und unsere Schuld aufdeckt, steht alles auf des Messers Schneide. Beugen wir uns nun unter unsere Schuld, und brechen wir innerlich zusammen, oder lehnen wir uns auf und schlagen gerade als die Getroffenen auf den Boten ein, der uns so mit dem Wort verwundete? Die kürzeste Predigt. Es ist ein wunderbares Geheimnis, wenn die klare Wortverkündigung Herzen so trifft, dass die Hörer in der heißen Frage „Was sollen wir tun?“ kapitulieren. (entnommen: Wuppertaler Studienbibel, Werner De Boor, Apostelgeschichte) Frage: Wie gehe ich um mit einem Wort der Heiligen Schrift, das mich mitten ins Herz trifft? Nehme ich es an und handle ich danach, oder verschiebe ich meine Umkehr auf den Sankt-Nimmerleins-Tag?

Jes 50, 4-9a Mittwoch in der Karwoche Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate. Er, der mich freispricht, ist nahe. Wer wagt es, mit mir zu streiten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran. Seht her, Gott, der Herr, wird mir helfen. Neue Zuversicht Noch gestern hat sich der Knecht in der Lesung darüber beklagt, dass er sich vergeblich bemüht und seine Kraft umsonst einsetzt. Doch heute scheint die Not des Propheten überwunden, er hat wieder frohen Mut und schreibt: Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe die Müden durch ein aufmunterndes Wort zu stärken. Der Schwermut ist von seinem Herzen gewichen und er kann wieder mit Zuversicht seiner Aufgabe als Prophet nachgehen. Es geht mir wie das Wetter! Gestern habe ich eine 94-jährige Frau im Seniorenheim besucht. Auf meine Frage, wie es ihr geht, hat sie nur geantwortet: „Es geht mir wie das Wetter – einmal so und einmal so.“ Auf Regen folgt Sonnenschein, dieses alte Sprichwort behält seine Richtigkeit auch in Glaubensdingen, denn nicht immer fühlt man sich Gott nahe, ist voller Kraft und Schwung. Manchmal fühlt man sich von Gott auch unendlich alleingelassen. Gott schweigt, man sieht ihn nicht und man hört ihn nicht. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen. Doch gerade dann, wenn dunkle Wolken aufziehen, dürfen wir nicht vergessen, dass bald auch wieder ein Sonnenstrahl das schwerste Gewitter vertreibt. Gott wird mir helfen – Jesaja hat diese Erfahrung gemacht. Jetzt feiern wir die drei heiligen Tage: Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern. Auf Karfreitag folgt Ostern. Auf den Tod folgt das Leben. Auf dunkle Wolken folgt der Sonnenschein. Bild: Pexel / Johannes Plenio

Jes 49, 1-6 Dienstag in der Karwoche Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher. Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt, und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht . Im ersten Gottesknechtslied (Jes 42, 1-7: Mo in der Karwoche) stellte Gott seinen Knecht vor. Heute, im zweiten Lied, spricht dieser Knecht selbst. Vergeblich habe ich mich bemüht Der Knecht ist zutiefst ehrlich. Er sagt: „Ich habe mich umsonst abgemüht." Das ist keine fromme Fassade, sondern seine Lebenserfahrung: Ich bemühe mich, ich glaube, ich setze mich ein, und sehe keinen Erfolg. Ich kenne diese Gedanken aus meinem eigenen Leben nur zu gut. Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan Vergeblich habe ich mich bemüht Vergeblichkeit kennen viele Menschen. Oft genug jedoch hängt das persönliche Scheitern nicht von den Umständen ab, in denen ich lebe. Es gibt Kräfte und Einflüsse, die stärker sind als menschliche Bemühungen. Meine Bemühungen können scheitern, weil der Einfluss anderer im Moment größer ist. Andere sind lauter, aggressiver, und ich komme nicht mehr gegen sie an. Vergeblich habe ich mich bemüht Jesus ist am Kreuz gescheitert. "Vater, warum hast du mich verlassen?" Zum Glück war das Kreuz nicht die Endstation, sondern die Auferstehung nur eine kurze Zeit später.

