1. Brief an die Korinther

1 Kor 1, 1-9       Donnerstag, 21. Woche              

Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, - an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Ich danke Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis. Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, so dass euch keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unseres Herrn, wartet. Er wird euch auch festigen bis ans Ende, so dass ihr schuldlos dasteht am Tag Jesu, unseres Herrn. Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.


An die Kirche Gottes, die in Korinth ist.

Ich finde es interessant, dass Paulus nicht an alle Menschen in Korinth schreibt, sondern an die Kirche Gottes, die in Korinth ist. Die Gläubigen in Korinth bilden die Kirche Gottes. Sie sind Schwestern und Brüder im mystischen Leib Christi, welcher die Kirche ist. Sie treffen sich nicht zum Selbstzweck, sondern für Gott.


In aller Rede und …

Niemand hat alle Gaben, sondern jeder hat bestimmte Gaben. Jeder hat etwas, aber nicht jeder hat alles. Ich stelle eine Tendenz fest, dass jene, welche die Gabe der Rede haben, meinen, dass sie automatisch auch im Besitz aller anderen Gaben sind. (Weisheit, Unterscheidung der Geister, Erkenntnis …) Sie können, dank der Gabe der guten rhetorischen Rede, ihre eigene Meinung oft so überzeugend vertreten, dass sie überheblich nur noch ihre eigene Position gelten lassen.


So dass euch keine Gnadengabe fehlt.

Gott gibt alle Gaben, aber Früchte tragen sie nur dann, wenn unter den Christen in der Kirche Gottes kein Konkurrenzkampf besteht, sondern alle ihre besonderen Gaben einbringen können und dürfen.


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1 Kor 1, 17-25   Freitag, 21. Woche        

Brüder! Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird. Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Es heißt nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen und die Klugheit der Klugen verschwinden. Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortführer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.


Das Kreuz Christi.

Es ist irgendwie schon sonderbar. Auf der einen Seite wird immer wieder gefordert, dass das Kreuz aus Schulgebäuden, Gerichtssälen und öffentlichen Amtsstuben verbannt wird. Auf der anderen Seite sehe ich viele Menschen, die sich als Schmuckstück ein Kreuz um den Hals hängen oder sich sogar ein Kreuz auf ihre Haut tätowieren lassen.


Das Kreuz Christi.

Das Kreuz war zur Zeit Jesu kein Schmuckstück, sondern ein Todesinstrument. Man kann das Kreuz vergleichen mit einem elektrischen Stuhl oder mit einer Guillotine.


Torheit oder Gottes Kraft?

Für jene, die nicht glauben, ist die Botschaft vom Kreuz wirklich nur eine Torheit und darum bleibt dieses Zeichen für sie auch lediglich ein Schmuckstück. Für einen Christen jedoch ist das Zeichen des Kreuzes das Zeichen der Erlösung.


Das Plus Gottes.

Das Kreuz ist das große Plus Gottes. Und jeden Morgen, wenn ich aufwache, mache ich zuerst, noch auf der Bettkante, das Kreuzzeichen, das Plus Gottes über meinen Leib, und danke Gott, dass er mich durch seinen Tod am Kreuz erlöst hat.


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1 Kor 1, 26-31   Samstag, 21. Woche     

Seht auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift.


Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt.

Vor anderen Menschen wollen wir oft gut dastehen. Wir rücken uns selbst ins rechte Licht, erzählen nur das, was gelungen ist, schweigen aber über unser Versagen, unser Nichtgelingen und unsere Sünden.


Ich habe noch fünf unter mir.

Vor vielen Jahren habe ich einen alten Bekannten aus der Schulzeit getroffen und nach den ersten Worten der Begrüßung sagte er sofort: „Ich arbeite da und dort und ich habe noch fünf unter mir.“ Er wollte mir offensichtlich sofort zeigen, dass er ein Boss ist, vielleicht auch, dass er über den anderen steht, mehr Geld verdient und auch etwas besser ist.


Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt.

Vielleicht kann man sagen, dass Gott bevorzugt jene in seinen Dienst beruft, die um ihre eigene Schwachheit wissen und lieber bei Gott einen Rat suchen, als auf ihre eigene Weisheit zu vertrauen.


Es gibt nicht viele Weise.

Ich finde es erstaunlich, dass Paulus, der ja selbst eine umfassende Bildung besaß und sicher zu den Weisen seinerzeit gerechnet werden konnte, so etwas schreibt. Ich glaube, er konnte dies schreiben, weil er die Fallstricke der Weisen, der Geachteten und der Reichen gut kennengelernt hat. Zu leicht vertrauen sie nur auf sich selbst und nicht auf Gott.


Es gibt nicht viele Weise.

Vielleicht müssen wir uns dies heute von der Lesung sagen lassen.

Vertraue nicht auf deinen Einfluss, auf deine Beziehungen und auf dein Geld. Setze dein Vertrauen auf Jesus Christus, der dich berufen hat, sein Evangelium in der Welt bekannt zu machen.

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