Die Bundeslade hat ausgedient
Jer 3, 14-17 Freitag, 16 Woche
14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne! – Spruch des HERRN –; denn ich bin euer Herr. Und ich will euch nehmen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch nach Zion bringen. 15 Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden mit Erkenntnis und Klugheit. 16 Und es wird geschehen, wenn ihr euch vermehrt und fruchtbar werdet im Land in jenen Tagen – Spruch des HERRN –, wird man nicht mehr sagen: Die Bundeslade des HERRN! Sie wird niemandem mehr in den Sinn kommen, man wird ihrer nicht mehr gedenken, sie nicht vermissen und eine neue wird nicht mehr hergestellt werden. 17 In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen und alle Völker werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem; und sie werden nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens folgen.
Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken.
Das ist heute wirklich eine radikale Aussage. Die Bundeslade war doch der Ort der Gegenwart Gottes. Nun soll sie ihre zentrale Rolle verlieren.
Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken.
Und doch war die Bundeslade nur ein Gegenstand. Eine Truhe aus Holz, prächtig geschmückt und kostbar verziert. Aber letztlich doch nur ein Objekt.
Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken.
Die Bundeslade war an einen bestimmten Ort gebunden (erst im Zelt des Heiligtums, später im Jerusalemer Tempel). Gott kann man aber nicht nur an einem bestimmten Ort über ein bestimmtes Objekt anbeten. Jesus sagt später der Samariterin, dass wahre Anbetung weder an den Garizim noch an Jerusalem gebunden ist, sondern „im Geist und in der Wahrheit" geschieht (Joh 4,21-24)
Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken.
Gott möchte, dass sein Volk nicht nur einen Gegenstand anbetet, sondern eine echte Beziehung zu ihm aufbaut. Gott möchte uns begegnen von Herz zu Herz. Sicher gilt: Wenn Gott durch die Taufe in dir wohnt, dann wird dein Herz zum Ort der Begegnung mit Gott. Und dein Herz hast du überall und immer dabei.
Bild: pexels-photo-27635485 / Mahmoud Yahyaoui
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