Entfache die Gnade Gottes wieder

ew • 2. Juni 2026

2 Tim 1, 1–3.6–12          Mittwoch, 9. Woche     

1Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu gemäß der Verheißung des Lebens in Christus Jesus, 2an Timótheus, sein geliebtes Kind: Gnade, Erbarmen und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn. 3Ich danke Gott, dem ich wie schon meine Vorfahren mit reinem Gewissen diene. Unablässig denke ich an dich in meinen Gebeten bei Tag und bei Nacht. 6Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist! 7Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 8Schäme dich also nicht des Zeugnisses für unseren Herrn und auch nicht meiner, seines Gefangenen, sondern leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft: 9Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Taten, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; 10jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat den Tod vernichtet und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium, 11als dessen Verkünder, Apostel und Lehrer ich eingesetzt bin. 12Darum muss ich auch dies alles erdulden; aber ich schäme mich nicht, denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe, und ich bin überzeugt, dass er die Macht hat, das mir anvertraute Gut bis zu jenem Tag zu bewahren.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Der Heilige Geist ist kein Geist der Schüchternheit. Paulus forderte ihn auf, diese Gabe wachzurütteln und neu zu entzünden, damit das Feuer brennt.


Daraus lernen wir, dass wir, obwohl Jesus uns im Heiligen Geist und Feuer tauft (Matthäus 3,11), immer noch etwas tun müssen, damit dieses Feuer immerzu am Brennen bleibt. Gott entzündet das Feuer. Wir müssen weiterhin den Treibstoff liefern – ein Leben, das sich zu jeder Zeit völlig dem Willen Gottes hingegeben hat.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Stellen Sie sich nicht vor, dass Sie sich jetzt entspannen und sagen können: „Einmal gesalbt, immer gesalbt“, nur weil Gott Sie einmal gesalbt hat. Das ist so ein Trugschluss wie zu sagen: „Einmal gerettet, immer gerettet“. Ich habe Menschen gesehen, die wirklich von Gott gesalbt wurden und ein Jahr später geistlich tot waren. Das Feuer ist weg. Weltliche Interessen und Stolz sind hereingekommen und haben das Feuer weggenommen. Sie jagen jetzt Geld und einem bequemen Leben hinterher – und haben das Feuer Gottes verloren. Das ist traurig und ein großer Verlust für das Reich Gottes.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Also sagte Paulus zu Timotheus: Das Feuer, das über dich kam, lass es nicht ausgehen, halte es am Brennen. Es liegt jetzt an dir. Wenn du es nicht am Brennen hältst, wird es ausgehen. Indem du das Wort Gottes studierst, dich ständig demütigst, Gott von ganzem Herzen suchst, indem du dich von der Liebe zum Geld und von Streitereien mit anderen und von allem fernhältst, was dieses Feuer löschen könnte.


Zac Poonen, Auslegung zu 2. Timotheus Kapitel 1, aus der Lehrserie „Through the New Testament“ / „Durch das Neue Testament“.


Bild: Pexel / Tima Miroshnichenko



Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 2. September 2026
1 Kor 3, 18-23 Donnerstag, 22. Woche Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List. Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig. Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch; Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch; ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott. Die Weisheit dieser Welt. Die Weisheit dieser Welt hat schon viele großartigen Erfindungen hervorgebracht. Im Bereich der Technik, der Naturwissenschaften, der Medizin, hat die Weisheit der Menschen vieles erdacht, was zum Nutzen der Menschheit ist. Die Weisheit dieser Welt bringt aber auch Kriege hervor, lässt zu, dass kleine Kinder im Mutterleib getötet werden und stellt die Ordnung von Mann und Frau auf den Kopf. Weitere Unterscheidungen Weisheit dieser Welt: Schließe Kontakte mit Leuten, die dir nützlich sind und dich beruflich oder sozial weiterbringen. Weisheit in den Augen Gottes: Verbringe Zeit mit Menschen, von denen du absolut keinen Vorteil hast, den Armen, Ausgestoßenen oder Kranken. Weisheit dieser Welt: Verberge deine Schwächen. Wer Fehler zugibt, verliert Respekt, Macht oder den Job. Weisheit in den Augen Gottes: Steh zu deinen Fehlern, gib Schwächen offen zu und bitte um Vergebung. Stärke zeigt sich nicht im Perfektsein, sondern in der Ehrlichkeit. Weisheit dieser Welt: Sichere dich gegen alle Risiken ab, kontrolliere den Ablauf und verlass dich nur auf deine eigenen Pläne. Weisheit in den Augen Gottes: Akzeptiere, dass du nicht alles kontrollieren kannst, lass los und vertraue darauf, dass dein Leben durch Gott getragen ist. Sicher finden Sie noch mehr Unterscheidungskriterien Bild: pexels-photo-26887007 / Anne O Sulivan
von ew 2. September 2026
1 Kor 3, 1-9 Mittwoch, 22. Woche Vor euch, Brüder, konnte ich aber nicht wie vor Geisterfüllten reden; ihr wart noch irdisch eingestellt, unmündige Kinder in Christus. Milch gab ich euch zu trinken statt fester Speise; denn diese konntet ihr noch nicht vertragen. Ihr könnt es aber auch jetzt noch nicht; denn ihr seid immer noch irdisch eingestellt. Oder seid ihr nicht irdisch eingestellt, handelt ihr nicht sehr menschlich, wenn Eifersucht und Streit unter euch herrschen? Denn wenn einer sagt: Ich halte zu Paulus!, ein anderer: Ich zu Apollos!, seid ihr da nicht Menschen? Was ist denn Apollos? Und was ist Paulus? Ihr seid durch sie zum Glauben gekommen. Sie sind also Diener, jeder, wie der Herr es ihm gegeben hat: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen. So ist weder der etwas, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern nur Gott, der wachsen lässt. Wer pflanzt und wer begießt: beide arbeiten am gleichen Werk, jeder aber erhält seinen besonderen Lohn, je nach der Mühe, die er aufgewendet hat. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau. Milch gab ich euch zu trinken … Wenn ich die Zeilen der heutigen Lesung auch nur kurz in mir wirken lasse, dann frage ich mich sofort, welche Reaktionen der Zuhörer ich ernten würde, würde ich so predigen wie Paulus. Mir fehlt der Mut -also lieber nicht! … statt fester Speise. Und doch denke ich, dass das, was Paulus den Korinthern sagt, auch für die modernen Menschen unserer Zeit gilt. Ich wage zu behaupten, dass die Mehrheit der Katholiken sich in einem geistlichen Säuglingsalter befindet und nur nach der süßen Muttermilch verlangt, aber nicht nach fester geistlicher Nahrung. Ihr seid immer noch irdisch eingestellt. Auch bei uns herrschen Eifersucht und Streit. Die einen halten zu Maria 1.0 die anderen zu Maria 2.0. Die einen jubeln, wenn der synodale Weg frech voranschreitet, andere bedauern, dass man auf diesem Irrweg dabei ist, die Grundlage des katholischen Glaubens zu verlassen. Die einen hissen bunte Regenbogenfahnen, andere schlagen dabei die Hände über dem Kopf zusammen. Wir sind also Diener. Nur Diener zu sein und Diener sein zu wollen, ist eigentlich ein voller Gegensatz zur Art des heutigen Menschen. Die Selbstbestimmung und die Eigenständigkeit stehen hoch im Kurs. Heute möchte ich nicht „selbstbestimmt“, sondern „fremdbestimmt“, gelenkt und geleitet durch Christus, als sein Diener diesen Tag verbringen. Sind sie auch dabei? Bild: pexels-photo-5946720 / Charlotte May
von ew 31. August 2026
1 Kor 2, 10b-16 Dienstag, 22. Woche Brüder! Der Geist ergründet alles, auch die Tiefen Gottes. Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So erkennt auch keiner Gott - nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. Davon reden wir auch, nicht mit Worten, wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern wie der Geist sie lehrt, indem wir den Geisterfüllten das Wirken des Geistes deuten. Der irdisch gesinnte Mensch aber lässt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Torheit ist es für ihn, und er kann es nicht verstehen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann. Der geisterfüllte Mensch urteilt über alles, ihn aber vermag niemand zu beurteilen. Denn wer begreift den Geist des Herrn? Wer kann ihn belehren? Ich kenne sie ganz genau? Vor einiger Zeit sagte jemand zu mir: „Herr Pfarrer Wunsch, ich kenne Sie ganz genau.“ Ich habe nicht wenig über diesen Satz gestaunt, denn dieser Mensch kann mich erst seit ungefähr zwei Jahren kennen, denn vorher sind wir uns noch nie begegnet. Er hat mich von der Ferne beobachtet, hat sicher einige Predigten von mir gehört und sich mit anderen über mich ausgetauscht. Und nun war er der Meinung, mich ganz genau zu kennen. Er wusste nichts aus meiner Lebensgeschichte, er wusste nicht von meinen Krankheiten und war mit meinen Sorgen und Nöten nicht vertraut. Ich kenne mich ganz genau? Durch diese Bemerkung wurde mir wieder einmal bewusst, wie wenig wir Menschen doch voneinander wissen. Manchmal kennen wir uns selbst nicht einmal und stehen erschrocken vor den Abgründen unseres eigenen Herzens. Die heutige Lesung hat recht, wenn sie die Frage aufwirft: Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? Wenn der Mensch aber sich selbst oft genug ein Rätsel ist und bleibt, welch geheimnisvolle Tiefen sind dann erst im Gott. Ich kenne Gott ganz genau? Adolf Pohl schreibt im Kommentar zum Korintherbrief in der Wuppertaler Studienbibel: „Wie jämmerlich klein und arm ist meist auch unser Denken über Gott. Wie einfach meinen wir den lieben Gott erkennen zu können. Wie selbstverständlich maßen wir uns an, ihn zu verstehen.“ Wir aber haben den Geist Christi. Mit diesem Satz endet die heutige Lesung. Wenn nun aber der Geist Gottes in uns ist, dann kann Gott uns auch zeigen, wer wir selber sind, und er kann uns auch seine eigenen Tiefen offenbaren. Heute ist wieder eine gute Chance, auf Gottes Geist, der in mir ist, zu hören. Bild: Edgar Wunsch
von ew 31. August 2026
1 Kor 2, 1-5 Montag, 22. Woche Als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes. Glänzende Reden oder gelehrte Weisheit Vor gar nicht allzu langer Zeit hörte ich, wie sich zwei Personen über mich unterhielten. Viel bekam ich von ihrem Gespräch nicht mit, doch ein einzelner Satz, den ich im Vorübergehen aufschnappte, hat sich mir eingeprägt: „Der Pfarrer Wunsch benutzt nur ganz einfache Worte, wenn er redet.“ Glänzende Reden oder gelehrte Weisheit Ich weiß bis heute nicht, wie genau das gemeint war – zumal der Sprecher selbst ein äußerst geschliffener Rhetoriker ist. Aber ich nehme es ihm keineswegs übel, denn im Grunde hatte er recht. Wenn ich das Wort Gottes verkünde, kann und will ich nicht mit jenen mithalten, die professionelle Rhetorikkurse besucht haben und deren Zunge zweifellos lockerer sitzt als die meine. Glänzende Reden oder gelehrte Weisheit Es ist auch gar nicht mein Anspruch, glänzende Reden voller Fremdwörter zu schwingen. Mein Ziel ist ein anderes: Ich möchte versuchen, die Botschaft des Evangeliums verständlich in unsere Zeit zu übersetzen und sie den Menschen in Liebe weiterzugeben. Ob mir das gelingt, das müssen letztlich andere beurteilen.  Bild: pexels-photo-8847005 / Mikhael Nilov
von ew 28. August 2026
1 Kor 1, 26-31 Samstag, 21. Woche Seht auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift. Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt. Vor anderen Menschen wollen wir oft gut dastehen. Wir rücken uns selbst ins rechte Licht, erzählen nur das, was gelungen ist, schweigen aber über unser Versagen, unser Nichtgelingen und unsere Sünden. Ich habe noch fünf unter mir. Vor vielen Jahren habe ich einen alten Bekannten aus der Schulzeit getroffen und nach den ersten Worten der Begrüßung sagte er sofort: „Ich arbeite da und dort und ich habe noch fünf unter mir.“ Er wollte mir offensichtlich sofort zeigen, dass er ein Boss ist, vielleicht auch, dass er über den anderen steht, mehr Geld verdient und auch etwas besser ist. Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt. Vielleicht kann man sagen, dass Gott bevorzugt jene in seinen Dienst beruft, die um ihre eigene Schwachheit wissen und lieber bei Gott einen Rat suchen, als auf ihre eigene Weisheit zu vertrauen. Es gibt nicht viele Weise. Ich finde es erstaunlich, dass Paulus, der ja selbst eine umfassende Bildung besaß und sicher zu den Weisen seinerzeit gerechnet werden konnte, so etwas schreibt. Ich glaube, er konnte dies schreiben, weil er die Fallstricke der Weisen, der Geachteten und der Reichen gut kennengelernt hat. Zu leicht vertrauen sie nur auf sich selbst und nicht auf Gott. Es gibt nicht viele Weise. Vielleicht müssen wir uns dies heute von der Lesung sagen lassen. Vertraue nicht auf deinen Einfluss, auf deine Beziehungen und auf dein Geld. Setze dein Vertrauen auf Jesus Christus, der dich berufen hat, sein Evangelium in der Welt bekannt zu machen. Bild: pexels-photo-18233951 / Junsu Park
von ew 27. August 2026
1 Kor 1, 17-25 Freitag, 21. Woche Brüder! Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird. Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Es heißt nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen und die Klugheit der Klugen verschwinden. Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortführer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen. Das Kreuz Christi. Es ist irgendwie schon sonderbar. Auf der einen Seite wird immer wieder gefordert, dass das Kreuz aus Schulgebäuden, Gerichtssälen und öffentlichen Amtsstuben verbannt wird. Auf der anderen Seite sehe ich viele Menschen, die sich als Schmuckstück ein Kreuz um den Hals hängen oder sich sogar ein Kreuz auf ihre Haut tätowieren lassen. Das Kreuz Christi. Das Kreuz war zur Zeit Jesu kein Schmuckstück, sondern ein Todesinstrument. Man kann das Kreuz vergleichen mit einem elektrischen Stuhl oder mit einer Guillotine. Torheit oder Gottes Kraft? Für jene, die nicht glauben, ist die Botschaft vom Kreuz wirklich nur eine Torheit und darum bleibt dieses Zeichen für sie auch lediglich ein Schmuckstück. Für einen Christen jedoch ist das Zeichen des Kreuzes das Zeichen der Erlösung. Das Plus Gottes. Das Kreuz ist das große Plus Gottes. Und jeden Morgen, wenn ich aufwache, mache ich zuerst, noch auf der Bettkante, das Kreuzzeichen, das Plus Gottes über meinen Leib, und danke Gott, dass er mich durch seinen Tod am Kreuz erlöst hat. Bild: pexels-photo-9588249 / my / cottonbro Studio
von ew 27. August 2026
1 Kor 1, 1-9 Donnerstag, 21. Woche Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, - an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Ich danke Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis. Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, so dass euch keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unseres Herrn, wartet. Er wird euch auch festigen bis ans Ende, so dass ihr schuldlos dasteht am Tag Jesu, unseres Herrn. Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. An die Kirche Gottes, die in Korinth ist. Ich finde es interessant, dass Paulus nicht an alle Menschen in Korinth schreibt, sondern an die Kirche Gottes, die in Korinth ist. Die Gläubigen in Korinth bilden die Kirche Gottes. Sie sind Schwestern und Brüder im mystischen Leib Christi, welcher die Kirche ist. Sie treffen sich nicht zum Selbstzweck, sondern für Gott. In aller Rede und … Niemand hat alle Gaben, sondern jeder hat bestimmte Gaben. Jeder hat etwas, aber nicht jeder hat alles. Ich stelle eine Tendenz fest, dass jene, welche die Gabe der Rede haben, meinen, dass sie automatisch auch im Besitz aller anderen Gaben sind. (Weisheit, Unterscheidung der Geister, Erkenntnis …) Sie können, dank der Gabe der guten rhetorischen Rede, ihre eigene Meinung oft so überzeugend vertreten, dass sie überheblich nur noch ihre eigene Position gelten lassen. So dass euch keine Gnadengabe fehlt. Gott gibt alle Gaben, aber Früchte tragen sie nur dann, wenn unter den Christen in der Kirche Gottes kein Konkurrenzkampf besteht, sondern alle ihre besonderen Gaben einbringen können und dürfen. Bild: pexels-photo-6209321 / Yan Krukau
von ew 25. August 2026
2 Thess 3, 6-10.16-18 Mittwoch, 21. Woche Im Namen Jesu Christi, des Herrn, gebieten wir euch, Brüder: Haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben führt und sich nicht an die Überlieferung hält, die ihr von uns empfangen habt. Ihr selbst wisst, wie man uns nachahmen soll. Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt und bei niemand unser Brot umsonst gegessen; wir haben uns gemüht und geplagt, Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen. Nicht als hätten wir keinen Anspruch auf Unterhalt; wir wollten euch aber ein Beispiel geben, damit ihr uns nachahmen könnt. Denn als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Der Herr des Friedens aber schenke euch den Frieden zu jeder Zeit und auf jede Weise. Der Herr sei mit euch allen. Den Gruß schreibe ich, Paulus, eigenhändig. Das ist mein Zeichen in jedem Brief; so schreibe ich. Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit euch allen! Drei Dinge sprechen mich in der heutigen Lesung an. Tag und Nacht haben wir gearbeitet Versuche heute, ruhig und gelassen zu arbeiten, Gott ist bei Dir. Verrichte deine heutigen Aufgaben – auch die kleinen und lästigen – als einen Dienst in Gottes Gegenwart. Frieden zu jeder Zeit und auf jede Weise Versuche heute, den Frieden in deinem Herzen zu mehren. Wo immer Unruhe oder Sorge in dir aufsteigt, halte inne und bitte den Herrn des Friedens um seine innere Ausrichtung. Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit euch allen! Versuche heute, der Gnade Gottes einen großen Raum zu geben. Lass los den Zwang, alles perfekt machen zu müssen, und empfange stattdessen Gottes Gnade als das Fundament, das Dich trägt. Bild: pexels-photo-17046829 / Isreal Tor res
von ew 25. August 2026
2 Thess 2, 1-3a.14-17 Dienstag, 21. Woche Brüder, wir schreiben euch über die Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, und unsere Vereinigung mit ihm und bitten euch: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da. Lasst euch durch niemand und auf keine Weise täuschen! Dazu hat er euch durch unser Evangelium berufen; ihr sollt nämlich die Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn, erlangen. Seid also standhaft, Brüder, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief. Jesus Christus aber, unser Herr, und Gott, unser Vater, der uns seine Liebe zugewandt und uns in seiner Gnade ewigen Trost und sichere Hoffnung geschenkt hat, tröste euch und gebe euch Kraft zu jedem guten Werk und Wort. Wie sich die Zeiten doch ändern. Offensichtlich hatten die Christen in Thessaloniki von irgendeinem Lehrer gehört, dass der Tag des Herrn nahe ist und dass Christus bald wiederkommen wird. Um das, was sie lehrten, zu untermauern, beriefen sie sich sogar darauf, dass sie diese Lehre von Paulus hätten. Paulus hatte dann allerhand Mühe, den Leuten in Thessaloniki die Angst vor einem baldigen Kommen Christi wieder zu nehmen. Wie sich die Zeiten doch ändern. Heute ist es gerade umgekehrt. Heute gibt es zwar auch falsche Lehrer, aber im Gegensatz zur Zeit des Paulus möchten sie uns heute weismachen, dass es kein Leben nach dem Tode gibt und dass mit dem letzten Schnaufer auf dem Sterbebett alles aus ist. In unseren Tagen hat man allerhand Mühe, die Leute davon zu überzeugen, dass es ein Weiterleben nach dem Tode gibt und dass Christus am Ende der Zeiten wiederkommen wird. Wie sich die Zeiten doch ändern. Christus kam vor 2000 Jahren im Stall zu Bethlehem zu uns Menschen. Christus wird am Ende der Zeiten wiederkommen, um die Welt zu richten. Ihm werde ich in meiner Todesstunde begegnen und diese kann in einigen Jahren oder in wenigen Augenblicken schon sein. Angst vor einer Begegnung mit Christus habe ich nicht. Ganz im Gegenteil. Ich kann es kaum erwarten, Christus von Angesicht zu Angesicht zu sehen, mich seinem Gericht zu stellen, um mich dann von seiner Liebe ganz erfüllen zu lassen. Bild: pexels-photo-9260443 / Antlantic Ambience
von ew 24. August 2026
2 Thess 1, 1-5.11-12 Montag, 21. Woche Paulus, Silvanus und Timotheus an die Gemeinde von Thessalonich, die in Gott, unserem Vater, und in Jesus Christus, dem Herrn, ist: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Wir müssen Gott euretwegen immer danken, Brüder, wie es recht ist, denn euer Glaube wächst, und die gegenseitige Liebe nimmt bei euch allen zu. Wir können in den Gemeinden Gottes mit Stolz auf euch hinweisen, weil ihr im Glauben standhaft bleibt bei aller Verfolgung und Bedrängnis, die ihr zu ertragen habt. Dies ist ein Anzeichen des gerechten Gerichtes Gottes; ihr sollt ja des Reiches Gottes teilhaftig werden, für das ihr leidet. Darum beten wir auch immer für euch, dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache und in seiner Macht allen Willen zum Guten und jedes Werk des Glaubens vollende. So soll der Name Jesu, unseres Herrn, in euch verherrlicht werden und ihr in ihm, durch die Gnade unseres Gottes und Herrn Jesus Christus. Ermutigung Paulus ermutigt die Thessalonicher, die trotz aller Bedrängnis und Verfolgung treu geblieben und in der Liebe gewachsen sind. Wir alle brauchen Ermutigung. Auch die Ermutiger brauchen hin und wieder Ermutigung. Ermutigung durch Anerkennung Paulus redet die Not der Gemeinde nicht klein, sondern er sieht sie. Er zollt ihnen Respekt für ihre Standhaftigkeit. Schon dadurch, dass wir die Sorge der anderen erkennen und ernst nehmen, können wir "Ermutigter" sein Ermutigung durch den Blick auf das Wachstum Paulus zeigt den Thessalonichern, dass ihr Glaube und ihre Liebe trotz des Gegenwinds wachsen. Paulus dankt nicht für die Abwesenheit von Leid, sondern für das Wachstum mitten im Leid: Ermutigung durch Gebet Am Ende betet Paulus für die Gemeinde, statt ihr nur gute Ratschläge zu geben. Für jemanden vor Gott einzutreten, ist vielleicht die tiefste Form der Ermutigung. Paulus bittet, dass Gott selbst das gute Wollen und das Werk des Glaubens in ihnen vollendet. Bild: pexels-photo-32887426-1a63ad8b / Soc Nang Dong