Entfache die Gnade Gottes wieder

ew • 2. Juni 2026

2 Tim 1, 1–3.6–12          Mittwoch, 9. Woche     

1Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu gemäß der Verheißung des Lebens in Christus Jesus, 2an Timótheus, sein geliebtes Kind: Gnade, Erbarmen und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn. 3Ich danke Gott, dem ich wie schon meine Vorfahren mit reinem Gewissen diene. Unablässig denke ich an dich in meinen Gebeten bei Tag und bei Nacht. 6Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist! 7Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 8Schäme dich also nicht des Zeugnisses für unseren Herrn und auch nicht meiner, seines Gefangenen, sondern leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft: 9Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Taten, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; 10jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat den Tod vernichtet und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium, 11als dessen Verkünder, Apostel und Lehrer ich eingesetzt bin. 12Darum muss ich auch dies alles erdulden; aber ich schäme mich nicht, denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe, und ich bin überzeugt, dass er die Macht hat, das mir anvertraute Gut bis zu jenem Tag zu bewahren.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Der Heilige Geist ist kein Geist der Schüchternheit. Paulus forderte ihn auf, diese Gabe wachzurütteln und neu zu entzünden, damit das Feuer brennt.


Daraus lernen wir, dass wir, obwohl Jesus uns im Heiligen Geist und Feuer tauft (Matthäus 3,11), immer noch etwas tun müssen, damit dieses Feuer immerzu am Brennen bleibt. Gott entzündet das Feuer. Wir müssen weiterhin den Treibstoff liefern – ein Leben, das sich zu jeder Zeit völlig dem Willen Gottes hingegeben hat.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Stellen Sie sich nicht vor, dass Sie sich jetzt entspannen und sagen können: „Einmal gesalbt, immer gesalbt“, nur weil Gott Sie einmal gesalbt hat. Das ist so ein Trugschluss wie zu sagen: „Einmal gerettet, immer gerettet“. Ich habe Menschen gesehen, die wirklich von Gott gesalbt wurden und ein Jahr später geistlich tot waren. Das Feuer ist weg. Weltliche Interessen und Stolz sind hereingekommen und haben das Feuer weggenommen. Sie jagen jetzt Geld und einem bequemen Leben hinterher – und haben das Feuer Gottes verloren. Das ist traurig und ein großer Verlust für das Reich Gottes.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Also sagte Paulus zu Timotheus: Das Feuer, das über dich kam, lass es nicht ausgehen, halte es am Brennen. Es liegt jetzt an dir. Wenn du es nicht am Brennen hältst, wird es ausgehen. Indem du das Wort Gottes studierst, dich ständig demütigst, Gott von ganzem Herzen suchst, indem du dich von der Liebe zum Geld und von Streitereien mit anderen und von allem fernhältst, was dieses Feuer löschen könnte.


Zac Poonen, Auslegung zu 2. Timotheus Kapitel 1, aus der Lehrserie „Through the New Testament“ / „Durch das Neue Testament“.


Bild: Pexel / Tima Miroshnichenko



Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 19. Juli 2026
Mi 6, 1-4. 6-8 Montag, 16 Woche 1 Hört doch, was der HERR sagt: Mach dich auf, führe den Rechtsstreit vor den Bergen und die Hügel sollen deine Stimme hören! 2 Hört, ihr Berge, den Rechtsstreit des HERRN, und ihr Unerschütterlichen, ihr Fundamente der Erde! Denn der HERR hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk und mit Israel will er rechtrechten. 3 Mein Volk, was habe ich dir getan und womit habe ich dich ermüdet? Antworte mir! 4 Ich habe dich doch aus dem Land Ägypten heraufgeführt und dich aus dem Sklavenhaus freigekauft; und ich habe Mose, Aaron und Mirjam vor dir hergesandt. 6 Womit soll ich vor den HERRN treten, mich beugen vor dem Gott der Höhe? Soll ich vor ihn treten mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern? 7 Hat der HERR Gefallen an Tausenden von Widdern, an zehntausend Bächen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für mein Verbrechen, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele? 8 Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: Nichts als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott. 1. Micha spricht - Vers 1: Hört doch! Micha eröffnet im Auftrag Gottes einen Rechtsstreit. Berge und Hügel werden als Zeugen aufgerufen, die Fundamente der Erde, die dauerhaftesten, unbestechlichsten Zeugen der Schöpfung. 2. Gott spricht - Vers 3: Mein Volk, was habe ich dir getan? Fast hilflos spricht Gott zu den Menschen. Was habe ich Dir getan? Ich habe dich doch aus Ägypten heraufgeführt. Ich habe dich getan was du wolltest. Das ist die Frage eines Liebenden, der nicht versteht, warum die Beziehung so kalt geworden ist 3. Der Mensch spricht - Vers 6: Womit soll ich vor den HERRN treten Diese Stimme steigert sich fieberhaft von Brandopfern über Widder und Öl bis zur schockierenden Frage nach dem Erstgeborenen. Es ist die Stimme des Menschen, der verzweifelt nach dem richtigen Ausweg für seine Schuld sucht. 4. Micha spricht - Vers 8: Es ist dir gesagt worden was gut ist Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als Recht tun, Güte lieben und in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott. 5. Frage: Wie können wir heute, liebe Leserin, lieber Leser, in unserem Alltag Gerechtigkeit, Liebe und Demut lebendig werden lassen. Bild: pexels-photo-32887426 / my / Soc Nang Dong
von ew 17. Juli 2026
Mi 2, 1-5 Samstag, 15 Woche 1 Wehe denen, die Unheil planen und Böses vorbereiten auf ihren Lagern! Am Morgen, wenn es hell wird, führen sie es aus, weil es in der Macht ihrer Hand steht. 2 Sie begehren Felder und rauben sie, Häuser und nehmen sie weg; sie übervorteilen den Mann und sein Haus, den Menschen und sein Erbteil. 3 Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich plane gegen dieses Geschlecht ein Unheil, aus dem ihr eure Hälse nicht herausziehen werdet; und ihr werdet nicht mehr stolz einhergehen, denn es wird eine böse Zeit sein. 4 An jenem Tag wird man über euch ein Spottlied anstimmen und eine bittere Klage klagen; man wird sagen: Wir sind völlig verwüstet! Das Erbteil meines Volkes vertauscht er. Wie entreißt er es mir! Unseren Feldern teilt er den Abtrünnigen zu. 5 Darum wirst du keinen haben, der die Messschnur wirft in der Gemeinde des HERRN. Heute wechseln wir wieder den Blickwinkel. Ein weiterer Prophet, Micha, bewertet die Situation der damaligen Gesellschaft im Südreich Juda. Historischer Hintergrund Der Prophet Micha wirkte im 8. Jahrhundert v. Chr. im Südreich Juda, in einer Zeit des wirtschaftlichen Umbruchs und des politischen Drucks durch das aufstrebende Assyrerreich. Sie begehren Felder und rauben sie Eine kleine, einflussreiche Oberschicht bereicherte sich auf Kosten der bäuerlichen Bevölkerung. Die traditionelle Ordnung, in der jedes Familienoberhaupt ein von Gott gegebenes Stück Land als Erbe besaß, wurde durch Gewalt und juristische Tricks untergraben. Sie raubten Häuser und Äcker, was für die Betroffenen den sozialen und existenziellen Ruin bedeutete. Für heute Micha bezeugt einen Gott, der nicht wegsieht, wenn Schwächere unterdrückt werden. Die Botschaft bleibt eine Warnung vor einer moralischen Verrohung, die meint, man könne sich Sicherheit durch Besitz erkaufen, während man die göttlichen Gebote von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ignoriert. Die Lesung ist eine Mahnung, die uns daran erinnert, dass unsere Handlungen Konsequenzen haben und Gott das Unrecht nicht ungesühnt lässt. Bild: p exels-photo-6899136 /Anna Shvets
von ew 16. Juli 2026
Jes 38, 1-6. 21-22. 7-8 Freitag, 15 Woche 1 In jenen Tagen wurde Hiskija sterbenskrank. Da kam der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihm und sagte zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben! 2 Da wandte Hiskija sein Angesicht zur Wand und betete zum HERRN 3 und sagte: Ach, HERR, gedenke doch daran, dass ich vor deinem Angesicht in Treue und mit ungeteiltem Herzen gewandelt bin und getan habe, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskija weinte laut. 4 Da erging das Wort des HERRN an Jesaja: 5 Geh und sag zu Hiskija: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen. Siehe, ich füge deinen Tagen fünfzehn Jahre hinzu. 6 Und aus der Hand des Königs von Assur werde ich dich und diese Stadt retten; ich werde diese Stadt beschützen. 21 Jesaja aber sagte: Man nehme einen Feigenkuchen und lege ihn als Pflaster auf das Geschwür, damit er gesund werde! 22 Und Hiskija sagte: Was ist das Zeichen, dass ich zum Haus des HERRN hinaufgehen werde? 7 Und dies ist dir das Zeichen vom HERRN, dass der HERR dieses Wort erfüllen wird, das er gesprochen hat: 8 Siehe, ich lasse den Schatten an den Stufen, die er am Sonnenzeiger des Ahas hinabgegangen ist, um zehn Stufen zurückgehen. Und die Sonne ging am Sonnenzeiger um zehn Stufen zurück, die sie hinabgegangen hatte. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben König Hiskia ist sterbenskrank. Wenig sensibel sagt Jesaja zu ihm. „Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben.“ Das klare Wort des Propheten hilft Hiskia und er beginnt über sein Leben nachzudenken. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Die meisten Menschen denken nicht an das Sterben. Sie denken: Später, irgendwann einmal, aber nicht heute. Aber der Tod ist unausweichlich und wir haben die Freiheit, wie wir unsere verbleibende Zeit gestalten. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Der Zeitpunkt des Todes ist eine wichtige Stunde in meinem Leben, es ist die Stunde, in der ich heimkehre zu Gott. Wenn es irgend geht, sollte man sich bewusst auf diese wichtigste Stunde des Lebens vorbereiten. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben – und dann wirst du Gott begegnen. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Wir sollten unsere Tage so gestalten, als ob unser Leben in jedem Moment zu Ende sein könnte. Kann ich sagen: „Mein Haus bestellt. Ich bin mit mir, mit Gott und mit meinen Nächsten im Reinen.“ Wer sein Haus bestellt, während er noch lebt, muss den Tod nicht als plötzlichen Einbruch erleben, sondern kann ihm als jemand begegnen, der seine Angelegenheiten bereits in die Hand genommen hat. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Es ist das Paradoxon des Glaubens: Indem ich das Ende akzeptiere, werde ich frei für das Leben. Wer sich auf das Ziel vorbereitet, kann den Weg dazwischen bewusster gehen. Bild: pexels-photo-15750972 / Emmaluel Codden
von ew 16. Juli 2026
Jes 26, 7-9. 12. 16-19 Donnerstag, 15 Woche Der Pfad des Gerechten ist Geradheit, gerade ist die Bahn des Gerechten, die du ebnest. 8Fürwahr, auf dem Pfad deiner Gerichte, Herr, haben wir auf dich gehofft. Deinen Namen anzurufen und deiner zu gedenken, ist der Seele Verlangen. 9Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht, auch mein Geist in meinem Innern ist voll Sehnsucht nach dir. Denn wann immer deine Gerichte die Erde treffen, lernten die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit. 12Herr, du wirst uns Frieden schaffen; denn auch all unsere Taten hast du für uns gemacht. 16Herr, in der Not haben sie nach dir Ausschau gehalten; sie schrien in der Bedrängnis, als deine Züchtigung sie traf. 17Wie eine Schwangere, die kurz davor ist, zu gebären, sich windet und schreit in ihren Wehen, so waren wir, Herr, vor deinem Angesicht. 18Wir waren schwanger und lagen in Wehen, doch als wir gebaren, war es Wind. Heil verschaffen wir nicht dem Land und Erdenbewohner sind keine geboren. 19Deine Toten werden leben, die Leichen stehen wieder auf. Wacht auf und jubelt, ihr Bewohner des Staubes! Denn ein Tau von Lichtern ist dein Tau und die Erde gebiert die Schatten. Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Heute Nacht konnte ich nicht sehr gut schlafen. Es war heute nicht zu warm, auch weckte mich kein Partylärm, ich wachte einfach auf, und dann war an Schlaf nicht mehr zu denken. Psalm 63 kam mir in den Sinn: Ich denke an dich auf nächtlichem Lager und sinne über dich nach, wenn ich wache. Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Jesaja verwendet einen ähnlichen Vers: „Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht". Anstatt Schäfchen zu zählen, habe ich mir diesen Satz immer wieder gesagt. Und irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Die schlaflose Stunde heute Nacht war damit mehr als ein sinnloses Aushalten, sondern wurde zu Gebet. Tipp: Wenn Sie einmal nicht schlafen können, rezitieren Sie doch diesen Satz: Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Bild: Pe xels-photo-14223882. / Vladimir Srejber
von ew 14. Juli 2026
Jes 10, 5-7. 13-16 Mittwoch, 15 Woche 5 Wehe Assur, dem Stock meines Zorns! Ein Stecken in ihrer Hand ist mein Grimm. 6 Gegen ein gottloses Volk sende ich ihn, gegen das Volk meines Übermuts entbiete ich ihn, um Beute zu erbeuten und Plünderung zu plündern und es zu zertreten wie den Schlamm der Gassen. 7 Er aber meint es nicht so und sein Herz denkt nicht so; sondern Vertilgung ist in seinem Sinn und Völker auszurotten, nicht wenige. 13 Denn er hat gesagt: Durch die Kraft meiner Hand habe ich es getan und durch meine Weisheit, denn ich bin klug. Ich habe die Grenzen der Völker verschoben, ihre Vorräte geplündert und wie ein Mächtiger die Thronenden hinabgestürzt. 14 Meine Hand hat nach dem Reichtum der Völker gegriffen wie nach einem Nest; und wie man verlassene Eier zusammensucht, so habe ich die ganze Erde zusammengerafft. Da war keiner, der mit den Flügeln schlug oder den Schnabel öffnete und tschilpte. 15 Rühmt sich etwa die Axt gegen den, der mit ihr hackt, oder tut die Säge groß gegen den, der sie zieht? Als ob ein Stock den schwingt, der ihn hebt, als ob ein Stecken den hebt, der nicht aus Holz ist! 16 Darum wird der Herr, der HERR der Heerscharen, unter seine Starken die Abzehrung senden und unter seiner Herrlichkeit wird ein Brand brennen wie ein Feuerbrand. Rühmt sich etwa die Axt gegen den, der mit ihr hackt Im 8. Jahrhundert v. Chr. war Assyrien die unaufhaltsame Supermacht des Nahen Ostens; 722 v. Chr. eroberte es das Nordreich Israel. In dieser Bedrohungslage nennt Jesaja Assur die "Rute meines Zorns" – ein Werkzeug, das Gott gegen sein untreues Volk einsetzt. Doch Assur will gar nicht Gottes Auftrag erfüllen, sondern eigenmächtig das Südreich Juda erobern. Dies wird ausgedrückt durch Vers 13: Durch meine Kraft hab ich's getan, durch meine Klugheit. Jesaja hält dagegen: Kann sich die Axt rühmen gegenüber dem, der mit ihr haut? Ein Werkzeug hat keine eigene Macht. Für heute Keine Macht hat das letzte Wort in der Geschichte. Gott verliert die Fäden der Geschichte nicht aus der Hand. Er kann selbst die Pläne von Menschen, die gar nichts von ihm wissen wollen, in seinen großen Heilsplan einweben. . Bild: pexels-photo-9629957 / Ivan S
von ew 13. Juli 2026
Jes 7, 1-9 Dienstag, 15 Woche 1 Es geschah in den Tagen des Ahas, des Sohnes Jotams, des Sohnes Usijas, des Königs von Juda: Da zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, nach Jerusalem hinauf, um gegen es Krieg zu führen; er konnte es aber nicht erobern. 2 Als dem Haus David gemeldet wurde: Aram hat sich in Ephraim niedergelassen!, da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes vor dem Wind beben. 3 Da sprach der HERR zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub, an das Ende der Wasserleitung des Oberen Teiches, zur Straße des Walkerfeldes, 4 und sag zu ihm: Hüte dich und bleibe ruhig! Fürchte dich nicht und dein Herz sei nicht verzagt vor diesen beiden rauchenden Brandscheitstümpfen, vor dem glühenden Zorn Rezins und Arams und des Sohnes Remaljas! 5 Weil Aram Böses gegen dich beschlossen hat, Ephraim und der Sohn Remaljas, indem sie sagten: 6 Wir wollen gegen Juda heraufziehen, es in Schrecken versetzen, es für uns erobern und den Sohn Tabeels darin zum König machen!, 7 so spricht der HERR, mein Gott: Es kommt nicht zustande und es geschieht nicht. 8 Denn das Haupt von Aram ist Damaskus und das Haupt von Damaskus ist Rezin; und noch fünfundsechzig Jahre, dann ist Ephraim so zertrümmert, dass es kein Volk mehr ist. 9 Und das Haupt Ephraims ist Samaria und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas. Wenn ihr nicht glaubt, bleibt ihr nicht bestehen. 1. Geschichtlicher Hintergrund Die Szene spielt um 734 v. Chr., in einer akuten politischen Krise Judas. Das winzige Südreich Juda unter König Ahas wird von zwei Nachbarkönigen bedroht, die Jerusalem belagern wollen. Am Hof herrscht nackte Panik 2. Die Antwort Gottes? Gott schickt den Propheten Jesaja mit einer klaren Botschaft in die Krise: Entwarnung: Gott nennt die bedrohlichen Feinde bloß „rauchende Brandscheite“ – sie haben keine Zukunft. Aufforderung: „Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht. Wenn ihr nicht glaubt, bleibt ihr nicht bestehen.“ 3 Für Heute Wenn wir Nachrichten schauen oder persönliche Krisen durchleben, fühlen wir uns oft wie Ahas: Das Herz bebt wie die Bäume im Wind. Die Lesung lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln. Aus Gottes Sicht sind viele Dinge, die uns heute Angst machen, letztlich nur "rauchende Brandscheite" Morgen sind sie nicht mehr da Bild: pexels-photo-13783086 / Alexis Ricardo Alaurin
von ew 12. Juli 2026
Jes 1, 10-17 Montag, 15 Woche 10 Hört das Wort des HERRN, ihr Herrscher von Sodom! Vernehmt die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra! 11 Was soll ich mit der Menge eurer Opfer? – spricht der HERR. Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastvieh überdrüssig; das Blut von Stieren, Lämmern und Böcken mag ich nicht. 12 Wenn ihr kommt, um mein Angesicht zu schauen – wer hat das von euch verlangt, meine Vorhöfe zu zertreten? 13 Bringt nicht länger sinnlose Speiseopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Sabbat, das Ausrufen von Festversammlungen: Frevel und Festfeier ertrage ich nicht. 14 Eure Neumonde und eure Festzeiten hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu tragen. 15 Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Selbst wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht. Eure Hände sind voll Blut. 16 Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun! 17 Lernt Gutes zu tun! Sucht das Recht! Helft den Unterdrückten! Schafft Recht den Waisen, führt den Rechtsstreit der Witwen! Die heutige Lesung hat eine große inhaltliche Nähe zur Lesung am Mittwoch, 13 Woche Am 5, 14-15. 21-24. Vielleicht kann man beide Lesungen zusammenfassen unter dem Gedanken: Gott widerstrebt ein Glaube, der nur aus einer frommen Kulisse besteht. Eure Festzeiten hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden, Die Menschen dachten: Wenn wir die Rituale richtig ausführen, ist Gott zufrieden, und wir können im Alltag leben, wie wir wollen. Die Propheten entlarven diese Trennung zwischen Liturgie und Leben als Illusion. Gott lässt sich nicht mit Riten abspeisen, wenn das Herz nicht dabei ist. Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Das Gebet verpufft, weil die Hände, die im Tempel erhoben werden, im Alltag leer bleiben und den Überfluss nicht mit den Armen teilen. Selbst wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht Christlicher Glaube erschöpft sich nicht im Besuch der Kirche oder im gesprochenen Gebet. Er will unser Denken und Handeln prägen. Jede Tat der Gerechtigkeit, jedes Wort der Versöhnung und jede Hilfe für einen Menschen in Not ist ein Gottesdienst, der Gott gefällt. Selbst wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum uns Gott manchmal so weit entfernt zu sein scheint. Vielleicht ist hier ein Hinweis darauf zu finden, warum Gott unsere Gebete so oft nicht erhört. Selbst wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht Diese harten Worte enthalten vielleicht die Antwort auf eine Frage, die viele von uns quält: Warum scheint Gott manchmal so unendlich weit weg zu sein? Es ist ein Hinweis darauf, dass das Schweigen Gottes nicht an seinem Desinteresse liegt, sondern daran, dass unsere eigenen Taten im Alltag die Verbindung zu Gott erschweren. Selbst wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht Oft suchen wir die Schuld für Gottes Ferne bei Gott selbst. Die Lesung dreht den Spiegel um und zeigt: Die Ferne ist manchmal hausgemacht. Man könnte auch sagen: Hausgemachte Funkstille Die Lesung bietet heute einen wunderbaren Ausgangspunkt, um über den Unterschied zwischen bloßen Lippenbekenntnissen und meinem gelebten Glauben nachzudenken. Bild: pexels-photo-25079011 / Rai Raimondo
von ew 11. Juli 2026
Samstag, 14 Woche Jes 6, 1-8 Im Todesjahr des Königs Usíja, da sah ich den Herrn auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen und die Säume seines Gewandes füllten den Tempel aus. 2Sérafim standen über ihm. Sechs Flügel hatte jeder: Mit zwei Flügeln bedeckte er sein Gesicht, mit zwei bedeckte er seine Füße und mit zwei flog er. 3Und einer rief dem anderen zu und sagte: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit. 4Und es erbebten die Türzapfen in den Schwellen vor der Stimme des Rufenden und das Haus füllte sich mit Rauch.5Da sagte ich: Weh mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann unreiner Lippen bin ich und mitten in einem Volk unreiner Lippen wohne ich, denn den König, den Herrn der Heerscharen, haben meine Augen gesehen.6Da flog einer der Sérafim zu mir und in seiner Hand war eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. 7Er berührte damit meinen Mund und sagte: Siehe, dies hat deine Lippen berührt, so ist deine Schuld gewichen und deine Sünde gesühnt. 8Da hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich sagte: Hier bin ich, sende mich! Nachdem wir die ganze Woche über Abschnitte aus dem Buch des Propheten Hosea betrachtet haben gehen wir nun zum Propheten Jesaja über. Die Lesung aus Jesaja 6 beschreibt seine Berufung und bildet einen perfekten, Auftakt für die Jesaja-Lesungen der kommenden Woche. Heilig, Heilig, Heilig, Jesaja war der erste Mensch der das Sanctus hören durfte. Unzählige Musiker haben später dieses Drei Mal Heilig vertont. In jeder Heiligen Messe singen wir das „Heilig unmittelbar vor der Wandlung Genauer gesagt besteht das Sanctus aus zwei biblischen Quellen: Der erste Teil stammt direkt aus Jesaja 6, 3: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit.“ Der zweite Teil („Hosanna in der Höhe...“) stammt aus dem Neuen Testament (Mt 21, 9), dem Ruf der Menschen beim Einzug Jesu in Jerusalem. Wenn wir in jeder Messe das Sanctus singen oder sprechen, tun wir im Grunde genau das, was Jesaja im Tempel sah: Wir stimmen ein in den ewigen Lobgesang der Engel vor dem Thron Gottes Bild: pexels-photo-16948153 / Vladimir Sreijber 
von ew 10. Juli 2026
Hos 14, 2-10 Freitag, 14 Woche So spricht der Herr: 2Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld. 3Nehmt Worte der Reue mit euch, kehrt um zum Herrn und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld hinweg und nimm an, was gut ist: Anstelle von Stieren bringen wir dir unsere Lippen dar. 4Assur kann uns nicht retten, wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet ein Waisenkind Erbarmen. So spricht der Herr: 5Ich will ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt. 6Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es sprosst wie die Lotusblüte und seine Wurzeln schlägt wie der Líbanon. 7Seine Zweige sollen sich ausbreiten, sodass seine Pracht wie die des Ölbaums wird und sein Duft wie der des Líbanon. 8Die in seinem Schatten wohnen, bauen wieder Getreide an und sie sprossen wie der Weinstock, dessen Wein so berühmt ist wie der Wein vom Líbanon. 9Éfraim, was habe ich noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja, ich habe ihm geantwortet und achte auf ihn: Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht. 10Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, Ich habe den Eindruck, als ob Hosea hier einen Menschen beschreibt, der zur Beichte geht. Man erkennt Schritt für Schritt den Weg eines Menschen, der die Versöhnung mit Gott wieder sucht. Vers 2: Denn du bist gestürzt. Der Weg zur Beichte beginnt damit, dass ein Mensch erkennt, dass er gestürzt ist. Der Mensch realisiert: Ich bin gefallen und liege am Boden. Er erforscht sein Gewissen und fragt sich, warum dies gekommen ist. Vers 3: Worte der Reue Der Mensch bereut seine Tat. Wenn wir Reue empfinden, blicken wir zurück und wünschen uns, wir hätten uns in einer bestimmten Situation anders verhalten, Vers 3: sagt zu ihm. Die Sünde flüstert uns oft zu: Mach das mit dir selbst aus. Gott aber fordert uns auf, Worte zu finden und unsere Schuld auch auszusprechen. Vers 3: Nimm alle Schuld weg Wer beichtet, weiß, dass er sich nicht selbst lossprechen kann. Er bittet Gott darum, die Schuld zu vernichten. Vers 4: Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten. Ein gültiges Sakrament verlangt den guten Vorsatz. Wer beichtet, braucht den festen Willen, die Sünde und ihre Gelegenheiten künftig zu meiden. Vers 4: Assur, Pferde und das Machwerk unserer Hände In der Beichte sollten wir uns unserer Hautversuchungen bewusst sein. Assur steht für die fremde Macht, die mich kontrolliert und bestimmt. Flucht in Ablenkungen, Süchte, Abhängigkeiten. Pferde stehen für die militärische/eigene Kraft: Da ist der Stolz und der Irrglaube, man brauche Gott nicht, um gerettet zu werden. Das Werk der Hände steht für den Götzendienst: Karriere, Besitz, Geld … Vers 5: Ich will ihre Untreue heilen. Bei Hosea in der Lesung sagt Gott: Ich will ihre Untreue heilen und sie bereitwillig lieben. In der Beichte spricht Gott durch den Priester zum Beichtenden: "Ich spreche dich los von deinen Sünden". Das Sakrament der Beichte heilt Wunden, die ich mir durch meine Sünden selbst zugefügt habe. Vers 6: Ich werde für Israel da sein wie der Tau Der Tau kommt leise in der Stille der Nacht. Die Gnade, die das Bußsakrament schenkt, entfaltet ihre Wirkung auch oft in der Stille. Nach einer Zeit merke ich, wie die Kraft der Versuchung schwindet und der Heilungsprozess eintritt. Vers 10: Die Wege des Herrn. An die beichte schließt sich der Vorsatz an: Ich will nun auf den Wegen des Herrn gehen. Bild: Edgar Wunsch
von ew 8. Juli 2026
Hos 11, 1-4. 8c-9 Donnerstag, 14 Woche So spricht der Herr: 1Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten. 2Je mehr man sie rief, desto mehr liefen sie vor den Rufen weg: Den Baalen brachten sie Schlachtopfer dar, den Götterbildern Räucheropfer. 3Ich war es, der Éfraim gehen lehrte, der sie nahm auf seine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte. 4Mit menschlichen Fesseln zog ich sie, mit Banden der Liebe. Ich war da für sie wie die, die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen. 8acWie könnte ich dich preisgeben, Éfraim, wie dich ausliefern, Israel? Gegen mich selbst wendet sich mein Herz, heftig entbrannt ist mein Mitleid. 9Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Éfraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns. Ich lese den heutigen Bibeltext als eine Art Familiendrama zwischen Gott und seinem Volk Israel. Israel durchlebt hierbei alle Phasen des Erwachsenwerdens. Es ist wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn in Lk 15: Ein Vater liebt sein Kind, muss aber zusehen, wie es sich von ihm entfernt und eigene Wege geht. Am Ende wartet der Vater voller Sehnsucht auf sein Kind. Vers 1: Die Erwählung "Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb..." Der Vater liebt sein Kind und befreit es aus der Knechtschaft Ägyptens. Vers 2: Die Enttäuschung Je mehr Gott sein Kind ruft, desto weiter läuft es weg – hin zu anderen Göttern. Israel durchlebt das klassische Drama der Pubertät. Es sucht eigene Wege und muss eigene schmerzhafte Erfahrungen machen. Verse 3–4: Die zärtliche Fürsorge Trotz der Abkehr beschreibt Gott, wie er dem Kind das Laufen beibrachte, es auf die Arme nahm und ihm Wunden heilte. Vers 8: Mitleid "Mein Herz wendet sich gegen mich, mein Mitleid lodert auf." Gott will und kann sein Kind nicht einfach aufgeben, er ist voller Mitleid Vers 9: „Ich bin Gott, nicht ein Mensch." Obwohl Israel (wie der verlorene Sohn) die Gaben Gottes missbraucht hat (vgl. Lesung von gestern), ist er nicht nachtragend. Ein Mensch würde vielleicht nachtragend bleiben – Gott nicht. Seine Göttlichkeit zeigt sich genau darin, dass seine Treue menschliches Maß übersteigt. Haben wir nicht einen wunderbaren Gott! Fazit Das Alte und das Neue Testament sprechen im Kern dieselbe Sprache: Gott ist ein Gott der Liebe, der voller Sehnsucht auf seine Kinder wartet. Bild: pexels-photo-9945625 / Alex Urezkov