Entfache die Gnade Gottes wieder

ew • 2. Juni 2026

2 Tim 1, 1–3.6–12          Mittwoch, 9. Woche     

1Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu gemäß der Verheißung des Lebens in Christus Jesus, 2an Timótheus, sein geliebtes Kind: Gnade, Erbarmen und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn. 3Ich danke Gott, dem ich wie schon meine Vorfahren mit reinem Gewissen diene. Unablässig denke ich an dich in meinen Gebeten bei Tag und bei Nacht. 6Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist! 7Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 8Schäme dich also nicht des Zeugnisses für unseren Herrn und auch nicht meiner, seines Gefangenen, sondern leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft: 9Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Taten, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; 10jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat den Tod vernichtet und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium, 11als dessen Verkünder, Apostel und Lehrer ich eingesetzt bin. 12Darum muss ich auch dies alles erdulden; aber ich schäme mich nicht, denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe, und ich bin überzeugt, dass er die Macht hat, das mir anvertraute Gut bis zu jenem Tag zu bewahren.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Der Heilige Geist ist kein Geist der Schüchternheit. Paulus forderte ihn auf, diese Gabe wachzurütteln und neu zu entzünden, damit das Feuer brennt.


Daraus lernen wir, dass wir, obwohl Jesus uns im Heiligen Geist und Feuer tauft (Matthäus 3,11), immer noch etwas tun müssen, damit dieses Feuer immerzu am Brennen bleibt. Gott entzündet das Feuer. Wir müssen weiterhin den Treibstoff liefern – ein Leben, das sich zu jeder Zeit völlig dem Willen Gottes hingegeben hat.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Stellen Sie sich nicht vor, dass Sie sich jetzt entspannen und sagen können: „Einmal gesalbt, immer gesalbt“, nur weil Gott Sie einmal gesalbt hat. Das ist so ein Trugschluss wie zu sagen: „Einmal gerettet, immer gerettet“. Ich habe Menschen gesehen, die wirklich von Gott gesalbt wurden und ein Jahr später geistlich tot waren. Das Feuer ist weg. Weltliche Interessen und Stolz sind hereingekommen und haben das Feuer weggenommen. Sie jagen jetzt Geld und einem bequemen Leben hinterher – und haben das Feuer Gottes verloren. Das ist traurig und ein großer Verlust für das Reich Gottes.


Entfache die Gnade Gottes wieder

Also sagte Paulus zu Timotheus: Das Feuer, das über dich kam, lass es nicht ausgehen, halte es am Brennen. Es liegt jetzt an dir. Wenn du es nicht am Brennen hältst, wird es ausgehen. Indem du das Wort Gottes studierst, dich ständig demütigst, Gott von ganzem Herzen suchst, indem du dich von der Liebe zum Geld und von Streitereien mit anderen und von allem fernhältst, was dieses Feuer löschen könnte.


Zac Poonen, Auslegung zu 2. Timotheus Kapitel 1, aus der Lehrserie „Through the New Testament“ / „Durch das Neue Testament“.


Bild: Pexel / Tima Miroshnichenko



Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew • 16. Oktober 2026
Eph 1, 15-23 Samstag, 28. Woche Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke. Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten aufer-weckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat, hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird. Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht. Eure Liebe zu allen Heiligen. Ich finde es interessant, dass Paulus in dieser Bibelstelle den Christen in Ephesus nicht für ihre Liebe zu Gott, sondern für ihre Liebe zu allen Heiligen dankt. Wer sind diese Heiligen? Vergangenen Donnerstag habe ich bereits darauf hingewiesen, dass für Paulus ein Christ zu einem Hei-ligen wird, wenn er in Verbindung mit Jesus Christus steht. Eure Liebe zu allen Heiligen. Paulus dankt für die Liebe, welche alle Christen in Ephesus untereinan-der haben. Die Sicherheit dafür, dass wir Gott lieben, besteht also darin, dass wir alle unsere Brüder und alle unsere Schwestern im Glauben lie-ben, auch jene, die uns nicht gerade sympathisch sind Eure Liebe zu allen Heiligen. Wir sind alle geneigt, einen Kreis selbst unter den Heiligen Gottes zu ziehen, solche zu haben, die wir bevorzugen, deren Gedanken, Gefühle und Gewohnheiten mehr oder weniger die unseren sind oder die uns wenigstens nicht groß üben. Aber das ist nicht die Liebe zu allen Heili-gen. Das ist weit eher Liebe zu uns als Liebe zu ihnen (William Kelly https://www.bibelstudium.de) Bild: pexels-photo-33505038 Fatih Yurtman
von ew • 15. Oktober 2026
Freitag, 28. Woche Eph 1, 11-14 Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt und eingesetzt nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt; wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben. Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt. Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit. Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt. Ein Testament wird erst dann bekannt gegeben und eröffnet, wenn je-mand verstorben ist. Weil Jesus am Kreuz für dich gestorben ist, ist auch sein Testament nun rechtsgültig. Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt. Von Gott kann man viel erben. Die Freuden des Himmels, die Gemein-schaft unter den Heiligen, den Frieden seiner Gegenwart, den Platz im Himmel, der schon seit Ewigkeit für mich vorherbestimmt ist, das ewige Leben ohne Langeweile. Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt. Die Aussage dieses Verses übersteigt doch unsere kühnsten Erwartun-gen. Wir sind als Erben bereits in das Testament Gottes eingesetzt. Alles, was Gott hat und ist, werden wir erben. Herzlichen Glückwunsch, du bist Erbe geworden.. Gott bietet dir ein großartiges Erbe an und du musst jetzt entscheiden, ob du es annimmst oder ausschlägst. Bild: pexels-photo-16695380 / Ja kub Zerdiziki
von ew • 14. Oktober 2026
Eph 1, 1-10 Donnerstag, 28. Woche Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus, die an Christus Jesus glauben. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist. An die Heiligen in Ephesus. Das ist aber eine komische Briefanrede. Paulus schreibt nicht an die Brüder und Schwestern in Ephesus, sondern an die Heiligen in Ephesus. Die Gläubigen beim nächsten Gottesdienst würden nicht schlecht staunen, wenn ich sie mit „Liebe Heilige aus Neuhausen“ anreden würde anstatt mit „Liebe Schwestern und Brüder“. An die Heiligen in Ephesus. Im Grunde genommen ist nur Gott allein heilig. Das, was für Paulus jemanden zum Heiligen macht, ist jemand, der an Jesus Christus glaubt. Ein Heiliger ist jemand, der glaubt, dass Jesus gelebt, am Kreuz für uns gestorben und aus dem Grab heraus auferstanden ist. An die Heiligen in Ephesus. Ein Christ wird zu einem Heiligen, wenn er in Verbindung mit Jesus Christus steht. Die Heiligen sind also nicht nur im Himmel, sondern auch auf der Erde. Heilige sind nicht religiöse Superhelden oder kirchliche Idealmenschen, sondern jene, die versuchen, Christus in ihrem Leben einen immer größeren Raum zu geben. Bild: Eckmann
von ew • 13. Oktober 2026
Gal 5, 18-25 Mittwoch, 28. Woche Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz. Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und Ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen. Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst … In meiner Kinder- und Jugendzeit waren wir als KJG Gruppe oft in den Südtiroler Bergen unterwegs. Wenn es in steileres oder gefährlicheres Gelände ging, hatte unser Gruppenleiter einen Bergführer engagiert, der uns sicher bis zum Gipfel brachte. Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst … Paulus schildert den Heiligen Geist wie einen persönlichen Wegbegleiter, der uns Schulter an Schulter und Schritt für Schritt begleiten soll. Der Heilige Geist führt uns aber nicht automatisch. Darum sagt Paulus: Wenn ihr euch vom Heiligen Geist führen lasst. Uns Christen ist kein Eisenring um den Hals gelegt, an dem uns der Heilige Geist mit sich schleppt. Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst … Bitte, Heiliger Geist, hilf mir, dass ich mich HEUTE von Dir führen lasse. Bild. pexels-photo-15033808 / My / Sam Emmers
von ew • 12. Oktober 2026
Gal 5, 1-6 Dienstag, 28. Woche Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! Hört, was ich, Paulus, euch sage: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen. Ich versichere noch einmal jedem, der sich be-schneiden lässt: Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Wenn ihr also durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der Gnade herausgefallen. Wir aber erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und aufgrund des Glaubens. Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glau-ben zu haben, der in der Liebe wirksam ist. Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen. Die Christen im Gebiet der Galater waren immer noch auf der Suche nach ihrer Identität. Sie waren wohl Christen geworden, hielten aber immer noch an den jüdischen Bräuchen fest und waren nun kurz davor, die Praxis der Beschneidung wieder aufzunehmen. Irgendwie saßen sie zwischen den Stühlen. Sie wollten zwar Christen sein, schielten aber mit einem Auge immer noch nach dem Glauben der Väter. Christus wird euch nichts nützen. Die Galater von damals sind den heutigen Christen nicht fern. Auch heute mangelt es an einer positiven Entschiedenheit für Christus. Ein wenig christliche Meditation und ein wenig Buddhismus passen aber nicht zusammen. Was würde wohl eine Ehefrau antworten, deren Ehe-mann ihr am Tag der Hochzeit sagt: Ich bin ganz für dich da, aber eine Woche im Jahr, da möchte ich doch frei sein und auch einmal eine ande-re Frau gern haben. Genauso verhalten sich manche Christen heute. Ein wenig Christus geht nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Bild: pexels-photo-12181936 / My / Beyza Efe
von ew • 12. Oktober 2026
Gal 4, 22-24.26-27.31 - 5, 1 Montag, 28. Woche In der Schrift wird gesagt, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien. Der Sohn der Sklavin wurde auf natürliche Weise gezeugt, der Sohn der Freien aufgrund der Verheißung. Darin liegt ein tieferer Sinn: Diese Frauen bedeuten die beiden Testamente. Das eine Testament stammt vom Berg Sinai und bringt Sklaven zur Welt; das ist Hagar - Das himmlische Jerusalem aber ist frei, und dieses Jerusalem ist unsere Mutter. 7Denn es steht in der Schrift: Freu dich, du Unfruchtbare, die nie geboren hat, brich in Jubel aus und jauchze, die du nie in Wehen lagst! Denn viele Kinder hat die Einsame, mehr als die Vermählte. Daraus folgt also, meine Brüder, dass wir nicht Kinder der Sklavin sind, sondern Kinder der Freien. Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Wer Christus erkannt hat, wird auch erkennen, dass die Gebote nicht als eine drückende Last, als Zwang und knechtende Forderung gegeben sind, sondern darum, dass es mir gut geht. Ich möchte die Gebote Gottes gerne erfüllen, nicht unter Zwang, sondern aus Liebe. Lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! Wir haben in unseren Tagen einen komischen Begriff von Freiheit. Freiheit bedeutet für manche: Ich kann tun und lassen, was ich möchte. Aber das ist ein kopfloses Streben nach Freiheit. Freiheit braucht auch Grenzen, Regeln und Gesetze. Die Jagd unserer Spaßgesellschaft nach einer ungezügelten Freiheit legt den Menschen auch ein drückendes Joch der Knechtschaft auf. Bild: pexels-photo-17379253 / Mateusz Mierzejewski
von ew • 9. Oktober 2026
Gal 3, 22-29 Samstag, 27. Woche Die Schrift hat alles der Sünde unterworfen, damit durch den Glauben an Jesus Christus die Verheißung sich an denen erfüllt, die glauben. Ehe der Glaube kam, waren wir im Gefängnis des Gesetzes, festgehalten bis zu der Zeit, da der Glaube offenbart werden sollte. So hat das Gesetz uns in Zucht gehalten bis zum Kommen Christi, damit wir durch den Glauben gerecht gemacht werden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dieser Zucht. Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid „einer“ in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung. Ihr habt Christus als Gewand angelegt. Wenn ich mir das nächste Mal vor der heiligen Messe die Albe (langes weißes Gewand) anziehe, dann möchte ich an diesen Vers denken. Ihr habt Christus als Gewand angelegt. Die Albe reicht mir vom Hals bis zu den Knöcheln und bedeckt meinen Leib fast vollständig. Nur jene Körperteile, die zur Kommunikation notwendig sind (Kopf und Hände), bleiben unbedeckt. Ihr habt Christus als Gewand angelegt. In Römer 13,14 sagt Paulus: „Zieht den Herrn Jesus Christus an.“ Meine größte Sehnsucht ist, dass ich nichts anderes verkörpere als Jesus Christus selbst. Er soll nicht nur in mir leben, sondern durch mein Leben soll sichtbar werden, dass ich nicht mehr mir gehöre, sondern Christus. Ich spüre aber bis in die Knochen hinein, dass da noch einiges an Arbeit vor mir liegt. Bild: pexels-photo-10619928 / Ron Lach
von ew • 9. Oktober 2026
Gal 3, 6-14 Freitag, 27. Woche Von Abraham wird gesagt: Er glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Daran erkennt ihr, dass nur die, die glauben, Abrahams Söhne sind. Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Heiden aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im Voraus verkündet: Durch dich sollen alle Völker Segen erlangen. Also gehören alle, die glauben, zu dem glaubenden Abraham und werden wie er gesegnet. Alle aber, die nach dem Gesetz leben, stehen unter dem Fluch. Denn in der Schrift heißt es: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was zu tun das Buch des Gesetzes vorschreibt. Dass durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht wird, ist offenkundig; denn: Der aus Glauben Gerechte wird leben. Das Gesetz aber hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben. Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht in der Schrift: Verflucht ist jeder, der am Pfahl hängt. Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Heiden durch ihn der Segen Abrahams zuteil wird und wir so aufgrund des Glaubens den verheißenen Geist empfangen. Also gehören alle, die glauben, zu dem glaubenden Abraham und werden wie er gesegnet. Das ist ein wichtiger Gedanke, den uns Paulus hier vorlegt. Er beruft sich zunächst auf Abraham und sagt, dass niemand automatisch zu Abraham gehört, der lediglich körperlich beschnitten wurde. Ein Sohn Abrahams wird man nicht durch eine äußere Beschneidung, sondern durch eine "Herzensbeschneidung", das meint durch den Glauben. Die Glaubensgemeinschaft mit dem Stammvater ist nicht nur ein formaler Akt. Es gehört auch ein Glaube dazu. Taufe und Glaube Diese Gedanken können wir eins zu eins auf eine heutige Situation überragen. Auch die Taufe ist (noch) für zu viele lediglich ein formaler Akt der Kirchenaufnahme. Zu oft ist die Taufe verbunden mit einem fehlenden Glauben an Christus. Im Römerbrief (Röm 10,9) steht: Wenn du in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Zum Christen wird man durch den Glauben an Christus und nicht durch einen formalen Akt der Taufe. Bild: pexels-photo-33995240 / Ron Lach
von ew • 6. Oktober 2026
Gal 2, 1-2.7-14 Mittwoch, 27. Woche Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit. Ich ging hinauf aufgrund einer Offenbarung, legte der Gemeinde und im besonderen den „Angesehenen“ das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut ist wie dem Petrus für die Beschnittenen - denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Beschnittenen gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden -, und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die „Säulen“ Ansehen genießen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen. Nur sollten wir an ihre Armen denken; und das zu tun, habe ich mich eifrig bemüht. Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war, bin ich ihm offen entgegengetreten, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte. Bevor nämlich Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen, pflegte er zusammen mit den Heiden zu essen. Nach ihrer Ankunft aber zog er sich von den Heiden zurück und trennte sich von ihnen, weil er die Beschnittenen fürchtete. Ebenso unaufrichtig wie er verhielten sich die anderen Juden, so dass auch Barnabas durch ihre Heuchelei verführt wurde. Als ich aber sah, dass sie von der Wahrheit des Evangeliums abwichen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller: Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, wie kannst du dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben? Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. 14 Jahre lang verkündete Paulus das Evangelium unter den Heiden. Was ihn jetzt aber umtreibt, ist eine drohende Spaltung zwischen ihm und den Aposteln in Jerusalem. Es ging um die Frage, ob die Heiden sich nach jüdischem Brauch beschneiden lassen müssen, wenn sie Christen werden. Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Obwohl er vor den „Angesehenen“ kein Blatt vor den Mund nimmt, ist ihm die Einheit mit den Aposteln wichtig. Paulus vertritt konsequent seine Meinung und bekommt schließlich von den Aposteln den Auftrag, weiterhin unter den Heiden zu missionieren, ohne dass diese sich beschneiden lassen müssen, sollten sie Christen werden. Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Ich kenne Mitbrüder, die den Namen des Bischofs im Hochgebet nicht mehr aussprechen. Sie wollen lieber ihr eigenes Ding machen und ihr selbst gebasteltes Evangelium verkünden, ohne in Einheit mit dem Bischof oder dem Papst zur katholischen Lehre zu stehen. Ich halte dies für falsch. Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Ich würde mir wünschen, dass die deutschen Bischöfe auf dem synodalen Weg glasklar auf dem Weg der katholischen Kirche gehen, ohne nicht immer irgendwo doch noch ein Schlupfloch für ihre eigenen Ziele zu suchen. Bild: exels-photo-33995240 / Mathias Reding
von ew • 6. Oktober 2026
Gal 1, 13-24 Dienstag, 27. Woche Ihr habt gehört, wie ich früher als gesetzestreuer Jude gelebt habe, und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte und zu vernichten suchte. In der Treue zum jüdischen Gesetz übertraf ich die meisten Altersgenossen in meinem Volk, und mit dem größten Eifer setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein. Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, mir in seiner Güte seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate; Ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück. Drei Jahre später ging ich nach Jerusalem hinauf, um Kephas kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. Von den anderen Aposteln habe ich keinen gesehen, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. 20Was ich euch hier schreibe - Gott weiß, dass ich nicht lüge. Danach ging ich in das Gebiet von Syrien und Zilizien. Den Gemeinden Christi in Judäa aber blieb ich persönlich unbekannt, sie hörten nur: Er, der uns einst verfolgte, verkündigt jetzt den Glauben, den er früher vernichten wollte. Und sie lobten Gott um meinetwillen. Ihr habt gehört, wie ich früher … gelebt habe. Paulus war ein Christenhasser, der seinesgleichen sucht. Er ließ Christen verhaften, fesseln, einkerkern, verhören, bedrohen und der Auspeitschung unterziehen, die in manchen Fällen nicht überlebt wurde. Dabei hat ihn das Zeugnis der verhörten Christen kein bisschen beeindruckt. Als aber Gott, … mir seinen Sohn offenbarte …. Als Gott die Welt erschuf, sprach er: Aus Finsternis soll nicht aufleuchten! Als Paulus Christus begegnete, erleuchtete das göttliche Licht sein dunkles Herz und Paulus wurde ein neuer Mensch. Paulus steht nun überwältigt vor der Geschichte seines Lebens und versteht nicht mehr, wie er früher gelebt und was er früher getan hat. Früher und heute. Vielleicht gibt es auch in ihrem Leben Dinge, Handlungen und Zeiten, auf die sie im Rückblick nicht sehr stolz sein können. Jesus ist immer bereit, mit Ihnen einen Neuanfang zu beginnen. Paulus sagt später einmal: Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. (Phil 3:13-14). Gehen Sie Beichten, machen Sie das, was eben noch gutzumachen ist wieder gut und gehen Sie dann voller Mut, Hoffnung und voller Selbstachtung mit Jesus in die Zukunft hinein. Vergessen Sie, was hinter Ihnen liegt und strecken Sie sich nach einer wunderbaren Zukunft mit Jesus aus. Bild: pexels-photo-18548118 / Harimadh av S