Hosea und die Beichte
Hos 14, 2-10 Freitag, 14 Woche
So spricht der Herr: 2Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld. 3Nehmt Worte der Reue mit euch, kehrt um zum Herrn und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld hinweg und nimm an, was gut ist: Anstelle von Stieren bringen wir dir unsere Lippen dar. 4Assur kann uns nicht retten, wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet ein Waisenkind Erbarmen. So spricht der Herr: 5Ich will ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt. 6Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es sprosst wie die Lotusblüte und seine Wurzeln schlägt wie der Líbanon. 7Seine Zweige sollen sich ausbreiten, sodass seine Pracht wie die des Ölbaums wird und sein Duft wie der des Líbanon. 8Die in seinem Schatten wohnen, bauen wieder Getreide an und sie sprossen wie der Weinstock, dessen Wein so berühmt ist wie der Wein vom Líbanon. 9Éfraim, was habe ich noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja, ich habe ihm geantwortet und achte auf ihn: Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht. 10Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen,
Ich habe den Eindruck, als ob Hosea hier einen Menschen beschreibt, der zur Beichte geht. Man erkennt Schritt für Schritt den Weg eines Menschen, der die Versöhnung mit Gott wieder sucht.
Vers 2: Denn du bist gestürzt.
Der Weg zur Beichte beginnt damit, dass ein Mensch erkennt, dass er gestürzt ist. Der Mensch realisiert: Ich bin gefallen und liege am Boden. Er erforscht sein Gewissen und fragt sich, warum dies gekommen ist.
Vers 3: Worte der Reue
Der Mensch bereut seine Tat. Wenn wir Reue empfinden, blicken wir zurück und wünschen uns, wir hätten uns in einer bestimmten Situation anders verhalten,
Vers 3: sagt zu ihm.
Die Sünde flüstert uns oft zu: Mach das mit dir selbst aus. Gott aber fordert uns auf, Worte zu finden und unsere Schuld auch auszusprechen.
Vers 3: Nimm alle Schuld weg
Wer beichtet, weiß, dass er sich nicht selbst lossprechen kann. Er bittet Gott darum, die Schuld zu vernichten.
Vers 4: Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten.
Ein gültiges Sakrament verlangt den guten Vorsatz. Wer beichtet, braucht den festen Willen, die Sünde und ihre Gelegenheiten künftig zu meiden.
Vers 4: Assur, Pferde und das Machwerk unserer Hände
In der Beichte sollten wir uns unserer Hautversuchungen bewusst sein.
- Assur steht für die fremde Macht, die mich kontrolliert und bestimmt. Flucht in Ablenkungen, Süchte, Abhängigkeiten.
- Pferde stehen für die militärische/eigene Kraft: Da ist der Stolz und der Irrglaube, man brauche Gott nicht, um gerettet zu werden.
- Das Werk der Hände steht für den Götzendienst: Karriere, Besitz, Geld …
Vers 5: Ich will ihre Untreue heilen.
Bei Hosea in der Lesung sagt Gott: Ich will ihre Untreue heilen und sie bereitwillig lieben.
In der Beichte spricht Gott durch den Priester zum Beichtenden: "Ich spreche dich los von deinen Sünden". Das Sakrament der Beichte heilt Wunden, die ich mir durch meine Sünden selbst zugefügt habe.
Vers 6: Ich werde für Israel da sein wie der Tau
Der Tau kommt leise in der Stille der Nacht. Die Gnade, die das Bußsakrament schenkt, entfaltet ihre Wirkung auch oft in der Stille. Nach einer Zeit merke ich, wie die Kraft der Versuchung schwindet und der Heilungsprozess eintritt.
Vers 10: Die Wege des Herrn.
An die beichte schließt sich der Vorsatz an: Ich will nun auf den Wegen des Herrn gehen.
Bild: Edgar Wunsch
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