Du aber bleibe
2 Tim 3, 10–17 Freitag, 9. Woche
10Du bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben und Streben, im Glauben, in der Langmut, der Liebe und der Ausdauer, 11in den Verfolgungen und Leiden, denen ich in Antióchia, Ikónion und Lystra ausgesetzt war. Welche Verfolgungen habe ich erduldet! Und aus allen hat der Herr mich errettet. 12Aber auch alle, die in der Gemeinschaft mit Christus Jesus ein frommes Leben führen wollen, werden verfolgt werden. 13Böse Menschen und Schwindler dagegen werden immer mehr in das Böse hineingeraten; sie sind betrogene Betrüger. 14Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; 15denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dich weise machen können zum Heil durch den Glauben an Christus Jesus. 16Jede Schrift ist, als von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17damit der Mensch Gottes gerüstet ist, ausgerüstet zu jedem guten Werk.
Du aber bleibe
Ein einziges Wort hat mich in der heutigen Lesung zutiefst angesprochen. Das Wort: „bleibe“. Als junger Kaplan hat mir ein Priesterpensionär einmal gesagt: "Bleibe! Wenn du vor jeder Schwierigkeit davonläufst, dann bist du den ganzen Tag nur immer unterwegs." Manchmal kann es eine Herausforderung sein, an dem Ort zu bleiben, an dem man lebt, und bei der Aufgabe zu bleiben, die einem übertragen ist. Es ist wichtig zu bleiben und nicht vor einer Aufgabe zu flüchten, auch dann, wenn es zur Sache geht.
Du aber bleibe
Dieses „Du aber“ setzt einen bewussten Kontrast zu der Welt ringsum. Liest man die Verse direkt davor, beschreibt Paulus eine Gesellschaft im Zerfall: Menschen, die egoistisch sind, den Schein der Frömmigkeit wahren, aber deren Kraft verleugnen, und Betrüger, die in die Irre gehen.
Inmitten dieses moralischen und geistlichen Strudels ist das „Bleiben“ kein passives Verharren, kein stures „Ausharren aus Gewohnheit“. Es ist ein aktiver Akt des Widerstands. Stehen zu bleiben, wenn alles wegläuft oder sich permanent dreht, erfordert enorme Kraft.
Du aber bleibe
Auch Jesus benutzt dieses Wort. Wir hören es in den Evangelien aus Jesu Mund, wenn er ruft und bittet: „Bleibt hier!" , „Bleibt in mir!" „Bleibt in meiner Liebe!"
Jesus ist immer in uns, aber eine andere Frage ist: Wo bin ich? Manchmal gehe ich eigene Wege und Jesus ruft voller Sehnsucht:
Bleibt hier!" „Bleibt in mir!" , „Bleibt in meiner Liebe!"
Der Christ muss mit seinem Herzen ständig bei Jesus sein, auf ihn hören und zu ihm gehören. Nur dann kann er sich vom Geist Christi lenken und leiten lassen.
Du aber bleibe
Wenn es „zur Sache geht“, zeigt sich, worauf unser Fundament steht. Das Bleiben schenkt uns eine wunderbare Freiheit: Wer weiß, bei wem er bleibt, muss vor nichts und niemandem mehr flüchten.
Bild: pexels-photo-32946075 / Küpra Arslaner
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