Spr 3, 27-35 Montag, 25. Woche
Mein Sohn, versag keine Wohltat dem, der sie braucht, wenn es in deiner Hand liegt, Gutes zu tun. Wenn du jetzt etwas hast, sag nicht zu deinem Nächsten: Geh, komm wieder, morgen will ich dir etwas geben. Sinne nichts Böses gegen deinen Nächsten, der friedlich neben dir wohnt. Bring niemand ohne Grund vor Gericht, wenn er dir nichts Böses getan hat. Beneide den Gewalttätigen nicht, wähle keinen seiner Wege; denn ein Gräuel ist dem Herrn der Ränkeschmied, die Redlichen sind seine Freunde. Der Fluch des Herrn fällt auf das Haus des Frevlers, die Wohnung der Gerechten segnet er. Die Zuchtlosen verspottet er, den Gebeugten erweist er seine Gunst. Die Weisen erlangen Ehre, die Toren aber häufen Schande auf sich
Für drei Tage tauchen wir in der Lesung in die Welt des Buches der Sprüche ein. Die heutige Lesung möchte zu einem liebevollen Umgang miteinander anregen.
Vers 27:
Es wird nicht gefordert, dass man sich völlig verausgabt, aber man soll den Bedürftigen geben, was er braucht.
Vers 28:
Die Lesung wandte sich zunächst an Menschen, die geben konnten, aber nicht geben wollten. Nun sind jene angesprochen, die sofort geben könnten, aber erst später geben wollen. Vielleicht wollten manche den anderen demütigen, um ihm seine Abhängigkeit zu zeigen. Oder man hofft, dass er seine Not inzwischen bei anderen lösen konnte und man ihn durch den Aufschub auf bequeme Weise loswurde. Die Lesung aber sagt: Wenn du kannst, dann gib sofort.
Vers 29:
Gib auf deine Gedanken acht, denn aus Gedanken werden Taten.
Vers 30:
Nun soll verhindert werden, dass aus bösen Gedanken böse Taten folgen. Die Anklage ist frei erfunden. Irgendein Anklagepunkt wird sich aber schon finden. Wenn sich nichts findet, dann hat man den anderen wenigstens in Unruhe versetzt.
Vers 31:
Die Rücksichtslosen werden schnell reich. Die Lesung mahnt uns darum: Sei nicht neidisch. Wo nämlich der Neid auf den Gewalttätigen schielt, besteht bald die Gefahr, dass man selbst gewalttätig wird.
Spr 21, 1-6.10-13 Dienstag, 25. Woche
Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn; er lenkt es, wohin er will. Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der Herr prüft die Herzen. Gerechtigkeit üben und Recht ist dem Herrn lieber als Schlachtopfer. Hoffart der Augen, Übermut des Herzens - die Leuchte der Frevler versagt. Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel. Wer Schätze erwirbt mit verlogener Zunge, jagt nach dem Wind, er gerät in die Schlingen des Todes. Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen. Muss der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an. Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt. Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.
Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs
Die Bauern konnten durch ein Bewässerungssystem nach Bedarf das Wasser dorthin leiten, wo es gebraucht wurde, damit das trockene Land fruchtbar wurde und die Pflanzen gedeihen konnten.
Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs.
Ein König hat dafür zu sorgen, dass sein Land gedeiht und dass es seinem Volk gut geht. So wie der Bauer das Wasser dorthin lenkt, wo es gebraucht wird, so möchte Gott auch das Herz des Königs lenken. Er soll die Not des Volkes sehen und eingreifen, wo es nötig ist. Ein König soll mit einem guten Herzen das Land voranbringen und Wohlstand und Frieden ermöglichen.
Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs.
Für mich ist es ein schöner Gedanke, dass Gott die Herzen der Menschen lenken möchte. Bitte Gott, lenke auch mein Herz. Wie ein Wasserbach sei das Herz von Pfarrer Edgar Wunsch in deiner Hand. Lenke es, wohin du willst.
Wie ein Wasserbach ist das Herz von …
Möchten Sie, dass Gott auch Ihr Herz lenkt? Wenn Sie Gott das Lebensruder übergeben, dann werden Sie selbst und die Menschen um Sie herum zufriedener, friedvoller und glücklicher.Neuer Text
Spr 30, 5-9 Mittwoch, 25. Woche
Jede Rede Gottes ist im Feuer geläutert; ein Schild ist er für alle, die bei ihm sich bergen. Füg seinen Worten nichts hinzu, sonst überführt er dich, und du stehst als Lügner da. Um zweierlei bitte ich dich, versag es mir nicht, bevor ich sterbe: Falschheit und Lügenwort halt fern von mir; gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, das mir nötig ist, damit ich nicht, satt geworden, dich verleugne und sage: Wer ist denn der Herr?, damit ich nicht als Armer zum Dieb werde und mich am Namen meines Gottes vergreife.
Ein Schild ist er.
Je mehr der Mensch die Begrenztheit seiner Gotteserkenntnis einsieht, desto dankbarer ist er dafür, dass Gott sich ihm geschichtlich offenbart hat, und desto fester hält er sich an Gottes Wort. Je mehr der Mensch die Fülle Gottes erkennt, desto mehr fühlt er sich zu Gott hingezogen.
Ein Schild ist er.
Bei Gott kann man seine Fragen abgeben und Antworten empfangen, die weiterhelfen. Bei Gott kann man sich bergen und man wird erleben, dass Gott ein schützender Schild ist. Ein Schild gegen den beängstigenden Ansturm der Welt, ein Schild gegen die Vorwürfe der Spötter, ein Schild gegen die Verzweiflung.
Füg seinen Worten nichts hinzu
Eigentlich ist es ja nicht zu erwarten, dass der Mensch die Vermessenheit entwickelt, Gottes Wort etwas hinzuzufügen. Aber es gehört wohl zum Wesen des Menschen, dass er, sobald er wieder etwas Oberwasser hat, versucht, Gott gleich zu werden. Er interpretiert, ergänzt oder verwirft dann das Wort Gottes. Aber die Worte Gottes sind so anzuerkennen, wie sie von ihm gemeint sind.
Füg seinen Worten nichts hinzu
Es ist den Menschen jedoch nicht zu raten, Gottes Wort umzubiegen, denn Gott wird den Menschen zur Rechenschaft ziehen und ihn der Lüge überführen. Und dann steht jener, der eben noch weiser und klüger als Gott erscheinen wollte, als Lügner da.
(Vergleiche: Wuppertaler Studienbibel, das Buch der Sprüche)

