Epeser
Eph 1, 1-10 Donnerstag, 28. Woche
Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus, die an Christus Jesus glauben. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.
An die Heiligen in Ephesus.
Das ist aber eine komische Briefanrede. Paulus schreibt nicht an die Brüder und Schwestern in Ephesus, sondern an die Heiligen in Ephesus. Die Gläubigen beim nächsten Gottesdienst würden nicht schlecht staunen, wenn ich sie mit „Lieben Heilige“ anreden würde anstatt mit „Liebe Schwestern und Brüder“.
An die Heiligen in Ephesus.
Im Grunde genommen ist nur Gott allein heilig. Das, was für Paulus jemanden zum Heiligen macht, ist jemand, der an Jesus Christus glaubt. Ein Heiliger ist jemand, der glaubt, dass Jesus gelebt, am Kreuz für uns gestorben und aus dem Grab heraus auferstanden ist.
An die Heiligen in Ephesus.
Ein Christ wird zu einem Heiligen, wenn er in Verbindung mit Jesus Christus steht. Die Heiligen sind also nicht nur im Himmel, sondern auch auf der Erde. Heilige sind nicht religiöse Superhelden oder kirchliche Idealmenschen, sondern jene, die versuchen, Christus in ihrem Leben einen immer größeren Raum zu geben.
Eph 1, 11-14 Freitag, 28. Woche
Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt und eingesetzt nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt; wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben. Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt. Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.
Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt.
Ein Testament wird erst dann bekannt gegeben und eröffnet, wenn jemand verstorben ist. Weil Jesus am Kreuz für dich gestorben ist, ist auch sein Testament nun rechtsgültig. Herzlichen Glückwunsch.
Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt.
Von Gott kann man viel erben. Die Freuden des Himmels, die Gemeinschaft unter den Heiligen, den Frieden seiner Gegenwart, den Platz im Himmel, der schon seit Ewigkeit für mich vorherbestimmt ist, das ewige Leben ohne Langeweile.
Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt.
Die Aussage dieses Verses übersteigt doch unsere kühnsten Erwartungen.
Wir sind als Erben bereits in das Testament Gottes eingesetzt. Alles, was Gott hat und ist, werden wir erben. Gott bietet dir ein großartiges Erbe an und du musst jetzt entscheiden, ob du es annimmst oder ausschlägt.
Eph 1, 15-23 Samstag, 28. Woche
Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke. Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat, hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird. Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.
Eure Liebe zu allen Heiligen.
Ich finde es interessant, dass Paulus in dieser Bibelstelle den Christen in Ephesus nicht für ihre Liebe zu Gott, sondern für ihre Liebe zu allen Heiligen dankt. Wer sind diese Heiligen? Vergangenen Donnerstag habe ich bereits darauf hingewiesen, dass für Paulus ein Christ zu einem Heiligen wird, wenn er in Verbindung mit Jesus Christus steht.
Eure Liebe zu allen Heiligen.
Paulus dankt für die Liebe, welche alle Christen in Ephesus untereinander haben. Die Sicherheit dafür, dass wir Gott lieben, besteht also darin, dass wir alle unsere Brüder und alle unsere Schwestern im Glauben lieben auch jene, die uns nicht gerade sympathisch sind
Eure Liebe zu allen Heiligen.
Wir sind alle geneigt, einen Kreis selbst unter den Heiligen Gottes zu ziehen, solche zu haben, die wir bevorzugen, deren Gedanken, Gefühle und Gewohnheiten mehr oder weniger die unseren sind oder die uns wenigstens nicht groß üben. Aber das ist nicht die Liebe zu allen Heiligen. Das ist weit eher Liebe zu uns als Liebe zu ihnen
(William Kelly https://www.bibelstudium.de)
Eph 2, 1-10 Montag, 29. Woche
Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden. Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist. Zu ihnen gehörten auch wir alle einmal, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen. Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet. Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben. Dadurch, dass er in Christus Jesus gütig an uns handelte, wollte er den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum seiner Gnade zeigen. Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann. Seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat.
Gnade.
Das Wort „Gnade“ ist ein typisch christlicher Begriff, aber was bedeutet dieses Wort? Was bedeutet es, wenn wir beten: Gott schenk mir deine Gnade?
Mir gefällt, was Joachim Brenner auf seiner Homepage „jesusimpul-se.de“ schreibt.
Gnade.
Gnade ist Gottes Kraft, die wir umsonst empfangen – die uns also nichts kostet, außer dass wir auf Gott vertrauen müssen – und die es uns erlaubt, mit Leichtigkeit das zu tun, was wir bei aller Mühe und Anstrengung aus eigener Kraft nie tun könnten. Vertraue auf Gott. Er will dir heute seine Gnade schenken.
Gnade.
Gott hat so viel Gnade, wie du willst, und er hat viel mehr als das. Der Herr hat so viel Gnade, wie ein ganzes Universum benötigt, aber er hat weitaus mehr. Er fließt über: Alle Forderungen, die jemals an die Gnade Gottes gestellt werden können, werden ihn niemals ärmer machen oder auch nur seinen Vorrat an Barmherzigkeit verringern.
Gnade
Gott, schenke mir heute deine Gnade.
Eph 2, 12-22 Dienstag, 29. Woche
Einst wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen; ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt. Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile - Juden und Heiden - und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen. Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.
Von Christus getrennt.
Von Christus getrennt zu sein ist für mich ein schrecklicher Zustand, den ich mir gar nicht ausmalen möchte. Ich möchte niemals von Christus getrennt sein. Im Gegenteil, ich möchte mich Tag für Tag inniger mit ihm verbinden, bis ich eines Tages, so wie Paulus sagt: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus in mir lebt.
Von Christus getrennt.
Ohne Christus, der den Tod besiegt hat, hätte mein Leben keinen Sinn. Ohne Christus würde ich wohl jedem Vergnügen nachjagen und das tun, was Paulus in 1Kor 15,32 sagt: Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot.
Von Christus getrennt.
Ohne Christus hätte ich keine Hoffnung auf eine gute Zukunft. Dann müsste ich zugeben, dass die „Letzte Generation“ recht hat und die Erde bald zugrunde geht. Aber Christus hat versprochen, dass er am Ende der Zeiten einen neuen Himmel und eine neue Erde den Menschen schenken wird.
Von Christus getrennt.
Ohne Christus hätte meine zölibatäre Lebensweise keinen Sinn. Ohne Christus wäre ich ein armer Hund. Ohne Christus hätte ich mein Leben sinnlos verplempert.
Von Christus getrennt.
Niemals bin ich von Christus getrennt. Er ist der Grund und der tiefste Sinn meines Lebens. Er hat versprochen, mit mir zu gehen Tag für Tag und Schritt für Schritt. Daran halte ich mich fest. Einmal werde ich ihn, Christus, so wie es im Hochgebet steht, von Angesicht zu Angesicht sehen - und darauf freue ich mich sehr.
Eph 3, 2-12 Mittwoch, 29. Woche
Ihr habt gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt, das ich soeben kurz beschrieben habe. Wenn ihr das lest, könnt ihr sehen, welche Einsicht in das Geheimnis Christi mir gegeben ist. Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium. Ihm diene ich dank der Gnade, die mir durch Gottes mächtiges Wirken geschenkt wurde. Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade geschenkt: Ich soll den Heiden als Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen und enthüllen, wie jenes Geheimnis Wirklichkeit geworden ist, das von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war. So sollen jetzt die Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs durch die Kirche Kenntnis erhalten von der vielfältigen Weisheit Gottes, nach seinem ewigen Plan, den er durch Christus Jesus, unseren Herrn, ausgeführt hat. In ihm haben wir den freien Zugang durch das Vertrauen, das der Glaube an ihn schenkt.
Den Reichtum Christi verkündigen.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass meine Oma einen Vorwerk Staubsauger besaß. In Abständen kamen Vertreter zu ihr, um das gute Stück zu warten. Nach dem Tode meiner Oma Anna klingelte dann der Vorweg Vertreter nicht mehr bei meiner Oma, die im zweiten Stock wohnte, sondern bei uns im ersten Stock. Ich erinnere mich noch heute an diesen Staubsaugervertreter. Es war ein sehr freundlicher Mann, der es ausgezeichnet verstand die Vorzüge von Vorwerk anzupreisen. Ich weiß nicht wie meine Oma damals an diesen Staubsauger kam, aber für uns war er einfach zu teuer.
Den Reichtum Christi verkündigen.
Als ich wieder einmal an meinem Auto im Hof schraubte, kam der Vorwerk-Vertreter wieder um mir wiederholt die Vorzüge seines Staubsaugers anzupreisen. Ich weiß nicht wie lange wir diskutierten, aber am Ende hatte ich keine Argumente mehr gegen einen Vorwerk-Staubsauger, denn die Geräte waren und sind top. Aber wir hatten bereits einen Staubsauger und benötigten keinen zweiten.
Den Reichtum Christi verkündigen.
In meiner Not zeigte ich auf meinen alten R4, an dem ich gerade den Rost entfernte und sagte zu dem Vertreter: Sehen sie, man kann mit einem Mercedes fahren oder aber auch mit einem R4. Ich liebe meinen R4 und bleibe bei diesem Auto. Wir lieben unseren alten Staubsauger und bleiben dabei und brauchen auch keinen neuen. Dieses Argument hat der Vertreter dann schließlich akzeptiert und sich freundlich verabschiedet.
Es ist erstaunlich, dass ich mich noch nach über 40 Jahren an diese Begegnung erinnere. Der Name Vorwerk erinnert mich an viele Dinge. An meine Oma, an ihren Staubsauger, an meinen alten R4, und an den freundlichen Vertreter.
Den Reichtum Christi verkündigen.
Ich wünsche mir für unsere Kirche Menschen, die den Mut aufbringen den Reichtum Christi zu verkündigen. Menschen, die nicht gleich aufgeben, wenn sie auf Widerstand stoßen, sondern einfach freundlich und mit innerem Selbstbewusstsein das Evangelium verkünden. Auch wenn der Samen nicht gleich aufgeht, so wird er doch, wenn wir freundlich und mit Überzeugung das Evangelium verkünden eines Tages Früchte bringen.
Eph 3, 14-21 Donnerstag, 29. Woche
Ich beuge meine Knie vor dem Vater, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird, und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können, er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.
Ich beuge meine Knie vor dem Vater
Menschen, die sich mit anderen in Verbindung setzen, tun dies nicht nur mit Worten. Sie benutzen die Hände für Gesten, die das Gesagte unterstreichen. Das Gesicht spiegelt ausdrucksstark wider, was mit Worten gemeint ist und welchen Wert sie für den Redenden haben. Kommunikation, so kann man sagen, geschieht immer mit dem ganzen Leib, nicht nur mit Worten.
Ich beuge meine Knie vor dem Vater
Das gilt auch für die Kommunikation mit Gott, das Gebet. Was wir sagen, drücken wir nicht nur in Worten aus, sondern mit unserem ganzen Leib. Manchmal geschieht Gebet sogar ganz ohne Worte. Wie auch zwischen uns Menschen. Spätestens dann wird klar: Das meine ich wirklich.
In fast allen Religionen gibt es die Geste des Verneigens, der Verbeugung, des Niederkniens oder sich Niederwerfens. Auch in der katholischen Liturgie kommen diese Gesten vor. Aber das Knien in der Messe hat eine kleine, aber sehr wichtige Besonderheit.
Ja, wir machen uns klein. Aber nicht in erster Linie VOR unserem Gott. Sondern MIT unserem Gott.
Ich beuge meine Knie vor dem Vater
Während in den meisten Religionen das Knien und oft die damit verbundene Verbeugung ein Zeichen besonderer Demut und Selbsterniedrigung ist, knien die Christen mit aufrechtem Oberkörper. Zumindest in den katholischen Gottesdiensten ist das gemeinsame Knien in der Messe kein Zeichen der Erniedrigung – unser Haupt bleibt erhoben, wir demütigen uns nicht selbst und drücken nicht unsere Stirn in den Staub. Ja, wir machen uns klein – aber nicht in erster Linie VOR unserem Gott – sondern MIT unserem Gott.
Ich beuge meine Knie vor dem Vater
Denn das Knien in der Messe geschieht in dem Augenblick, in dem Gott sich herabbeugt und leiblich gegenwärtig wird in Brot und Wein. Gott macht sich klein, um mir zu begegnen. Persönlich kann dieser Augenblick durch eine persönliche Regung ergänzt werden (auch in einer zusätzlichen Verneigung); aber als ganze Gottesdienstgemeinde zeigt uns der Priester die Hostie und den Kelch und erwartet somit, dass wir unseren Blick erheben, nicht senken. Dass wir uns (im Knien) aufrichten, weil Gott sich ja klein macht, um uns zu erheben. Nicht um uns zu demütigen.
Ich beuge meine Knie vor dem Vater
Nach dem ersten Knien in der Messe (während der Wandlung) folgt noch ein zweites, allgemeines Hinknien, wenn es heißt „Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt!“ Ein Knien in diesem Augenblick hat durchaus auch eine demutsvolle Bedeutung: Ja, ich bin ein Sünder. Aber immer verbunden mit: „…aber sprich nur ein Wort, dann wird meine Seele gesund!“
Nie ist ein Mensch größer, als wenn er seine Knie beugt.
Ich beuge meine Knie vor dem Vater
In manchen Gemeinden wird zum Empfang oder zumindest nach der Kommunion ein drittes Mal das Knien gepflegt. Vor der Kommunion bzw. zum Kommunionempfang hat es die gleiche Bedeutung wie während der Wandlung: Gott macht sich klein, um zu mir zu kommen, so mache ich es IHM nach. Und knie mich hin. Denn das ist ja Erlösung: Durch Gottes Gegenwart IHM gleichgestaltet zu werden.
Entnommen: https://gut-katholisch.de/sakramente/warum-knien-sich-katholiken-in-der-messe-hin/)
Eph 4, 1-6 Freitag, 29. Woche
Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.
Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren.
Zusätzlich kann es aber auch personell abgegrenzte Gemeinschaften von Gläubigen geben, die weitere Gemeindeteams bilden können. So kann zum Beispiel eine personell abgegrenzte Gemeinschaft von Gläubigen rund um unser neues Kloster in Tiefenbronn gebildet werden.
Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren.
Zusätzlich können weitere Teams gebildet werden.
Kirchortteams übernehmen spezifische Aufgaben an einzelnen Orten.
Kompetenzteams übernehmen spezifische Aufgaben im Bereich der ganzen Pfarrei.
Einheit?
Mache Gemeinden haben den Sprung in die Seelsorgeeinheit noch nicht geschafft und müssen nun sich einfügen in die große Kirchengemeinde neu. Ich vermute, dass wir das Wort „Einheit“ in der Zukunft streichen können und dass jede einzelne Gemeinde nun wieder ihr eigenes Gemeindeteam bilden und ihr eigenes Ding machen wird.
Eph 4, 7-16 Samstag, 29. Woche
Jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat. Deshalb heißt es: Er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke. Wenn er aber hinaufstieg, was bedeutet dies anderes, als dass er auch zur Erde herabstieg? Derselbe, der herabstieg, ist auch hinaufgestiegen bis zum höchsten Himmel, um das All zu beherrschen. Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen. Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt. Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt. Durch ihn wird der ganze Leib zusammengefügt und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut.
Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten
Wahrheit und Liebe sind Gegensätze, die man manchmal nur schwer zusammenbringen kann. Soll ich den anderen in Liebe ertragen und lieber den Mund halten und problematische Dinge nicht ansprechen?
Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten
Soll ich Klartext reden und auch einmal ungeschminkt die Wahrheit sagen, auch wenn daraus ein Streit entstehen könnte? Vielleicht bringt es aber auch einen Schritt weiter, wenn ich versuche Probleme in Liebe anzusprechen.
Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten
Schicke mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Antoine de Saint-Exupery
Eph 4, 32 - 5, 8 Montag, 30. Woche
Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder, und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt. Von Unzucht aber und Schamlosigkeit jeder Art oder von Habgier soll bei euch, wie es sich für Heilige gehört, nicht einmal die Rede sein. Auch Sittenlosigkeit und albernes oder zweideutiges Geschwätz schickt sich nicht für euch, sondern Dankbarkeit. Denn das sollt ihr wissen: Kein unzüchtiger, schamloser oder habgieriger Mensch - das heißt kein Götzendiener - erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes. Niemand täusche euch mit leeren Worten: All das zieht auf die Ungehorsamen den Zorn Gottes herab. Habt darum nichts mit ihnen gemein! Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts.
Bei meinen Indienaufenthalten durfte ich auch immer am Grab von Mutter Teresa vorbeischauen. In einem kleinen Nebenraum hängen einige Zitate von ihr:
- „Es geht nicht darum, wie viel wir tun, sondern darum, dass wir es mit Liebe tun.”
- „Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.”
Zu einer Auslegung des Epheserbriefes hat sie geschrieben:
Seid gütig zueinander
Wir predigen, wie sehr Gott uns annimmt, versteht und verzeiht. Doch sind wir dafür das lebendige Beispiel? Sieht man bei uns diese lebendige Offenheit, dieses lebendige Verständnis, und dieses lebendige Verzeihen? Seien wir aufrichtig in unseren gegenseitigen Beziehungen. Haben wir den Mut, einander anzunehmen, wie wir sind. Seien wir nicht erstaunt über unser Versagen oder das der anderen und räumen wir ihm keinen zu großen Platz ein.
Seid gütig zueinander
Schauen wir vielmehr auf das Gute, das in jedem von uns ist. Erspüren wir es, denn jeder von uns wurde nach dem Bild Gottes geschaffen. Wappnen wir uns mit viel Geduld gegenüber unseren Fehlern und unserem Versagen. Bediene dich deiner Zunge nur um des Wohles der anderen willen, denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Wir müssen zuerst etwas im Herzen tragen, bevor wir etwas geben können.
Eph 5, 21-33 Dienstag, 30. Woche
Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn; denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen. Ihr Männer, liebt eure F rauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen. So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos. Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Keiner hat je seinen eigenen Leib gehasst, sondern er nährt und pflegt ihn, wie auch Christus die Kirche. Denn wir sind Glieder seines Leibes. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche. Was euch angeht, so liebe jeder von euch seine Frau wie sich selbst, die Frau aber ehre den Mann.
Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn;
Das ist nun diese Stelle, die wirklich oft falsch verstanden wird. Es geht ja um Unterordnung. Ihr Frauen, ordnet euch den Männern unter, wie dem Herrn. Dieses WIE ist entscheidend.
Ihr Frauen ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn;
Diese Unterordnung soll so sein, dass die Frau (aber es ist ja gegenseitig) Christus im Mann sieht. Und dann kommt die Erklärung: Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist. Dieses wie ist entscheidend. Und wie ist Christus das Haupt der Kirche?
Die Antwort finden wir am Kreuz. Christus hat sich für seine Kirche kreuzigen lassen. Er hat sich für diese Kirche total hingegeben. Das Haupt, Christus, hat sich an den Leib ausgeliefert, verschenkt, geopfert.
Ihr Frauen ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn;
Und da hört sich dieser Satz ganz anders an. Der Mann ist das Haupt der Frau, wie Christus das Haupt der Kirche ist. Er hat sie gerettet, denn die Kirche ist sein Leib. Aber wodurch? Christus hat sein Leben für seine Kirche riskiert. Und so soll auch der Mann sein Leben für seine Frau riskieren. So soll ein Mann seine Frau lieben. Er soll sich für sie hingeben und wenn es ein soll, dann soll er sich für sie kreuzigen lassen.
Ihr Frauen ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn;
Und wenn der Mann sich (so wie Christus sich für seine Kirche eingesetzt hat) für seine Frau einsetzt dann wird sich eine Frau leichttun sich unterzuordnen, im Sinne von Vertrauen und Hingabe.
Für Christus war die Kirche, sein mystischer Leib, wichtiger als sein eigenes Leben. Für einen Mann soll das Leben seiner Frau wichtiger sein als sein eigenes.
Ihr Frauen ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn;
Christus hat uns zuerst geliebt. Und ein Gott, der sich für mich hingibt und ausliefert, dem kann ich vertrauen.
Und einem Mann, der sich für mich hingibt und sich für mich ausliefert, dem kann eine Frau vertrauen.
Liebe ist nichts anderes als totale Hingabe. Ich möchte, dass du glücklich wirst und dafür gehe ich für dich ans Kreuz.
(Pater Hans Buob)
Eph 6, 10-20 Donnerstag, 30. Woche
Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn! Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen, auch für mich: dass Gott mir das rechte Wort schenkt, wenn es darauf ankommt, mit Freimut das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden, als dessen Gesandter ich im Gefängnis bin. Bittet, dass ich in seiner Kraft freimütig zu reden vermag, wie es meine Pflicht ist.
Darum legt die Rüstung Gottes an
Wie viele Kriege und Konflikte gibt es derzeit auf der Erde? Es sind viel zu viele. Papst Franziskus sprach vor einiger Zeit sogar davon, dass wir derzeit sogar schon einen dritten Weltkrieg erleben. Es sei ein Weltkrieg auf Raten.
Darum legt die Rüstung Gottes an.
Fassungslos starrte ich vor einiger Zeit auf den Bildschirm, als der Iran Hunderte von Raketen auf Israel abgefeuert hat. Die Lichtbahnen der Raketen waren zu verfolgen. Ich verstehe nicht, wie ein vernünftig denkender Mensch mit Waffen auf andere Länder und andere Menschen schießen kann.
Darum legt die Rüstung Gottes an.
Die Schriftlesung heute sagt uns, dass wir Christen auch mit Waffen kämpfen sollen. Aber die Waffen Gottes sind so völlig anders als die Waffen der Menschen. Es sind Waffen der Liebe die dem Frieden und dem Wohl der Menschen dienen. Die wichtigste Waffe Gottes wird ganz am Schluss genannt. Es ist das Gebet. Paulus sagt: Hört nicht auf, zu beten und zu flehen!
Hört nicht auf, zu beten und zu flehen!
Wenn wir den Rosenkranz beten, dann gleiten Kugeln durch unsere Finger. Es sind Gebetskugeln die uns helfen an der Hand der Muttergottes für den Frieden in der Welt zu beten.


