Zur Freiheit berufen

ew • 12. Oktober 2026

Gal 4, 22-24.26-27.31 - 5, 1        Montag, 28. Woche       

In der Schrift wird gesagt, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien. Der Sohn der Sklavin wurde auf natürliche Weise gezeugt, der Sohn der Freien aufgrund der Verheißung. Darin liegt ein tieferer Sinn: Diese Frauen bedeuten die beiden Testamente. Das eine Testament stammt vom Berg Sinai und bringt Sklaven zur Welt; das ist Hagar - Das himmlische Jerusalem aber ist frei, und dieses Jerusalem ist unsere Mutter. 7Denn es steht in der Schrift: Freu dich, du Unfruchtbare, die nie geboren hat, brich in Jubel aus und jauchze, die du nie in Wehen lagst! Denn viele Kinder hat die Einsame, mehr als die Vermählte. Daraus folgt also, meine Brüder, dass wir nicht Kinder der Sklavin sind, sondern Kinder der Freien. Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!


Zur Freiheit hat uns Christus befreit.

Wer Christus erkannt hat, wird auch erkennen, dass die Gebote nicht als eine drückende Last, als Zwang und knechtende Forderung gegeben sind, sondern darum, dass es mir gut geht. Ich möchte die Gebote Gottes gerne erfüllen, nicht unter Zwang, sondern aus Liebe.


Lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!

Wir haben in unseren Tagen einen komischen Begriff von Freiheit. Freiheit bedeutet für manche: Ich kann tun und lassen, was ich möchte. Aber das ist ein kopfloses Streben nach Freiheit. Freiheit braucht auch Grenzen, Regeln und Gesetze. Die Jagd unserer Spaßgesellschaft nach einer ungezügelten Freiheit legt den Menschen auch ein drückendes Joch der Knechtschaft auf.


Bild: pexels-photo-17379253 / Mateusz Mierzejewski

Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew • 12. Oktober 2026
Gal 5, 1-6 Dienstag, 28. Woche Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! Hört, was ich, Paulus, euch sage: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen. Ich versichere noch einmal jedem, der sich be-schneiden lässt: Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Wenn ihr also durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der Gnade herausgefallen. Wir aber erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und aufgrund des Glaubens. Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glau-ben zu haben, der in der Liebe wirksam ist. Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen. Die Christen im Gebiet der Galater waren immer noch auf der Suche nach ihrer Identität. Sie waren wohl Christen geworden, hielten aber immer noch an den jüdischen Bräuchen fest und waren nun kurz davor, die Praxis der Beschneidung wieder aufzunehmen. Irgendwie saßen sie zwischen den Stühlen. Sie wollten zwar Christen sein, schielten aber mit einem Auge immer noch nach dem Glauben der Väter. Christus wird euch nichts nützen. Die Galater von damals sind den heutigen Christen nicht fern. Auch heute mangelt es an einer positiven Entschiedenheit für Christus. Ein wenig christliche Meditation und ein wenig Buddhismus passen aber nicht zusammen. Was würde wohl eine Ehefrau antworten, deren Ehe-mann ihr am Tag der Hochzeit sagt: Ich bin ganz für dich da, aber eine Woche im Jahr, da möchte ich doch frei sein und auch einmal eine ande-re Frau gern haben. Genauso verhalten sich manche Christen heute. Ein wenig Christus geht nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Bild: pexels-photo-12181936 / My / Beyza Efe
von ew • 9. Oktober 2026
Gal 3, 22-29 Samstag, 27. Woche Die Schrift hat alles der Sünde unterworfen, damit durch den Glauben an Jesus Christus die Verheißung sich an denen erfüllt, die glauben. Ehe der Glaube kam, waren wir im Gefängnis des Gesetzes, festgehalten bis zu der Zeit, da der Glaube offenbart werden sollte. So hat das Gesetz uns in Zucht gehalten bis zum Kommen Christi, damit wir durch den Glauben gerecht gemacht werden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dieser Zucht. Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid „einer“ in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung. Ihr habt Christus als Gewand angelegt. Wenn ich mir das nächste Mal vor der heiligen Messe die Albe (langes weißes Gewand) anziehe, dann möchte ich an diesen Vers denken. Ihr habt Christus als Gewand angelegt. Die Albe reicht mir vom Hals bis zu den Knöcheln und bedeckt meinen Leib fast vollständig. Nur jene Körperteile, die zur Kommunikation notwendig sind (Kopf und Hände), bleiben unbedeckt. Ihr habt Christus als Gewand angelegt. In Römer 13,14 sagt Paulus: „Zieht den Herrn Jesus Christus an.“ Meine größte Sehnsucht ist, dass ich nichts anderes verkörpere als Jesus Christus selbst. Er soll nicht nur in mir leben, sondern durch mein Leben soll sichtbar werden, dass ich nicht mehr mir gehöre, sondern Christus. Ich spüre aber bis in die Knochen hinein, dass da noch einiges an Arbeit vor mir liegt. Bild: pexels-photo-10619928 / Ron Lach
von ew • 9. Oktober 2026
Gal 3, 6-14 Freitag, 27. Woche Von Abraham wird gesagt: Er glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Daran erkennt ihr, dass nur die, die glauben, Abrahams Söhne sind. Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Heiden aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im Voraus verkündet: Durch dich sollen alle Völker Segen erlangen. Also gehören alle, die glauben, zu dem glaubenden Abraham und werden wie er gesegnet. Alle aber, die nach dem Gesetz leben, stehen unter dem Fluch. Denn in der Schrift heißt es: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was zu tun das Buch des Gesetzes vorschreibt. Dass durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht wird, ist offenkundig; denn: Der aus Glauben Gerechte wird leben. Das Gesetz aber hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben. Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht in der Schrift: Verflucht ist jeder, der am Pfahl hängt. Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Heiden durch ihn der Segen Abrahams zuteil wird und wir so aufgrund des Glaubens den verheißenen Geist empfangen. Also gehören alle, die glauben, zu dem glaubenden Abraham und werden wie er gesegnet. Das ist ein wichtiger Gedanke, den uns Paulus hier vorlegt. Er beruft sich zunächst auf Abraham und sagt, dass niemand automatisch zu Abraham gehört, der lediglich körperlich beschnitten wurde. Ein Sohn Abrahams wird man nicht durch eine äußere Beschneidung, sondern durch eine "Herzensbeschneidung", das meint durch den Glauben. Die Glaubensgemeinschaft mit dem Stammvater ist nicht nur ein formaler Akt. Es gehört auch ein Glaube dazu. Taufe und Glaube Diese Gedanken können wir eins zu eins auf eine heutige Situation überragen. Auch die Taufe ist (noch) für zu viele lediglich ein formaler Akt der Kirchenaufnahme. Zu oft ist die Taufe verbunden mit einem fehlenden Glauben an Christus. Im Römerbrief (Röm 10,9) steht: Wenn du in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Zum Christen wird man durch den Glauben an Christus und nicht durch einen formalen Akt der Taufe. Bild: pexels-photo-33995240 / Ron Lach
von ew • 6. Oktober 2026
Gal 2, 1-2.7-14 Mittwoch, 27. Woche Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit. Ich ging hinauf aufgrund einer Offenbarung, legte der Gemeinde und im besonderen den „Angesehenen“ das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut ist wie dem Petrus für die Beschnittenen - denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Beschnittenen gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden -, und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die „Säulen“ Ansehen genießen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen. Nur sollten wir an ihre Armen denken; und das zu tun, habe ich mich eifrig bemüht. Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war, bin ich ihm offen entgegengetreten, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte. Bevor nämlich Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen, pflegte er zusammen mit den Heiden zu essen. Nach ihrer Ankunft aber zog er sich von den Heiden zurück und trennte sich von ihnen, weil er die Beschnittenen fürchtete. Ebenso unaufrichtig wie er verhielten sich die anderen Juden, so dass auch Barnabas durch ihre Heuchelei verführt wurde. Als ich aber sah, dass sie von der Wahrheit des Evangeliums abwichen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller: Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, wie kannst du dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben? Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. 14 Jahre lang verkündete Paulus das Evangelium unter den Heiden. Was ihn jetzt aber umtreibt, ist eine drohende Spaltung zwischen ihm und den Aposteln in Jerusalem. Es ging um die Frage, ob die Heiden sich nach jüdischem Brauch beschneiden lassen müssen, wenn sie Christen werden. Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Obwohl er vor den „Angesehenen“ kein Blatt vor den Mund nimmt, ist ihm die Einheit mit den Aposteln wichtig. Paulus vertritt konsequent seine Meinung und bekommt schließlich von den Aposteln den Auftrag, weiterhin unter den Heiden zu missionieren, ohne dass diese sich beschneiden lassen müssen, sollten sie Christen werden. Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Ich kenne Mitbrüder, die den Namen des Bischofs im Hochgebet nicht mehr aussprechen. Sie wollen lieber ihr eigenes Ding machen und ihr selbst gebasteltes Evangelium verkünden, ohne in Einheit mit dem Bischof oder dem Papst zur katholischen Lehre zu stehen. Ich halte dies für falsch. Ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Ich würde mir wünschen, dass die deutschen Bischöfe auf dem synodalen Weg glasklar auf dem Weg der katholischen Kirche gehen, ohne nicht immer irgendwo doch noch ein Schlupfloch für ihre eigenen Ziele zu suchen. Bild: exels-photo-33995240 / Mathias Reding
von ew • 6. Oktober 2026
Gal 1, 13-24 Dienstag, 27. Woche Ihr habt gehört, wie ich früher als gesetzestreuer Jude gelebt habe, und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte und zu vernichten suchte. In der Treue zum jüdischen Gesetz übertraf ich die meisten Altersgenossen in meinem Volk, und mit dem größten Eifer setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein. Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, mir in seiner Güte seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate; Ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück. Drei Jahre später ging ich nach Jerusalem hinauf, um Kephas kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. Von den anderen Aposteln habe ich keinen gesehen, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. 20Was ich euch hier schreibe - Gott weiß, dass ich nicht lüge. Danach ging ich in das Gebiet von Syrien und Zilizien. Den Gemeinden Christi in Judäa aber blieb ich persönlich unbekannt, sie hörten nur: Er, der uns einst verfolgte, verkündigt jetzt den Glauben, den er früher vernichten wollte. Und sie lobten Gott um meinetwillen. Ihr habt gehört, wie ich früher … gelebt habe. Paulus war ein Christenhasser, der seinesgleichen sucht. Er ließ Christen verhaften, fesseln, einkerkern, verhören, bedrohen und der Auspeitschung unterziehen, die in manchen Fällen nicht überlebt wurde. Dabei hat ihn das Zeugnis der verhörten Christen kein bisschen beeindruckt. Als aber Gott, … mir seinen Sohn offenbarte …. Als Gott die Welt erschuf, sprach er: Aus Finsternis soll nicht aufleuchten! Als Paulus Christus begegnete, erleuchtete das göttliche Licht sein dunkles Herz und Paulus wurde ein neuer Mensch. Paulus steht nun überwältigt vor der Geschichte seines Lebens und versteht nicht mehr, wie er früher gelebt und was er früher getan hat. Früher und heute. Vielleicht gibt es auch in ihrem Leben Dinge, Handlungen und Zeiten, auf die sie im Rückblick nicht sehr stolz sein können. Jesus ist immer bereit, mit Ihnen einen Neuanfang zu beginnen. Paulus sagt später einmal: Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. (Phil 3:13-14). Gehen Sie Beichten, machen Sie das, was eben noch gutzumachen ist wieder gut und gehen Sie dann voller Mut, Hoffnung und voller Selbstachtung mit Jesus in die Zukunft hinein. Vergessen Sie, was hinter Ihnen liegt und strecken Sie sich nach einer wunderbaren Zukunft mit Jesus aus. Bild: pexels-photo-18548118 / Harimadh av S
von ew • 5. Oktober 2026
Gal 1, 6-12 Montag, 27. Woche Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell von dem abwendet, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet. Doch es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verfälschen wollen. Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel. Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht. Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott? Suche ich etwa Menschen zu gefallen? Wollte ich noch den Menschen gefallen, dann wäre ich kein Knecht Christi. Ich erkläre euch, Brüder: Das Evangelium, das ich verkündigt habe, stammt nicht von Menschen; ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen. Der Galaterbrief, der uns in dieser Woche begleitet, ist ein sehr kurzer Brief mit lediglich 6 Kapiteln. Es lohnt sich, diesen Brief einmal zu lesen, denn er wendet sich an Christen, die von Irrlehren beeinflusst werden. Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell … einem anderen Evangelium zuwendet. Warum nur haben die Christen so wenig Widerstandskraft gegenüber fremden Lehrern? Sie sind wie ein Boxer, der kaum zum Kampf angetreten schon wieder von den Beinen geholt wird. Sie sind wie das Volk Israel, welches die Befreiung erlebte und 40 Tage später vor einem dummen Kalb auf den Knien lag. Sie sind wie die Israeliten, zu denen der Prophet Jeremia sagte: Was läufst du so leichtfertig bald hierhin, bald dorthin! (Jer 2,36) Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell … einem anderen Evangelium zuwendet. Ich bin erstaunt, dass die heutigen Christen sich so schnell allen möglichen Ideologien anschließen. Warum haben wir keine Widerstandskraft gegen die Gender Ideologie? Warum stehen die Christen nicht geschlossen auf gegen die Tötung ungeborener Kinder im Mutterleib? Warum akzeptieren die Christen nahezu stillschweigend, dass eine christliche Ehe unter allen möglichen Vorzeichen geschlossen werden kann? Suche ich etwa Menschen zu gefallen? Unsere erste Pflicht ist es, Gott zu gefallen und nicht das zu tun, was den Menschen schmeichelt. Wir dürfen nicht das Evangelium und die Lehre der katholischen Kirche so verändern, dass es nur noch den Zuhörern gefällt und angenehm ist. Wir müssen mehr besorgt darüber sein, Gott zu gefallen. Unser Leben gehört nicht mehr uns, sondern Christus. Wir sind Diener und Knechte Christi. Unsere Botschaft und unser Leben sollten Gott gefallen und nicht den Menschen schmeicheln. Bild: pexels-photo-15382614 / Roman Zionka
von ew • 3. Oktober 2026
Ijob 42, 1-3.5-6.12-17 Samstag, 26. Woche Ijob antwortete dem Herrn und sprach: Ich hab‘ erkannt, dass du alles vermagst; kein Vorhaben ist dir verwehrt. Wer ist es, der ohne Einsicht den Rat verdunkelt? So habe ich denn im Unverstand geredet über Dinge, die zu wunderbar für mich und unbegreiflich sind. Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut. Darum widerrufe ich und atme auf, in Staub und Asche. Der Herr aber segnete die spätere Lebenszeit Ijobs mehr als seine frühere. Er besaß vierzehntausend Schafe, sechstausend Kamele, tausend Joch Rinder und tausend Esel. Auch bekam er sieben Söhne und drei Töchter. Die erste nannte er Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-Happuch. Man fand im ganzen Land keine schöneren Frauen als die Töchter Ijobs; ihr Vater gab ihnen Erbbesitz unter ihren Brüdern. Ijob lebte danach noch hundertvierzig Jahre; er sah seine Kinder und Kindeskinder, vier Geschlechter. Dann starb Ijob, hochbetagt und satt an Lebenstagen. Nun hat mein Auge dich gesehen. Wir sind im letzten Kapitel dieses Buches angekommen, Hiob musste Prüfungen und Leiden bestehen, an denen so manch anderer zugrunde gegangen wäre. Sein Vertrauen in Gott wurde auf eine sehr harte Probe gestellt. Doch jetzt hat er eine direkte Erfahrung mit Gott gemacht. Hiobs Glaube wurde gestärkt und sein Vertrauen gefestigt, indem er Gottes Macht und Größe persönlich erlebt hat. Jetzt hat mein Auge dich gesehen. Hiob durfte eine echte und tiefe Glaubenserfahrung machen, um die wir ihn richtig beneiden dürfen. Er kennt Gott nicht mehr nur vom Hörensagen oder aus Berichten anderer. Hiob hat Gott persönlich erfahren. Er weiß jetzt, dass Gott lebt. Vom Hörensagen-Glauben kommt Hiob zu einer persönlichen Erfahrung Gottes. Jetzt hat mein Auge dich gesehen. Es ist wichtig, dass auch wir Gott nicht nur aus den Büchern und Erzählungen anderer kennen. Es ist wichtig, dass auch wir persönlich in Kontakt kommen mit Jesus. Wie aber soll das gehen? Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit und bitte Gott, dass er sich dir offenbart. Und dann halte so lange durch, bis Gottes Liebe dein Herz berührt. Bild: pexels-photo-34652255 / Manuela Goller
von ew • 1. Oktober 2026
Ijob 38, 1.12-21; 40, 3-5 Freitag, 26. Woche Der Herr antwortete dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach: Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten, dem Frührot seinen Ort bestimmt, dass es der Erde Säume fasse und dass die Frevler von ihr abgeschüttelt werden? Sie wandelt sich wie Siegelton, die Dinge stehen da wie ein Gewand. Den Frevlern wird ihr Licht entzogen, zerschmettert der erhobene Arm. Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen, hast du des Urgrunds Tiefe durchwandert? Haben dir sich die Tore des Todes geöffnet, hast du der Finsternis Tore geschaut? Hast du der Erde Breiten überblickt? Sag es, wenn du das alles weißt. Wo ist der Weg zur Wohnstatt des Lichts? Die Finsternis, wo hat sie ihren Ort, dass du sie einführst in ihren Bereich, die Pfade zu ihrem Haus sie führst? Du weißt es ja; du wurdest damals ja geboren, und deiner Tage Zahl ist groß. Da antwortete Ijob dem Herrn und sprach: 4Siehe, ich bin zu gering. Was kann ich dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund. Einmal habe ich geredet, ich tu es nicht wieder; ein zweites Mal, doch nun nicht mehr! Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten? Mit all seinem Wissen kann der Mensch nicht verhindern, dass jeden Morgen die Sonne neu aufgeht. Er kann nicht beeinflussen, ob sie etwas später oder ob sie etwas früher aufgeht. Die Schönheit und die Ordnung der Natur sind von Gott geschaffen und gegeben. Haben sich dir die Tore des Todes geöffnet? Der Mensch muss wieder lernen, dass er nicht der Herrscher über die Schöpfung ist, sondern dessen Diener. Der Mensch kann nicht einmal einen einzigen Stern bewegen. Der Mensch kann nicht einmal verhindern, dass die Hand des Todes sich nach ihm ausstreckt. Der Mensch fühlt sich allmächtig und groß, aber kann nicht verhindern, dass er stirbt. Aber Gott kann das Tor des Todes öffnen, das hineinführt in das ewige Leben. Bild: pexels-photo-5735450 / David Floyd
von ew • 1. Oktober 2026
Ijob 19, 21-27 Donnerstag, 26. Woche Erbarmt, erbarmt euch meiner, ihr, meine Freunde! Denn Gottes Hand hat mich getroffen. Warum verfolgt ihr mich wie Gott, warum werdet ihr an meinem Fleisch nicht satt? Dass doch meine Worte geschrieben würden, in einer Inschrift eingegraben 4mit eisernem Griffel und mit Blei, für immer gehauen in den Fels. Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als Letzter erhebt er sich über dem Staub. Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen. Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust. Ich werde Gott schauen. Wir sehnen uns oft danach, dass wir im Himmel ein sorgenfreies Leben führen können. Unsere Sehnsucht richtet sich oft darauf, dass wir im Himmel keine Krankheiten mehr haben werden, dass Streit, Krieg, Leid und Elend dort nicht mehr zu finden sind. Ich werde Gott schauen. Wir vergessen dabei aber oft, dass die Summe dessen, was der Himmel ausmacht, die Gemeinschaft mit Gott ist. Das höchste Glück wird einmal sein, dass ich in Gemeinschaft mit Gott leben und ihn schauen darf, so wie er ist. Wir werden Gott schauen von Angesicht zu Angesicht. Was könnte uns Besseres geschehen? Ich werde Gott schauen. Hiob, der tapfere Mann aus dem Alten Testament, trägt diese Hoffnung in sich. Alles Leid, jeden Schmerz und alle Verluste kann er ertragen, weil er weiß, dass es einen Himmel gibt, in dem er Gott schauen darf. Bild: pexels-photo-760680-8130534b / My / Bhupendra Singh
von ew • 29. September 2026
Ijob 9, 1-12.14-16 Mittwoch, 26. Woche Da antwortete Ijob und sprach: Wahrhaftig weiß ich, dass es so ist: Wie wäre ein Mensch bei Gott im Recht! Wenn er mit ihm rechten wollte, nicht auf eins von tausend könnt‘ er ihm Rede stehen. Weisen Sinnes und stark an Macht - wer böte ihm Trotz und bliebe heil? Er versetzt Berge; sie merken es nicht, dass er in seinem Zorn sie umstürzt. Er erschüttert die Erde an ihrem Ort, so dass ihre Säulen erzittern. Er spricht zur Sonne, so dass sie nicht strahlt, er versiegelt die Sterne. Er spannt allein den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres. Er schuf das Sternbild des Bären, den Orion, das Siebengestirn, die Kammern des Südens. Er schuf so Großes, es ist nicht zu erforschen, Wunderdinge, sie sind nicht zu zählen. Zieht er an mir vorüber, ich seh‘ ihn nicht, fährt er daher, ich merk‘ ihn nicht. Rafft er hinweg, wer hält ihn zurück? Wer darf zu ihm sagen: Was tust du da? Wie sollte denn ich ihm entgegnen, wie meine Worte gegen ihn wählen? Und wär‘ ich im Recht, ich könnte nichts entgegnen, um Gnade müsste ich bei meinem Richter flehen. Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört. Welchen Kontrast sehen wir zwischen der gestrigen Lesung aus Kapitel drei und der heutigen aus Kapitel 9? Sechs lange Kapitel liegen zwischen beiden Bibeltexten. Gestern noch hat Hiob geklagt und sein eigenes Leben verflucht, heute denkt er schon wieder an die Großtaten Gottes. Manchmal muss man lange durch ein dunkles Tal schreiten, um wieder einen Sonnenstrahl zu sehen. Vielleicht sind sie auch schon lange in einer Situation, in der ihnen das Klagen über Gott leichter über die Lippen kommt als das Lob Gottes. Haben Sie dennoch frohen Mut. Klagen Sie weiter, jammern Sie weiter. Schütten Sie weiterhin Ihr ganzes Leid vor Gott aus, so lange, bis die Sonnenstrahlen wieder den Grund Ihrer Seele erwärmen. Gott weiß um alles und er hat eine große Geduld. Bild: pexels-photo-4584283-ffea54df / Ketut Subyianto