Ich habe noch fünf unter mir
1 Kor 1, 26-31 Samstag, 21. Woche
Seht auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift.
Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt.
Vor anderen Menschen wollen wir oft gut dastehen. Wir rücken uns selbst ins rechte Licht, erzählen nur das, was gelungen ist, schweigen aber über unser Versagen, unser Nichtgelingen und unsere Sünden.
Ich habe noch fünf unter mir.
Vor vielen Jahren habe ich einen alten Bekannten aus der Schulzeit getroffen und nach den ersten Worten der Begrüßung sagte er sofort: „Ich arbeite da und dort und ich habe noch fünf unter mir.“ Er wollte mir offensichtlich sofort zeigen, dass er ein Boss ist, vielleicht auch, dass er über den anderen steht, mehr Geld verdient und auch etwas besser ist.
Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt.
Vielleicht kann man sagen, dass Gott bevorzugt jene in seinen Dienst beruft, die um ihre eigene Schwachheit wissen und lieber bei Gott einen Rat suchen, als auf ihre eigene Weisheit zu vertrauen.
Es gibt nicht viele Weise.
Ich finde es erstaunlich, dass Paulus, der ja selbst eine umfassende Bildung besaß und sicher zu den Weisen seinerzeit gerechnet werden konnte, so etwas schreibt. Ich glaube, er konnte dies schreiben, weil er die Fallstricke der Weisen, der Geachteten und der Reichen gut kennengelernt hat. Zu leicht vertrauen sie nur auf sich selbst und nicht auf Gott.
Es gibt nicht viele Weise.
Vielleicht müssen wir uns dies heute von der Lesung sagen lassen.
Vertraue nicht auf deinen Einfluss, auf deine Beziehungen und auf dein Geld. Setze dein Vertrauen auf Jesus Christus, der dich berufen hat, sein Evangelium in der Welt bekannt zu machen.
Bild: pexels-photo-18233951 / Junsu Park
Ihr Kommentar
tägliche Schriftbetrachtung











