Wehe den Hirten

ew • 18. August 2026

Ez 34, 1-11        Mittwoch, 20. Woche    

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet, und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden? Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide. Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zu rück, die verirrten sucht ihr nicht, und die starken misshandelt ihr. Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere. Meine Herde irrte auf allen Bergen und Höhen umher und war über das ganze Land verstreut. Doch keiner kümmerte sich um sie; niemand suchte sie.

Darum ihr Hirten, hört das Wort des Herrn: So wahr ich lebe - Spruch Gottes, des Herrn: Weil meine Herde geraubt wurde und weil meine Schafe eine Beute der wilden Tiere wurden - denn sie hatten keinen Hirten - und weil meine Hirten nicht nach meiner Herde fragten, sondern nur sich selbst und nicht meine Herde weideten, darum, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn:

So spricht Gott, der Herr: Nun gehe ich gegen die Hirten vor und fordere meine Schafe von ihnen zurück. Ich setze sie ab, sie sollen nicht mehr die Hirten meiner Herde sein. Die Hirten sollen nicht länger nur sich selbst weiden: Ich reiße meine Schafe aus ihrem Rachen, sie sollen nicht länger ihr Fraß sein. Denn so spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.

 

Weh den Hirten

Als Pfarrer ist mir aufgetragen, mich um die Menschen in meiner Kirchengemeinde zu kümmern. Darum muss ich die Drohworte des Propheten Ezechiel gegen die Hirten seines Volkes heute tief in mein Herz hineinlassen und mich fragen:

 

Weh den Hirten.

  • Weide ich mich selbst?
  • Führe ich die Herde zur Weide (zeige ich den Menschen den Weg zu Jesus und führe ich sie zu den Sakramenten)?
  • Stärke ich die Schwachen (habe ich für jene ein aufmunterndes Wort, die schwach und krank sind)?
  • Hole ich die Verscheuchten zurück (kümmere ich mich um jene, die aus der Kirche aus lauter Frust und Enttäuschung ausgetreten sind)?
  • Suche ich die Verirrten (kümmere ich mich um jene, die nicht mehr wissen, was sie glauben sollen)?
  • Überlasse ich die Herde den wilden Tieren (also jenen, die nur sich selbst verkünden, aber nicht das Evangelium auf dem Hintergrund der katholischen Lehre)?

 

Gott, segne alle Hirten!


Bild: pexels-photo-6267371 / cottonbro studio


Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew • 3. Oktober 2026
Ijob 42, 1-3.5-6.12-17 Samstag, 26. Woche Ijob antwortete dem Herrn und sprach: Ich hab‘ erkannt, dass du alles vermagst; kein Vorhaben ist dir verwehrt. Wer ist es, der ohne Einsicht den Rat verdunkelt? So habe ich denn im Unverstand geredet über Dinge, die zu wunderbar für mich und unbegreiflich sind. Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut. Darum widerrufe ich und atme auf, in Staub und Asche. Der Herr aber segnete die spätere Lebenszeit Ijobs mehr als seine frühere. Er besaß vierzehntausend Schafe, sechstausend Kamele, tausend Joch Rinder und tausend Esel. Auch bekam er sieben Söhne und drei Töchter. Die erste nannte er Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-Happuch. Man fand im ganzen Land keine schöneren Frauen als die Töchter Ijobs; ihr Vater gab ihnen Erbbesitz unter ihren Brüdern. Ijob lebte danach noch hundertvierzig Jahre; er sah seine Kinder und Kindeskinder, vier Geschlechter. Dann starb Ijob, hochbetagt und satt an Lebenstagen. Nun hat mein Auge dich gesehen. Wir sind im letzten Kapitel dieses Buches angekommen, Hiob musste Prüfungen und Leiden bestehen, an denen so manch anderer zugrunde gegangen wäre. Sein Vertrauen in Gott wurde auf eine sehr harte Probe gestellt. Doch jetzt hat er eine direkte Erfahrung mit Gott gemacht. Hiobs Glaube wurde gestärkt und sein Vertrauen gefestigt, indem er Gottes Macht und Größe persönlich erlebt hat. Jetzt hat mein Auge dich gesehen. Hiob durfte eine echte und tiefe Glaubenserfahrung machen, um die wir ihn richtig beneiden dürfen. Er kennt Gott nicht mehr nur vom Hörensagen oder aus Berichten anderer. Hiob hat Gott persönlich erfahren. Er weiß jetzt, dass Gott lebt. Vom Hörensagen-Glauben kommt Hiob zu einer persönlichen Erfahrung Gottes. Jetzt hat mein Auge dich gesehen. Es ist wichtig, dass auch wir Gott nicht nur aus den Büchern und Erzählungen anderer kennen. Es ist wichtig, dass auch wir persönlich in Kontakt kommen mit Jesus. Wie aber soll das gehen? Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit und bitte Gott, dass er sich dir offenbart. Und dann halte so lange durch, bis Gottes Liebe dein Herz berührt. Bild: pexels-photo-34652255 / Manuela Goller
von ew • 1. Oktober 2026
Ijob 38, 1.12-21; 40, 3-5 Freitag, 26. Woche Der Herr antwortete dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach: Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten, dem Frührot seinen Ort bestimmt, dass es der Erde Säume fasse und dass die Frevler von ihr abgeschüttelt werden? Sie wandelt sich wie Siegelton, die Dinge stehen da wie ein Gewand. Den Frevlern wird ihr Licht entzogen, zerschmettert der erhobene Arm. Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen, hast du des Urgrunds Tiefe durchwandert? Haben dir sich die Tore des Todes geöffnet, hast du der Finsternis Tore geschaut? Hast du der Erde Breiten überblickt? Sag es, wenn du das alles weißt. Wo ist der Weg zur Wohnstatt des Lichts? Die Finsternis, wo hat sie ihren Ort, dass du sie einführst in ihren Bereich, die Pfade zu ihrem Haus sie führst? Du weißt es ja; du wurdest damals ja geboren, und deiner Tage Zahl ist groß. Da antwortete Ijob dem Herrn und sprach: 4Siehe, ich bin zu gering. Was kann ich dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund. Einmal habe ich geredet, ich tu es nicht wieder; ein zweites Mal, doch nun nicht mehr! Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten? Mit all seinem Wissen kann der Mensch nicht verhindern, dass jeden Morgen die Sonne neu aufgeht. Er kann nicht beeinflussen, ob sie etwas später oder ob sie etwas früher aufgeht. Die Schönheit und die Ordnung der Natur sind von Gott geschaffen und gegeben. Haben sich dir die Tore des Todes geöffnet? Der Mensch muss wieder lernen, dass er nicht der Herrscher über die Schöpfung ist, sondern dessen Diener. Der Mensch kann nicht einmal einen einzigen Stern bewegen. Der Mensch kann nicht einmal verhindern, dass die Hand des Todes sich nach ihm ausstreckt. Der Mensch fühlt sich allmächtig und groß, aber kann nicht verhindern, dass er stirbt. Aber Gott kann das Tor des Todes öffnen, das hineinführt in das ewige Leben. Bild: pexels-photo-5735450 / David Floyd
von ew • 1. Oktober 2026
Ijob 19, 21-27 Donnerstag, 26. Woche Erbarmt, erbarmt euch meiner, ihr, meine Freunde! Denn Gottes Hand hat mich getroffen. Warum verfolgt ihr mich wie Gott, warum werdet ihr an meinem Fleisch nicht satt? Dass doch meine Worte geschrieben würden, in einer Inschrift eingegraben 4mit eisernem Griffel und mit Blei, für immer gehauen in den Fels. Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als Letzter erhebt er sich über dem Staub. Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen. Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust. Ich werde Gott schauen. Wir sehnen uns oft danach, dass wir im Himmel ein sorgenfreies Leben führen können. Unsere Sehnsucht richtet sich oft darauf, dass wir im Himmel keine Krankheiten mehr haben werden, dass Streit, Krieg, Leid und Elend dort nicht mehr zu finden sind. Ich werde Gott schauen. Wir vergessen dabei aber oft, dass die Summe dessen, was der Himmel ausmacht, die Gemeinschaft mit Gott ist. Das höchste Glück wird einmal sein, dass ich in Gemeinschaft mit Gott leben und ihn schauen darf, so wie er ist. Wir werden Gott schauen von Angesicht zu Angesicht. Was könnte uns Besseres geschehen? Ich werde Gott schauen. Hiob, der tapfere Mann aus dem Alten Testament, trägt diese Hoffnung in sich. Alles Leid, jeden Schmerz und alle Verluste kann er ertragen, weil er weiß, dass es einen Himmel gibt, in dem er Gott schauen darf. Bild: pexels-photo-760680-8130534b / My / Bhupendra Singh
von ew • 29. September 2026
Ijob 9, 1-12.14-16 Mittwoch, 26. Woche Da antwortete Ijob und sprach: Wahrhaftig weiß ich, dass es so ist: Wie wäre ein Mensch bei Gott im Recht! Wenn er mit ihm rechten wollte, nicht auf eins von tausend könnt‘ er ihm Rede stehen. Weisen Sinnes und stark an Macht - wer böte ihm Trotz und bliebe heil? Er versetzt Berge; sie merken es nicht, dass er in seinem Zorn sie umstürzt. Er erschüttert die Erde an ihrem Ort, so dass ihre Säulen erzittern. Er spricht zur Sonne, so dass sie nicht strahlt, er versiegelt die Sterne. Er spannt allein den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres. Er schuf das Sternbild des Bären, den Orion, das Siebengestirn, die Kammern des Südens. Er schuf so Großes, es ist nicht zu erforschen, Wunderdinge, sie sind nicht zu zählen. Zieht er an mir vorüber, ich seh‘ ihn nicht, fährt er daher, ich merk‘ ihn nicht. Rafft er hinweg, wer hält ihn zurück? Wer darf zu ihm sagen: Was tust du da? Wie sollte denn ich ihm entgegnen, wie meine Worte gegen ihn wählen? Und wär‘ ich im Recht, ich könnte nichts entgegnen, um Gnade müsste ich bei meinem Richter flehen. Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört. Welchen Kontrast sehen wir zwischen der gestrigen Lesung aus Kapitel drei und der heutigen aus Kapitel 9? Sechs lange Kapitel liegen zwischen beiden Bibeltexten. Gestern noch hat Hiob geklagt und sein eigenes Leben verflucht, heute denkt er schon wieder an die Großtaten Gottes. Manchmal muss man lange durch ein dunkles Tal schreiten, um wieder einen Sonnenstrahl zu sehen. Vielleicht sind sie auch schon lange in einer Situation, in der ihnen das Klagen über Gott leichter über die Lippen kommt als das Lob Gottes. Haben Sie dennoch frohen Mut. Klagen Sie weiter, jammern Sie weiter. Schütten Sie weiterhin Ihr ganzes Leid vor Gott aus, so lange, bis die Sonnenstrahlen wieder den Grund Ihrer Seele erwärmen. Gott weiß um alles und er hat eine große Geduld. Bild: pexels-photo-4584283-ffea54df / Ketut Subyianto
von ew • 29. September 2026
Ijob 3, 1-3.11-17.20-23 Dienstag, 26. Woche Ijob tat seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag. Ijob ergriff das Wort und sprach: Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen. Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich? Weshalb nur kamen Knie mir entgegen, wozu Brüste, dass ich daran trank? Still läge ich jetzt und könnte rasten, entschlafen wäre ich und hätte Ruhe bei Königen, bei Ratsherren im Land, die Grabkammern für sich erbauten, oder bei Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber gefüllt. Wie die verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht mehr, Kindern gleich, die das Licht nie geschaut. 17Dort hören Frevler auf zu toben, dort ruhen aus, deren Kraft erschöpft ist. 20Warum schenkt er dem Elenden Licht und Leben denen, die verbittert sind? Sie warten auf den Tod, der nicht kommt, sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze. Sie würden sich freuen über einen Hügel; fänden sie ein Grab, sie würden frohlocken. Wozu Licht für den Mann auf verborgenem Weg, den Gott von allen Seiten einschließt? Das Unglück hat Hiob hart getroffen. Innerhalb eines einzigen Tages verlor er alles, was ihm lieb und teuer war. Seine Kinder und seine Diener starben, seine Tiere wurden ihm von umerziehenden Räuberbanden geraubt. Hiob muss ohne einen ersichtlichen Grund leiden und erleidet schuldlos schlimme Dinge. Ich kann nachvollziehen, warum er nun in eine tiefe Sinnkrise stürzt und sogar den Tag seiner eigenen Geburt verflucht. Er geht sogar so weit, dass er sich wünscht, nie geboren worden zu sein. Loben, bitten, klagen. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass das Gebet folgende Struktur haben soll. Zuerst soll man Gott loben, dann bitten und dann darf man erst klagen. Bei Hiob aber lerne ich etwas Anderes. Er schreit sein ganzes Leid und seine ganze Klage Gott entgegen. Er muss erst einmal Dampf ablassen. Später werden wir dann sehen, dass sich sein Gebet ändert und er Gott, nachdem er sich durch Klagen den ganzen Frust von der Seele geredet hat, auch danken und loben kann. Klagen, danken, bitten. Haben Sie keine Angst, Gott auch Ihren ganzen Frust, Ihren ganzen Ärger und Ihr ganzes Sorgenpaket entgegenzuhalten. Wenn es jemanden gibt, vor dem wir sein dürfen, wie wir sind, dann ist es Gott. Machen Sie es wie Hiob und reden Sie sich alles von der Seele, solange, bis Sie merken und spüren, dass wieder ein kleiner Sonnenstrahl auf den Grund Ihrer Seele hindurchdringt. Bild: exels-photo-4584538. / Ketut Subjanto
von ew • 28. September 2026
I job 1, 6-22 Montag, 26. Woche Es geschah eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan. Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her. Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Ijob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse. Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Geschieht es ohne Grund, dass Ijob Gott fürchtet? Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Land. Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus, und rühr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen. Der Herr sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus! Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn. Nun geschah es eines Tages, dass seine Söhne und Töchter im Haus ihres erstgeborenen Bruders aßen und Wein tranken. Da kam ein Bote zu Ijob und meldete: Die Rinder waren beim Pflügen, und die Esel weideten daneben. Da fielen Sabäer ein, nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit scharfem Schwert. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten. Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Feuer Gottes fiel vom Himmel, schlug brennend ein in die Schafe und Knechte und verzehrte sie. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten. Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Die Chaldäer stellten drei Rotten auf, fielen über die Kamele her, nahmen sie weg und er-schlugen die Knechte mit scharfem Schwert. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten. Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Deine Söhne und Töchter aßen und tran-ken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders. Da kam ein gewaltiger Wind über die Wüste und packte das Haus an allen vier Ecken; es stürzte über die jungen Leute, und sie starben. Ich ganz allein bin ent-ronnen, um es dir zu berichten. Nun stand Ijob auf, zerriss sein Gewand, schor sich das Haupt, fiel auf die Erde und betete an. Dann sagte er: Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter; nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; ge-lobt sei der Name des Herrn. Bei alldem sündigte Ijob nicht und äußerte nichts Ungehöriges gegen Gott. Hiob Kapitel 1 erzählt die Geschichte Hiobs, eines reichen und frommen Mannes aus der Stadt Uz. Doch Hiobs Glaube wurde auf die Probe ge-stellt, als Satan behauptete, Hiob sei nur deshalb fromm, weil es ihm gut gehe. Gott erlaubte Satan, Hiob alles zu nehmen, um seine Treue zu testen. Innerhalb eines Tages verlor Hiob alles, was ihm lieb und teuer war, aber trotz dieses enormen Verlustes blieb Hiob seinem Glauben treu und lobte Gott weiterhin. Die Gottessöhne. Unter den Gottessöhnen befindet sich auch Satan. Zu einer bestimmten Stunde muss er, zusammen mit den anderen Boten Gottes, vor Gott treten. Auch Satan muss also Gott gehorchen. Er steht nicht neben, sondern unter Gott. Gott verlangt von Satan Rechenschaft, denn er fragt ihn, wo er herkommt. Satan muss Gott Antwort geben. Satan ist kein Gegengott Satan ist also Gott nicht gleichgestellt. Er ist auch nicht ein Gegenteil von Gott, so, als ob Gott ganz Licht und Satan ganz Dunkelheit wäre. Satan ist kein "Gegengott". Satan wünscht sich zwar, dass er, losgelöst von Gott ganz ein Gegenteil Gottes sein könnte, aber auch er ist nur ein Geschöpf Gottes. Satan ist den Engeln gleichgestellt. Satan ist nicht gleichgestellt mit Gott, sondern er ist den Engeln gleichgestellt. Wenn Satan ein Gegenteil hat, dann ist es nicht Gott selbst, sondern ein ihm gleichgestelltes Wesen wie zum Beispiel der Erzengel Mi-chael. Satan ist den Erzengeln gleichgestellt. Wenn Satan den Erzengeln gleichgestellt ist, dann gehört er zu jener Gruppe von Engeln, die von Gregor dem Großen die Gruppe der „Erzengel“ genannt wurde. Diese Gruppe ist die zweite von insgesamt neun Hierarchien. Satan gehörte vor seinem Sturz also einer unteren Engelka-tegorie an. Über ihm stehen noch viel mächtigere und größere Engel und schließlich natürlich auch Gott. Darum brauchen wir vor Satan keine Angst zu haben Bild: bv pexels-photo-6485524 / Eva Bronzini
von ew • 25. September 2026
Koh 11, 9 - 12, 8 Samstag, 25. Woche Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen. Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für all das vor Gericht ziehen wird. Halte deinen Sinn von Ärger frei, und schütz deinen Leib vor Krankheit; denn die Jugend und das dunkle Haar sind Windhauch. Denk an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren, ehe die Tage der Krankheit kommen und die Jahre dich erreichen, von denen du sagen wirst: Ich mag sie nicht!, ehe Sonne und Licht und Mond und Sterne erlöschen und auch nach dem Regen wieder Wolken aufziehen: am Tag, da die Wächter des Hauses zittern, die starken Männer sich krümmen, die Müllerinnen ihre Arbeit einstellen, weil sie zu wenige sind, es dunkel wird bei den Frauen, die aus den Fenstern blicken, und das Tor zur Straße verschlossen wird; wenn das Geräusch der Mühle verstummt, steht man auf beim Zwitschern der Vögel, doch die Töne des Lieds verklingen; selbst vor der Anhöhe fürchtet man sich und vor den Schrecken am Weg; der Mandelbaum blüht, die Heuschrecke schleppt sich dahin, die Frucht der Kaper platzt, doch ein Mensch geht zu seinem ewigen Haus, und die Klagenden ziehen durch die Straßen - ja, ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, der Krug an der Quelle zerschmettert wird, das Rad zerbrochen in die Grube fällt, der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat. Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, das ist alles Windhauch. Halte deinen Sinn von Ärger frei. Manchmal, wenn wir uns aufregen, sagen wir sehr schnell: Der oder die ärgert mich! Aber eigentlich müsste ich sagen: Ich ärgere mich. Meine Gefühle gehören doch mir. Ich ärgere mich! Der andere bringt nur das in mir zum Schwingen, was schon da ist. Wäre ich mit mir ganz im Reinen, dann bliebe ich cool und würde mich nicht ärgern. Nicht der andere ärgert mich, sondern ich ärgere mich. Der ärgert mich. Eigentlich müsste ich „dem, der mich ärgert“ dankbar sein, denn er macht mich auf etwas aufmerksam, was in mir noch der Reifung bedarf. Wenn ich mich ärgere, dann stelle ich bei mir plötzlich fest, dass ich doch noch nicht so ausgeglichen bin, wie ich es gerne hätte. Die Kratzbürste Lieber Gott, bitte segne die Kratzbürste, "die mich ärgert", denn sie zeigt mir lediglich das, was in mir ist. Meine Gefühle gehören mir und nicht „dem, der mich ärgert“. Die Kratzbürste bringt also lediglich das zum Schwingen und fördert das an die Oberfläche, was in mir immer noch da ist. Die Kratzbürste zeigt mir, wie ich wirklich bin. Danke, liebe Kratzbürste. Bild: p exels-photo-7484876 /Antoni Shkraba
von ew • 24. September 2026
Koh 3, 1-11 Freitag, 25. Woche Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht. Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt, doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wieder finden könnte. Alles hat seine Stunde. Wenn alles seine Stunde hat, dann hat auch Gott seine Stunde schon geplant, in welcher er beschlossen hat, sich Dir zu offenbaren. Vielleicht ist diese Stunde bereits angebrochen, jetzt, da Du diese Zeilen liest. Alles hat seine Stunde. Auch Gott hat seine Stunde. Alles hat seine Stunde. Die Stunden dieses Tages sollen heute nicht zu schnell an mir vorbeifliegen. Ich möchte wenigstens versuchen, die Stunden bewusst zu leben, damit ich Gottes Gegenwart wahrnehmen kann. Ich schreibe früh am Morgen und ich weiß schon jetzt, dass ein volles Tagesprogramm auf mich wartet. Aber irgendwo in den Stunden dieses Tages ist der Moment, in dem Gott auf mich wartet. Ich möchte diese Stunde nicht an mir vorbeirauschen lassen, sondern jenen Moment, jene Stunde, in der Gott mich berührt, genießen. Bild: pexels-photo-31884411. / Alexas Fotos
von ew • 23. September 2026
Koh 1, 2-11 Donnerstag, 25. Woche Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne? Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit. Die Sonne, die aufging und wieder unterging, atemlos jagt sie zurück an den Ort, wo sie wieder aufgeht. Er weht nach Süden, dreht nach Norden, dreht, dreht, weht, der Wind. Weil er sich immerzu dreht, kehrt er zurück, der Wind. Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen. Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll. Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues - aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren, und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben bei denen, die noch später kommen werden. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Kohelet hat vor Tausenden von Jahren diese Frage nach der Vergänglichkeit gestellt und diese Einsicht kann auch der Mensch im 21. Jahrhundert nachvollziehen. Die Welt um uns herum kommt und sie geht. Auch jene, die nach uns kommen, werden geboren, sie leben und sterben. Es ist ein stets gleicher Kreislauf, es gibt nichts Neues unter der Sonne. Kein Mensch kann diesen Kreislauf aufhalten. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Ich stimme diesem Satz nicht zu. Wenn ich versuche, jeden Augenblick so zu leben, dass er sich öffnet auf Gott hin, dann kann Gott auch in jedem Augenblick in mein Leben einbrechen. Die Fragen der Welt werden kleiner, wenn Gott die Seele eines Menschen berührt. Darum kann es in jedem Augenblick etwas Neues unter der Sonne geben. Gott kann sich mir in jedem Augenblick neu und tiefer offenbaren. Bild: pexels-photo-18225483 / Kali Calitz
von ew • 22. September 2026
Spr 30, 5-9 Mittwoch, 25. Woche Jede Rede Gottes ist im Feuer geläutert; ein Schild ist er für alle, die bei ihm sich bergen. Füg seinen Worten nichts hinzu, sonst überführt er dich, und du stehst als Lügner da. Um zweierlei bitte ich dich, versag es mir nicht, bevor ich sterbe: Falschheit und Lügenwort halt fern von mir; gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, das mir nötig ist, damit ich nicht, satt geworden, dich verleugne und sage: Wer ist denn der Herr?, damit ich nicht als Armer zum Dieb werde und mich am Namen meines Gottes vergreife. Ein Schild ist er. Je mehr der Mensch die Begrenztheit seiner Gotteserkenntnis einsieht, desto dankbarer ist er dafür, dass Gott sich ihm geschichtlich offenbart hat, und desto fester hält er sich an Gottes Wort. Je mehr der Mensch die Fülle Gottes erkennt, desto mehr fühlt er sich zu Gott hingezogen. Ein Schild ist er. Bei Gott kann man seine Fragen abgeben und Antworten empfangen, die weiterhelfen. Bei Gott kann man sich bergen und man wird erleben, dass Gott ein schützender Schild ist. Ein Schild gegen den beängstigenden Ansturm der Welt, ein Schild gegen die Vorwürfe der Spötter, ein Schild gegen die Verzweiflung. Füg seinen Worten nichts hinzu Eigentlich ist es ja nicht zu erwarten, dass der Mensch die Vermessenheit entwickelt, Gottes Wort etwas hinzuzufügen. Aber es gehört wohl zum Wesen des Menschen, dass er, sobald er wieder etwas Oberwasser hat, versucht, Gott gleich zu werden. Er interpretiert, ergänzt oder verwirft dann das Wort Gottes. Aber die Worte Gottes sind so anzuerkennen, wie sie von ihm gemeint sind. Füg seinen Worten nichts hinzu Es ist den Menschen jedoch nicht zu raten, Gottes Wort umzubiegen, denn Gott wird den Menschen zur Rechenschaft ziehen und ihn der Lüge überführen. Und dann steht jener, der eben noch weiser und klüger als Gott erscheinen wollte, als Lügner da. (Vergleiche: Wuppertaler Studienbibel, das Buch der Sprüche) Bild: pexels-photo-30875363 / Isabelle He r