Ein sanftes Säuseln

ew • 12. Juni 2026

1 Kön 19, 9a.11–16        Freitag, 10. Woche        

In jenen Tagen kam Elíja zum Gottesberg Horeb. 9aDort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: 11Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. 12Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. 13Als Elíja es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. 14Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elíja? Er antwortete: Mit Leidenschaft bin ich für den Herrn, den Gott der Heerscharen, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übrig geblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 15Der Herr antwortete ihm: Geh deinen Weg durch die Wüste zurück und begib dich nach Damáskus! Bist du dort angekommen, salbe Hásaël zum König über Aram! 16Jehu, den Sohn Nimschis, sollst du zum König von Israel salben und Elíscha, den Sohn Schafats aus Ábel-Mehóla, salbe zum Propheten an deiner Stelle.


Ein sanftes, leises Säuseln

In einer spektakulären Aktion mit viel Getöse und Aktion hatte Elia die Baalspropheten auf dem Berg Karmel besiegt.


Ein sanftes, leises Säuseln

Das Problem: Elia dachte, man müsste Gottes Reich mit lautem Getöse, Machtdemonstrationen und Gewalt durchsetzen.


Ein sanftes, leises Säuseln

Heute zeigt Gott dem Propheten: „Ich bin nicht im Sturm, der alles zerbricht. Ich bin nicht im Feuer des Gerichts. Ich begegne dir ganz leise.


Für heute:

Nicht jene, die am lautesten schreien, werden sich am Ende durchsetzen, sondern jene, die anfangen zu schweigen und versuchen, auf Gottes leise Stimme zu hören.


Bild.  pexels-photo-12181936 / Beyza Eve

Ihr Kommentar

tägliche Schriftbetrachtung

von ew 26. Juli 2026
Jer 13, 1-11 Montag, 17. Woche So hat der Herr zu mir gesagt: Geh, kauf dir einen leinenen Gürtel, und leg ihn dir um die Hüften, aber tauch ihn nicht ins Wasser! Da kaufte ich, wie der Herr mir aufgetragen hatte, den Gürtel und legte ihn mir um die Hüften. Nun erging das Wort des Herrn zum zweiten Mal an mich; er sagte: Nimm den gekauften Gürtel, den du um die Hüften trägst, mach dich auf den Weg an den Eufrat, und verbirg ihn dort in einer Felsspalte! Ich ging hin und verbarg ihn am Eufrat, wie mir der Herr befohlen hatte. Nach längerer Zeit sprach der Herr zu mir: Mach dich auf den Weg an den Eufrat, und hol den Gürtel zurück, den du dort auf meinen Befehl hin verborgen hast. Da ging ich zum Eufrat, suchte den Gürtel und holte ihn von der Stelle, wo ich ihn verborgen hatte. Doch der Gürtel war verdorben, zu nichts mehr zu gebrauchen. Nun erging das Wort des Herrn an mich: So spricht der Herr: Ebenso verderbe ich die stolze Pracht Judas und Jerusalems, wie groß sie auch sei. Dieses böse Volk weigert sich, auf meine Worte zu hören, es folgt dem Trieb seines Herzens und läuft anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; es soll daher wie dieser Gürtel werden, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Denn wie sich der Gürtel den Hüften des Mannes anschmiegt, so wollte ich, dass sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte - Spruch des Herrn -, damit es mein Volk und mein Ruhm, mein Preis und mein Schmuck wäre. Sie aber haben nicht gehorcht. Mach dich auf den Weg an den Eufrat Jeremia musste zweimal von Jerusalem an den Euphrat reisen. Er muss etwas tun, was uns sehr absonderlich vorkommt. Er soll am Euphrat eine Felsspalte suchen und dort den Gürtel, den er trägt, vergraben. Kaum war er von dieser Reise zurück, musste er den mittlerweile verrotteten Gürtel wieder vom Euphrat zurückholen. 2000 km legte Jeremia zurück, ohne zu wissen, warum er das tun soll. Mach dich auf den Weg an den Eufrat Jeremia musste zweimal von Jerusalem an den Euphrat reisen. Er muss etwas tun, was uns sehr absonderlich vorkommt. Er soll am Euphrat eine Felsspalte suchen und dort den Gürtel, den er trägt, vergraben. Kaum war er von dieser Reise zurück, musste er den mittlerweile verrotteten Gürtel wieder vom Euphrat zurückholen. 2000 km legte Jeremia zurück, ohne zu wissen, warum er das tun soll. Wie mir der Herr befohlen hatte Ich bewundere das Gottvertrauen Jeremias, der einen Auftrag kommentarlos ausführte, ohne zu verstehen, ja sogar ohne verstehen zu wollen. Er vertraut Gott blind. Was Gott von ihm fordert, wird schon einen guten Grund haben. Es soll daher wie dieser Gürtel werden So wie Jeremia den Gürtel abgelegt hat, so hat Juda Gott abgelegt. So weit wie Jeremia den Gürtel tragen musste, so weit entfernt hat sich Juda von Gott. So wie der Gürtel verrottet ist, so zerstört ist auch das Verhältnis Judas zu Gott. Ich wollte, dass sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte Es ist nicht das Bild eines rächenden Gottes, das uns hier gezeigt wird, eher die Botschaft von einem liebenden Gott, der es nicht verhindern kann, dass sein Volk sich von ihm löst und in der Ferne zugrunde geht. Sie aber haben nicht gehorcht Hüten wir uns, die Lesung nur auf die Zeit des Jeremias zu beziehen. Denken wir immer daran, dass auch wir gemeint sein könnten. Auch wir können uns schleichend und langsam von Gott entfernen, ohne dass wir es bemerken. Bild: pexels-photo-37097106 / Ayşegül Aytören
von ew 24. Juli 2026
Jer 7, 1-11 Samstag, 16 Woche 1Das Wort, das vom Herrn an Jeremía erging: 2Stell dich an das Tor des Hauses des Herrn! Dort ruf dieses Wort aus und sprich: Hört das Wort des Herrn, ganz Juda, alle, die ihr durch diese Tore kommt, um euch vor dem Herrn niederzuwerfen! 3So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euer Verhalten und euer Tun, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort! 4Vertraut nicht auf die trügerischen Worte: Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist dies! 5Denn nur wenn ihr euer Verhalten und euer Tun von Grund auf bessert, wenn ihr wirklich gerecht entscheidet im Rechtsstreit, 6wenn ihr die Fremden, die Waisen und Witwen nicht unterdrückt, unschuldiges Blut an diesem Ort nicht vergießt und nicht anderen Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, 7dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe von ewig und auf ewig. 8Freilich, ihr vertraut auf die trügerischen Worte, die nichts nützen. 9Was noch? Stehlen, morden, die Ehe brechen, falsch schwören, dem Baal opfern und anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt – 10und ihr kommt und tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, und sagt: Wir sind geborgen!, um dann weiter alle jene Gräuel zu treiben. 11Ist denn dieses Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, in euren Augen eine Räuberhöhle geworden? Auch ich, siehe, ich habe es gesehen –Spruch des Herrn. Bessert euer Leben und euer Tun. Jeremia lebte im 6. Jh. v. Christus und damals schon mussten sich die Menschen die Aufforderung gefallen lassen: Bessert euer Leben und euer Tun. Offensichtlich braucht der Mensch immer wieder eine Ermutigung zum rechten Tun. Zu leicht lässt man sich nämlich dazu verlocken, auch Dinge zu tun, die mir und dem Mitmenschen nicht guttun. Bessert euer Leben und euer Tun. Also: Nimm dir heute doch einmal einen Moment Zeit zum Nachdenken. Gilt diese uralte Ermutigung nicht vielleicht auch dir? Wo gibt es in deinem Leben einen Bereich, der nach Veränderung ruft? Dann will ich bei euch wohnen. Das Schöne ist: Die Frucht der Umkehr und des rechten Tuns folgt auf dem Fuße. Dann wird Gott bei dir wohnen. Ist das nicht wunderbar? Bild: pexels-photo-36363368 / Esra Nu r Kalay
von ew 23. Juli 2026
Jer 3, 14-17 Freitag, 16 Woche 14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne! – Spruch des HERRN –; denn ich bin euer Herr. Und ich will euch nehmen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch nach Zion bringen. 15 Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden mit Erkenntnis und Klugheit. 16 Und es wird geschehen, wenn ihr euch vermehrt und fruchtbar werdet im Land in jenen Tagen – Spruch des HERRN –, wird man nicht mehr sagen: Die Bundeslade des HERRN! Sie wird niemandem mehr in den Sinn kommen, man wird ihrer nicht mehr gedenken, sie nicht vermissen und eine neue wird nicht mehr hergestellt werden. 17 In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen und alle Völker werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem; und sie werden nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens folgen. Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Das ist heute wirklich eine radikale Aussage. Die Bundeslade war doch der Ort der Gegenwart Gottes. Nun soll sie ihre zentrale Rolle verlieren. Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Und doch war die Bundeslade nur ein Gegenstand. Eine Truhe aus Holz, prächtig geschmückt und kostbar verziert. Aber letztlich doch nur ein Objekt. Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Die Bundeslade war an einen bestimmten Ort gebunden (erst im Zelt des Heiligtums, später im Jerusalemer Tempel). Gott kann man aber nicht nur an einem bestimmten Ort über ein bestimmtes Objekt anbeten. Jesus sagt später der Samariterin, dass wahre Anbetung weder an den Garizim noch an Jerusalem gebunden ist, sondern „im Geist und in der Wahrheit" geschieht (Joh 4,21-24) Der Bundeslade wird man nicht mehr gedenken. Gott möchte, dass sein Volk nicht nur einen Gegenstand anbetet, sondern eine echte Beziehung zu ihm aufbaut. Gott möchte uns begegnen von Herz zu Herz. Sicher gilt: Wenn Gott durch die Taufe in dir wohnt, dann wird dein Herz zum Ort der Begegnung mit Gott. Und dein Herz hast du überall und immer dabei. Bild: pexels-photo-27635485 / Mahmoud Yahyaoui
von ew 22. Juli 2026
Jer 2, 1-3. 7-8. 12-13 Donnerstag, 16 Woche 1Das Wort des Herrn erging an mich: 2Auf! Ruf Jerusalem laut ins Ohr: So spricht der Herr: Ich gedenke deiner Jugendtreue, der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist, im Land ohne Aussaat. 3Heilig war Israel dem Herrn, Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon aß, machte sich schuldig, Unheil kam über ihn – Spruch des Herrn. 7Ich brachte euch dann in das Gartenland, um euch seine Früchte und Güter genießen zu lassen. Aber kaum seid ihr dort gewesen, da habt ihr mein Land entweiht und mein Eigentum zum Abscheu gemacht. 8Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Die Hüter der Weisung kannten mich nicht, die Hirten des Volkes wurden mir untreu. Die Propheten prophezeiten bei Baal und liefen unnützen Götzen nach. 12Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, erschaudert gewaltig! – Spruch des Herrn. 13Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten. 2 Ich gedenke deiner Jugendtreue Wie ein Verliebter ruft Gott seiner Braut zu: Weißt du denn nicht mehr, du warst meine Jugendtreue, du bist mir in die Wüste gefolgt. Gemeinsam haben wir Schwierigkeiten überwunden. 2 Du bist mir in die Wüste gefolgt Die Liebe war so stark, dass sie die Unbequemlichkeit und die Herausforderung der Wüste ausgehalten hat. Gemeinsam stellte sich Gott mit seinem Volk allen Widrigkeiten. 7 Aber: Im Gartenland wurdest du untreu Doch die Situation änderte sich dramatisch, als das Volk in das „Gartenland“ (Kanaan). Plötzlich war alles im Überfluss da, es gab feste Häuser und gefüllte. Es ist eine paradoxe Tragödie der Menschheitsgeschichte: Krisen schweißen zusammen, aber der Wohlstand entfremdet. 8 Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Bemerkenswert ist, wen der Text konkret anklagt: die Priester! Es ist kein Versagen "des Volkes", sondern ein Versagen der geistlichen Verantwortungsträger. Entfremdung von Gott beginnt oft leise, an der Spitze, bevor sie sich in der Breite zeigt. 13 Gott, Quell des lebendigen Wassers Gott bietet sich selbst als Quelle für alles Lebensnotwendige an. Man muss nur hingehen und kann dann mühelos daraus trinken. 13 Zisternen mit Rissen Aber die Menschen brauchen die Quelle nicht, sie graben sich mühevoll Zisternen, die dazu noch rissig sind und das Wasser nicht halten können. Quelle oder Zisterne? Der Kontrast in der Lesung ist genau durchdacht: Eine Zisterne muss man selbst in den Felsen hauen. Aber sie sammelt nur, was einmal hineinfließt. Bekommt eine Zisterne Risse, verliert man am Ende alles, trotz der ganzen investierten Mühe. Eine Quelle sprudelt von selbst, ist Geschenk, erneuert sich ständig, man kann sie nicht besitzen, nur an ihr trinken. Selbstgebaute Zisternen Es ist nicht schwer herauszufinden, wo wir uns heute selbst Zisternen bauen. Das Bild lässt sich gut auf Dinge übertragen, die wir selbst bauen. Die Zisterne: "ich bin, was ich schaffe". Hält eine Weile, bis Krankheit, Alter oder Scheitern kommen. Da sind aber auch jene Zisternen, die ständig neu befüllt werden müssen, weil sie nie wirklich sättigen: Konsum und Ablenkung … Für heute Wo merke ich aktuell in meinem Leben, dass meine „Zisterne“ Risse bekommt? Wo spüre ich die Erschöpfung, weil ich versuche, mir selbst Halt zu geben? Bild: pexels-photo-35647385 / Smadar Bergmann
von ew 21. Juli 2026
Jer 1, 1. 4-10 Mittwoch, 16 Woche 1 Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus der Priesterschaft von Anatot im Land Benjamin. 4 Das Wort des HERRN erging an mich: 5 Bevor ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich erkannt, und bevor du aus dem Schoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. 6 Da sagte ich: Ach, Herr, HERR! Siehe, ich verstehe nicht zu reden, denn ich bin noch zu jung. 7 Aber der HERR sagte zu mich: Sag nicht: Ich bin noch zu jung! Denn zu allen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen, und alles, was ich dir gebiete, sollst du reden. 8 Fürchte dich nicht vor ihnen! Denn ich bin mit dir, um dich zu retten – Spruch des HERRN. 9 Und der HERR streckte seine Hand aus, berührte meinen Mund und der HERR sagte zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. 10 Siehe, ich bestelle dich am heutigen Tag über die Völker und über die Königreiche, um auszureißen und niederzureißen, um zu vernichten und zu zertrümmern, um zu bauen und zu pflanzen. Wir gehen heute zum Propheten Jeremia über, der ein Jahrhundert nach Micha im Südreich wirkte. Die Worte, die Jeremia am Anfang seiner Berufung von Gott hören durfte, dürfen wir auch auf uns selbst beziehen: Bevor ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich erkannt. Die Welt neigt dazu, dich an deiner Leistung, deiner Effizienz und deinem Nutzwert zu messen. Was bringst du? Was leistest du? Wie produktiv bist du? Aber wenn du dich nur durch das definierst, was du leistest, dann wirst du ständig mit Erwartungen konfrontiert, die du nie ganz erfüllen kannst. Es gibt immer noch mehr zu tun, noch jemanden, der schneller, besser, erfolgreicher ist. Bevor ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich erkannt. Bitte beziehe diesen Vers ganz persönlich auf dich selbst. Du bist kein Zufallsprodukt, keine Laune der Natur, kein Nebenprodukt von Umständen. Du bist gewollt – und von Ewigkeit her von Gott gedacht und geliebt, noch bevor du das geringste geleistet hast.. Bevor ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich erkannt. Du bist gewollt, noch bevor du eine einzige Aufgabe erfüllt hast. Es gibt ein schönes Lied, das diesen Gedanken aufgreift. Vielleicht kennst du es, wenn nicht, kannst du einmal googeln. Es heißt: „Vergiss es nie“. Bild: pexels-photo-9264586 / Анастасия Триббиани
von ew 20. Juli 2026
Dienstag, 16 Woche Mi 7, 14-15. 18-20 Herr, unser Gott, weide dein Volk mit deinem Stab, die Herde, die dein Erbbesitz ist, die einsam im Wald wohnt mitten im fruchtbaren Land! Sie sollen wieder im Baschan und in Gílead weiden wie in den Tagen der Vorzeit. 15Wie in den Tagen, als du aus dem Land Ägypten auszogst, lass uns deine Wunder schauen! 18Wer ist Gott wie du, der Schuld verzeiht und an der Verfehlung vorübergeht für den Rest seines Erbteils! Nicht hält er auf ewig fest an seinem Zorn, denn er hat Wohlgefallen daran, gütig zu sein. 19Er wird sich unser wieder erbarmen, er wird niedertreten unsere Schuld. Ja, du wirst in die Tiefen des Meeres werfen alle ihre Sünden. 20Du wirst Jakob Treue und Abraham Liebe erweisen, wie du unseren Vätern geschworen hast in den Tagen der Vorzeit Der Liedermacher Albert Frey hat ein wunderbares Lied komponiert das sich an der heutigen Bibelstelle orientiert. „Wer ist ein Gott wie Du?“ Anbei der Liedtext, den es sich lohnt, wie die Bibelstelle selbst, immer wieder zu meditieren Du hast Erbarmen und zertrittst all meine Schuld, du hilfst mir auf in deiner Treue und Geduld. Du nimmst mir meine Last, nichts ist für dich zu schwer, du wirfst all meine Sünde tief hinab ins Meer. Wer ist ein Gott wie du? Der die Sünde verzeiht und das Unrecht vergibt. Wer ist ein Gott wie du? Nicht für immer bleibt dein Zorn bestehn, denn du liebst es gnädig zu sein. Du hast Erbarmen und zertrittst all meine Schuld, du hilfst mir auf in deiner Treue und Geduld. Du nimmst mir meine Last, nichts ist für dich zu schwer, du wirfst all meine Sünde tief hinab ins Meer. Wer ist ein Gott wie du? Der die Sünde verzeiht und das Unrecht vergibt. Wer ist ein Gott wie du? Nicht für immer bleibt dein Zorn bestehn, denn du liebst es gnädig zu sein. Bild: pexels-photo-34656479 / Soc Nang Dong
von ew 19. Juli 2026
Mi 6, 1-4. 6-8 Montag, 16 Woche 1 Hört doch, was der HERR sagt: Mach dich auf, führe den Rechtsstreit vor den Bergen und die Hügel sollen deine Stimme hören! 2 Hört, ihr Berge, den Rechtsstreit des HERRN, und ihr Unerschütterlichen, ihr Fundamente der Erde! Denn der HERR hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk und mit Israel will er rechtrechten. 3 Mein Volk, was habe ich dir getan und womit habe ich dich ermüdet? Antworte mir! 4 Ich habe dich doch aus dem Land Ägypten heraufgeführt und dich aus dem Sklavenhaus freigekauft; und ich habe Mose, Aaron und Mirjam vor dir hergesandt. 6 Womit soll ich vor den HERRN treten, mich beugen vor dem Gott der Höhe? Soll ich vor ihn treten mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern? 7 Hat der HERR Gefallen an Tausenden von Widdern, an zehntausend Bächen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für mein Verbrechen, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele? 8 Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: Nichts als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott. 1. Micha spricht - Vers 1: Hört doch! Micha eröffnet im Auftrag Gottes einen Rechtsstreit. Berge und Hügel werden als Zeugen aufgerufen, die Fundamente der Erde, die dauerhaftesten, unbestechlichsten Zeugen der Schöpfung. 2. Gott spricht - Vers 3: Mein Volk, was habe ich dir getan? Fast hilflos spricht Gott zu den Menschen. Was habe ich Dir getan? Ich habe dich doch aus Ägypten heraufgeführt. Ich habe dich getan was du wolltest. Das ist die Frage eines Liebenden, der nicht versteht, warum die Beziehung so kalt geworden ist 3. Der Mensch spricht - Vers 6: Womit soll ich vor den HERRN treten Diese Stimme steigert sich fieberhaft von Brandopfern über Widder und Öl bis zur schockierenden Frage nach dem Erstgeborenen. Es ist die Stimme des Menschen, der verzweifelt nach dem richtigen Ausweg für seine Schuld sucht. 4. Micha spricht - Vers 8: Es ist dir gesagt worden was gut ist Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als Recht tun, Güte lieben und in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott. 5. Frage: Wie können wir heute, liebe Leserin, lieber Leser, in unserem Alltag Gerechtigkeit, Liebe und Demut lebendig werden lassen. Bild: pexels-photo-32887426 / my / Soc Nang Dong
von ew 17. Juli 2026
Mi 2, 1-5 Samstag, 15 Woche 1 Wehe denen, die Unheil planen und Böses vorbereiten auf ihren Lagern! Am Morgen, wenn es hell wird, führen sie es aus, weil es in der Macht ihrer Hand steht. 2 Sie begehren Felder und rauben sie, Häuser und nehmen sie weg; sie übervorteilen den Mann und sein Haus, den Menschen und sein Erbteil. 3 Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich plane gegen dieses Geschlecht ein Unheil, aus dem ihr eure Hälse nicht herausziehen werdet; und ihr werdet nicht mehr stolz einhergehen, denn es wird eine böse Zeit sein. 4 An jenem Tag wird man über euch ein Spottlied anstimmen und eine bittere Klage klagen; man wird sagen: Wir sind völlig verwüstet! Das Erbteil meines Volkes vertauscht er. Wie entreißt er es mir! Unseren Feldern teilt er den Abtrünnigen zu. 5 Darum wirst du keinen haben, der die Messschnur wirft in der Gemeinde des HERRN. Heute wechseln wir wieder den Blickwinkel. Ein weiterer Prophet, Micha, bewertet die Situation der damaligen Gesellschaft im Südreich Juda. Historischer Hintergrund Der Prophet Micha wirkte im 8. Jahrhundert v. Chr. im Südreich Juda, in einer Zeit des wirtschaftlichen Umbruchs und des politischen Drucks durch das aufstrebende Assyrerreich. Sie begehren Felder und rauben sie Eine kleine, einflussreiche Oberschicht bereicherte sich auf Kosten der bäuerlichen Bevölkerung. Die traditionelle Ordnung, in der jedes Familienoberhaupt ein von Gott gegebenes Stück Land als Erbe besaß, wurde durch Gewalt und juristische Tricks untergraben. Sie raubten Häuser und Äcker, was für die Betroffenen den sozialen und existenziellen Ruin bedeutete. Für heute Micha bezeugt einen Gott, der nicht wegsieht, wenn Schwächere unterdrückt werden. Die Botschaft bleibt eine Warnung vor einer moralischen Verrohung, die meint, man könne sich Sicherheit durch Besitz erkaufen, während man die göttlichen Gebote von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ignoriert. Die Lesung ist eine Mahnung, die uns daran erinnert, dass unsere Handlungen Konsequenzen haben und Gott das Unrecht nicht ungesühnt lässt. Bild: p exels-photo-6899136 /Anna Shvets
von ew 16. Juli 2026
Jes 38, 1-6. 21-22. 7-8 Freitag, 15 Woche 1 In jenen Tagen wurde Hiskija sterbenskrank. Da kam der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihm und sagte zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben! 2 Da wandte Hiskija sein Angesicht zur Wand und betete zum HERRN 3 und sagte: Ach, HERR, gedenke doch daran, dass ich vor deinem Angesicht in Treue und mit ungeteiltem Herzen gewandelt bin und getan habe, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskija weinte laut. 4 Da erging das Wort des HERRN an Jesaja: 5 Geh und sag zu Hiskija: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen. Siehe, ich füge deinen Tagen fünfzehn Jahre hinzu. 6 Und aus der Hand des Königs von Assur werde ich dich und diese Stadt retten; ich werde diese Stadt beschützen. 21 Jesaja aber sagte: Man nehme einen Feigenkuchen und lege ihn als Pflaster auf das Geschwür, damit er gesund werde! 22 Und Hiskija sagte: Was ist das Zeichen, dass ich zum Haus des HERRN hinaufgehen werde? 7 Und dies ist dir das Zeichen vom HERRN, dass der HERR dieses Wort erfüllen wird, das er gesprochen hat: 8 Siehe, ich lasse den Schatten an den Stufen, die er am Sonnenzeiger des Ahas hinabgegangen ist, um zehn Stufen zurückgehen. Und die Sonne ging am Sonnenzeiger um zehn Stufen zurück, die sie hinabgegangen hatte. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben König Hiskia ist sterbenskrank. Wenig sensibel sagt Jesaja zu ihm. „Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben.“ Das klare Wort des Propheten hilft Hiskia und er beginnt über sein Leben nachzudenken. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Die meisten Menschen denken nicht an das Sterben. Sie denken: Später, irgendwann einmal, aber nicht heute. Aber der Tod ist unausweichlich und wir haben die Freiheit, wie wir unsere verbleibende Zeit gestalten. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Der Zeitpunkt des Todes ist eine wichtige Stunde in meinem Leben, es ist die Stunde, in der ich heimkehre zu Gott. Wenn es irgend geht, sollte man sich bewusst auf diese wichtigste Stunde des Lebens vorbereiten. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben – und dann wirst du Gott begegnen. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Wir sollten unsere Tage so gestalten, als ob unser Leben in jedem Moment zu Ende sein könnte. Kann ich sagen: „Mein Haus bestellt. Ich bin mit mir, mit Gott und mit meinen Nächsten im Reinen.“ Wer sein Haus bestellt, während er noch lebt, muss den Tod nicht als plötzlichen Einbruch erleben, sondern kann ihm als jemand begegnen, der seine Angelegenheiten bereits in die Hand genommen hat. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben Es ist das Paradoxon des Glaubens: Indem ich das Ende akzeptiere, werde ich frei für das Leben. Wer sich auf das Ziel vorbereitet, kann den Weg dazwischen bewusster gehen. Bild: pexels-photo-15750972 / Emmaluel Codden
von ew 16. Juli 2026
Jes 26, 7-9. 12. 16-19 Donnerstag, 15 Woche Der Pfad des Gerechten ist Geradheit, gerade ist die Bahn des Gerechten, die du ebnest. 8Fürwahr, auf dem Pfad deiner Gerichte, Herr, haben wir auf dich gehofft. Deinen Namen anzurufen und deiner zu gedenken, ist der Seele Verlangen. 9Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht, auch mein Geist in meinem Innern ist voll Sehnsucht nach dir. Denn wann immer deine Gerichte die Erde treffen, lernten die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit. 12Herr, du wirst uns Frieden schaffen; denn auch all unsere Taten hast du für uns gemacht. 16Herr, in der Not haben sie nach dir Ausschau gehalten; sie schrien in der Bedrängnis, als deine Züchtigung sie traf. 17Wie eine Schwangere, die kurz davor ist, zu gebären, sich windet und schreit in ihren Wehen, so waren wir, Herr, vor deinem Angesicht. 18Wir waren schwanger und lagen in Wehen, doch als wir gebaren, war es Wind. Heil verschaffen wir nicht dem Land und Erdenbewohner sind keine geboren. 19Deine Toten werden leben, die Leichen stehen wieder auf. Wacht auf und jubelt, ihr Bewohner des Staubes! Denn ein Tau von Lichtern ist dein Tau und die Erde gebiert die Schatten. Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Heute Nacht konnte ich nicht sehr gut schlafen. Es war heute nicht zu warm, auch weckte mich kein Partylärm, ich wachte einfach auf, und dann war an Schlaf nicht mehr zu denken. Psalm 63 kam mir in den Sinn: Ich denke an dich auf nächtlichem Lager und sinne über dich nach, wenn ich wache. Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Jesaja verwendet einen ähnlichen Vers: „Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht". Anstatt Schäfchen zu zählen, habe ich mir diesen Satz immer wieder gesagt. Und irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Die schlaflose Stunde heute Nacht war damit mehr als ein sinnloses Aushalten, sondern wurde zu Gebet. Tipp: Wenn Sie einmal nicht schlafen können, rezitieren Sie doch diesen Satz: Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht Bild: Pe xels-photo-14223882. / Vladimir Srejber