Verwalter von Geheimnissen Gottes
1 Kor 4, 1-5 Freitag, 22. Woche
Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen. Mir macht es allerdings nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, doch bin ich dadurch noch nicht gerecht gesprochen; der Herr ist es, der mich zur Rechenschaft zieht. Richtet also nicht vor der Zeit; wartet, bis der Herr kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird. Dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.
Verwalter von Geheimnissen Gottes.
Wenn Paulus in 1. Korinther 4 sagt, wir seien „Verwalter von Gottes Geheimnissen“, stolpert man im Grunde schon über das erste Wort. Normalerweise verwaltet man Dinge, die greifbar sind: Geld, Immobilien, Termine oder Akten. Aber wie bitteschön soll man ein Geheimnis verwalten?
Verwalter von Geheimnissen Gottes.
Dem Verwalter von Geheimnissen Gottes ist Verantwortung übertragen. Er muss etwas bewahren, um es später an andere weitergeben zu können. Der Verwalter von göttlichen Geheimnissen muss etwas weitergeben, was größer ist als sein Verstand.
Verwalter von Geheimnissen – Geheimnis des Glaubens
In jeder Eucharistiefeier wiederhole ich unmittelbar nach der Wandlung den Satz. Geheimnis des Glaubens. Die Hl. Messe, aber auch die Feier aller Sakramente, sind Geheimnisse, die ich verwalten darf.
Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen.
Paulus fügt in Vers 2 direkt hinzu: „Von einem Verwalter wird nur verlangt, dass er treu befunden wird.“ Das ist eine unglaubliche Entlastung. Es wird von mir nicht verlangt, dass ich das Geheimnis restlos erklären muss. Das Einzige, was verlangt wird, ist die Treue im Verwalten des Geheimnisses.
Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen.
Darum feiere ich die Hl. Messe so, wie sie mir die Kirche vorgibt, zu feiern. Das habe ich dem Bischof bei der Priesterweihe am 19.5.1996 und damit natürlich auch Gott versprochen. Die Liturgie ist nicht mein Eigentum, das ich nach Belieben formen könnte, sondern das Eigentum der Kirche und des Herrn.
Ich könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn ich hier untreu würde.
Bild: pexels-photo-9841932. / Anton Kudryhashof
Ihr Kommentar
tägliche Schriftbetrachtung











